Sozialbericht 2013 - keine Pflegevollversicherung möglich ..

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

Antworten
Presse
phpBB God
Beiträge: 14257
Registriert: 10.11.2006, 12:44

Sozialbericht 2013 - keine Pflegevollversicherung möglich ..

Beitrag von Presse » 22.07.2013, 15:58

Bundesregierung legt Sozialbericht 2013 vor
Arbeit und Soziales/Unterrichtung

Berlin: (hib/CHE) Die Pflegeversicherung soll auch künftig als Teilversicherung bestehen bleiben und nicht zu einer Vollversicherung ausgebaut werden. Das geht aus dem Sozialbericht 2013 hervor, den die Bundesregierung als Unterrichtung (17/14332 http://dip.bundestag.de/btd/17/143/1714332.pdf ) vorgelegt hat. Sie betont dort unter Verweis auf die „großen Herausforderungen“, vor denen die Pflegeversicherung angesichts der demografischen Entwicklung steht, dass die Kosten, die den Leistungsumfang der Pflegeversicherung überschreiten, von jedem Einzelnen getragen werden müssten: „Eine kapitalgedeckte Vorsorge ist deshalb eine notwendige und sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung.“
Dem Sozialbericht ist ferner zu entnehmen, dass derzeit etwa 2,5 Millionen Menschen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Dabei habe die Bedeutung der ambulanten Dienste in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ende 2011 seien etwa 12.300 ambulante Pflegedienste zugelassen gewesen, die insgesamt 576.000 Pflegebedürftige versorgten und knapp 291.000 Beschäftigte hatten. Die Pflegeheime verfügten zu diesem Zeitpunkt über 743.000 Plätze und 661.000 Beschäftigte.
Zur Pflegebedürftigkeit schreibt die Bundesregierung, dass von den unter 60-Jährigen nur 0,7 Prozent und von den 60- bis 80-Jährigen rund 4 Prozent pflegebedürftig sind. Von den über 80-Jährigen brauchen dagegen schon rund 29 Prozent eine Pflege. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Zahl auf 4 Millionen ansteigen, weshalb die Frage einer bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Pflege eine zentrale sozialpolitische Herausforderung für die kommenden Jahre darstelle, heißt es in dem Bericht.

Quelle: Mitteilung vom 22.07.2013
Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23871
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Pflegevollversicherung ist die Lösung - ver.di-Forderung

Beitrag von WernerSchell » 22.07.2013, 16:01

Vgl. auch
Pflegevollversicherung ist die Lösung - ver.di-Forderung
viewtopic.php?t=18113
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23871
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Sozialbericht 2013

Beitrag von WernerSchell » 26.07.2013, 14:24

Sozialbericht 2013
Stand: Juli 2013
Verfügbarkeit: als PDF
Art.-Nr.: A101-13
http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads ... cationFile

Mit dem Sozialbericht 2013 dokumentiert die Bundesregierung Umfang und Bedeutung der sozialstaatlichen Leistungen und die in diesem Kontext ergriffenen Reformen in der jeweiligen Legislaturperiode.

Der Sozialbericht besteht aus zwei Teilen: Teil A gibt einen umfassenden Überblick über Maßnahmen und Vorhaben der Gesellschafts- und Sozialpolitik. Teil B widmet sich dem Sozialbudget, mit dem die Bundesregierung in regelmäßigen Abständen über Umfang, Struktur und Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Zweige der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland informiert. Dabei wird die ansonsten übliche jährliche tabellarische Berichterstattung des Sozialbudgets durch eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Sicherungssysteme ersetzt und durch eine Vorausschau auf die künftige mittelfristige Entwicklung der Sozialleistungen ergänzt.

Der Deutsche Bundestag hat zuletzt mit Beschluss vom 10. Dezember 1986 (2. Spiegelstrich der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung, BT-Drs. 10/6704) die Bundesregierung aufgefordert, die Sozialberichterstattung in der bewährten Form fortzuführen. Mit dem vorliegenden Sozialbericht kommt die Bundesregierung dieser Verpflichtung auch in dieser Legislaturperiode nach.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Hildegard Kaiser
Full Member
Beiträge: 168
Registriert: 14.11.2005, 08:17

Pflegevollversicherung - Vorschlag liegt völlig daneben

Beitrag von Hildegard Kaiser » 27.07.2013, 09:16

Über unterschiedliche Reformerwägungen für das Pflegesystem kann man ja gerne reden.
Wenn aber der Ruf nach einer Vollversicherung laut wird, fehlen mir die Worte.
Eine Vollabsicherung für das Lebensrisiko Pflegebedürftigkeit halte ich angesichts der Probleme, die unseren Sozialsystemen noch bevorstehen, für mehr als illusorisch.
Wie schon ausgeführt wurde: Wir müssen unser bestehendes Leilleistungs-System zukunftsfähig machen.
Und das wird schon schwierig genug. Mehr wird aber nicht gehen.

Hilde
Mehr Pflegekräfte = bessere Pflege!

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23871
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Lauterbach will paritätisch finanzierte Vollkasko

Beitrag von WernerSchell » 07.08.2017, 06:03

Ärzte Zeitung vom 07.08.2017:
Pflegeversicherung
Lauterbach will paritätisch finanzierte Vollkasko

Professor Karl Lauterbach (SPD) fordert, die Pflegeversicherung zum Vollkaskoangebot zu machen.
Damit wären Arbeitgeber an den Heimkosten beteiligt.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=940 ... fpuryyqrde

+++
Eine Vollversicherung für die Pflege wird und kann es nicht geben. Es sind andere strukturelle Veränderungen nötig.
Dazu hat sich Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk mehrfach konkret geäußert. Vorrangig ist für die Heimpflege die
Auflösung des Pflegenotstandes geboten. Für die ambulante Versorgung müssen altengerechte Quartiershilfen gestaltet
werden. - Werner Schell
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23871
Registriert: 18.05.2003, 23:13

CDU und SPD streiten um Ausrichtung der Pflegeversicherung

Beitrag von WernerSchell » 07.08.2017, 12:10

Deutsches Ärzteblatt, 07.08.2017:

CDU und SPD streiten um Ausrichtung der Pflegeversicherung

Die große Koalition streitet kurz vor der Wahl über die Ausrichtung der Pflegeversicherung. SPD-Vizefraktionschef Karl Lauterbach
hat sich heute dafür ausgesprochen, dass die Pflegeversicherung auf Wunsch ... 
> https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -einsetzen

Pflegekosten: Unterschiede zwischen Bundesländern > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... eslaendern
Pflegeversicherung: Gutachten schlägt Vollversicherung vor > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... herung-vor
Pflegeversicherung: Verband fordert Paradigmenwechseln > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rsicherung
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Antworten