BARMER GEK Report Krankenhaus 2014 ... Stents boomen

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BARMER GEK Report Krankenhaus 2014 ... Stents boomen

Beitrag von Presse » 22.07.2014, 10:44

BARMER GEK Report Krankenhaus 2014 - Koronare Herzkrankheit: Beschichtete Stents boomen

Berlin - In Deutschland hat sich die Behandlung der koronaren Herzkrankheit spürbar verändert. Zwischen 2005 und 2013 erhöhte sich laut des heute in Berlin vorgestellten Reports Krankenhaus der BARMER GEK die Zahl der Eingriffe mit beschichteten Stents um 227 Prozent auf 204.400. 2013 wurden bei 61 Prozent aller Eingriffe zur Öffnung verengter Herzkranzgefäße beschichtete Stents eingesetzt. Aufwendige Bypass-Operationen am offenen Herzen verzeichnen einen Rückgang um 24 Prozent und der Anteil an Behandlungen mittels sogenannter Ballondilatation verharrt auf niedrigem Niveau. Die Zahl der Eingriffe mit unbeschichteten Stents sank um 71 Prozent. „Beschichtete Stents dürften heute bei der Behandlung verengter Herzkranzgefäße den Standard darstellen. Wir fragen uns allerdings, ob sich dieser Zuwachs ausschließlich medizinisch begründen lässt oder der Preis die Menge der Eingriffe beeinflusst“, kommentierte Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK, die Studienergebnisse.

Re-Interventionen häufig
Studienautorin Prof. Dr. med. Eva Maria Bitzer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg erklärte die Zuwächse bei den beschichteten Stents unter anderem dadurch, dass heute auch Menschen mit koronarer Herzkrankheit behandelt würden, die früher aufgrund ihres Alters oder weiterer Erkrankungen nicht behandelt worden wären. Allerdings kämen angesichts der Ergebnisse des BARMER GEK Reports Krankenhaus Zweifel auf, ob die beschichteten Stents tatsächlich die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen können. So zeige sich auf Basis der repräsentativen Daten des Reports Krankenhaus eine hohe Rate von Wiederholungseingriffen bei beschichteten Stents. Jeder fünfte Patient müsse sich innerhalb von zwölf Monaten einer Re-Intervention unterziehen. Andererseits ist mit 15 Prozent die Sterblichkeit fünf Jahre nach der Implantation beschichteter Stents im Vergleich zu anderen Methoden am geringsten. Wunder seien aber durch die Verwendung beschichteter Stents nicht zu erwarten, so Bitzer.

Preis macht Menge
BARMER GEK Vorstandsvize Schlenker knüpfte an das vor wenigen Tagen veröffentlichte Gutachten der Professoren Jonas Schreyögg (Hamburg) und Reinhard Busse (Berlin) zur Mengenentwicklung in deutschen Krankenhäusern an. Das Gutachten bestätige einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen Preis und Menge von Leistungen im Krankenhaus.

Aus Sicht der BARMER GEK lasse das Gutachten Schlussfolgerungen für die anstehende Reform der stationären Versorgung zu. „Wir plädieren vorrangig für eine neue Krankenhausbedarfsplanung, welche nicht Bettenkapazitäten einfach fortschreibt, sondern die regionale Versorgungssituation und eine qualitative Spezialisierung der Krankenhäuser fördert“, stellte der BARMER GEK Vorstandsvize klar. Insgesamt müsse die Krankenhausreform Qualität zur entscheidenden Kenngröße von Versorgung und Vergütung machen.

Fallzahlen steigen, Verweildauer sinkt
Der BARMER GEK Report Krankenhaus 2014 analysiert seit zehn Jahren die prägenden Trends in der akut-stationären Versorgung in Deutschland. Der Report belegt, dass die Fallzahl 2013 leicht um 1,3 Prozent zugenommen hat. Sie stieg von 204,1 Behandlungsfällen je 1.000 Versicherte im Jahr 2012 auf 206,7 im Jahr darauf. Die Verweildauer sank dagegen und liegt jetzt statt bei 7,7 bei 7,6 Tagen je Fall. Bei allen großen Krankheitsgruppen, wie Krebs oder Muskel-Skelett-Erkrankungen, sinkt die Verweildauer. Eine große Ausnahme bilden die „Psychischen und Verhaltensstörungen“. Hier stieg die Verweildauer seit 2005 um 36,2 Prozent.

Daten aus dem Report Krankenhaus 2014 der BARMER GEK
• Regionale Unterschiede bei Behandlungsdauer und –kosten (ab Seite 32): Die Dauer der Behandlung ist regional verschieden. Schlusslicht ist Baden-Württemberg. Hier gibt es die niedrigste Anzahl an Krankenhausfällen und -tagen je 1.000 Versicherten (178,9 Krankenhausfälle und 1.428,2 Krankenhaustage). Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter. Das Bundesland weist mit 229 Krankenhausfällen und 1.808,2 Krankenhaustagen je 1.000 Versicherten die höchste Inanspruchnahme aus. Die Ausgaben je Versicherten liegen zwischen 713 Euro in Baden-Württemberg und 882 Euro im Saarland.
• Koronare Revaskularisation (ab Seite 53): Koronare Revaskularisation ist der Versuch, verengte Herzkranzgefäße wieder zu öffnen und dadurch die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzens zu verbessern. Der Anteil der Patienten, die so behandelt werden, stieg von 2005 bis 2013 um vier Prozent. 2013 wurden fast 282.400 Krankenhausfälle gezählt, hinzu kamen fast 53.000 Bypass-Operationen. Das waren so viele Revaskularisationen wie noch nie. Insgesamt wurden jedoch weniger Patienten wegen einer Koronaren Herzkrankheit im Krankenhaus behandelt. Ihre Zahl sank zwischen 2005 und 2013 um 24 Prozent. Die Kosten für die koronare Revaskularisation lagen 2013 bundesweit bei 2,7 Milliarden Euro (nur Kosten im Krankenhaus).
• Patienten und ihre Erfahrungen (ab Seite 111): Für den Report Krankenhaus wurden ca. 3.500 Patienten der BARMER GEK nach ihren Erfahrungen zur Behandlung koronaren Herzkrankheit befragt. Dabei zeigten sich die Patienten zu mehr als 60 Prozent zufrieden mit dem Eingriff. Komplikationen beklagten oft Patienten mit einer Bypass-OP, vor allem wegen häufiger Wundheilungsstörungen.

Service für Redaktionen
Im Presseportal der BARMER GEK finden Sie Infografiken sowie Bild- und Tonmaterial zum Krankenhausreport. http://www.barmer-gek.de/544887

Quelle: BARMER GEK Pressemitteilung vom 22. Juli 2014
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Presseabteilung der BARMERGEK
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OP-Weltmeister Deutschland

Beitrag von Presse » 22.07.2014, 10:54

0762 / 22. Juli 2014
Pressemitteilung von Harald Weinberg


OP-Weltmeister Deutschland

„Der Barmer-GEK-Klinik-Report 2014 zeigt: Patientinnen und Patienten müssen sich überflüssigen oder medizinisch nicht notwendigen Eingriffen am Herzen unterziehen, um den Krankenhäusern ein finanzielles Überleben zu ermöglichen. Sie tragen damit aus Sicht der Kliniken unsichtbare Preisschilder“ erklärt Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute vorgestellten Berichts. Weinberg weiter:

„Doch nicht nur die Zahl der Herz-OPs wurde gesteigert. 2013 zeigte eine Kleine Anfrage der LINKEN (BT-Drs. 17/14555): Deutschland ist OP-Weltmeister bei Hüftgelenken und Knien. Die Zahl der Wirbelsäulen-OPs hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt. Denn seit der Einführung von Fallpauschalen (DRGs - Diagnosis Related Groups) werden Rückenprobleme nicht mehr konservativ mit Physiotherapie oder Massagen behandelt, sondern es wird gleich zum Skalpell gegriffen. Das rechnet sich für die Kliniken. Auch bei Kaiserschnitten spielen wir in der Weltspitze mit.

Der Grund dieser Entwicklung liegt in den Fallpauschalen: Leistungen der Krankenhäuser werden nicht mehr nach Liegedauer, sondern pauschal nach Diagnose vergütet. Die Pauschalen reichen nicht aus, um Personal- und Betriebskosten zu decken. Zeitaufwändige pflegerische oder medizinische Behandlungen werden aus wirtschaftlichen – nicht aus medizinischen – Gründen reduziert. OPs bringen höhere Einnahmen durch Zuschläge. Nicht das Wohl der Patientinnen und Patienten steht im Mittelpunkt, sondern wirtschaftliche Kriterien.

Die Finanzierungslogik der Fallkostenpauschalen ist Gift für die Patienten. Kranke werden so einem Kosten-Nutzen-Kalkül ausgesetzt, das ihre Gesundheit gefährdet. Die Finanzierung der Krankenhäuser muss sich konsequent am medizinischen Bedarf ausrichten. Eine solidarische Finanzierung durch die solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung ist der Schlüssel zu mehr Qualität und Gerechtigkeit – auch in den Kliniken.“

F.d.R. Beate Figgener
-----------------------------------------------------------------
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
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Herzoperationen Beleg für Leistungsfähigkeit der Kliniken

Beitrag von Presse » 22.07.2014, 16:37

DKG zur Veröffentlichung des Krankenhausreports 2014 der Barmer GEK - Pressemitteilung vom 22.07.2014

Herzoperationen beweisen hohe Leistungsfähigkeit der Kliniken

Berlin, 22. Juli 2014 - Zur Veröffentlichung des Krankenhausreports 2014 der Barmer GEK erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum:

"Wenn in Deutschland mehr Herzoperationen durchgeführt werden, beweist das die hohe Leistungsfähigkeit, die hohe Qualität und das Vertrauen der Kranken in die Krankenhäuser. Unsere Ärzte in den Krankenhäusern beschäftigen sich mit den zum Teil lebensbedrohenden Nöten der Herzpatienten. Die Kassen schauen lediglich auf die Statistik - das ist zu wenig. Die Krankenkassen sollten aufhören, steigenden medizinischen Behandlungsbedarf in den Verdacht nicht notwendiger Leistungen zu rücken. Die Krankenhäuser haben wiederholt ihre Bereitschaft zu strukturieren Zweitmeinungsverfahren bekundet. Auch ist darauf hinzuweisen, dass im Bereich der Herzoperationen ein von Krankenkassen und Krankenhäusern gemeinsam beschlossenes bundesweites Qualitätserfassungs- und Auswertungssystem existiert. Die dort ausgewerteten Indikatoren geben keine Hinweise auf nicht notwendige Behandlungen".
Dateien
• 2014-07-22_PM-DKG-zu-Barmer GEK-Krankenhausreport-2014. (docx, 57 KB) http://www.dkgev.de/newsletter/?link=ht ... -2014.docx
• 2014-07-22_PM-DKG-zu-Barmer GEK-Krankenhausreport-2014 (pdf, 59 KB) http://www.dkgev.de/newsletter/?link=ht ... t-2014.pdf

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder - 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände - in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.017 Krankenhäuser versorgen jährlich 18,6 Millionen stationäre Patienten und rund 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bei 86,8 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

Kontakt:
Moritz Quiske (Ltg.)
Holger Mages
Dagmar Vohburger
Tel. (030) 3 98 01 -1020 / -1022 / -1023
Sekretariat
Stephanie Gervers
Tel. (030) 3 98 01 -1021
Fax (030) 3 98 01 -3021
e-mail: pressestelle@dkgev.de
web: http://www.dkgev.de
Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wegelystraße 3
10623 Berlin

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Schluss mit der Arbeitsverdichtung im Krankenhaus

Beitrag von Presse » 22.07.2014, 16:50

DBfK fordert: Schluss mit der Arbeitsverdichtung im Krankenhaus

Die Ergebnisse des heute in Berlin veröffentlichten ‚Barmer GEK Report Krankenhaus 2014‘ liefern nach Einschätzung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) wichtige Impulse für die Arbeit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform. „Der weitere Anstieg der Fallzahlen bei gleichzeitiger Verkürzung der Krankenhaus-Verweildauer im Jahr 2013 bescheinigt die noch immer zunehmende Arbeitsverdichtung für die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem in der Pflege“, sagt DBfK-Referentin Johanna Knüppel. „Seit Jahren ist die Krankenhauspflege chronisch unterbesetzt. Arbeitsanfall und Zahl der älteren, chronisch kranken und hoch-aufwändigen Patienten nehmen kontinuierlich zu. Das macht Pflegefachpersonen berufsbedingt krank und gefährdet die Patientensicherheit. Die auch durch diesen Report erneut bestätigte Mengenausweitung – Preis erzeugt Menge – verschlingt und verschwendet Ressourcen, die dringend benötigt werden. Damit muss endlich Schluss sein! Wir brauchen eine gesetzlich vorgeschriebene Pflegepersonalbemessung, die sich zuallererst am Versorgungsbedarf der Patienten orientiert“, so die Referentin weiter.

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Messlatte gelegt: Das Krankenhaus der Zukunft muss gut, gut erreichbar und sicher sein. Nach 10 Jahren Erfahrung mit der DRG-Finanzierung der Kliniken und den ökonomiebedingten Fehlanreizen ist es höchste Zeit, die Krankenhausfinanzierung vom Kopf auf die Füße zu stellen. Krankenhäuser haben einen Versorgungsauftrag und sollen, an den Bedarfen der Bevölkerung orientiert, ihre Leistungen erbringen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine erhebliche Schieflage entwickelt, die endlich korrigiert werden muss. Der zunehmende Pflegefachpersonenmangel erfordert darüber hinaus eine geänderte Weichenstellung: Wer gutes Personal will, darf es nicht verschleißen. Kliniken müssen wieder gute Arbeitgeber werden – aus Sicht qualifizierter Pflegefachpersonen. Die Erwartungen an die anstehende Krankenhausreform sind hoch, es gibt viele Baustellen. Es ist aber auch höchste Zeit, das deutsche Krankenhauswesen neu auszurichten. Der DBfK steht dazu als Dialogpartner zur Verfügung.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.07.2014
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140

Siehe auch unter
viewtopic.php?f=3&t=20526&p=81398#p81398

Rauel Kombüchen
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Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen - Ökonomie ...

Beitrag von Rauel Kombüchen » 22.07.2014, 17:33

Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen!
Die nachfolgenden Beiträge belegen das eindrucksvoll:

Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem = Pflegenotstand
viewtopic.php?f=4&t=19752
Gesundheitswesen auf Wachstum getrimmt ....
viewtopic.php?f=4&t=19760&hilit=Mengenentwicklung
Mehr Operationen und medizinische Prozeduren ...
viewtopic.php?f=4&t=18006&hilit=Mengenentwicklung
51 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren ...
viewtopic.php?f=4&t=19759&hilit=Mengenentwicklung
Krankenhaus-Report 2013: Steigende Anzahl an Operationen ...
viewtopic.php?f=4&t=18214&hilit=Mengenentwicklung
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

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Herzenssache - Beschichtete Stents boomen

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2014, 17:45

Ärzte Zeitung online, 22.07.2014
Herzenssache - Beschichtete Stents boomen
Wird es dem Patienten eng ums Herz, greifen Kardiologen hierzulande immer öfter zum beschichteten Stent. Sie sollen eigentlich Re-Interventionen vermeiden. Doch nach einer Analyse der Barmer GEK ist dem nicht so.
Von Anno Fricke
BERLIN. Die Zahl der koronaren Revaskularisationen ist auf Rekordstand. Für 2013 wurden in Deutschland gut 335.000 Krankenhausfälle mit dieser Indikation verzeichnet, darunter etwa 53.000 Bypass-Operationen am offenen Herzen. Das geht aus dem Barmer GEK Report Krankenhaus 2014 hervor, den Vertreter der Kasse am Dienstag in Berlin vorgestellt haben.
... (mehr) .... http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... oomen.html
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Medizinische Kriterien entscheiden über richtige Behandlung

Beitrag von Presse » 02.08.2014, 07:24

Medizinische Kriterien müssen für Wahl der richtigen Behandlung entscheidend sein

Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) empfiehlt mit Blick auf die Ergebnisse des Krankenhausreports 2014 der Barmer-GEK weitere differenzierte Analysen, um leitliniengerechte Behandlung von Patienten sicherzustellen

Die medizinische Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen, die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), sieht in dem in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit vorgestellten Krankenhausreport 2014 der Krankenkasse Barmer-GEK einen guten Beitrag mit wichtigen Informationen zur invasiven Behandlung der rund 350.000 Patienten in Deutschland, bei denen pro Jahr eine medikamentös nicht zu behandelnde Verengung von Herzkranzgefäßen festgestellt wird. So hatten die Autoren des Reports unter anderem die medizinische Notwendigkeit für die hohe Zahl von sogenannten Stent-Implantationen hinterfragt, eine jeweilige Entscheidung über die richtige Behandlung dieses Herzleidens auf Basis studienabgesicherter Ergebnisse angemahnt und in diesem Zusammenhang auch auf die mangelnde Datenlage zur Beurteilung der Wirksamkeit von Stent-Implantationen hingewiesen. Einschätzungen, welche die Fachgesellschaft durchaus unterstreicht.

Gleichzeitig weißt die Fachgesellschaft darauf hin, dass der Report in einigen Medien zu Fehlinterpretationen geführt hat, wenn von einer Steigerung der Zahl der Bypass-Operationen am Herzen berichtet wurde. Tatsächlich ist die Zahl der koronaren Bypass-Operationen in den letzten fünf Jahren von 58.495 im Jahr 2009 auf 54.266 im Jahr 2013 zurückgegangen, wovon zuletzt 40.410 isolierte Eingriffe und 13.856 Bypass-Operationen in Kombination mit anderen Eingriffen am Herzen waren. Nach Einschätzung der Fachgesellschaft hätte die Anzahl Bypass-Operationen wie in vergleichbaren europäischen Ländern und den USA aus rein medizinischer Sicht dagegen sogar zunehmen müssen.

„Diverse wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Bypass-Operation am Herzen insbesondere für Patienten, bei denen alle drei Herzkranzgefäße oder der Hauptstamm des linken Herzkranzgefäßes verengt sind, die Therapie der ersten Wahl und damit die bestgeeignete Behandlungsoption ist. Die Zahl von Patienten mit sogenannten Mehrgefäßerkrankungen steigt weltweit seit Jahren an, weswegen es eigentlich auch in Deutschland zu einem Anstieg der Zahl von Bypass-Operationen am Herzen kommen müsste“, kommentierte Professor Jochen Cremer, Präsident der DGTHG, die aktuellen Ergebnisse. Doch inwieweit die Zahl von rund 300.000 Stent-Implantationen in Deutschland pro Jahr wirklich die beste Therapie im Sinne des langfristigen Patientenwohls darstelle, ließe sich derzeit nicht sagen, da es für Deutschland keine differenzierten Erhebungen gäbe, in welchem Umfang Patienten mit Mehrgefäßerkrankungen mit Stent-Implantationen behandelt werden. „Denn auch bei der verpflichtenden externen Qualitätssicherung wird leider derzeit nicht erfasst, bei welcher Ausprägung und Form der Koronaren Herzerkrankung die Stent-Implantationen durchgeführt werden“, so Cremer.

Dabei ergab 2012 die weltweit größte vergleichende Studie zwischen den beiden Behandlungsmöglichkeiten („Syntax - Synergy between PCI with taxus and Cardiac Surgery“), dass bei Patienten mit mehreren verengten Herzkranzgefäßen nach fünf Jahren fast 89 Prozent von den Patienten, die eine Bypass-Operation erhalten hatten, noch lebten, während dies bei den Patienten nach einer Stent-Implantation nur bei 80,8 Prozent der Fall war. Genauso deutlich waren Unterschiede im Hinblick auf die Zahl der Herzinfarkte, die nach einer Bypass-Operation 3,9 Prozent und nach einer Stent-Implantation 10,1 Prozent betrugen, sowie im Hinblick auf die Notwendigkeit eines erneuten Eingriffes von 12,1 Prozent nach einer Bypass-Operation gegenüber 30,9 Prozent der Patienten nach der Stentimplantation.

Diese Erkenntnisse haben unter anderem dazu geführt, dass in der derzeit sich in Aktualisierung befindlichen medizinischen Leitlinie zur Behandlung von Verengungen der Herzkranzgefäße wie bisher die Empfehlung enthalten sein wird, bei Mehrgefäßerkrankungen der Bypass-Operation den Vorzug gegenüber der Implantation von Stents zu geben.

„Bei Krankheiten, bei denen es um das Überleben des Patienten geht, sollte der Komfort einer Therapieoption zwar berücksichtigt werden, er darf jedoch nicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Im Fokus der Entscheidung, welche Therapie einzusetzen ist, muss stattdessen alleine das langfristige Wohl der Patienten stehen“, so Cremer. Ein hervorzuhebender Aspekt bei der Behandlung aller schweren Herzerkrankungen sei dabei das sogenannte Herzteam, das mindestens aus einem Herzchirurgen und einem Kardiologen besteht, und das kontinuierlich zur Verfügung stehen sollte, um jederzeit auf der Basis medizinischen Wissens interdisziplinär Entscheidungen treffen und gemeinsam agieren zu können. „Mein Tipp für Patienten: Bei der Entscheidungsfindung für eine Therapie gezielt nachfragen, ob die Befunde von einem Herzteam ausgewertet werden und die Ärzte des Herzteams gemeinsam die in jedem individuellen Patientenfall richtige Behandlungsalternative festlegen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten sich die Patienten auf jeden Fall sowohl von einem Kardiologen als auch von einem Herzchirurgen beraten lassen, um sicherzustellen, dass sie wirklich die für ihren individuellen Krankheitsfall beste Behandlung erhalten“, so Cremer.

Weitere Informationen:
http://www.dgthg.de
http://www.barmer-gek.de

Quelle: Pressemitteilung vom 01.08.2014
Thomas Krieger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.
http://idw-online.de/de/news598384

+++ Siehe auch unter viewtopic.php?f=6&t=20552 +++

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Kardiologen kritisieren Krankenhaus Report der Barmer GEK

Beitrag von Presse » 06.08.2014, 08:35

Kardiologen kritisieren Krankenhaus Report der Barmer GEK
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat die Ansicht der Barmer GEK kritisiert, dass die Fünf-Jahres-Sterblichkeit nach Eingriffen mit beschichteten Stents
niedriger sei als nach Eingriffen mit unbeschichteten Stents, Ballondilatationen ... »
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... Barmer-GEK

Erneut mehr Krankenhausfälle und eine niedrigere Verweildauer
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... rweildauer

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Mengenentwicklung im Krankenhaus: Der Streit geht weiter

Beitrag von Presse » 06.08.2014, 08:37

Deutsches Ärzteblatt:

Osterloh, Falk
Mengenentwicklung im Krankenhaus: Der Streit geht weiter
http://www.aerzteblatt.de/archiv/161227 ... eht-weiter

zum Krankenhausreport 2014
http://presse.barmer-gek.de/barmer/web/ ... y=Data.pdf

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Bis 2030 13,4 Prozent mehr Krankenhausfälle

Beitrag von Presse » 19.08.2014, 06:35

Prognose: Bis 2030 13,4 Prozent mehr Krankenhausfälle
Trotz rückläufiger Bevölkerung wird die Zahl der Krankenhausfälle bis 2030 um 13,4 Prozent auf 22 Millionen steigen.
Das geht aus einer Prognose des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=866 ... ung&n=3670

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Erweitertes Angebot für pflegebedürftige Herzpatienten

Beitrag von Presse » 22.08.2014, 07:02

Pressemitteilung Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen, Anna Reiss, 22.08.2014

Bad Oeynhausen: Erweitertes Angebot für pflegebedürftige Herzpatienten

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, feiert Richtfest. Aus Eigenmitteln mit einem Investitionsvolumen von 19 Mio. Euro errichtet die Universitätsklinik einen viergeschossigen Erweiterungsbau zur Versorgung schwer herzkranker Patienten. Eine 32-Betten-Station wird dabei für Patienten mit künstlicher Herzunterstützung bereitgehalten, 22 weitere Betten sind für die Intensivpflege vorgesehen.

„Als Spezialklinik mit insgesamt 500 Planbetten kommen wir damit der steigenden Nachfrage nach fachkompetenter Behandlungsqualität von schwer pflegebedürftigen Herzpatienten nach“, erläutert Wilhelm Hecker, Geschäftsführer des HDZ NRW. Das Bad Oeynhausener Zentrum nehme seit jeher Patienten auf, die andernorts als nicht mehr behandelbar gelten.

Nach Baubeginn im Februar dieses Jahres wird die Station für Kunstherzpatienten noch vor Ablauf dieses Jahres ihren Betrieb aufnehmen. Die Eröffnung des fast 6.000 Quadratmeter umfassenden Gesamtgebäudes ist für das Frühjahr 2015 vorgesehen. Die neuen Räume werden zudem für die Physiotherapie und Technik sowie als Labor- und Praxisbereiche genutzt werden. Vor knapp zwei Jahren erst hatte das Herz- und Diabeteszentrum einen ersten Klinikanbau mit zwei zusätzlichen Komfortpflegestationen eröffnet. Zu den wichtigsten Maßnahmen der letzten Jahre zählen außerdem die Einrichtung eines hochmodernen OP-Zentrums mit acht Sälen auf einer Ebene sowie die medizintechnische Erweiterung der sechs Herzkatheterlabore nach neuestem Stand.

„Unsere Patienten profitieren von modernen, schonenden Diagnose- und Therapieverfahren, von den kurzen Wegen innerhalb der Gesamteinrichtung und nicht zuletzt von der engen Zusammenarbeit aller Spezialisten und unserer Zentraleinheit Hygiene“, erläutert Hecker das Leistungsspektrum des Herz- und Dabeteszentrums, das mit diesem Ausbau im Jahr seines 30-jährigen Bestehens zu den größten Spezial-Einrichtungen für Herz- und Diabetespatienten in Europa zählt.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein- Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier Universitätskliniken und Institute seit 30 Jahren interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik und zugleich Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr- Universität Bochum. Es ist bekannt als größtes Herztransplantationszentrum Deutschlands.

Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anna Reiss (Ltg.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de
http://www.hdz-nrw.de

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Mehr Mensch! Gegen die Ökonomisierung des Sozialen

Beitrag von WernerSchell » 30.08.2014, 06:48

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=20600

Buchtipp! > Ulrich Schneider:
Mehr Mensch!
Gegen die Ökonomisierung des Sozialen
...
Anmerkung von Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:
"Mehr Mensch - Gegen die Ökonomisierung des Sozialen" - Eine Buchveröffentlichung von Ulrich Schneider.
Dazu ein Vorwort von Norbert Blüm:
"Der Sozialstaat befindet sich nicht nur in einer Finanzkrise, sondern vor allem in einer Kulturkrise. Mit dem "homo oeconomicus" ist kein Sozialstaat zu machen. Ulrich Schneider beschreibt den Vormarksch der Vorteilssuche und den Rückzug der Solidarität. Das Geld unterwandert alle Sozialbeziehungen und verwandelt sie in Geschäfte. Das Buch ist eine alarmierende Beschreibung der sozialpolitischen Entwicklung unseres Landes."
Ulrich Schneider folgert am Ende seiner Veröffentlichung:
"Wenn wir die Menschlichkeit als höchstes Gut im Sozialen erhalten wollen, müssen wir den neoliberalen Ökonomismus entzaubern, wir müssen uns besinnen und streiten um gute, wertvolle soziale Arbeit. Was wir brauchen, ist eine Werterenaissance im Sozialen: mehr Mensch und mehr Werte statt Mehrwert. Deutschland ist nicht nur Wirtschaftsstandort. Deutschland ist vor allem Lebensstandort."
Wer will da widersprechen?
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Irrweg Fallpauschale

Beitrag von Presse » 09.09.2014, 06:36

0887 / 8. September 2014
Pressemitteilung von Harald Weinberg


Irrweg Fallpauschale

"Dass die Finanzierung der Krankenhäuser fast ausschließlich über Fallpauschalen (DRGs) läuft, ist die Ursache vieler Probleme in den Krankenhäusern. Deshalb müssen wir die DRGs zurückdrängen und andere Arten der Finanzierung etablieren", fordert Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heutigen Treffens der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Betriebskostenfinanzierung der Krankenhäuser. Weinberg weiter:

"Kein anderes Land der Welt setzt so hemmungslos auf DRGs wie die Bundesrepublik. In anderen Ländern werden DRGs höchstens für einen begrenzten Teil der Behandlungskosten als Finanzierungsinstrument eingesetzt, meist sogar nur als Controlling-Instrument. In Deutschland läuft hingegen der größte Teil der 65 Milliarden Euro Krankenhausausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Fallpauschalen-Maschinerie. Die sichtbaren Folgen sind etwa eine fragwürdige Mengenentwicklung und eine immer drastischere Vernachlässigung der Krankenhauspflege.

Dieses Finanzierungssystem ist ein Irrweg der Krankenhauspolitik, deswegen sollte die Bund-Länder-Konferenz die Weichen für einen Systemwechsel stellen. Dieser Wechsel zu einer tatsächlich bedarfsgerechten Finanzierung sollte dort beginnen, wo die DRGs besonders viele Probleme verursachen, zum Beispiel in der Palliativmedizin, den Geburtsstationen, der Kinderheilkunde oder der Gerontologie.

Nahezu alle Fachgesellschaften kritisieren das DRG-System mittlerweile grundsätzlich. Es wird Zeit, dass Union und SPD diese Kritik ernst nehmen."

Quelle: Pressemitteilung vom 08.09.2014
F.d.R. Susanne Müller
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WernerSchell
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"Stell Dir vor, der Arzt ist weg …" Ökonomie führt Regie

Beitrag von WernerSchell » 09.03.2015, 08:05

"Stell Dir vor, der Arzt ist weg …" Ökonomie führt Regie

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"Stell Dir vor, der Arzt ist weg … Ärzte trommeln gegen das geplante Versorgungsgesetz. Sie warnen vor einem Praxen-Sterben. Die Regierung will dagegen die Landflucht stoppen … Wenn manche Ärzte nun Ängste vor einem Praxen-Sterben schüren, ist das genauso unredlich, wie Patienten mit Verweis auf drohende Krankheiten zum Kauf von Igel-Leistungen zu nötigen. Viele Ärzte arbeiten hart und aufopferungsvoll. Manche aber nutzen die strukturelle Schwäche ihrer Nachfrage aus. Da der Markt es nicht richten kann, muss der Gesetzgeber einschreiten." - Quelle: Antje Höning, in einer Kolumne der Rheinischen Post vom 07.03.2015. - Der Ökonomin Antje Höning kann uneingeschränkt zugestimmt werden. Wenn die Kassenärzte durch den von den Krankenkassen finanzierten Sicherstellungsauftrag ein gesichertes Einkommen garantiert erhalten, muss es auch zulässig sein, bei Fehlentwicklungen im Interesse der beitragszahlenden Patienten steuernd einzugreifen. Dies ist dringend erforderlich, weil im Gesundheits- und Pflegesystem ohnehin schon über Gebühr die Ökonomie die Regie übernommen hat.
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WernerSchell
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Ökonomie führt Regie

Beitrag von WernerSchell » 30.05.2015, 07:19

Texteinstellung bei Facebook am 30.05.2015:
Die Ökonomie hat im Gesundheitssystem die Regie übernommen. Die kranken Menschen sind als "Fallpauschalen" (zur DRG-Entgeltabrechnung) willkommen, als "Patienten", die auf gute Zuwendung hoffen, stören sie nur! > viewtopic.php?f=4&t=20398&hilit=%C3%96konomisierung - Dazu Christoph Lohfert in seinem Buch "Das medizinische Prinzip - Handbuch für das Krankenhaus der Zukunft", Knaus Verlag, München 2013: "Notfall Krankenhaus. In unseren Kliniken regieren nicht mehr die guten Götter in Weiß, sondern längst der "Markt". Der Wettbewerb nährt eine Gesundheitswirtschaft, die alle möglichen Interessen befriedigt - nur die Gesundheit des Patienten wird hintenangestellt. … Die Medizin ist zu einem ´Gesundheitsmarkt` mutiert und wird von Gesetzen gesteuert, die ihre eigentliche Aufgabe des ´Helfens`, ´Heilens` und ´Schützens" nur noch in Fragmenten erkennen lassen."
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