Ambulante Notfallversorgung im Krankenhaus - Gutachten

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WernerSchell
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Ambulante Notfallversorgung im Krankenhaus - Gutachten

Beitrag von WernerSchell » 17.02.2015, 14:14

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DKG zum "Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus"
Milliarden-Defizit bei ambulanter Notfallversorgung


"Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind vielerorts stark überlastet und absolut unterfinanziert. Sie werden immer stärker zum Lückenbüßer für die eigentlich zuständigen Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und dabei durch die Vergütungsregelungen der KVen und Krankenkassen sowie einen 10-prozentigen gesetzlichen Investitionsabschlag auch noch diskriminiert", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, anlässlich der Veröffentlichung eines Gutachtens zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus.

Einem durchschnittlichen Erlös von 32 Euro pro ambulantem Notfall stünden Fallkosten von mehr als 120 Euro gegenüber. Mehr als 10 Millionen ambulante Notfälle mit einem Fehlbetrag von 88 Euro pro Fall führten zu 1 Milliarde Euro nicht gedeckter Kosten, rechnete Baum vor.

Untermauert wird dieses Ergebnis vom „Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus – Fallkostenkalkulation und Strukturanalyse“, das die DKG in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) bei der Management Consult Kestermann GmbH (MCK) im Juni 2014 beauftragt hat. Im Rahmen einer aufwendigen Kalkulation haben 55 Krankenhäuser für insgesamt 612.070 ambulante Notfälle fallbezogene Kosten- und Leistungsdaten – und somit eine außergewöhnlich breite und valide Datengrundlage – bereitgestellt. Durch die Verbindung der ökonomischen Aspekte mit der Versorgungsrealität bietet das Gutachten eine einzigartige, datenbasierte Diskussionsgrundlage für die dringend notwendige Weiterentwicklung der ambulanten Notfallversorgung.

„Die Krankenhäuser sehen sich in der Leistungspflicht für jeden, der Hilfe in den Notaufnahmen sucht und geraten dadurch in eine Kostenfalle“, erläuterte Baum die schwierige Lage der Krankenhäuser. Die ambulante Notfallversorgung werde schon lange nicht mehr durch die KVen sichergestellt, obwohl diese dafür zuständig seien. Selbst dort, wo Notfalldienste von den KVen organisiert seien, gingen die Patienten in die Ambulanzen der Krankenhäuser. Die Auswertung der Behandlungsfälle zeige, dass ein Drittel der Patienten von niedergelassenen Ärzten versorgt werden könnte. Viele Patienten suchten die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, weil im vertragsärztlichen Bereich kein geeignetes oder ausreichendes Versorgungsangebot für Notfälle vorhanden sei.

„Für die unverzichtbare ambulante Notfallversorgung im Krankenhaus muss eine geeignete Vergütung geschaffen werden, die den Behandlungsmöglichkeiten und den damit verbundenen Kostenstrukturen der Krankenhäuser Rechnung trägt“, forderte der DKG-Hauptgeschäftsführer. Das Gutachten mache deutlich, dass die für die niedergelassenen Ärzte entwickelte Notfallvergütung nicht für die kostenintensiven Vorhaltungen und Leistungen der Krankenhäuser geeignet seien. „Absolut inakzeptabel sind zudem die seit Jahren stattfindenden zusätzlichen Minderungen dieser ohnehin viel zu niedrigen Vergütung in Folge aktiver Diskriminierungsstrategien durch KVen und Krankenkassen“, beklagte Baum. Es werde höchste Zeit, dass das Mandat zur Regelung der Rahmenbedingungen einschließlich der Vergütungen für die ambulante Notfallversorgung durch Krankenhäuser auf diese übergehe. Die in den Eckpunkten für die Krankenhausreform vorgesehene Aufforderung an die KVen zu mehr Kooperation mit den Krankenhäusern reiche da nicht aus. „Ebenfalls abzuschaffen ist der 10-prozentige Investitionsabschlag, den die Krankenhäuser von den Vergütungen hinzunehmen haben, obwohl die Länder nicht ausreichend Investitionsmittel bereitstellen“, erklärte Baum.

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch Dr. Timo Schöpke, Generalsekretär der DGINA. „Die finanzielle Belastung für Krankenhäuser wird in den kommenden Jahren weiter steigen“, so Schöpke und bezweifelte, dass künftig ausreichend Krankenhäuser unter diesen Bedingungen in der Lage sein werden, eine hochwertige Notfallversorgung aufrecht zu erhalten. Der Betrieb einer Notaufnahme mit der ständigen Vorhaltung umfangreicher Diagnostik sei deutlich teurer als der Betrieb einer Arztpraxis zu normalen Sprechstundenzeiten. Dennoch werde bei der Vergütung der Leistungen bislang kein Unterschied gemacht.

Christoph Haas, MCK-Projektleiter, hob hervor, dass sich das Gutachten dank der freiwilligen Mitwirkung von 55 Krankenhäusern auf eine breite und valide Datenbasis stützen könne. Durch den Fallbezug der Kalkulation würden nicht nur die Kosten- und Erlösstrukturen, sondern auch die Leistungen der Krankenhäuser in der ambulanten Notfallbehandlung detailliert beschrieben. Die Erhebung liefere damit einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Transparenz über die Notfallversorgung an deutschen Krankenhäusern.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundes- und EU-Politik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 1.996 Krankenhäuser versorgen jährlich 18,8 Millionen stationäre Patienten und rund 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,2 Millionen Mitarbeitern. Bei 90 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Dateien
2015-02-17_PM-DKG-zum-Notfallgutachten. (docx, 61 KB)
http://www.dkgev.de/media/file/19397.20 ... chten.docx
2015-02-17_PM-DKG-zum-Notfallgutachten (pdf, 61 KB)
http://www.dkgev.de/media/file/19398.20 ... achten.pdf
2015-02-17_Hintergrund-und-Zielsetzung-des-Gutachtens. (docx, 55 KB)
http://www.dkgev.de/media/file/19399.20 ... htens.docx
2015-02-17_Hintergrund-und-Zielsetzung-des-Gutachtens (pdf, 61 KB)
http://www.dkgev.de/media/file/19400.20 ... chtens.pdf
2015-02-17_Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus 2015 (pdf, 4 MB)
http://www.dkgev.de/media/file/19401.20 ... s_2015.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 17.02.2015
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
10623 Berlin
Kontakt:
Holger Mages
Dagmar Vohburger
Tel. (030) 3 98 01 -1022 / -1023
Sekretariat
Stephanie Gervers
Tel. (030) 3 98 01 -1021
Fax (030) 3 98 01 -3021
e-mail: pressestelle@dkgev.de
web: http://www.dkgev.de

+++
Auszug aus dem Gutachten (Seiten 75-77 - ohne Fußnoten):
...
5.3 Zusammenfassende Schlussfolgerungen
Die Angaben der Studienteilnehmer zeigen, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen nicht
überall und jederzeit ein Versorgungsangebot für ambulante Notfallbehandlungen vorhalten
können, so dass sich viele Patienten in Notfallsituationen direkt in den Notaufnahmen der
Krankenhäuser vorstellen müssen.
Unabhängig von der Verfügbarkeit von (Notfall-) Praxen der KV ist aber auch erkennbar,
dass rund 50 % der ambulanten Notfallbehandlungen in Krankenhäusern aufgrund der
notwendigen notfallmedizinischen Leistungsinhalte grundsätzlich nicht im allgemeinen, organisierten
Notfalldienst der KV versorgt werden können. Hiervon sind mehrheitlich Patienten
betroffen, die eine unfallchirurgische Notfallversorgung benötigen. Für diese ambulanten
Notfallbehandlungen entstehen den Krankenhäusern durchschnittliche Kosten in Höhe
von 150 EUR (vgl. Abbildung 35: Kosten nach Kategorien von Leistungsinhalten). Für weitere
20 % der Behandlungsfälle wäre eine Versorgung durch den organisierten Notfalldienst
der KV in Abhängigkeit von der Gebietsbezeichnung des diensthabenden Arztes denkbar.
Allerdings ist davon auszugehen, dass aufgrund der verpflichtenden Teilnahme aller Vertragsärzte
am Bereitschaftsdienst kaum Ärzte mit entsprechender Gebietsbezeichnung im
Dienst sind. Die Kosten dieser Behandlungen im Krankenhaus liegen hier bei durchschnittlich
116 EUR (vgl. Abbildung 35: Kosten nach Kategorien von Leistungsinhalten).
Lediglich ein Drittel der ambulanten Notfallpatienten von Krankenhäusern könnten auch in
Arztpraxen versorgt werden, wenn diese denn verfügbar bzw. erreichbar wären. Die durchschnittlichen
Kosten dieser Behandlungsfälle im Krankenhaus betragen 82 EUR (vgl. Abbildung
35: Kosten nach Kategorien von Leistungsinhalten). Anhand der in der Umfrage erhobenen
Öffnungszeiten von Notfallpraxen im Umfeld der Krankenhäuser konnte ermittelt
werden, dass sich rund die Hälfte der Notfallpatienten direkt an ein Krankenhaus gewendet
haben, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein für sie geeignetes Versorgungsangebot der KV
bestanden hat.
Die Gründe für Patienten, sich direkt an das Krankenhaus zu wenden, sind vielfältig und
wurden hier nicht vollumfänglich analysiert. Würden, wie im Gutachten des Sachverständigenrats
zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen empfohlen, regelmäßig
Notfallpraxen der KV an Krankenhäusern eingerichtet und durch Vertragsärzte durchgehend
außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten besetzt, könnten sich somit schätzungsweise
33 % der ambulanten Notfallpatienten anstatt in den Notaufnahmen der Krankenhäuser
in den am gleichen Ort befindlichen Notfallpraxen der KV vorstellen. In Abhängigkeit
der Gebietsbezeichnungen, der am organisierten Notfalldienst teilnehmenden Vertragsärzte,
eventuell sogar etwas mehr.
Insofern könnte die im vorliegenden Referentenentwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz34
für die KVen vorgesehene Verpflichtung zur Kooperation mit den Krankenhäusern zu einer
Entlastung der Krankhäuser beitragen. Eine stärkere Übernahme der allgemeinen Notfallbehandlungen
als bisher durch die KV wäre sowohl aus medizinscher als auch aus wirtschaftlicher
Sicht sinnvoll, da für schätzungsweise rund 33 % der ambulanten Notfälle die
kostenintensiven Strukturen der Krankenhäuser nicht zwingend benötigt werden. Allerdings
müsste für eine Entlastung der Krankenhäuser die vertragsärztliche Notfallversorgung flächendeckend
und durchgehend realisiert werden und z. B. durch Kooperation mit den
Krankenhäusern so organisiert werden, dass den Notfallpatienten am Ort der Vorstellung
auch ein Vertragsarzt zur Verfügung steht.
Die entscheidende Erkenntnis aus dieser Studie zur Weiterentwicklung der ambulanten
Notfallversorgung besteht jedoch darin, dass für rund die Hälfte der ambulanten Notfallbehandlungen
die Behandlung in einem Krankenhaus unverzichtbar ist. Weitere 20 % der
Notfallbehandlungen könnten im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst erbracht werden,
wenn flächendeckend auch fachspezifische Bereitschaftsdienste der KVen geschaffen würden.
Diese dürften allerdings aufgrund der begrenzten Anzahl der niedergelassenen Fachärzte
praktisch kaum machbar und vermutlich auch nicht wirtschaftlich sein.
Aus der Studie wird deutlich, dass mit den Erlösen für ambulante Notfallbehandlungen nach
dem EBM, die für den kassenärztlichen Bereich bemessen sind, keine sachgerechte Vergü-
tung der ambulanten Notfallbehandlung im Krankenhaus möglich ist. Zum einen ist die Kostenstruktur
im Krankenhaus aufgrund der erforderlichen Infrastruktur nicht vergleichbar mit
der einer Arztpraxis bzw. Notfallpraxis des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Zum
anderen zeigt die Studie auch, dass die Strukturen des Krankhauses für einen Großteil der
ambulanten Notfälle aus medizinischer Sicht zwingend erforderlich sind. Unter Einbeziehung
der fachspezifischen Notfallbehandlungen sind die Krankenhäuser auch für rund zwei
Drittel der bisher ambulant versorgten Patienten unverzichtbar. Daher müssen insbesondere
für diese Notfallbehandlungen Vergütungen entwickelt werden, die der Kosten- und Leistungsstruktur
der Krankenhäuser Rechnung trägt.
...
+++
Ärzte Zeitung vom 17.02.2015:
DKG-Gutachten: Wie steht es um die ambulante Notfallversorgung?
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) legt heute ein Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus vor. Schon vorab gibt es vonseiten der CDU Kritik an den Bundesländern im Umgang mit ihren Kliniken.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=879 ... ent&n=4047
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Ambulante Notfallversorgung in Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 17.02.2015, 19:00

Statement von Dr. Dirk Heinrich zum "Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus" der DKG

Hinsichtlich der Ergebnisse des „Gutachtens zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus“ und der Kommentierung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) entgegnet Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes:

„Die jüngste Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Krankenhäuser sollen die ambulante Notfallversorgung in Deutschland übernehmen, ist gleichermaßen dreist wie hilflos.

Dreist, weil die DKG selbst einräumt, dass sie dadurch nur ihre bestehenden finanziellen Defizite decken will und hilflos, weil sie sich mittlerweile nicht anders zu helfen vermag, als sich bei den Praxisärzten zu bedienen, nur weil sie selbst den längst überfälligen Strukturwandel verschlafen hat. Die deutschen Krankenhäuser leiden seit Jahren an Überkapazitäten und Bettenleerstand. Diesen Kostenblock und fehlende Investitionen aus den Ländern will sie durch Wilderei in anderen Sektoren ausgleichen.

Das ist nur allzu durchsichtig. Daher sollte die Politik schnellst möglich überprüfen, ob die im aktuell einstehenden Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene weitreichende ambulante Öffnung der Krankenhäuser nicht eine grobe Fehlentscheidung ist. Wer heute in die Notaufnahmen der Krankenhäuser blickt, sieht dort in erster Linie Warteschlangen und überfordertes Personal.

Dabei muss die Krankenhausgesellschaft drei Fragen beantworten: Wer soll die Mehrkosten bezahlen, denn der Notdienst auch im niedergelassenen Bereich ist bereits heute schon defizitär und auf niedrigem Niveau vergütet? Wie wollen die Krankenhäuser denn Hausbesuche im Notfall organisieren? Und wie soll der Qualitätsunterschied zwischen Facharztstandard im Krankenhaus und Facharztstatus bei niedergelassenen Ärzten ausgeglichen werden?

Praxisärzte und Versicherte dürfen jedenfalls nicht die Zeche dafür zahlen, dass die Krankenhäuser nicht wirtschaften können und ihre Strukturen nicht verändern wollen.“

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.02.2015
NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Pressestelle
Leitung: Klaus Greppmeir
Pressereferenten: Julia Bathelt, Thomas Hahn
Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon 030288774124
Fax 030288774154
presse@nav-virchowbund.de
http://www.nav-virchowbund.de

Vorstand
Vorsitzender: Dr. Dirk Heinrich, stellvertretender Vorsitzender: Dr. Veit Wambach
Sitz: Berlin, Amtsgericht Berlin-Charlottenburg VR 30085B
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Kliniken: Ambulanzen in Not

Beitrag von WernerSchell » 18.02.2015, 08:13

Deutsches Ärzteblatt, 17.02.2015:
Krankenhäuser:
Ein Milliarde Euro Defizit wegen der großen Zahl ambulanter Notfälle

Berlin – „Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind vielerorts stark überlastet und absolut unterfinanziert. Sie werden immer stärker
zum Lückenbüßer für die eigentlich zuständigen Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).“ Diesen Vorwurf hat
heute in Berlin Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), erhoben. Er verwies ergänzend
darauf, dass die Kliniken dabei „durch die Vergütungsregelungen der KVen und Krankenkassen sowie einen zehnprozentigen gesetzlichen
Investitionsabschlag auch noch diskriminiert werden“.
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... -Notfaelle

Ärzte Zeitung vom 18.02.2015:
DKG-Gutachten: "Notaufnahmen werden zum Lückenbüßer"
Überlastet und unterfinanziert - das sind nach Ansicht der Deutschen Krankenhaus¬gesellschaft (DKG) die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser.
Sie sieht die Bereitschaftsdienste der KVen in der Pflicht. Die KBV weist alle Vorwürfe von sich.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=879 ... ent&n=4048

Die Rheinische Post / NGZ berichtet am 18.02.2015 zum Thema:
Kliniken: Ambulanzen in Not
Berlin. Jeder dritte Patient, der als Notfall ein Krankenhaus aufsucht, könnte ebenso gut in einer Arztpraxis behandelt werden.
Die Kliniken klagen über ungedeckte Kosten und Überlastung bei den Notdiensten
.
Von Eva Quadbeck
Bei der Notfallversorgung von Patienten zahlen die Kliniken in Deutschland nach eigenen Angaben jährlich eine Milliarde Euro obendrauf.
Einer Studie im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zufolge erhalten die Kliniken pro Notfall 32 Euro. Es entstünden
aber Kosten von 120 Euro pro Fall.
"Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind vielerorts überlastet und absolut unterfinanziert", beklagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/politik/klinike ... -1.4885502
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KBV wehrt sich gegen Vorwürfe der Kranken­hausgesellschaft

Beitrag von WernerSchell » 19.02.2015, 08:09

Deutsches Ärzteblatt:
KBV wehrt sich gegen Vorwürfe der Kranken­hausgesellschaft
„Die DKG zeigt selber auf, dass die Kliniken eine weitergehende Öffnung für die ambulante Versorgung nicht verkraften können.
Dieses Eingeständnis muss die Politik hellhörig machen“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... sellschaft
Notaufnahmen im Defizit
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... n-Kliniken
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Zu viele Menschen gehen in die Notaufnahme

Beitrag von WernerSchell » 19.02.2015, 09:08

Krankenhäuser überlastet: Zu viele Menschen gehen in die Notaufnahme
Die Notaufnahmen der Kliniken sind nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vielerorts „stark überlastet
und absolut unterfinanziert“ und werden zum „Lückenbüßer“. Viele Patienten lassen sich eher dort als ambulant behandeln.
Quelle: Berliner Zeitung
http://www.berliner-zeitung.de/wirtscha ... 87618.html
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Vertragsärzte behandeln 70 Prozent der Notfallpatienten

Beitrag von WernerSchell » 20.02.2015, 18:36

Deutsches Ärzteblatt, 20.02.2015:
Vertragsärzte behandeln 70 Prozent der Notfallpatienten
Die niedergelassenen Ärzte behandeln den größten Teil der Notfallpatienten in Deutschland. Darauf hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hingewiesen. Das Institut tritt mit seiner Analyse Behauptungen ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... lpatienten
KBV wehrt sich gegen Vorwürfe der Krankenhausgesellschaft
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... sellschaft
Notaufnahmen im Defizit
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... n-Kliniken
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Sind die Patienten etwa selbst schuld?

Beitrag von WernerSchell » 23.02.2015, 08:47

Günther-Jauch-Talk zur Ärzteversorgung (22.02.2015): > viewtopic.php?f=7&t=20925
Sind die Patienten etwa selbst schuld?
Düsseldorf. Drei Monate warten auf einen Arzttermin? Normalfall im deutschen Gesundheitssystem, insbesondere gilt das für Termine bei Fachärzten. Warum man bei der Lösung dieses Problem nicht weiterkommt, zeigte sich am Sonntagabend bei Günther Jauch.
Von Oliver Havlat
Wer nicht gerade in Düsseldorf, Mönchengladbach oder Köln wohnt, wird es vermutlich schon kennen: Das Warten. Durchaus bis zu drei Monate müssen sich Patienten vor allem außerhalb der großen Städte gedulden, bis sie einen Termin beim Facharzt bekommen. "Von wegen, der Nächste bitte! Das lange Warten auf den Arzttermin" hatte Günther Jauch seine Sendung vom gestrigen Sonntag deshalb betitelt.

Gesundheitsforscher Stefan Etgeton von der Bertelsmann-Stiftung stellte eines seiner Forschungsergebnisse vor: Die Ärzte sind in Deutschland sehr ungleich verteilt.

Sind die Patienten schuld?
Ihm sprang Paul Brandenburg zur Seite, der Erkenntnisse aus seiner alltäglichen Erfahrung als Notarzt. Viele seiner Notarztfahrten seien überflüssig, weil es keinen akuten Anlass gebe. "Die Krankenversicherung ist eine Flatrate für unbegrenzt Medizin", sagte Brandenburg.
Sind die Patienten also die Übeltäter, die das System lahmlegen, weil sie übermäßig oft und wegen Nichtigkeiten zum Arzt gehen?

Quelle: Rheinische Post vom 23.02.2015 > http://www.rp-online.de/panorama/fernse ... -1.4897311

Anmerkung der Moderation:
Die Deutschen suchen 18x im Jahr eine Arztpraxis auf und sind damit "Weltmeister". Dennoch sind sie nicht gesünder als die Menschen in anderen Ländern mit erheblich weniger Arztbesuche.
Daher kann und muss gefolgert werden, dass viele Arztkontakte, Notrufe und Inanspruchnahmen von Notfallambulanzen in Krankenhäusern überflüssig sind.
Diese Fakten gehören angesprochen, weil das ausufernde Gesundheitssystem in der Zukunft nicht mehr finanzierbar sein wird. Es muss u.a. auch über Rationierung und Priorisierung geredet werden.
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Pflege im Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell » 25.02.2015, 15:42

Blickpunkt Klinik Februar 2015:
Pflege im Krankenhaus
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(25.02.15) Stress, Frust, Überlastung - so erleben viele Krankenschwestern und Pfleger ihren Arbeitsalltag. Laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung steigt die Belastung für die Pflegenden im Krankenhaus. Vor allem Gespräche mit Patienten und deren Betreuung blieben immer öfter auf der Strecke. Für die Situation machen Forscher den Personalmangel auf Stationen verantwortlich. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Stellen im Pflegedienst der Kliniken nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit 2007 stetig zu, während die Pflegetage weiter zurückgehen. Mehr zu den Hintergründen und zu möglichen Lösungen für das Personalproblem in der Krankenpflege bietet der aktuelle "Blickpunkt Klinik".

Zum Blickpunkt Klinik:
http://www.blickpunkt-klinik.de
----
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes vom 25.02.2015
Herausgeber: AOK-Bundesverband
Webredaktion Tel.: 030/220 11-200 - Fax: 030/220 11-105
mailto: aok-mediendienst@bv.aok.de - http://www.aok-bv.de

+++ Bild +++
Alles - seit Jahren - bekannt und vorgetragen.
Siehe auch unter > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf
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Überlastete Klinik-Ambulanzen

Beitrag von WernerSchell » 27.02.2015, 07:11

Ärzte Zeitung vom 27.02.2015:
Überlastete Klinik-Ambulanzen: Zur Not müssen Zuzahlungen her
Die Ambulanzen der Kliniken klagen über wachsende und unnötige Belastung. Warum das so ist, darüber gibt es bislang
fast nur Vermutungen. Es ist höchste Zeit für Ursachenforschung und eine Steuerung der Patienten - notfalls über den Geldbeutel.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=880 ... aft&n=4067
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Notfall - Patienten behandeln – aber am richtigen Ort

Beitrag von WernerSchell » 04.03.2015, 13:16

Deutsches Ärzteblatt:
Korzilius, Heike; Rieser, Sabine; Strathaus, Regine Schulte
Ambulante Notfallversorgung: Patienten behandeln – aber am richtigen Ort
http://www.aerzteblatt.de/archiv/168356 ... htigen-Ort
zum Gutachten der DKG
http://www.dkgev.de/mediafile19401.2015 ... s_2015.pdf
Interview mit Prof. Dr. med. habil. Hermann J. Rothkötter, Magdeburg: „Wir brauchen verlässliche Wege“
http://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=14300
Reform in Hessen –Ziel: vernünftige Regeln für alle
http://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=14299
Interview mit Thomas Miklik: Man kann jetzt sehr viel leichter sagen: "Ich kann jetzt nicht"
http://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=14302
Portalpraxen: Weniger falsche Notfälle behandeln
http://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=14301
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Notfallversorgung - Kliniken wollen für NRW eine Generalrefo

Beitrag von WernerSchell » 16.03.2015, 07:29

Ärzte Zeitung vom 16.03.2015:
Notfallversorgung - Kliniken wollen für NRW eine Generalreform
Krankenhausgesellschaft beklagt mangelnde Einbindung bei Reform des Notdienstes in Nordrhein.
DÜSSELDORF. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) plädiert dafür, im Zuge der Krankenhausreform die ambulante Notfallversorgung grundsätzlich neu zu gestalten.
Dabei müssten die Krankenhäuser mit eigenständigen und angemessenen Vergütungsregelungen einbezogen werden, sagte KGNW-Präsident Jochen Brink beim Frühjahrsempfang der Gesellschaft in Düsseldorf.
"Es wird höchste Zeit, den elementaren und vielfach lebenswichtigen ambulanten Notfalldienst realitätsbezogen neu zu regeln." Das sei ein wichtiges Thema für die nächste Zeit.
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=881 ... tik&n=4100
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Chaos Notaufnahme?: Jeder zweite Patient kein echter Notfall

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2016, 07:56

Ärzte Zeitung vom 29.01.2016:
Chaos Notaufnahme?: Jeder zweite Patient kein echter Notfall
Viele Notfallaufnahmen an Kliniken ächtzen unter steigendem Zulauf. Gut jeder zweite unter den Patienten gehört aber ambulant versorgt.
Für Entlastung könnte vor allem eine Sache sorgen. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=903 ... ung&n=4758
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Chaos Notaufnahme?: Jeder zweite Patient kein echter Notfall

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2016, 08:34

Am 29.01.2016 bei Facebook gepostet:
"Chaos Notaufnahme?: Jeder zweite Patient kein echter Notfall" (so die "Ärzte Zeitung" am 29.01.2016). Erkenntnisse, dass die (unterfinanzierten) Notaufnahmen in den Krankenhäusern oftmals missbräuchlich in Anspruch genommen werden, wurden von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wiederholt vorgestellt: viewtopic.php?f=4&t=20917 - Auch Notarzteinsätze sind oft unnötig - Filmbeitrag informiert > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... saetze.mp4 - Die Fehlinanspruchnahmen binden Personal und Sachmittel - und diese fehlen an anderer Stelle!
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Kosten sparen: Gehen Patienten zu oft zum Arzt?

Beitrag von WernerSchell » 29.03.2016, 06:17

Ärzte Zeitung vom 29.03.2016:
Kosten sparen: Gehen Patienten zu oft zum Arzt?
Die Vertragsärzte sind sich einig: Es gibt zu viele unnötige Arzt-Patienten-Kontakte. Strittig ist aber,
wer die Arztbesuche künftig steuern soll.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=907 ... tik&n=4882
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Notfallmediziner im Dauerstress

Beitrag von WernerSchell » 28.06.2016, 06:30

28.06.2016, 22:15 - 22:45 Uhr, ZDF, 37 Grad

Chronisch überlastet
Notfallmediziner im Dauerstress


Unfälle, Herzinfarkt, Husten - immer mehr Patienten überlasten die Notfallambulanzen. Die Folge: Dauerstress, das Personal am Limit. Die Sendung zeigt die Not der Retter am Klinikum Ingolstadt, 72.000 Notfallpatienten werden dort jährlich behandelt. Arzt Stephan E. und Schwester Julia N. kommen im Schichtdienst an ihre Grenzen, fühlen sich selbst oft als Notfälle. Wie lange halten sie den Stress noch aus?

Assistenzarzt Dr. Stephan E. (36) hetzt seit zehn Stunden durch die Notaufnahme am Klinikum Ingolstadt. Keine Pause, kein Kaffee und kein schnelles Brötchen. 51 Patienten warten. Schwester Julia N. (31) behandelt zeitgleich eine Frau mit einem Abszess. Seit acht Jahren arbeitet die erfahrene Krankenschwester hier, doch nie war sie so am Limit wie jetzt. "Mich ärgert, dass wir viele Notfälle nicht so behandeln können, wie wir möchten, weil die Notaufnahmen mit Patienten verstopft sind, die alle zum Hausarzt könnten", klagt sie.

Statt zum Hausarzt in die Notaufnahme?
Tatsächlich sind 30 bis 40 Prozent der Patienten ein Fall für die Sprechstunde oder den Facharzt. Wieder ein Einsatz. Der Rettungsdienst bringt einen intubierten Mann nach einem schweren Verkehrsunfall. Auf den Gängen stauen sich die Patienten. Im Schockraum liegt eine Frau mit Kopfverletzung. Fahrradsturz. Stephan liebt eigentlich diesen Stress. Doch dieser Ansturm ist zeitlich, körperlich und seelisch schwer zu bewältigen. "Und dann kannst du irgendwann nicht mehr garantieren, dass du alles merkst, siehst und pufferst. Irgendwann ist die Grenze erreicht", sagt der junge Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Am Ende einer langen Schicht wartet dann noch die Bürokratie, Patientenakten müssen ausgefüllt werden. Auch dieser Aufwand nimmt ständig zu.
Rund 18 Millionen Menschen werden in Deutschland jährlich in den Notaufnahmen behandelt. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Die Gründe sind unterschiedlich: viele Unfälle, immer mehr alte Menschen und vor allem Bagatellbeschwerden. Die Patienten kommen, weil Hausärzte fehlen und es Wochen dauert, einen Termin beim Facharzt zu bekommen. Sie kommen aber auch, weil die Notfallklinik binnen Stunden eine weitreichende Rundum-Diagnostik garantiert. Die Folge sind lange Wartezeiten, Überlastung der Ärzte und Pflegekräfte sowie Versorgungsengpässe. Dazu kommt das finanzielle Verlustgeschäft. 32 Euro bekommen die Kliniken im Durchschnitt für einen Notfall. Die tatsächlichen Kosten liegen bei 120 Euro. Bundesweit gehen so den Notaufnahmen nach Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft jährlich eine Milliarde Euro verloren.

Alltag in der Notaufnahme
Ingolstadt ist ein riesiges kommunales Klinikzentrum mit 3.300 Mitarbeitern, 380 Ärzten und 1.150 Betten.
1.500 Notfallpatienten kommen jährlich mit dem Hubschrauber in die Notaufnahme, 5.300 Einsätze fährt der Notarztwagen. Der 37 Grad-Film zeigt den Alltag in der Notfallklinik Ingolstadt. Wie werden Ärzte und Krankenschwestern mit den zunehmenden Herausforderungen fertig?

Quelle und weitere Informationen:
http://www.zdf.de/37-grad/chronisch-ueb ... 28964.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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