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Forum Werner Schell
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BeitragVerfasst: 02.02.2017, 15:11 
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Foto: Karl-Josef Laumann - Quelle: http://www.karl-josef-laumann.de/

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung schreibt allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland

Staatssekretär Karl-Josef Laumann ermutigt die Pflegeeinrichtungen, attraktivere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu schaffen. In einem Schreiben an alle rund 27.000 ambulanten und stationären Einrichtungen zeigt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Chancen auf, wie die Einrichtungen die aktuellen Pflegereformen des Gesetzgebers jetzt ganz konkret nutzen können, um verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören für Laumann vor allem flächendeckend faire Löhne, weniger unfreiwillige Teilzeitbeschäftigungen und die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Bei der Umsetzung dieser Ziele sei man natürlich auf die Unterstützung der Einrichtungsbetreiber und der Pflegekräfte angewiesen, wofür Laumann diesen ausdrücklich seinen Dank ausspricht.

Hintergrund ist: Die Menschen werden immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Und damit es auch in Zukunft ausreichend qualifiziertes und motiviertes Fachpersonal zur Versorgung der Pflegebedürftigen gibt, braucht es gute und faire Arbeitsbedingungen, damit die Pflege im Wettbewerb um gute Mitarbeiter attraktiv bleibt und so die Pflege für die Menschen gesichert wird.

„Ich habe mich sehr für die nötigen Gesetzesänderungen eingesetzt, damit unsere Pflegekräfte überall fair bezahlt werden. Zudem können die Arbeitgeber in den Pflegevergütungsverhandlungen viel selbstbewusster agieren – nicht nur was die Personalkosten anbelangt. Denn sie haben jetzt auch ein gesetzlich verbrieftes Recht auf einen angemessenen Gewinn- und Wagniszuschlag“, sagt Laumann.

Der Pflegebevollmächtigte weist in dem Schreiben darauf hin, dass mit den Pflegestärkungsgesetzen ein wichtiger Grundstein für eine bessere Bezahlung der Altenpflegekräfte geschaffen worden ist. Bereits seit 2015 gilt: Pflegeeinrichtungen, die nach Tarif bezahlen, bekommen die Gehälter von den Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern in der Pflegevergütung finanziert. Die Kostenträger haben auf der anderen Seite das Recht erhalten, sich nachweisen zu lassen und zu prüfen, ob das Geld auch tatsächlich bei den Pflegekräften ankommt. Seit dem 1. Januar 2017 gilt diese Regelung bei der Bezahlung von Gehältern bis zur Höhe von Tariflöhnen auch für nicht-tarifgebundene Pflegeeinrichtungen.

Um dem Problem unfreiwilliger Teilzeit zu begegnen, betont der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit in seinem Schreiben auch die Chancen, die sich aus dem Abschluss von Gesamtversorgungsverträgen ergeben können. „Gerade in den ostdeutschen Bundesländern arbeiten viele Pflegekräfte nur deshalb in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle finden. Mit dem Dritten Pflegestärkungsgesetz haben wir deshalb klargestellt, dass Einrichtungs- und Kostenträger auch Gesamtversorgungsverträge abschließen können. Dadurch können Mitarbeiter eines Trägers flexibler in mehreren Versorgungsbereichen eingesetzt werden – etwa auch in der Tages- und Kurzzeitpflege“, erklärt Laumann.

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Staatssektretär Karl-Josef Laumann. Foto:Holger Gross

Hier finden Sie das Schreiben von Staatssekretär Karl-Josef Laumann an alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland als PDF-Dokument
>>> http://www.patientenbeauftragter.de/ima ... aumann.pdf
Der Brieftext ist auch unten als Anhang angefügt!

Quelle: Pressemitteilung vom 27.01.2017
Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie des Bevollmächtigten für Pflege
Friedrichstr. 108
10117 Berlin
Kontakt Patientenrechte: 030/18 441-3424
Kontakt Pflege: 030/18 441-3425
Telefax: 030/18 441-3422
Für Presseanfragen
Axel Birkenkämper
Telefon: 030/18 441-3739

http://www.patientenbeauftragter.de/11- ... verbessern


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BeitragVerfasst: 02.02.2017, 15:30 
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Am 27.01.2017 bei Facebook gepostet:
Pflegebeauftragter Laumann bemüht für die Umsetzung der Pflegereform eine bekannte Sprechblase: "Geld alleine pflegt nicht!" Es sei eine Herausforderung genügend Pflegepersonal zu gewinnen (Quelle: Ärzte Zeitung vom 27.01.2017). Alles richtig. Aber zunächst müssen die Pflege-Rahmenbedingungen für die Pflegekräfte verbessert werden. Wir brauchen deutlich bessere Stellenschlüssel - JETZT! - Mit solchen Verbesserungen wird auch genügend Pflegepersonal angestellt werden können.
>>> viewtopic.php?f=3&t=21152

Siehe auch die Beiträge unter:
viewtopic.php?f=3&t=21908
viewtopic.php?f=3&t=21471
viewtopic.php?f=3&t=21791
viewtopic.php?f=4&t=21511
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neu ... d-1.316561

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist der Meinung, dass alle netten Sprüche und Aufmunterungen in Richtung Pflegekräfte und Einrichtungen allein wenig hilfreich sind. Wir brauchen, und das wird seit Jahren verdeutlicht, auch bei den Neusser Pflegetreffs, ein Personalbemessungssystem für die Pflegeeinrichtungen, das ein an § 11 SGB XI ausgerichtetes Pflegen möglich macht. Es geht einfach um die Auflösung des Pflegenotstandes - um mehr Pflegekräfte - JETZT!

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BeitragVerfasst: 17.02.2017, 18:23 
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für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
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Pressemitteilung vom 02.02.2017

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Mehr Pflegekräfte = bessere Pflege

K.J. Laumann, Pflegebeauftragter der Bundesregierung, hat alle Pflegeeinrichtungen angeschrieben und für attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte geworben. Diese Aufmunterung liegt nahe bei den Äußerungen der Bundeskanzlerin Merkel, die den Pflegekräften bereits großen Respekt gezollt hat. Ergänzt wird das alles durch eine aktuelle Kolumne von Kardinal Woelki, der mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Pflege angemahnt hat.
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Näheres > viewtopic.php?f=4&t=21979

Werner Schell - Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk und Dozent für Pflegerecht

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BeitragVerfasst: 19.02.2017, 18:19 
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Mitteilung vom 17.02.2017
Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hat kürzlich allen Pflegediensten in Deutschland für ihr großes Engagement gedankt und sie gleichzeitig aufgefordert, die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern. Dies könnten sie tun, indem sie unter anderem bessere Löhne zahlen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V., der die Interessen von bundesweit rund 1000 Mitgliedseinrichtungen vertritt, meint dagegen, dass die Probleme in der Pflege deutlich vielfältiger sind, als vom Patientenbeauftragten benannt, und auch nicht von den Pflegediensten allein gelöst werden können. Bitte lesen Sie unsere diesbezügliche Pressemitteilung.
Bundesverband - Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. - Zweigertstr. 50 - 45130 Essen
Tel. 0201 - 35 40 01
Fax 0201 - 35 79 80
Email h.roeser@bad-ev.de
Internet http://www.bad-ev.de

+++
Pressemeldung 06-2017

Faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie für Pflegekräfte:
bad e.V.: „Die Probleme in der Pflege sind deutlich vielfältiger, als die vom Patientenbeauftragten benannten Punkte!“

Essen, 17. Februar 2017. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. stellt sich grundsätzlich hinter den Aufruf des Patientenbeauftragten, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, den er in einem Brief an alle Pflegeeinrichtungen in Deutschland geäußert hat: Darin hat er den Einrichtungen zunächst zu Recht für ihr großes Engagement gedankt und sie dazu aufgefordert, die Attraktivität von Pflegeberufen zu steigern, insbesondere durch faire Löhne, weniger Bürokratie bei der Pflegedokumentation und Beschäftigung von Mitarbeitern in Vollzeit.

Gleichzeitig ist man beim bad e.V. aber davon überzeugt, dass die maßgeblichen Probleme in der Pflege-Branche nicht von den Leistungserbringern allein gelöst werden können.

„Der bad e.V. unterstützt ganz ausdrücklich das Anliegen von Staatssekretär Laumann, die sich durch die Pflege-Stärkungsgesetze ergebenen neuen rechtlichen Rahmenbedingungen bestmöglich zu nutzen, um die Pflegeberufe attraktiver zu machen“, betont zunächst Andreas Kern, 1. Vorsitzender des Bundesvorstands des bad e.V.

Der bad e.V. fordert in seinen Rahmen- und Vergütungsverhandlungen mit den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen auf Landesebene schon seit Jahren, die Pflegeberufe durch entsprechende Ausgestaltung der Verträge der Selbstverwaltung attraktiver zu machen.

„Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, wenn maßgebliche politische Akteure diese Notwendigkeit ebenso sehen, und können zusagen, eine Umsetzung dieses Ziels in den Verhandlungen weiter aktiv vorantreiben zu wollen“, kommentiert Kern.

Er dämpft jedoch den Optimismus und glaubt nicht an eine Trend-Wende: „Nach unserer Erfahrung haben nicht nur mangelnde rechtliche Rahmenbedingungen in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Versuch einer Aufwertung der Pflegeberufe durch die Gestaltung der Rahmen- und Vergütungsvereinbarungen gescheitert ist. Vielmehr fehlte auf Kostenträgerseite die grundsätzliche Bereitschaft, mit den Vereinbarungen der Selbstverwaltung eine relevante Aufwertung der Pflegeberufe anzustreben.

Hier ist man – auch zulasten der Attraktivität der Pflegeberufe – um Kostenminimierung bemüht. Daran hat sich in unserem Verhandlungsalltag – auch nach dem Bekanntwerden der Neuregelungen der Pflege-Stärkungsgesetze – bislang leider nichts geändert.

Vor diesem Hintergrund muss bezweifelt werden, ob die jüngsten Gesetzesänderungen hier noch zu einem grundlegendem Umdenken führen werden.“

Die Pflegekassen müssen ihren Teil zur Verbesserung der Situation beitragen

Ein solches wäre für die Erfüllung der Forderung von Laumann, so Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad e.V., aber zwingend erforderlich:

„Die neuen gesetzlichen Vorgaben stellen einen Rahmen dar, der Möglichkeiten zur Verbesserung der Attraktivität der Pflegeberufe eröffnet. Diese Möglichkeit können die Leistungserbringer aber nicht alleine nutzen. Da die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kostenträgerseite noch immer viel Spielraum lassen, ist ein gemeinsamer Wille unerlässlich, durch Vertrags- und Pflegepreisgestaltung Pflegeberufe aufzuwerten.

Insofern würden wir es begrüßen, wenn der Appell von Herrn Laumann ebenfalls an unsere Vertragspartner gegangen wäre. Ungeachtet dessen sehen wir unsere Vertragspartner hier zukünftig in der Pflicht.“

„Wer z.B. für Leistungen von Pflegefachkräften nur Preise bezahlt, die vertraglich für eine Leistungserbringung durch Hilfskräfte vorgesehen sind und auf einem entsprechend niedrigen Niveau liegen, bei dem ist ein angebliches Interesse an einer Aufwertung der Pflegeberufe allenfalls ein politisches Lippenbekenntnis!“, kritisiert auch Andreas Kern gesetzliche Kostenträger und verweist u.a. auf Vergütungs-Vorgaben der AOK Plus in Sachsen: Dort werden den Einrichtungen Verträge, nach denen auch Hilfskräfte eingesetzt werden können, nur dann gewährt, wenn die Einrichtungen auch beim Einsatz von Pflegefachkräften für Arbeiten aus der entsprechenden Leistungsgruppe eine Vergütung auf dem Hilfskraft-Niveau akzeptieren.

Vollzeitstellen sind jederzeit möglich

Anders bewertet der bad e.V. dagegen die Forderung Laumanns, Pflegekräften in Ost-Deutschland vermehrt Vollzeitstellen anzubieten, wenn diese das wünschen. „Das ist nach der Rückmeldung unserer Mitgliedseinrichtungen für diese in der Praxis – auch in Ost-Deutschland – kein Problem. Wenn Pflegefachkräfte mehr Stunden arbeiten möchten, können die bad-Mitglieder ihnen das natürlich ermöglichen“, versichert Kern. „Das Problem ist doch ein anderes: Aufgrund des Fachkräftemangels in der Pflege haben unsere Mitglieder weniger Pflegefachkräfte als benötigt. Jede Fachkraft, die mehr Stunden arbeiten möchte, ist insofern höchst willkommen!“ Allerdings sei die Nachfrage gar nicht so hoch, weil die Stoßzeiten der Arbeit – der frühe Morgen und der Abend – den bei vielen Pflegekräften ungeliebten Teildienst provozieren. „Doch wir müssen die Leute ja dann versorgen, wann sie es wünschen.“

Noch anders ist die Situation bei Pflegehilfskräften, weil diese laut den Vorgaben der Krankenkassen je nach Vertrag entweder keine Leistungen der häuslichen Krankenpflege oder zumindest viele Leistungen nicht erbringen dürfen und deshalb – trotz Fachkräftemangels – wenn überhaupt dann nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind.

Entbürokratisierung ist ein Erfolgsmodell

Für die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und die Umsetzung des entsprechenden Strukturmodells in der Praxis – die Laumann ebenfalls gefordert hat – versichert der bad e.V. breite Unterstützung: „Sehr viele Einrichtungen haben sich bereits auf den Weg der Umstellung gemacht und machen die entbürokratisierte Pflegedokumentation schon jetzt zu einem Erfolgsmodell! Der bad e.V. wird auch in Zukunft bei den Pflegeeinrichtungen dafür werben, dass dieser Siegeszug weiter geht, und diesen aktiv begleiten!“, kommentiert Kern. „Wir haben aber auch Verständnis für die Einrichtungen, die aufgrund weit reichender gesetzlicher Änderungen und den hierdurch erforderlichen vielfachen Umstellungen (z.B. bei „Pflegestufen“ auf „Pflegegrade“ sowie auf das neue Begutachtungsinstrument) sich dafür entschieden haben, parallel hierzu nicht auch noch ihre Pflegedokumentation umzustellen. Jeder Träger muss jetzt und in Zukunft die unternehmerische Freiheit haben, selbst zu entscheiden, ob und wann sein Betrieb ein weiteres ambitioniertes Projekt stemmen kann.“

Politik bleibt in der Pflicht!

„Soweit Staatssekretär Laumann in seinem Schreiben behauptet, dass die Politik nun die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen habe und die Erreichung des Ziels, Pflegeberufe attraktiver zu machen, ausschließlich an der Umsetzung beschlossener Gesetzesänderungen durch die Pflegeeinrichtungen hänge, muss ich dem vehement widersprechen!“, stellt Kern fest.

„Das dem nicht so ist, zeigt bereits die Reaktion unserer Mitglieder, die Staatssekretär Laumann auch ganz direkt zurück geschrieben haben, um ihm zu berichten, welche Probleme Pflegeeinrichtungen und ihre Mitarbeiter im Alltag tatsächlich plagen! Diese Probleme sind deutlich vielfältiger, als der Patientenbeauftragte es in seinem Schreiben thematisiert. Und sie werden nicht abschließend gelöst, auch wenn unsere Mitglieder den Forderungen von Staatssekretär Laumann entsprechen. Die bisherigen Maßnahmen des Gesetzgebers können allenfalls ein erster Schritt auf einem langen Weg sein, wenn man eine deutliche Aufwertung der Pflegeberufe erreichen will. Wenn dies den politisch verantwortlichen Akteuren nicht bewusst ist, wird sich u.a. der Fachkräftemangel in der Pflege, der eine maßgebliche Ursache für die großen Belastungen der vorhandenen Pflegekräfte ist, zwangsläufig noch deutlich verschärfen! Das dies eine Steigerung der Attraktivität des Berufs nicht zulassen würde, liegt auf der Hand.“

Bundesverband
Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen
(bad) e.V.
Zweigertstr. 50
Tel. 0201 - 35 40 01
Fax 0201 - 35 79 80
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BeitragVerfasst: 01.03.2017, 10:33 
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Am 28.02.2017 wurde wie folgt bei Facebook gepostet:
"Nachlegen in der Pflege" - JETZT Pflegenotstand auflösen!
"Nachlegen in der Pflege" - so die Ankündigung von Martin Schulz. … Der frühere Kanzlerkandidat Steinbrück hat 2013 im Wahlkampf 125.000 Stellen für die Pflege eingefordert. In der Groko-Vereinbarung stand davon nichts und nun warten wir wahrscheinlich bis 2020 und länger auf ein Personalbemessungssystem. Ankündigungen hatten wir satt! Die Pflege eignet sich offensichtlich nicht als Wahlkampfthema . - Handeln ist angesagt - JETZT. ….
Näheres unter >>> viewtopic.php?f=3&t=22011

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BeitragVerfasst: 06.03.2017, 09:49 
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Linke:
Personalbedarf in der Altenpflege einheitlich bemessen

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Mehr Personal in der Altenpflege fordert die Fraktion Die Linke. Über einen dahingehenden Antrag (18/9122 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/091/1809122.pdf ) stimmt der Bundestag am Donnerstag, 9. März 2017, im Anschluss an die um 15.45 Uhr beginnende 45-minütige Debatte ab. Dazu liegt eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses (18/11347 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/113/1811347.pdf ) vor.
Die Debatte wird live im Parlamentsfernsehen, im Internet auf http://www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.
"Höherer Pflegeaufwand erfordert mehr Personal"
Die Abgeordneten fordern in dem Antrag, ein wissenschaftliches Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen zu entwickeln. Der höhere Pflegeaufwand, der 2017 mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs einhergehe, müsse durch mehr Personal abgesichert werden, heißt es.
Zudem müsse zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein Pflegeförderprogramm bis 2020 aufgelegt und finanziert werden. Vor allem seien eine Pflegefachkraftquote von mindestens 50 Prozent, erhöhte Nachtschichtbesetzungen sowie „gendergerechte, kultursensible und palliative Pflegeleistungen“ abzusichern, schreibt die Linksfraktion.
"Psychischer Druck und Unzufriedenheit bei Beschäftigten"
Zur Begründung der Initiative wird unter anderem darauf verwiesen, dass in kaum einem anderen Berufsfeld der Personalnotstand seit Jahren so spürbar sei wie in der Altenpflege. Arbeitsverdichtung, Stress und fehlende Zeit für Zuwendung prägten den Arbeitsalltag der Pflegekräfte.
Zusätzlich zu den ohnehin hohen Belastungen entstünden für viele Beschäftigte psychischer Druck und Unzufriedenheit, weil sie in der Ausbildung gelernte Fachkenntnisse und Fähigkeiten nicht anwenden und auch eigene Ansprüche an eine qualitativ hochwertige Pflege nicht erfüllen könnten. (hau/23.02.2017)

Quelle: http://www.bundestag.de/service/impress ... sum/196472
http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... ege/493878

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BeitragVerfasst: 21.04.2017, 06:25 
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Ärzte Zeitung vom 21.04.2017:
Fachkräftemangel: Pflegekräfte führen die Liste der Engpassberufe an
Laut einer aktuellen Analyse sieht die Bundesagentur für Arbeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel,
wohl aber Engpässe in einigen technischen Berufen und in Gesundheits- und Pflegeberufen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=934 ... ufe&n=5705

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BeitragVerfasst: 02.06.2017, 07:22 
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viewtopic.php?f=3&t=22096&p=98289#p98289

Stärkung der professionellen Pflege nötig
Gesundheit/Anhörung

Berlin: (hib/PK) Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen sich nach Einschätzung von Gesundheitsexperten deutlich und dauerhaft verbessern. Anlässlich einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses über einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen am Mittwoch machten die Fachleute in ihren Stellungnahmen deutlich, dass die professionelle Pflege personell gestärkt werden muss.
Durch den Personalmangel komme es zu einer Arbeitsverdichtung, in der Folge zu Konflikten am Arbeitsplatz und in vielen Fällen zur Aufgabe des Jobs, was das Personalproblem wiederum verschärfe. Die Experten merkten aber auch an, dass es auf dem Arbeitsmarkt zu wenige Pflegefachkräfte gibt, die in Krankenhäusern, Altenheimen oder Pflegediensten angestellt werden könnten.
Die Grünen-Fraktion erklärte in ihrem Antrag (18/11414 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/114/1811414.pdf ), trotz des Personalmangels fehlten wirksame gesetzgeberische Initiativen, um die prekäre Lage in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern nachhaltig zu lösen. Dringend entwickelt, erprobt und eingeführt werden müssten bundesweit verbindliche Personalbemessungsregelungen für Krankenhäuser sowie die ambulante und stationäre Pflege. Zudem müsse darauf hingewirkt werden, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern, etwa durch gesundheitsfördernde und altersgerechte Arbeitsplätze sowie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Zahlung tarifvertraglich vereinbarter Gehälter müsse erleichtert werden.
Nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz müssen zur Verbesserung der Lage langjährige Fehlentwicklungen korrigiert werden. Die jetzt geplanten Personaluntergrenzen für pflegesensitive Bereiche im Krankenhaus seien nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". In den Jahren 1991 bis 2015 sei in den Kliniken das Pflegepersonal abgebaut worden, während das ärztliche Personal gleichzeitig um 62 Prozent aufgestockt worden sei. Bundeseinheitliche Personalschüssel sollten zügig eingeführt werden. Für Pflegeheime und Krankenhäuser müssten im Sinne der Patienten und Pflegebedürftigen sofort wirksame Initiativen ergriffen werden. Speziell für Demenzkranke gälten Kliniken bereits als "gefährliche Orte". Oft werde die Demenz dort gar nicht erkannt oder nur unzureichend berücksichtigt.
Alarmierende Zahlen präsentierte auch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip). Seit mehr als 20 Jahren müsse die Pflege im Krankenhaus "einen erheblichen Aderlass" verkraften. In dieser Zeit habe es an den Kliniken einen gigantischen Umverteilungsprozess zugunsten der Ärzte und zuungunsten der Pflegekräfte gegeben. Die Gesamtpersonalkosten für Ärzte an Krankenhäusern seien seit 2005 um 80 Prozent gestiegen, für das Pflegepersonal hingegen nur um rund 25 Prozent. 2013 seien erstmals die Gesamtpersonalkosten für Ärzte an Kliniken höher ausgefallen als die für das gesamte Pflegepersonal. Zudem weise die Bundesagentur für Arbeit schon seit Jahren in fast allen Teilen Deutschlands einen "leer gefegten" Arbeitsmarkt aus.
Ein Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hielt in der Anhörung dagegen, seit 2007 steige die Zahl der Pflegestellen wieder an. Heute seien rund zehn Prozent mehr Pflegekräfte an den Kliniken angestellt als vor zehn Jahren.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) forderte "eine Antwort darauf, wie eine qualitativ begründete Pflege und Betreuung bei der absehbaren demografischen Entwicklung realisiert werden" könne. Wichtig seien gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Vergütung für die Pflegefachkräfte. Dies sei jedoch Aufgabe der Einrichtungen beziehungsweise der Tarifpartner. Ein von der Politik für allgemeinverbindlich erklärter "Tarifvertrag Soziales" werde jedoch abgelehnt. Vielmehr könnte die Politik durch Steuer- und Abgabenerleichterungen bei Diensten an Randzeiten und Wochenenden zu höheren Nettoverdiensten der Pflegekräfte beitragen. Der Verband warnte zugleich, das Versprechen einer höheren Bezahlung bei gleichbleibenden Preisen und einem gleichbleibenden Beitrag zur Pflegeversicherung könne niemand einlösen. Hier sollte die Politik sich "ehrlich machen" und den Bürgern "reinen Wein einschenken".
Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) wies darauf hin, dass bis Mitte 2020 ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur einheitlichen Personalbemessung in Pflegeeinrichtungen entwickelt und erprobt werde. Was die Krankenhäuser betreffe, seien "undifferenzierte übergreifende gesetzliche Personalvorgaben" für alle Bereiche abzulehnen. Entscheidungsspielräume der Kliniken müssten erhalten bleiben. In "qualitätskritischen Bereichen" sollten jedoch Mindestanforderungen an die Personalausstattung gestellt werden. In den Kliniken werde beim Pflegepersonal im Übrigen gespart, weil die Länder ihren Investitionsverpflichtungen nicht nachkämen. Unterstützt werde das Ziel, das Berufsbild in der Pflege attraktiver zu gestalten.
Nach Ansicht des Gesundheitsökonomen Stefan Greß von der Hochschule Fulda ist das Personalproblem zu gravierend, um eine Lösung erst 2020 anzubieten. Dieser lange Übergangszeitraum sei angesichts der schwierigen Personallage in den Pflegeeinrichtungen, der damit verbundenen Belastungen für die Pflegekräfte und der daraus resultierenden Gefährdung der Pflegequalität "nicht akzeptabel". Es sollten "schnellstmöglich bundesweit verbindliche Personalbemessungsregelungen auch für die Langzeitpflege umgesetzt werden". Zur Überwindung des Fachkräftemangels in der Pflege gehöre zwingend neben verbesserten Arbeitsbedingungen durch mehr Personal auch eine "Vergütungskomponente".

Quelle: Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

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Die Statements von Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, beim Neusser Pflegetreff am 21.10.2015 sind in einem gesonderten Filmbeitrag (7.30 Minuten) anschaubar unter:
> https://youtu.be/qbyHRxX9ikk
Die wesentlichen Aussagen:
- Mehr Pflegepersonal - jetzt und nicht später!
- Mehr Zeit für Zuwendung und Pflege ermöglichen.
- Der im PSG II vorgesehene § 113c SGB XI, der ein Personalbemessungssystem anspricht, reicht nicht!
- Mängel müssen abgestellt werden, auch im Hinblick auf den Einsatz der Betreuungskräfte nach § 87b SGB XI
.

Hinweise zu weiteren Filmdokumentationen u.a. unter
> viewtopic.php?f=6&t=21070

+++
Zu der o.a. Mitteilung wurde am 01.06.2017 bei Facebook gepostet:
Stärkung der professionellen Pflege ist dringend nötig. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages wurden am 31.05.2017 entsprechende Forderungen deutlich formuliert. Wie seit Jahren von Pro Pflege … herausgestellt wird, müssen schnellstmöglich bundesweit verbindliche Personalbemessungsregelungen gestaltet und umgesetzt werden. Ein weiteres Zuwarten ist mit Rücksicht auf den bereits bestehenden Fachkräftemangel unverantwortlich!
viewtopic.php?f=3&t=22096&p=98289#p98289

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BeitragVerfasst: 11.06.2017, 06:45 
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"Die Altenpflege geht auf dem Zahnfleisch ..." - Pro Pflege macht seit Jahren auf die dringlichsten Handlungserfordernisse aufmerksam und hat den politisch Verantwortlichen konkrete Vorschläge präsentiert, u.a. bei den Neusser Pflegetreffs (u.a. mit Hermann Gröhe, Karl-Josef Laumann) und in Zuschriften an den Deutschen Bundestag. Leider hat es an der notwendigen Unterstützung gemangelt, so dass die Unzulänglichkeiten über die Legislaturperiode des Parlaments hinaus fortbestehen werden. Einige Hinweise dazu > viewtopic.php?f=3&t=22096 - Ganz aktuell hat die Heimaufsicht in Mettmann in Altenheimen des Kreises schwere Mängel aufgedeckt. Infos dazu > viewtopic.php?f=3&t=22163 - Am 12.06.2017 greift "Hart aber fair" erneut das Thema Pflege auf … "Waschen, pflegen, trösten – wer kümmert sich um uns, wenn wir alt sind?" - Hinweise dazu > viewtopic.php?f=7&t=22162 - Es sind aber offensichtlich wieder die bekannten Studiohocker eingeladen. Insoweit hat der Präsident des Deutschen Bundestages bereits vor einiger Zeit geäußert: "Politik-Talkshows simulieren nur politische Debatten. In Wahrheit benutzen sie Politik zu Unterhaltungszwecken". - Verändern wird sich durch solche Veranstaltungen nichts! - Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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