Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz verbessern

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz verbessern

Beitrag von Presse » 13.08.2014, 06:22

EU-Projekt RTPC stellt „Luft nach oben“ bei der Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz fest
Ein Viertel der Menschen mit Demenz in Pflegeheimen könnte mit besserer Unterstützung noch zu Hause wohnen

EU-weit könnte mindestens ein Viertel der Menschen, die derzeit aufgrund einer Demenz ins Pflegeheim ziehen, mit der entsprechenden Unterstützung durch ambulante Dienste adäquat zu Hause versorgt werden. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, die die Universität Witten/Herdecke (UW/H) zusammen mit den Universitäten in Lund (Schweden), Maastricht (Niederlande), Manchester (England), Tartu (Estland), Toulouse (Frankreich), Turku (Finnland) und dem Hospital Clinic of Barcelona (Spanien) durchgeführt hat.

Fast vier Jahre lang haben sich die Projektpartner im Rahmen des von der UW/H koordinierten EU-Projekts „RightTimePlaceCare“ mit den Fragen beschäftigt, wie die Pflege- und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen in Europa aussieht, wie diese verbessert werden kann und welche Faktoren einen Umzug in ein Pflegeheim beeinflussen. Das Hauptaugenmerk des von der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer wissenschaftlich koordinierten Projekts lag dabei auf der Übergangsphase von der häuslichen in die stationäre Betreuung. Unter anderem wurden dafür mehr als 2000 Menschen mit Demenz, die kürzlich in ein Pflegeheim gezogen waren oder für die ein Umzug als wahrscheinlich eingeschätzt wurde, sowie ihre pflegenden Angehörigen befragt.

In der Qualität der Pflege stellte die Projektgruppe EU-weit erhebliche Unterschiede fest. Sehr stark schwankte beispielsweise die Anzahl der angewandten freiheitsentziehenden Maßnahmen bei den Menschen mit Demenz, die im Pflegeheim leben (Bettgitter, Bauchgurte etc.). Spitzenreiter in der Anwendung waren hier Spanien (83 Prozent), Estland (48 Prozent) und Finnland (40 Prozent), während im EU-Schnitt in 32 Prozent der Fälle derartige Maßnahmen bei den untersuchten Menschen mit Demenz angewandt wurden. Die meisten Druckgeschwüre im Pflegeheim kamen in Estland vor (mit 14 Prozent doppelt so viele wie im EU-Schnitt), Psychopharmaka wurden am häufigsten in Frankreich (90 Prozent) und Spanien (81 Prozent) verabreicht. Hier liegt der EU-Schnitt ohnehin mit 70 Prozent sehr hoch. Auch bei Menschen mit Demenz, die zu Hause gepflegt werden, fallen die Ergebnisse ähnlich heterogen aus. Zentrale Erkenntnis ist jedoch, dass es kein teilnehmendes EU-Land gibt, das einem anderen in allen Aspekten der Pflegequalität überlegen ist.

Große Variation gibt es auch bei der Lebensqualität der Betroffenen. Diese wurde in Schweden und England am höchsten eingeschätzt und in Estland und Spanien am niedrigsten. Doch zwischen den Wohnorten zu Hause und Pflegeheim gibt es keinen Unterschied im Ausmaß der Lebensqualität.

Die Belastung der pflegenden Angehörigen hingegen war in allen Ländern in der häuslichen Pflege erheblich höher als in einer stationären Einrichtung. Aber auch hier gab es im Ausmaß der empfundenen Belastung erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Als häufigste Faktoren, die EU-weit mit einem Umzug von Menschen mit Demenz in stationäre Einrichtungen assoziiert waren, identifizierten die Forscher die Abhängigkeit bei der Bewältigung alltäglicher Aktivitäten, Demenz-bedingte Verhaltensauffälligkeiten sowie die hohe Belastung der pflegenden Angehörigen. Doch gab es große Unterschiede in den Gründen für einen Heimeinzug zwischen den Ländern. „Bei der Entscheidungsfindung über den Umzug in ein Pflegeheim besteht in allen teilnehmenden Ländern Optimierungsbedarf“, so Prof. Meyer. Viele Betroffene hätten durchaus in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können, lautet das Ergebnis aus Expertenpanels, in denen abschließend alle Daten kritisch beurteilt wurden.

Wenn Menschen mit Demenz bei verbesserter ambulanter Unterstützung länger in den eigenen vier Wänden leben, kann dies zudem Geld sparen. Dies zeigte die ökonomische Begleitevaluation ( siehe auch http://www.uni-wh.de/universitaet/press ... e-zu-hause ), die durch Prof. Dr. Dirk Sauerland von der UW/H geleitet wurde. „Dieses Geld müsste wiederum in die ambulante Versorgung reinvestiert werden“, fordert Prof. Meyer.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gabriele Meyer, Frau Astrid Stephan und Frau Anna Renom Guiteras (wiss. Mitarbeiterinnen im RightTimePlaceCare Projekt): Tel.: 02302 / 926-749, E-Mail: Gabriele.Meyer@uni-wh.de - Astrid.Stephan@uni-wh.de - Anna.Renom@uni-wh.de -

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.825 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Quelle: Pressemitteilung vom 12.08.2014
Jan Vestweber Pressestelle
Universität Witten/Herdecke
http://idw-online.de/de/news599287

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Demenzkranke: Häusliche Pflege ist günstiger

Beitrag von Presse » 13.08.2014, 06:26

Demenzkranke: Häusliche Pflege ist günstiger
Die Versorgung von Demenzkranken kostet - rein ökonomisch betrachtet - zu Hause weniger als im Pflegeheim.
Das zeigt eine internationale Studie. Nur schwer zu berücksichtigen sind aber finanzielle Einbußen, emotionale Belastung
und Pflegequalität, betont ein Experte.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=866 ... ege&n=3658

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Demenz - Experten bangen um Pflegequalität

Beitrag von Presse » 25.09.2014, 06:24

Ärzte Zeitung App, 25.09.2014
Demenz - Experten bangen um Pflegequalität
Demenzkranke sollen vom Pflegestärkungsgesetz besonders profitieren. Sie erhalten damit Zugang zu Pflegeleistungen. Die Sachverständigen bewerten die Reform nicht nur positiv.
BERLIN. Die Versorgung von Demenzkranken ist lückenhaft. Das belegt eine aktuelle Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI).
...
Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), sieht einerseits, dass niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen die Lage der Betroffenen verbessern wird.
Andererseits drohe damit, dass originäre Pflegeaufgaben von den professionellen Fachkräften abgekoppelt werden. "Dies blendet Qualitätsstandards für diesen Versorgungsbereich aus", ärgerte er sich.
...
(weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=869 ... ege&n=3757

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Nachtschwestern unter Stress

Beitrag von WernerSchell » 01.02.2015, 15:41

Nachtschwestern unter Stress / Immer mehr Demenzkranke auf Station verlangen dem Pflegepersonal viel ab

Baierbrunn (ots) - Das Pflegepersonal muss heute nachts im Krankenhaus mehr anspruchsvolle Aufgaben bewältigen als vor zwei Jahrzehnten. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf einen Vergleich der Nachtdiensteinsätze in den Jahren 2010 bis 2013 und einer Untersuchung von 1986 bis 1989 von Forschern der Universität Witten/Herdecke. Eine Pflegekraft muss sich heute zwar um weniger Patienten kümmern. Da aber immer mehr Demenzpatienten darunter sind, sei die Versorgung deutlich aufwändiger. 72 Prozent der Pflegekräfte seien nachts allein für die Station zuständig.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 2/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.02.2015 Wort und Bild - Apotheken Umschau
Pressekontakt:
Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
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Gröhe will Demenzkranken Zugang zu Pflege vereinfachen

Beitrag von WernerSchell » 18.03.2015, 08:22

Ärzte Zeitung, 18.03.2015:
Ankündigung: Gröhe will Demenzkranken Zugang zu Pflege vereinfachen
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will Menschen mit Demenz den Zugang zu Pflegeleistungen erleichtern.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=881 ... nal&n=4106
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Demente in die Klinik begleiten

Beitrag von WernerSchell » 26.03.2015, 08:41

Demente in die Klinik begleiten / Wie Angehörige Demenzkranken den Klinik-Aufenthalt erleichtern können

Baierbrunn (ots) - Kein seltenes Ereignis: Ein Demenzkranker muss in die Klinik. Eine große Hilfe für den Patienten, aber auch für das Krankenhaus ist es, wenn ein Angehöriger ihn begleiten kann. Manche Kliniken bieten dazu auch Übernachtungsmöglichkeiten an. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft hält einen Informationsbogen bereit, den Angehörige ausfüllen und mit ins Krankenhaus nehmen können, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren-Ratgeber". Hilfreich ist es auch, ein paar vertraute Dinge für den Patienten mitzunehmen. Das gibt ihm Halt in der fremden Umgebung. Schmuck, Geld oder Schlüssel werden dem Kranken aus Sicherheitsgründen oft abgenommen. Das kann ihn sehr beunruhigen. Dann ist es ratsam, Imitate da zu lassen oder die Geldbörse mit einem kleinen Betrag auszustatten.

Dieser Beitrag ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" 3/2015 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle: Pressemitteilung vom 26.03.2015 Wort und Bild - Senioren Ratgeber
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Infos über neue Studien in der Demenzforschung

Beitrag von WernerSchell » 18.08.2015, 08:00

Ärzte Zeitung vom 18.08.2015:
Universität Witten/Herdecke: Infos über neue Studien in der Demenzforschung
Das Dialog- und Transferzentrum (DZD) der Universität Witten/Herdecke hat aus rund 200 neuen Studien zum
Thema Demenz die 21 wichtigsten ausgewählt und kurz zusammengefasst.
- mehr > http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=892 ... enz&n=4421
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„Memory-Zentrum“ - Demenzforschungszentrum in Neuss

Beitrag von WernerSchell » 29.11.2015, 08:06

Mit dem „Memory-Zentrum“ wollen die St.-Augustinus-Kliniken in Neuss modellhaft neue Wege beim Umgang mit altersbedingten Erkrankungen gehen. Unter einem Dach führen sie Beratung, Angehörigenschulung, Pflege, Forschung und Ausbildung zusammen. Vor fünf Jahren hat der katholische Träger erste Pläne zu diesem 20-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt. Das „Demenz-Kompetenzzentrum Rheinland“ soll bundesweit Modellcharakter bekommen. Christoph Kleinau stellt dieses Projekt in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung / Rheinischen Post am 28.11.2015 in zwei Beiträgen vor:
http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5593457
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neu ... -1.5593384
Prof. Dr. Dr. Sprick stellte das "Memory-Zentrum" bereits beim Pflegetreff in Neuss-Erfttal am 21.10.2015 vor und machte dabei auf die anstehenden Termine zur Besichtigung und Einweihung aufmerksam:
Das "Memory-Zentrum" präsentiert sich am 05.12.2015 mit einem Tag der offenen Tür. Am 11.12.2015 findet die offzielle Einweihung mit dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe statt. Werner Schell wird als Vertreter von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk dabei sein. - Quelle: viewtopic.php?f=4&t=16890
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Menschen mit Demenz - "Für Kliniken eine Klientel der Zukunf

Beitrag von WernerSchell » 13.05.2016, 06:40

Am 13.05.2016 bei Facebook gepostet:
Menschen mit Demenz - "Für Kliniken eine Klientel der Zukunft." Die Krankenhäuser sind nicht ausreichend auf demenziell erkrankte Patienten eingestellt.
Das meint Dr. Manfred Gogol, Chefarzt der Geriatrie im Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge bei Hameln. Entweder "wir schaffen die Wende", meint
Gogol im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" (am 29.04.2016) - oder es bleibe bei den "manchmal katastrophalen Bedingungen". ... (weiter lesen unter) ...
> http://www.aerztezeitung.de/panorama/ar ... kunft.html
- Das Zitat der Woche in CAREkonkret brachte es in der Ausgabe vom 06.05.2016 anhand dieses Interviews wie folgt aus den Punkt:

"Wir behindern uns selbst mit kulturellen Bildern vom alten Menschen."
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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