Ökonomie im Gesundheits- und Pflegesystem = Pflegenotstand

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Versorgung von Behinderten im Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell » 20.12.2015, 07:45

Mögliche Pflegedefizite bei der Versorgung von Behinderten im Krankenhaus

fzm, Stuttgart, November 2015 – Menschen mit geistigen oder schweren körperlichen Behinderungen erhalten bei einem Krankenhausaufenthalt häufig nicht die angemessene therapeutische und pflegerische Versorgung. Dies beklagten Betreuer und Eltern der Behinderten in einer qualitativen Studie in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015).
Zur ausführlichen Pressemitteilung > https://www.thieme.de/de/presse/dmw-pfl ... -91403.htm

M. Hasseler:
Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen in der akut-stationären Versorgung – Ausgewählte Ergebnisse einer qualitativ-explorativen Untersuchung
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2015; 140 (21); e217–e223

Quelle: Mitteilung vom 27.11.2015
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Geschenkementalität verletzt Generationengerechtigkeit

Beitrag von WernerSchell » 23.12.2015, 07:59

Aus Forum:
Geschenkementalität verletzt Generationengerechtigkeit
viewtopic.php?f=4&t=21435


Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Pressemitteilung vom 22.12.2015

Geschenkementalität der GroKo verletzt die Generationengerechtigkeit

Kritiker finden, die Große Koalition (GroKo) habe bei der Krankenhausreform und anderen Verbesserungen allzu sehr die Spendierhosen an. "Gröhe ist vielleicht einer der teuersten Gesundheitsminister, die das Land je hatte", sagt etwa der Gesundheitsökonom Boris Augurzky. Allein Gröhes Gesundheits- und Pflegereformen würden die gesetzlichen Kassen zwischen 2016 und 2019 zusätzlich 18,1 Milliarden Euro kosten. "Seit der vergangenen Legislaturperiode hat es nur Gesetze gegeben, die mehr Geld kosten", beklagt auch der Vorstandschef der Barmer GEK, Christoph Straub. "Wir haben Druck im System." Den Versicherten drohten in Zukunft noch höhere Beitragssprünge, warnen die Vertreter der Kassen. … Quelle: Rheinische Post vom 19.12.2015 > http://www.rp-online.de/wirtschaft/kran ... -1.5642725 / viewtopic.php?f=4&t=21087&p=89991#p89991
Die Bundesbank rechnet in den kommenden Jahren ebenfalls mit steigenden Pflegebeiträgen. Die mit der Pflegereform beschlossene Beitragsanhebung reiche nicht aus, so die Experten in ihrem Monatsbericht Dezember 2015. Quelle: viewtopic.php?f=4&t=21434
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk kann der Kritik an der Geschenkementali-tät der GroKo nur zustimmen. Mit Rücksicht auf die demografische Entwicklung ist die Flut von zum Teil fragwürdigen Leistungsverbesserungen im gesamten Sozialsystem nahezu eine Katastrophe. Zu bedenken ist nämlich, dass sich die Ausgaben in den nächsten Jahren / Jahrzehnten auftürmen werden und die nachrückende Generation die Zeche bezahlen muss. Es wird daher seit Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass angesichts der älter werdenden Gesellschaft mit immer weniger jüngeren Menschen Schwerpunkte gesetzt werden müssen und nicht jedem Wunsch auf Leistungsverbesserungen entsprochen werden kann.

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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hält ungeachtet solcher Erwägungen weiterhin mehr Pflegepersonal für die Krankenhäuser und Heime und die Gestaltung von kommunalen Quartierskonzepten für dringend geboten (> viewtopic.php?f=3&t=21363 ). Die Forderungen nach mehr Personal, ambulant und stationär, sind im Übrigen uralt - siehe dazu: DER WEISSE ALPTRAUM - SPIEGEL-Report über den Mangel an Krankenschwestern in der Bundesrepublik. Quelle: DER SPIEGEL 29/1963 - 17.07.1963. Näheres > http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-4 ... referrrer=

Bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 bleibt der GroKo noch genügend Zeit für Korrekturen. Daher gilt: Nach der Reform ist vor der Reform! Dabei muss der Gestaltung von kommunalen Quartierskonzepten eine hohe Priorität zukommen. Nur so kann dem Grundsatz "ambulant vor stationär" dauerhaft Rechnung getragen werden. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat insoweit umfangreiche Vorschläge gemacht.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk https://www.facebook.com/werner.schell.7

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).
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Kliniken: Ökonomische Kompetenz für Ärzte unverzichtbar

Beitrag von WernerSchell » 14.01.2016, 07:33

Ärzte Zeitung vom 14.01.2016:
Kliniken: Ökonomische Kompetenz für Ärzte unverzichtbar
Wer sich nur auf das Arztsein konzentriert, kommt auf der Karriereleiter in Kliniken kaum mehr voran.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=902 ... ent&n=4724
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Krankenhäuser in der Kritik ...

Beitrag von WernerSchell » 01.03.2016, 08:00

Am 01.03.2016 bei Facebook gepostet:
Unnötige Operationen, Behandlungsfehler, rote Zahlen – Deutschlands Kliniken stehen in der Kritik. Die ZDFzeit informiert am 01.03.2016, 20.15 - 21.00 Uhr.
> viewtopic.php?f=7&t=21527
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat dazu eine klare Botschaft: Die Patienten, und nicht die Ökonomie, gehören in den Mittelpunkt!
> viewtopic.php?f=2&t=21486
+++ Aktuell informiert der "Krankenhaus-Report 2016" - Ambulante Leistungen im Krankenhaus: Experten kritisieren "Wildwuchs."
>>> Näheres >>> viewtopic.php?f=4&t=21542 +++
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Zurück zur Patientenorientierung!

Beitrag von WernerSchell » 27.04.2016, 07:20

Aus Forum:
viewtopic.php?f=2&t=21589

Zurück zur Patientenorientierung!

Krankenhausversorgung muss sich an den Bedürfnissen kranker Menschen ausrichten, ihr Ergebnis am Nutzen aus Patientensicht messen lassen. Das fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) aus Anlass der morgen beginnenden DBfK-Fortbildungstage für Pflegeberufe im Operationsdienst in Berlin. „Ist das, was in Deutschlands Operationssälen geschieht, immer ethisch vertretbar? Sind die enormen technischen Möglichkeiten nur ein Segen? Werden Therapieentscheidungen nicht allzu oft von der Wirtschaftslage der Klinik und dem Bestreben nach Erlösoptimierung beeinflusst? Sind PatientInnen nach bestem Wissen und Gewissen individuell beraten und versorgt? Zeitdruck und beschleunigte Abläufe sind Risiken für Fehler, wie geht man damit um? Welche Rolle haben Pflegefachpersonen als unmittelbarste Ansprechpartner des Patienten? Können sie unter den heutigen Bedingungen ihre Aufgaben noch erfüllen oder bleiben berechtigte Erwartungen unbeantwortet? Ist OP-Pflege als Beruf noch attraktiv und wie kann der dringend benötigte Berufsnachwuchs gewonnen und gehalten werden? In diesem Spannungsfeld bewegen sich heute Pflegefachpersonen in Operationsdienst und Funktionsbereichen tagtäglich“, stellt DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner fest.

Das Arbeitsfeld professionell Pflegender in allen Krankenhausbereichen ist gekennzeichnet durch immense Arbeitsverdichtung, große Verantwortung und hohe Erwartungen an Kompetenz und Flexibilität. Wie man unter solchen Anforderungen gute Arbeit leistet und dabei gesund bleibt, welches Potenzial Pflegende zur Gestaltung einer zukunftsorientierten Krankenhausversorgung beisteuern, das sind Themen im umfangreichen Programm des am Donnerstag beginnenden Fachkongress für OP-Pflege ( http://www.chirurgie2016.de/pflegekongress.php ).
Umfragen belegen, dass die Bevölkerung zusehends das uneingeschränkte Vertrauen in die Krankenhausbehandlung verliert. Die Menschen befürchten einerseits, vorrangig als Erlösbringer anstatt Hilfesuchender behandelt zu werden; andererseits bestehen große Ängste, zusätzlichen Schaden z.B. durch eine Krankenhausinfektion zu erleiden. Die Politik setzt zwar mit dem seit Januar geltenden Krankenhausstrukturgesetz Anreize für bessere Qualität in der Krankenhausversorgung. Ungelöst bleiben aber trotz der auch von Politikern bestätigten hohen Dringlichkeit nach wie vor das gravierende Problem des Pflegepersonalmangels und die unzureichende Investitionskostenfinanzierung.

Diskutieren Sie mit uns bei den „DBfK-Fortbildungstagen für Pflegeberufe im Operationsdienst“ am 28. und 29. April parallel zum Chirurgenkongress im City Cube Berlin.
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.04.2016
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Erst der Patient, dann der Profit

Beitrag von WernerSchell » 18.06.2016, 14:19

Medizin und Ökonomie - „Erst der Patient, dann der Profit.“
Nach klaren und deutlichen Willensäußerungen beim 119. Deutschen Ärztetag muss klar sein: „Wer uns Ärzte als Leistungserbringer dazu verpflichten will, Leistungen zu verkaufen, der darf sich nicht wundern, wenn sich dieses System dann nach betriebswirtschaftlichen Kriterien organisiert.“. Wirtschaftliches Denken und Qualität schließen sich keinesfalls aus. Es müsse aber eben ein dem Gesundheitswesen und der Patientenversorgung angemessenes wirtschaftliches Denken sein. Prof. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), sagte in seinem Gastvortrag über die Grenzen des ökonomisch Zumutbaren: „Wir sind alle einer Meinung: Ethisch verantwortliche Medizin kennt nicht den Verkauf von Kniegelenken, Herzkatheter-Operationen oder Organtransplantationen gegen Bonus.“ Weisers Ansicht nach sind die Probleme der Ökonomisierung im Gesundheitswesen von der Politik hausgemacht – durch die Einführung des DRG-SystemsEiner aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung Kienbaum zufolge hätten 97 Prozent der leitenden Krankenhausärzte im Jahr 2015 Verträge mit monetären Anreizen gehabt. Noch vor 20 Jahren seien es nur fünf Prozent gewesen. Und die Ökonomisierung habe längst auf alle Klinikärzte durchgegriffen. Quelle: MBZ, Juni 2016 - viewtopic.php?f=4&t=20398&p=92849#p92849
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Defizite bei der Herzinfarkt-Versorgung in Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 29.11.2016, 13:02

Qualitätsmonitor 2017: Defizite bei der Herzinfarkt-Versorgung in Deutschland
(29.11.16) Vier von zehn Krankenhäusern, die im Jahr 2014 Patienten mit Herzinfarkt behandelt haben, haben kein Herzkatheterlabor. Das ist das Ergebnis einer Befragung im Zuge des ersten Qualitätsmonitors des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und des Vereins Gesundheitsstadt Berlin. Der Qualitätsmonitor 2017 liefert Daten zur Krankenhaus-Qualität für sechs Indikationen und 1.645 Kliniken. WIdO und Gesundheitsstadt Berlin präsentierten die Zahlen und Analysen am Dienstag (29. November) in Berlin. Der AOK-Bundesverband erhofft sich wichtige Impulse für die Krankenhausplanung der Bundesländer. "Außerdem brauchen wir eine besser gesteuerte Einweisung der Patienten in die richtigen Kliniken", betonte der Vorstandsvorsitzende Martin Litsch.

Weitere Informationen und umfangreiches Medienmaterial:
http://aok-bv.de/presse/pressemitteilun ... 17576.html
----
Quelle: Pressemitteilung vom 29.11.2016
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto:aok-mediendienst@bv.aok.de
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Herzinfarkt-Risikotest: Wie gefährdet sind Sie?

Beitrag von WernerSchell » 01.12.2016, 07:18

Am 01.12.2016 bei Facebook gepostet:
Viele Herzinfarkt-Patienten in Deutschland nicht optimal versorgt. Herzinfarkt-Risikotest: Wie gefährdet sind Sie? - Qualitätsmonitor 2017 von WIdO und Gesundheitsstadt Berlin liefert Daten zur Krankenhaus-Qualität für sechs Indikationen und 1.645 Kliniken.
>>> viewtopic.php?f=4&t=21880
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Pflegesystem gehört auf den Prüfstand - Klartext !

Beitrag von WernerSchell » 21.08.2017, 08:10

Klartext: Deutschlands Pflegesystem gehört nach der Bundestagswahl am 24.09.2017 auf den Prüfstand. Dabei muss das gesamte soziale Netz mit in den Blick genommen werden! - Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hier (PDF)
> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 082017.pdf und im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hier > viewtopic.php?f=4&t=22268
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Wie der Patient zur Ware wurde. … Krankenhäuser müssen heutzutage Gewinn machen

Beitrag von WernerSchell » 25.11.2018, 18:30

Die Behandlungssituation in deutschen Krankenhäusern hat sich dramatisch verschlechtert, seit nicht mehr pro Tag, sondern pro Fall bezahlt wird: > https://www.facebook.com/TitelThesenTem ... 0200/?t=35

Wie der Patient zur Ware wurde. … Krankenhäuser müssen heutzutage Gewinn machen, heißt es. Warum? Das zeigt der Dokumentarfilm "Der marktgerechte Patient". Ärzte, Pfleger und Patienten sprechen darin offen über die Auswüchse des Fallpauschalen-Systems, das vor 15 Jahren eingeführt wurde. Die Regisseure Leslie Franke und Herdolor Lorenz sagen, es geht ihnen nicht um Skandalisierung, sondern um Aufklärung. Auf Basis von Spenden konnten sie ihren "Film von unten" machen, der jetzt deutschlandweit 100 Premieren feiert. Lang vorbei sind die Zeiten, als die Patienten hierzulande gebeten wurden, noch ein bisschen länger auf Station zu bleiben, sich auszukurieren. Spätestens seit Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2003. Die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz zeigen uns rund 15 Jähre später, was dieser Systemwechsel, der Kosten sparen helfen sollte, aus der Gesundheitsversorgung gemacht hat: Eine Gesundheitswirtschaft. … Quelle: https://www.mdr.de/kultur/themen/der-ma ... pjeKvhduEQ


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"Wer glaubt, dass im Gesundheitswesen lauter selbstlose Akteure mit freudiger Hingabe ihren Dienst am Nächsten verrichten, der übersieht die Zwänge, die in einem der größten Wirtschaftszweige der Welt herrschen. Tatsache ist, dass es drei Hauptfaktoren gibt, die für moderne Gesundheitssysteme handlungsleitend wirken: erstens, Geld: zweitens Geld: drittens Geld." - Gian Domenico Borasio in "Selbst bestimmt sterben", C.H. Beck, München, 2018

+++
Krankenhäuser sind Unternehmen, die wirtschaftlich arbeiten müssen. Der Arzt als Angestellter muss also medizinische und ökonomische Ziele erfüllen. Eine gefährliche Zwickmühle. Was gut für die Bilanzen ist, muss nicht unbedingt das Richtige für Patienten sein.
Ein Filmbeitrag informiert anschaulich über "Die Ökonomisierung der Krankenhäuser" (rd. 12 Minuten):
>>> https://www.youtube.com/watch?v=y9rQuyPkR6g


Siehe auch die Beiträge unter:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=18006
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =6&t=21882
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22367
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Streit um Fallpauschale im Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2019, 16:54

Streit um Fallpauschale im Krankenhaus

Für jede Behandlung zahlt die Krankenkasse dem Krankenhaus einen festen Betrag, die sogenannte Fallpauschale. Diesen Betrag bekommt die Klinik – unabhängig davon, wie lange der Patient im Krankenhaus liegt. Und für manche Leistungen sind diese Fallpauschalen gemessen am Aufwand relativ hoch und für andere Sachen nicht so hoch. Kritiker – auch Ärzte und Ärztinnen – sagen nun: Krankenhäuser entscheiden sich oft für das, was gut bezahlt ist. Und machen manchmal Dinge, die überflüssig sind. Dabei sollte klar sein: zuerst zählen medizinische Gesichtspunkte – dann finanzielle. Quarks-Reporterin Christina Sartori mit einer Einschätzung | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... s-100.html

Mehr:
"Überdosis Medizin" eine Quarks-Sendung vom 27.10.2015 | video > https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... n-100.html
"Krankenhäuser schließen – Leben retten?" ein WDR 5 Quarks-Beitrag vom 15.07.2019 | audio > https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr ... n-100.html


Quelle: Mitteilung vom 05.09.2019 Quarks-Team
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