Pflege-TÜV fällt durch den TÜV! ... "in die Tonne"

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Pflege-TÜV fällt durch den TÜV! ... "in die Tonne"

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2015, 07:50

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Pflege-TÜV fällt durch den TÜV! - Daher gehört dieser TÜV "in die Tonne" - …

das sagt Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren. Diese Erkenntnis ist nun auch in der "großen Politik" angekommen. > viewtopic.php?f=4&t=20745 - Die Gesundheits- und Pflegepolitiker sollten sich allerdings ungeachtet der Pflegenoten-Kritik schnellstens darum kümmern, die ...Pflege-Rahmenbedingungen zu verbessern (Mehr Pflegekräfte = bessere Pflege)! > viewtopic.php?f=3&t=20737 Zum Thema gab es am 07.02.2015 von kompetenter Seite kurz und bündig folgende Erklärung: Der "Pflege-TÜV" war auch nur eine ähnliche Schnapsidee wie die "Lebensmittel-Ampel". So komplexe Fragen wie ob eine Pflege gut oder ein Lebensmittel gesund ist, lässt sich nicht auf ein simples 3- oder 5-Punkte-System eindampfen. …

Es gab daraufhin weiteren zustimmenden Schriftwechsel, u.a.:
"... ja diesen Artikel kann ich so unterschreiben. .... Für mich ist ein guter Indikator für ein gutes Heim, die Anwesenheit vieler Angehöriger und Besucher. Das ist meist ein Zeichen, dass auf die Bedürfnisse eingegangen wird. Ich verstehe, dass Angehörige auch anstrengend sein können mit ihren Forderungen, aber gerade mein Vater meine Mutter braucht dies und jenes. Ein Heim dem es gelingt diese Angehörigen einzubinden, geht meist viel menschlicher mit den Bewohnern um. Ich besuche meine Betreuten immer unangekündigt."
Dazu meine Erwiderung:
"… Ich kritisiere nicht nur seit Jahren den Pflege-TÜV und andere Regelungen im Pflegesystem, sondern mache auch immer wieder konstruktive Verbesserungsvorschläge (gegenüber MdB`s, Bundestag und bei Pflegetreffs etc. - der nächste Treff ist am 14.04.2015, u.a. mit Herrn Laumann, Pflegebeauftragter der Bundesregierung). Zur Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen in den Heimen ist nicht nur mehr Pflegepersonal erforderlich. V.a. muss auf gute Führungsstrukturen geachtet werden (bekanntlich "stinkt der Fisch vom Kopf her"). Dort, wo geeignete und engagierte Führungskräfte tätig sind, können die pflegerischen und sonstigen Dienstleistungen meistens zufriedenstellender gestaltet werden. Denn eine gute Führung kann die Pflegekräfte motivieren, den Krankenstand niedrig halten und einfach für "gute Stimmung" in der Einrichtung sorgen. Das hat dann meistens auch zur Folge, dass reichlich Ehrenamtler zur Unterstützung eingeworben werden können. Besucher sollten immer willkommen sein. - Daher war es immer auch meine Meinung, dass sich die Zulassung von Einrichtungen und deren Prüfung mehr auf die Führungsetage konzentrieren sollte. - Es freut mich sehr, dass Sie als engagierte Betreuerin und Ehrenamtlerin vor Ort meine Auffassung im Kern bestätigen. …"
Werner Schell


Im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk gibt es zum Thema zahlreiche Beiträge - auffindbar wie folgt:
Deutschlands Pflege-TÜV fällt durch den TÜV
viewtopic.php?f=4&t=20745&hilit=Pflegenoten
Pflege-TÜV ist die Legalisierung des Betrugs
viewtopic.php?f=4&t=18666&hilit=Schulnoten
4. MDS-Pflege-Qualitätsbericht - Verbesserungen aufgezeigt
viewtopic.php?f=4&t=20851
Pflege-TÜV bleibt in der Kritik - BSG-Urteil wenig hilfreich
viewtopic.php?f=4&t=19057&hilit=Schulnoten
Pflegenoten - Anpassung dringend nötig
viewtopic.php?f=4&t=17554&hilit=Schulnoten
Pflege-TÜV“: Pflegenoten sorgen nicht für bessere Qualität
viewtopic.php?f=4&t=18738&hilit=Schulnoten
CBT klagt gegen System der Pflegenoten
viewtopic.php?f=4&t=13583&hilit=Schulnoten
Pflege-TÜV keine geeignete Entscheidungshilfe ...
viewtopic.php?f=4&t=18143&hilit=Schulnoten
Gute Heime, schlechte Heime - woran erkennt man sie?
viewtopic.php?f=4&t=15884&hilit=Schulnoten
Qualtitätsprüfung für Pflegeheime - Massive Kritik
viewtopic.php?f=4&t=11284&hilit=Schulnoten
Pflegeheim-Qualitätsberichte - Veröffentlichung im Streit
viewtopic.php?f=4&t=13551&hilit=Schulnoten
Kritik an der MDK-Prüfung und den Pflegenoten
viewtopic.php?f=4&t=18485&hilit=Schulnoten
Moratorium Pflegenoten
viewtopic.php?f=4&t=15708&hilit=Schulnoten
Transparenzkriterien - Was ist zu tun, wie geht es weiter?
viewtopic.php?f=4&t=14296&hilit=Schulnoten
Veröffentlichung der "Pflege-TÜV"-Ergebnisse ...
viewtopic.php?f=4&t=17780&hilit=Schulnoten
Pflegenoten sind ein Ausdruck zeitgenössischer Krankheit
viewtopic.php?f=4&t=19019&hilit=Schulnoten
Gute Heime, schlechte Heime - woran erkennt man sie?
viewtopic.php?f=4&t=15884&hilit=Schulnoten
Siehe auch:
Alterskultur statt Pflegenot(en)!
http://www.nikodemuswerk.de/qualitaet/a ... noten.html

Nach der Reform …

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Ergebnisqualität muss stimmen!
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Der Pflege-TÜV - durchgefallen?

Beitrag von WernerSchell » 13.03.2015, 08:42

Der Pflege-TÜV - durchgefallen?
Seit sechs Jahren gibt es den Pflege-TÜV. Genauso lange sorgt er für Ärger: Fragwürdige Kriterien bei der Benotung der Heime, Verwirrung statt Transparenz. Was muss sich ändern? Darüber berät nun auch der Deutsche Pflegetag.
Quelle: tagesschau.de
http://www.tagesschau.de/inland/pflegenoten-101.html
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Qualität der Pflege muss stärker in den Mittelpunkt rücken

Beitrag von WernerSchell » 15.03.2015, 07:37

Qualität der Pflege muss stärker in den Mittelpunkt rücken – vdek für Reform der Pflegenoten

Düsseldorf, 13. März 2015. Die Ersatzkassen sprechen sich dafür aus, das System der Pflegenoten zu reformieren. „Der Pflegebedürftige muss stärker in den Mittelpunkt rücken“, sagte Dirk Ruiss, Leiter der NRW-Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). „Deshalb muss die Qualität der Pflege bei der Bewertung der Einrichtungen stärker berücksichtigt werden.“ Es dürfe nicht sein, dass Aspekte, die für eine gute Pflege unabdingbar sind, gleichgesetzt werden mit Wohnkriterien Diese Gleichsetzung führe dazu, dass pflegerisch schlechte Heime dennoch eine gute Gesamtnote erhalten.
Dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung sei dies nicht anzulasten. „Der MDK prüft das gesetzlich Vorgeschriebene“, betont Ruiss. Vielmehr handele es sich um einen Grundfehler in der Bewertungssystematik. Dabei verweist der vdek darauf, dass die Interessenvertreter der Pflegeheime bei der Ausgestaltung der Bewertung mitentscheiden.
Eine Aussetzung der Veröffentlichungen, wie einige Politiker vorgeschlagen haben, lehnt der vdek ab. „Dies läuft der Transparenz entgegen“, so Ruiss. Grundsätzlich sei das System der Schulnoten gut geeignet, um die Qualität von Pflegeheimen auf einen Blick verständlich darzustellen.

Zum Hintergrund:
Derzeit werden in den veröffentlichten Transparenzberichten fünf Bereiche mit 77 Kriterien dargestellt. Grundlage für die Pflegenoten sind die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen, die der medizinische Dienst der Krankenversicherung für die gesetzlichen Krankenkassen in den Pflegeheimen nach den vorgegebenen Kriterien vornimmt. Diese Prüfungen finden einmal jährlich unangemeldet statt. Die Gesamtnote in der stationären Pflege wird aus 59 Einzelkriterien gebildet, die vier Qualitätsbereichen zugeordnet sind.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.05.2015
Landesvertretung
Nordrhein-Westfalen
VDEK
Presse: Sigrid Averesch
Verband der Ersatzkassen e. V.
Ludwig-Erhard-Allee 9
40227 Düsseldorf
Tel.: 0211/ 38410-15
Mobil : 0173 / 718 00 56
sigrid.averesch@vdek.com
http://www.vdek.com
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Hand in Hand für bessere Pflege statt Notenvergabe

Beitrag von WernerSchell » 02.08.2015, 06:30

Hand in Hand für bessere Pflege statt Notenvergabe

(Quelle: Diakonie RWL) Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe begrüßt die geplante Abschaffung der Noten für Pflegeheime und ambulante Dienste. Endlich reagiere die Politik damit auf die Kritik an diesem Prüfsystem.
„Ärgerlich bleibt dabei aber, dass die Mitarbeitenden in den Einrichtungen nun schon seit vielen Jahren mit einem Prüfsystem leben müssen, dessen Unzulänglichkeit von Anfang an bekannt war“, so Vorstand Christian Heine-Göttelmann. Bereits 2010, ein Jahr nach Einführung des Benotungssystems, habe die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) in einer Analyse nachgewiesen, dass das System der Pflegenoten Kundinnen und Kunden in die Irre führt.
Das alte Prüfsystem hat nach Ansicht der Diakonie aufwändige Dokumentation belohnt und gute Pflege nicht wirklich kontrolliert. 2011 wurde ein alternatives Konzept für Transparenz in der Pflege vorgestellt, das zugleich die Verbesserung von Qualität unterstützen soll. „Wir brauchen endlich ein System, das die Ergebnisse der Pflege, also die Wirkungen auf Wohlbefinden, Gesundheit und Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner, in den Blick nimmt“, fordert die Diakonie RWL.
Die Altenheime werden nicht nur über das bundesweite System der Pflegenoten kontrolliert. Zusätzlich werden sie in staatlichen Prüfungen nach Landesrecht geprüft. Dieses System wird ebenfalls gerade überarbeitet. Heine-Göttelmann sprach sich dafür aus, die verschiedenen Prüfsysteme auf Bundes- und Landesebene besser abzustimmen. Die Diakonie RWL beteilige sich konstruktiv an diesem Prozess.
Aktuell werden Einrichtungen in der Regel zweimal jährlich überprüft, einmal von Medizinischen Dienst der Krankenkassen und dann von den Landesbehörden. "Die Inhalte der Kontrollen sind weitgehend identisch. Die unzureichend aufeinander abgestimmten Prüfungen binden aber Kapazitäten, die besser der Pflege zugutekommen sollten", urteilt die Diakonie RWL.

Quelle: Mitteilung vom 02.08.2015
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Weißenburger Straße 12
44135 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de
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Was kommt nach den Pflegenoten?

Beitrag von WernerSchell » 12.08.2015, 17:52

Was kommt nach den Pflegenoten?
BIVA-Fachtagung diskutiert neue Wege für mehr Qualität und Transparenz in der Pflege

Bonn/Frankfurt a. M. Die Qualitätsprüfungen in stationären Einrichtungen werden bis 2018 grundlegend reformiert. Wie das neue System aussehen und welche Informationen der Verbraucher in der Zwischenzeit zur Verfügung haben soll – darüber wurde auf einer Fachtagung der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e. V. in Frankfurt a. M. mit zahlreichen Fachleuten diskutiert. Dabei stellte auch Dr. Klaus Wingenfeld von der Universität Bielefeld sein Konzept der „Ergebnisqualität“ vor, das als Grundlage für das neue Gesetz gehandelt wird.

Unter Leitung der Journalistin Anette Dowideit, die sich mit kritischen Investigationen im Bereich Pflege einen Namen gemacht hat, entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Zwischen den Vertretern der Kassen, der Betreiber und des Verbraucherschutzes herrschte aber in einem Punkt Einigkeit: Das bestehende System ist untauglich, eine Neuregelung dringend erforderlich. Einen wichtigen Grund für die Fehlentwicklungen der Vergangenheit sahen Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender der BIVA, und Dieter Lang vom Verbraucherzentrale Bundesverband in der Struktur der Pflegeselbstverwaltung. Bis heute seien die Verbraucher- und Betroffenenverbände nicht stimmberechtigt an den zentralen Entscheidungen zur Zukunft der Pflege beteiligt.
Überwiegend positiv bewerteten die Teilnehmer die im Auftrag der Bundesregierung entwickelten neuen Qualitätskriterien. Der Pflegewissenschaftler Wingenfeld präsentierte das Konzept, das sich vor allem an der Ergebnisqualität ausrichtet. Nicht die Dokumentation, sondern das tatsächliche Pflegeergebnis steht dabei im Mittelpunkt.
Doch wurden auch deutliche Zweifel angemeldet. Als Knackpunkt wertete Jürgen Brüggemann vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS), dass dieses Konzept wesentlich auf selbsterhobenen Daten der stationären Einrichtungen beruhe und zudem eine Anwendung auf den ambulanten Sektor schwierig sei. Er plädierte dafür, dass das geplante System durch externe Prüfungen des Medizinischen Dienstes ergänzt werden müsse. An diesem Punkt setzte auch die Kritik der Betreiber an. Herbert Mauel vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) befürchtete, dass diese Vorgehensweise Kritik an den Einrichtungen provoziere nach dem Motto: Jetzt geben sich die Abiturienten selbst ihre Noten. Die Diskussion machte deutlich, dass eine tragfähige Einigung und Verabschiedung des Gesetzes noch lange auf sich warten lassen wird.
„Bis ins Jahr 2018 werden mindestens eine Million Menschen eine Entscheidung für eine stationäre Einrichtung treffen müssen. Sie brauchen eine Orientierung!“, sagte Stegger. Wie diese Übergangszeit zu überbrücken ist, dafür lieferte die Stiftung Stark im Alter zusammen mit der BIVA eine neue Lösung. Erstmals wurde im Rahmen der Fachtagung das Internetportal „pflegegüte.de“ vorgestellt. Dort werden die bestehenden Daten der Prüfberichte verbraucherfreundlich – ohne die irreführenden Schulnoten – und vergleichbar aufbereitet. Stegger forderte daher bis zur Einführung einer neuen Systematik die offizielle Freigabe der Prüfberichte an die Verbraucherorganisationen.
Daneben wurden weitere alternative Konzepte zur Qualitätsmessung im Pflegebereich vorgestellt. Das Spektrum reichte von der Weissen Liste der Bertelsmann Stiftung über ein Bewertungsportal für Pflegeeinrichtungen, „werpflegtwie.de“, und den Pflegeselbsthilfeverband, der die Personalausstattung für ein zentrales Kriterium erachtet, bis hin zum „Grünen Haken“ der Heimverzeichnis gGmbH, der die Lebensqualität in Einrichtungen bewertet.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.08.2015
Ansprechpartner: Dr. David Kröll
BIVA e.V. - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Siebenmorgenweg 6-8 | 53229 Bonn | Telefon: 0228-909048-16 | Fax: 0228-909048-22
pm.kroell@biva.de | http://www.biva.de | http://www.facebook.com/biva.de
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Kaum Vertrauen in Pflegenoten

Beitrag von WernerSchell » 19.04.2016, 06:49

Ärzte Zeitung, 19.04.2016

Umfrage zeigt
Kaum Vertrauen in Pflegenoten

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Bei der Beurteilung von Pflegeangeboten zählen vor allem Erfahrungswerte.
BERLIN. Eine zügige Reform des sogenannten Pflege-TÜVs ist dringend geboten. Das geht aus Ergebnissen einer aktuellen Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervor.
Die repräsentative Bevölkerungsbefragung hat gezeigt, dass es für 96 Prozent der Deutschen im Bedarfsfall wichtig ist, verlässliche Informationen über die Qualität professioneller Pflegeangebote zu bekommen.
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=909 ... ege&n=4927

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Nutzlose Noten ... > http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=909 ... ege&n=4927
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Pflege-TÜV in der jetzigen Form völlig entbehrlich

Beitrag von WernerSchell » 25.05.2016, 08:41

Pressemitteilung Bertelsmann Stiftung, Jochen Lange, 24.05.2016

Weisse Liste veröffentlicht neue Auswertung des Pflege-TÜV

Die sogenannten Pflegenoten des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in Deutschland haben in ihrer derzeitigen Form kaum Aussagekraft.
Eine neue Auswertung der Ergebnisse aus dem "Pflege-TÜV" macht Qualitätsunterschiede von Pflegeeinrichtungen transparenter.


Gütersloh, 24. Mai 2016. Welcher Pflegedienst passt zu mir, welches Pflegeheim ist gut für mich? Ab sofort bietet das unabhängige Vergleichsportal http://www.weisse-liste.de, ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen, mehr Orientierung bei der schwierigen Entscheidung für eine geeignete Pflegeeinrichtung.

Neue Auswertung schafft mehr Transparenz

Für jede der rund 26.000 Einrichtungen in Deutschland zeigt das Portal an, inwieweit diese die fachlichen Mindestanforderungen an die Qualität der Pflege erfüllt. Die Weisse Liste wertet dazu die Ergebnisse aus dem sogenannten "Pflege-TÜV" neu aus. Die Methode macht Unterschiede sichtbar, die bei der Entscheidung eines Nutzers für die Auswahl einer Einrichtung in seiner Region relevant sein können. Die Weisse Liste zeigt für jede Pflegeeinrichtung in Form eines Prozentwerts für "Pflegequalität" an, wie viele der überprüften Kriterien voll erfüllt werden. Zudem wird der Wert immer ins Verhältnis zum Bundesdurchschnitt gesetzt.

Die neuen Ergebnisse zeigen den Verbrauchern somit Unterschiede und negative Ausreißer zwischen den Pflegeheimen und Pflegediensten, die aus den Pflegenoten bislang nicht hervorgehen. Es werden keine Durchschnittsnoten gebildet. "Die neue Auswertung der Prüfergebnisse kann zwar die grundsätzlichen Schwächen des Bewertungssystems nicht kurieren, sie bietet aber mehr Transparenz und Orientierung für Verbraucher", sagt Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Grundsätzlich sei es ratsam, Pflegeeinrichtungen vor Ort zu besuchen und den Anbietern Fragen zu stellen. "Schneidet eine Einrichtung vergleichsweise schlecht ab, lohnt ein noch genauerer und kritischerer Blick", so Schwenk.

Kritik an bisherigen Pflegenoten

Die Pflegenoten stehen seit langem in der Kritik. Durch das bisherige System mit durchweg sehr gut ausfallenden Durchschnittswerten in Form von Noten für die Einrichtungen werden Unterschiede in den Prüfergebnissen für die Verbraucher nicht deutlich. Der Grund: Die Werte werden über alle geprüften Kriterien und alle überprüften Pflegebedürftigen hinweg berechnet. Aufgrund dieser Berechnungsmethodik können Mängel in einem relevanten Bereich durch ein anderes – vielleicht weniger relevantes – Kriterium ausgeglichen werden. Das führt dazu, dass die Pflegeanbieter fast durchweg "sehr gut" abschneiden, obwohl ihre Prüfergebnisse sich teils deutlich unterscheiden.

Bei der Auswertung in Form von Pflegenoten liegt der bundesweite Durchschnitt bei Pflegediensten und -heimen bei jeweils 1,3. 26 Prozent der Heime und 40 Prozent der Dienste erhalten eine glatte 1,0. Nach der neuen Auswertungsmethode der Weissen Liste erfüllen nur 11 Prozent der Heime beziehungsweise 29 Prozent der Dienste die bei ihnen geprüften Kriterien zu 100 Prozent. Rund zwei Prozent der Pflegeheime (rund 180 bei 11.600 Einrichtungen) und vier Prozent der Pflegedienste (rund 530 bei 14.000) schneiden nach der neuen Auswertung besonders schlecht ab – und haben lediglich ein Drittel oder weniger der bewerteten Kriterien bei allen überprüften Pflegebedürftigen in der Stichprobe voll erfüllt.

"Pflege-TÜV" wird überarbeitet

Die Politik hat inzwischen einen Qualitätsausschuss ins Leben gerufen, der ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem für Pflegeeinrichtungen entwickeln soll. Dieser Ausschuss konstituiert sich aktuell. Aber frühestens 2019 ist mit den neuen Prüfergebnissen zu rechnen. Bis dahin werden die Pflegenoten weiter in der bisherigen Form veröffentlicht. "In der Übergangszeit wollen wir mit der neuen Auswertungsmethode der Pflege-Prüfergebnisse den Verbrauchern mehr Orientierung bieten", so Uwe Schwenk von der Bertelsmann Stiftung.
Parallel arbeite die Stiftung derzeit an eigenen Vorschlägen für das neue Veröffentlichungssystem. Heute hat sie dazu ein erstes Eckpunktepapier herausgegeben.

Tipps für Verbraucher

Die Weisse Liste empfiehlt Verbrauchern, sich bei der Suche nach dem passenden Pflegeanbieter ein eigenes Bild über die Unterschiede und die Qualität der Einrichtungen zu machen und mit den Fachkräften vor Ort zu sprechen. Das Vergleichsportal bietet dafür auf seiner Website Checklisten an, anhand derer sich Verbraucher orientieren können. Zudem zeigt das Portal an, welche Pflegeberatungsstelle sich in der Nähe des jeweiligen Nutzers befindet.

Zusatzinformationen

Die zugrundliegenden Daten für die neue Berechnungsmethode beruhen auf Prüfungen des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) der Pflegedienste und Pflegeheime. Die Prüfungen erfolgen unangemeldet
(Pflegeheime) beziehungsweise mit einer Anmeldung einen Tag vorher (Pflegedienste). Die aus den Prüfungen veröffentlichten Informationen beziehen sich vor allem auf die Dokumentation der erbrachten Leistungen.
Geprüft wird streng genommen die "Dokumentationsqualität", weniger das, was die Arbeit der Pflegekräfte bewirkt (also die "Ergebnisqualität").

Diese Schwäche kann die neue Auswertungsmethode der Weissen Liste nicht "kurieren", sie greift an der zweiten zentralen Schwäche an: den Durchschnittswerten. Jedoch kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Qualität und Sorgfalt der Dokumentation Rückschlüsse auf die tatsächliche Pflegequalität zulässt. Und: Geprüft werden auch "harte"
Kriterien wie die Korrektheit der Medikamentengabe und das Vorliegen von Genehmigungen für freiheitseinschränkende Maßnahmen.

Bei der Auswertung der Weissen Liste werden nur pflegerische Kriterien herangezogen, die an den Pflegebedürftigen überprüft werden. Andere Prüfkriterien, etwa die durchweg sehr gut bewerten Kriterien zur Organisation, Einrichtungsmerkmale oder Befragungsergebnisse werden nicht in die Auswertung einbezogen.

Unser Experte: Stefan Etgeton, Telefon: 030 31987050-16
E-Mail: stefan.etgeton@bertelsmann-stiftung.de
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Mehr Pflegefachpersonen finanzieren ...

Beitrag von WernerSchell » 25.05.2016, 16:35

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Mehr Pflegefachpersonen finanzieren statt bekannte Probleme aufwärmen!

Die mit der Berichterstattung zur jüngsten Initiative Weiße Liste der Bertelsmann-Stiftung einhergehende mediale Aufmerksamkeit ist nach Auffassung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK) nicht gerechtfertigt. Denn neue Erkenntnisse, wie durch die Schlagzeile „Deutsche Pflegeheime sind deutlich schlechter als bislang gedacht“ suggeriert wird, gibt es nicht! Die Berichte tragen lediglich dazu bei, Pflegeeinrichtungen und engagierte Pflegefachpersonen, die tagtäglich unter erschwerten Rahmenbedingungen ihr Möglichstes und manchmal Unmögliches leisten, unter Generalverdacht zu stellen und zu demotivieren. Zudem werden Betroffene und ihre Angehörigen verunsichert.

„Die Befunde im neuen Online-Portal Weiße Liste werden auf der Basis des sog. Pflege-TÜV erstellt. Die Methodik des sog. Pflege-TÜV ist bekanntermaßen ungeeignet, Ergebnisqualität zu erfassen und darzustellen. Diese Kritik wird in der Fachöffentlichkeit weithin geteilt“, so DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner. Der DBfK benennt seit Jahren die Schwächen des sog. Pflege-TÜV.

Laut einer von der Bertelsmann Stiftung erstellten Studie schneiden rund zwei Prozent der Pflegeheime besonders schlecht ab. Hervorgehoben wird die „starke Kluft“ zwischen der Pflegequalität und dem, was im sog. Pflege-TÜV derzeit abgebildet wird. Klargestellt werden muss, dass die Ergebnisse des sog. Pflege-TÜV auch schon bisher im Netz von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen eigesehen werden können. Die Qualität der „Pflege und medizinischen Versorgung“ ist ein gesonderter Bereich und kann von jedem Interessierten online oder in Papierform abgerufen werden. Die Darstellung ist insbesondere für die Verbraucher zu verbessern.

Nach wie vor steht die Dokumentation der pflegerischen Leistungen im Vordergrund der Prüfung. Sind die Maßnahmen zur Verhinderung eines Druckgeschwürs nicht dokumentiert, so wird dies negativ bewertet. Nicht prüfungsrelevant ist derzeit, ob bzw. wie viele Menschen ein Druckgeschwür in der Einrichtung erworben haben. Schon seit Jahren fordert der DBfK die Einführung eines neuen Prüfsystems, in dem die Ergebnisqualität und nicht die Dokumentationsqualität im Vordergrund steht. Der Gesetzgeber hat eine Frist gesetzt: Ein neues Prüfsystem soll im nächsten Jahr für die Pflegeheime beschlossen werden (für die ambulanten Pflegedienste 2018). Die Chance, Ergebnisse und damit pflegerische Leistungen in den Fokus zu stellen, darf nicht verpasst werden. Es werden aussagefähige Fakten für ein realistisches Bild der Pflege benötigt.
Es mangelt an Ressourcen, um die Qualität zu verbessern. Der DBfK fordert erneut eine bessere Personalausstattung! Nur so kann eine ausreichende, zweckmäßige und an den Klienten ausgerichtete Pflegequalität erbracht werden, die dann auch geprüft werden kann.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.05.2016
Susanne Adjei |Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk erklärt dazu - auch bei Facebook:
Pflege-TÜV ist durch den TÜV gefallen! - Daher gehört dieser TÜV "in die Tonne" - … das sagt Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren. Diese Erkenntnis ist auch in der "großen Politik" angekommen. Es macht keinen Sinn, wenn die Bertelsmann-Stiftung in einer Mitteilung vom 24.05.2016 suggeriert, man könne die Prüfergebnisse mit mehr Transparenz erfüllen und dann für die Auswahl einer Pflegeeinrichtung nutzen. Solchen Vorstellungen muss deutlich widersprochen werden. Dem jetzigen Pflege-TÜV kann bei der Heimplatzsuche keine Bedeutung zugemessen werden. Dringend geboten erscheint, für verbesserte Personalbemessungssysteme (Stellenschlüssel) einzutreten. Dafür macht sich Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit viel Jahren stark. = "Gute Pflege setzt voraus, dass genügend Pflegekräfte eingesetzt werden, die für ihre anspruchsvolle Arbeit auch ausreichend Zeit haben." - In diesem Sinne kämpft auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. und hat folgerichtig am 25.05.2016 Stellung bezogen und zutreffend getitelt: "Mehr Pflegefachpersonen finanzieren statt bekannte Probleme aufwärmen!"
Siehe u.a.:

viewtopic.php?f=3&t=21645
viewtopic.php?f=3&t=21461
viewtopic.php?f=4&t=21511

+++
Die Medien berichten u.a. wie folgt:
http://www.ak-gewerkschafter.de/2016/05 ... enetzwerk/
http://www.openbroadcast.de/article/444 ... allen.html
Dateianhänge
Pflegekräfte_ausreichende_Zahl_erforderlich.PNG
Pflegekräfte ...
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Re: Pflege-TÜV fällt durch den TÜV! ... "in die Tonne"

Beitrag von WernerSchell » 26.05.2016, 06:17

Ärzte Zeitung vom 26.05.2016:
Pflege-TÜV: Laumann rät bei Heimsuche zur Selbsthilfe
> http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=912 ... ege&n=5002
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Re: Pflege-TÜV fällt durch den TÜV! ... "in die Tonne"

Beitrag von WernerSchell » 26.05.2016, 12:49

Deutsche Pflegeheime sind deutlich schlechter als bislang gedacht
Bekommen Patienten regelmäßig Medikamente, trinken sie genug? Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung entlarvt die Ergebnisse des offiziellen Pflege-TÜVs als viel zu positiv.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/w ... -1.3005130
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Pflegenoten: Qualität entsteht nicht durch Kontrolle

Beitrag von WernerSchell » 26.05.2016, 12:51

Sehr geehrter Damen und Herren,
anbei finden Sie eine Pressemitteilung von Frau Scharfenberg zu der Neuauswertung der Pflege-Transparenzkriterien durch die Bertelsmann-Stiftung.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Müller

Pflegenoten: Qualität entsteht nicht durch Kontrolle

Zur Neuauswertung der Pflegetransparenzberichte durch die Bertelsmann-Stiftung erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Pflegenoten sind nicht aussagekräftig und verschleiern mehr, als dass sie Orientierung bieten. Deswegen haben wir mehrfach die sofortige Aussetzung der Pflegenoten gefordert – Union und SPD haben sich jedoch taub gestellt. Die Ergebnisse der Bertelsmann-Stiftung verwundern daher nicht.

Die Pflegenoten kranken an vielem, und mit einer reinen Überarbeitung ist es nicht getan: Zu erwarten ist mehr Nebel statt Transparenz, schon weil die geplante neue Qualitätsberichterstattung wieder durch die Krankenkassen und Einrichtungsträger entwickelt wird – also genau die, die es schon bisher nicht hingekriegt haben.

Transparenz ist wichtig, aber sie wird nie allein durch Prüfungen, Dokumentation und Berichterstattung zu erreichen sein. Mindestens ebenso wichtig ist die alte Forderung: Öffnet die Pflegeeinrichtung, aber auch die Dienste, etwa durch die Beteiligung von Ehrenamtlichen oder die Einbeziehung der Angehörigen und der Nachbarschaft.

Qualität lässt sich nicht allein durch Messungen und noch mehr Kontrollen erreichen. Qualität in der Pflege bemisst sich zuallererst an der Lebensqualität der Pflegebedürftigen. Nur durch gutes und zufriedenes Personal, durch ein offenes Betriebsklima und eine gute Mitarbeiterführung wird diese Qualität zu erreichen sein.

Eine aktuelle Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege zeigt, dass die Menschen das begriffen haben: Nur fünf Prozent würden sich bei der Auswahl von professionellen Pflegeangeboten auf offizielle Bewertungen stützen. Die meisten verlassen sich auf Erfahrungen von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen oder wollen sich selbst einen Eindruck verschaffen, indem sie zum Beispiel das Pflegeheim besuchen.

Veranstaltungshinweis:

Zukunft der Pflege
02.06.07 | Dringend gesucht: Pfleger/in
06.07.16 | Who cares? – Was hilft pflegenden Angehörigen?
21.09.16 | Hohe Rendite-schlechte Pflege? Pflege zwischen Profit und Menschenwürde
30.11.16 | Gut aufgehoben – Pflege im Kiez

Näheres unter: https://www.gruene-bundestag.de/no_cach ... gerin.html

Quelle: Mitteilung vom 26.05.2016
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Ulrike Müller
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Tel.: ++49 (0)30 227 -74570, Fax: -76655
E-Mail: elisabeth.scharfenberg.ma04@bundestag.de
Web: http://www.elisabeth-scharfenberg.de

Postanschrift:
Deutscher Bundestag, 11011 Berlin
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Reform des Pflege-TÜVs nicht verzögern

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 06:30

Ärzte Zeitung vom 03.06.2016:
Gröhe: Reform des Pflege-TÜVs nicht verzögern!
Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat Pflegekassen und Heimbetreiber aufgefordert, den angestrebten Zeitplan für eine Reform des Pflege-TÜVs
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=912 ... tik&n=5020
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Noten für Pflegeheime sind Augenwischerei

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:44

KKH: Noten für Pflegeheime sind Augenwischerei
Erschreckende Analyse zu Pflegeheimen muss dringend Konsequenzen haben


Hannover, 3. Juni 2016 – Die aktuelle Analyse des Recherchezentrums Correctiv.org bestätigt einmal mehr: Die Zustände in vielen Pflegeheimen sind höchst problematisch. „Es verschlägt einem den Atem angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Pflegeheime Ältere und Kranke nicht korrekt mit Medikamenten versorgen“, sagte Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Laut einer Auswertung von Correktiv.org haben deutschlandweit gut 60 Prozent aller Pflegeheime in wichtigen Pflegekategorien wie Medikamentenabgabe und Flüssigkeitsversorgung ein Problem.

„Vor diesem Hintergrund spottet es jeder Beschreibung, dass laut Pflege-TÜV der bundesweite Notendurchschnitt aller Pflegeheime bei 1,2 liegt“, so Kailuweit. Es sei ein Armutszeugnis, dass ein Benotungssystem mit einer derartig falschen Aussagekraft seit sieben Jahren unverändert besteht. „Im Sinne der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sollte diese Augenwischerei endlich beendet werden.“

Die KKH hat immer wieder auf die Problematik der Qualität in Pflegeheimen hingewiesen. Nach Ansicht der Krankenkasse muss das bisherige Benotungssystem durch aussagekräftige Bewertungen ersetzt werden. „Nur dann wird sich unter den Heimen ein Wettbewerb um echte Qualität entwickeln, von dem die Pflegebedürftigen profitieren“, sagte Kailuweit.

Die KKH ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,8 Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Rund 4.000 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt rund 5,5 Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH ist Hannover.

Quelle: Pressemitteilung vom 03.06.2016
Herausgeber
Kaufmännische Krankenkasse – KKH
Pressestelle
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30625 Hannover
Telefon: 0511 2802-1610
Telefax: 0511 2802-1699
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Pflege-TÜV muss komplett erneuert werden

Beitrag von WernerSchell » 03.06.2016, 13:51

PRESSESTATEMENT vom 03.06.2016

Pflege-TÜV muss komplett erneuert werden

Zu den Recherchen von Correctiv erklärt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS:

„Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Pflegenoten in der aktuellen Form den Verbrauchern keine ausreichende Aussagefähigkeit bieten. Ursache des Problems ist, dass die vom MDK festgestellten Prüfergebnisse nicht vollständig und beschönigend in den Pflegenoten dargestellt werden. Somit werden vom MDK festgestellte Missstände nur auf den zweiten Blick erkennbar.
Eine Änderung der Pflegenoten war in den bisherigen paritätischen Entscheidungsstrukturen der Verbände der Leistungserbringer und der Pflegekassen nicht umsetzbar. Es ist richtig, die Transparenzdarstellung im neuen Pflegequalitätsausschuss grundlegend zu überarbeiten. Am Ende sollte ein sorgfältig erarbeitetes und für den Verbraucher nachvollziehbares Bewertungssystem herauskommen.
Es ist ebenso richtig und wichtig, die Qualitätsprüfungen durch den MDK aufrecht zu erhalten. Denn die MDK-Prüfungen bieten mehr Informationen als bislang in den Pflegenoten wiedergegeben wird. Stellt der MDK Missstände oder Schwächen fest, so werden diese in den Transparenzkriterien veröffentlicht. Gleichzeitig beraten die MDK-Prüfer die Einrichtung mit dem Ziel, Verbesserungen einzuleiten. Es ist jedoch falsch, bei jedem festgestellten Mangel daraus zu schließen, dass die Qualität eines Heims insgesamt mangelhaft ist. In den heutigen Veröffentlichungen wird dies zum Teil verkürzt dargestellt. Daher müssen die von Correctiv veröffentlichten Daten sorgsam interpretiert werden.
Kern der MDK-Prüfung ist die Inaugenscheinnahme von pflegebedürftigen Menschen bei denen sich die Prüfer ganz konkret ansehen, wie gut sie gepflegt wurden. Es trifft nicht zu, dass der MDK seine Prüfung auf die Dokumentation beschränkt.“

Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen und pflegerischen Fragen. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK. Dabei geht es zum Beispiel um bundesweit einheitliche Kriterien für die Begutachtung.
Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) begutachten Antragsteller auf Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung im Auftrag der Krankenkassen. Die MDK führen zudem Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen und ambulanten Diensten durch.

Pressekontakt:
MDS, Pressestelle, Michaela Gehms, Tel. 0201 8327-115,
E-Mail: m.gehms@mds-ev.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Neuer Pflege-TÜV muss Ergebnisqualität bewerten

Beitrag von WernerSchell » 08.06.2016, 13:36

Neuer Pflege-TÜV muss Ergebnisqualität bewerten

(08.06.16) Der künftige Pflege-TÜV muss die tatsächliche Ergebnisqualität in Pflegeeinrichtungen bewerten, damit Pflegebedürftige und deren Angehörige aussagekräftige Informationen erhalten. Das fordert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, am Mittwoch (8. Juni) anlässlich der konstituierenden Sitzung des neuen Qualitätsausschusses Pflege. Der soll einen Neustart des umstrittenen Pflege-TÜVs erarbeiten. Dazu liegt bereits ein Vorschlag des AOK-Bundesverbandes vor. "Der Qualitätsausschuss sollte unser Verknüpfungsmodell aufgreifen, dann können Pflegeheim-Anbieter zeigen, was Qualität in ihren Häusern heißt", so Litsch.

Weitere Infos:
http://www.aok-bv.de/presse/pressemitte ... 16616.html
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Quelle: Pressemitteilung vom 08.06.2016
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto:aok-mediendienst@bv.aok.de
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