Pflegefall Gesundheitswesen - ohne Reformen droht Kollaps

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Pflegefall Gesundheitswesen - ohne Reformen droht Kollaps

Beitrag von Presse » 12.10.2012, 07:20

Pflegefall Gesundheitswesen - Ohne Reformen droht 2030 der Kollaps

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: 2030 fehlen mehr als 400.000 Vollzeitkräfte im Gesundheits- und Pflegewesen / Versorgungslücke lässt sich durch attraktivere Arbeitsbedingungen deutlich verringern

Das deutsche Gesundheitssystem steuert auf einen Pflege- und Versorgungsnotstand zu: Ohne eine entschlossene Kursänderung werden im Jahr 2030 mindestens 400.000 Vollzeitkräfte fehlen, davon fast 330.000 in der Kranken- und Altenpflege, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mit dem WifOR-Institut hervor geht. Rund ein Viertel der notwendigen Vollzeitstellen für Ärzte und etwa ein Drittel der Vollzeitstellen für Pflegekräfte können dann nicht besetzt werden. Im schlimmsten Fall müsste jeder Hausarzt 2030 anstelle von über 10.000 mehr als 15.000 Patientenkontakte im Jahr bewältigen. Ist heute noch jeder Altenpfleger statistisch gesehen für sieben Pflegebedürftige da, muss er 2030 seine Arbeitskraft auf zehn auf Hilfe Angewiesene aufteilen.
"Die drohende Versorgungslücke lässt sich weder durch die Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte noch durch die Zuwanderung von Personal aus dem Ausland schließen. Um die Gesundheitsversorgung auf dem bisherigen Niveau zu halten, müssen wir das vorhandene Fachkräftepotenzial besser nutzen. Dies kann gelingen, wenn wir Ärzten und Pflegekräften attraktivere und gesündere Arbeitsbedingungen bieten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen", so Michael Burkhart, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma.

Fachkräftelücke lässt sich schließen

Wie die Studie zeigt, ließe sich der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen allein durch eine bessere Ausschöpfung der Arbeitskraft der vorhandenen Fachkräfte deutlich abmildern.
Erreichbar ist ein Szenario, in dem 2030 in etwa das heute bekannte Versorgungsniveau gehalten werden kann und nur noch rund 168.000 Pflegekräfte und gut 51.000 Ärzte fehlen.
Dabei wird angenommen, dass die Vollzeit- und Teilnahmequoten über alle Berufsgruppen hinweg um durchschnittlich zehn Prozent gesteigert werden können. In der ambulanten Altenpflege beispielsweise müsste der Anteil der Berufsaussteiger von 18 Prozent auf zehn Prozent sinken und die Vollzeitquote von 69 Prozent auf rund 76 Prozent steigen. Hinzu kommt eine Verlängerung der tatsächlichen Jahresarbeitszeit im Pflegewesen um 20 Prozent.

Bessere Arbeit, länger im Beruf

Damit Ärzte und Pflegekräfte länger berufstätig sein können, müssen sich die Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitswesen ändern. Eine höhere Teilnahmequote setzt voraus, dass die Beschäftigten ihren Beruf auch jenseits von 50 Jahren noch ausüben können. "Insbesondere in der Pflege muss die Arbeit durch den konsequenten Einsatz technischer Hilfsmittel leichter werden. Eine regelmäßige Jobrotation und psychologische Betreuung können die Belastung abmildern", sagt Michael Burkhart. Auch in den ärztlichen Berufen ist der vorzeitige Ausstieg der - mit hohem finanziellen Aufwand - ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte ein Problem. "Viele Ärzte leiden unter dem wachsenden bürokratischen Aufwand, der immer weniger Zeit für die Patientenversorgung lässt. In der Klinik kommen oft starre Hierarchien hinzu, die gerade jüngere Mediziner zur Abwanderung in nicht-ärztliche Berufe bewegen", kommentiert Michael Burkhart.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine besondere Herausforderung, auf die bislang nur unzureichend reagiert wurde, ist die so genannte Feminisierung des Gesundheitswesens. In der Pflege sind 86 Prozent der Fachkräfte weiblich, in der ärztlichen Versorgung über 40 Prozent - mit steigender Tendenz.
Da Frauen nach wie vor den größeren Teil der familiären Verpflichtungen übernehmen, kann die angestrebte Anhebung von
Teilnahme- und Vollzeitquoten nur gelingen, wenn sich Beruf und Familie in den Gesundheitsberufen künftig besser vereinbaren lassen als heute. "Die Kinderbetreuung muss flächendeckend gewährleistet sein, auch nachts und während des Wochenenddienstes", sagt Burkhart.

Effizienzreserven nutzen

Zwar bliebe auch unter den genannten Voraussetzungen eine signifikante Fachkräftelücke, diese ließe sich aber durch ergänzende Maßnahmen weiter schließen: Nicht nur Ärzte, sondern auch Pflegekräfte sollten so weit wie möglich von bürokratischen Aufgaben entbunden werden, um mehr Zeit für die Patientenversorgung zu schaffen. "Wird die Erfassung und Abrechnung von Leistungen von Experten übernommen, könnte die Arbeitszufriedenheit von Pflegekräften deutlich gesteigert werden", sagt Burkhart. Darüber hinaus müssen weitere Effizienzreserven im Gesundheitssystem gehoben werden. In der ärztlichen Versorgung müssen Doppelstrukturen und regional bestehende Überangebote abgebaut und die Verwaltung vereinfacht werden. Überfällig ist die Einführung der elektronischen Patientenakte, die Befunde leichter zugänglich und aufwändige Mehrfachuntersuchungen überflüssig macht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.pwc.de/gesundheitswesen

Quelle: Pressemitteilung vom 11.10.2012 PwC PriceWaterhouseCoopers
Pressekontakt und Studienbestellung:
Stefan Bießenecker
Pressesprecher
Tel.: (069) 95 85 - 62 65
E-Mail: stefan.biessenecker@de.pwc.com
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Pflegekräfte dringend gesucht

Beitrag von Presse » 17.10.2012, 07:15

Neuss
Pflegekräfte dringend gesucht
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 17.10.2012

Neuss (NGZ). Die ambulanten Dienste könnten expandieren, die Nachfrage nach ihren Leistungen ist hoch. Doch es fehlt an Fachkräften. Die Dienste fürchten gar, dass diese Lücke wächst und auch Neuss vor einem Pflegenotstand steht.
...
Bei der stationären Pflege ist der Mangel auch spürbar, aber weil Dienste leichter umgeschichtet oder aufgeteilt werden können, noch nicht so massiv wie in der ambulanten Pflege. Die einzige Lösung, die die Dienste selbst sehen, ist die Ausbildung, um gutes Personal zu halten. Aber Bollen wünscht sich mehr: "Auch für den Rhein-Kreis müssten wir Träger uns zusammentun und eine Imagekampagne starten", sagt Bollen. Damit die Wertschätzung für den Beruf endlich steige.
....
weiter lesen unter ....
http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.3033031

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Pflegenotstand - mehr Personal und höhere Vergütungen

Beitrag von KPHNeuss » 17.10.2012, 10:02

Presse hat geschrieben:Neuss
Pflegekräfte dringend gesucht ....
Es ist doch kein Wunder, dass sich im Moment kaum Pflegekräfte auf Stellenausschreibungen bewerben, schon gar nicht in der ambulanten Pflege. Der Arbeitsdruck ist enorm, es müssen allzu viele pflegerische Verrichtungen in immer kürzerer Zeit erledigt werden (wg. der Ökonomie). Pflegekräfte können so ihr gelerntes Wissen und Können nur unvollkommen zum Einsatz bringen. Das macht zusätzlich unzufrieden. Die Vergütungen sind auch meist weniger zufrieden stellend. Unterbezahlung ist der richtige Ausdruck.
Wir brauchen mehr Personal, bessere Vergütungen und die Gesundheit schützende Arbeitsbedingungen!

KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

Nursing-Neuss
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Pflegenotstand - mehr Personal und höhere Vergütungen

Beitrag von Nursing-Neuss » 18.10.2012, 07:26

KPHNeuss hat geschrieben: .... Es ist doch kein Wunder, dass sich im Moment kaum Pflegekräfte auf Stellenausschreibungen bewerben, schon gar nicht in der ambulanten Pflege. Der Arbeitsdruck ist enorm, es müssen allzu viele pflegerische Verrichtungen in immer kürzerer Zeit erledigt werden (wg. der Ökonomie). Pflegekräfte können so ihr gelerntes Wissen und Können nur unvollkommen zum Einsatz bringen. Das macht zusätzlich unzufrieden. Die Vergütungen sind auch meist weniger zufrieden stellend. Unterbezahlung ist der richtige Ausdruck.
Wir brauchen mehr Personal, bessere Vergütungen und die Gesundheit schützende Arbeitsbedingungen! ...
Diese Einschätzung trifft des Pudels Kern. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege lassen gute Pflege nicht zu. Es gibt Unzufriedenheit auf beiden Seiten:
Pflegebedürftige bzw. Angehörige und Pflegekräfte. Und die bekannten Sprechblasen helfen da wirklich nicht weiter. Wenn endlich nimmt sich jemand
der miesen Pflege-Rahmenbedingungen an und sorgt politisch für eine Wende?
Die jetzige Bundesregierung wird das wohl nicht mehr packen!
Angesäuert grüßt
Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

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Mehr Wertschätzung und Anerkennung für Pflegekräfte

Beitrag von Kimmi » 21.10.2012, 07:16

An alle!

Unter "Pflegekräfte dringend gesucht - Pflegenotstand auflösen"
viewtopic.php?t=17957
gab es u.a. die folgende Texteinstellung:

Pflegenotstand: Mehr Wertschätzung und Anerkennung für Pflegekräfte ist überfällig
Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) berichtete am 17.10.2012 über einige Aspekte der Pflegesituation in Neuss.
Dazu hat Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk eine kritische Zuschrift gefertigt und der Redaktion der NGZ übermittelt.
Alles nachlesbar im Forum unter folgender Adresse:
viewtopic.php?p=69256#69256
Das Statement von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk kann gerne in andere Medien übernommen werden.
Eine Verbreitung der Texte ist ausdrücklich erwünscht.
Werner Schell – http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Dazu habe ich mich mit dem angefügten Text zu Wort gemeldet. Ich halte die Ausführungen für mehr als hilfreich. Ich musste einfach Danke sagen!
WernerSchell hat geschrieben: Pflegenotstand: Mehr Wertschätzung und Anerkennung für Pflegekräfte ist überfällig ....
Guten Morgen Herr Schell,
ich bedanke mich an dieser Stelle einmal ganz herzlich für Ihr andauerndes Engagement für die Pflege bzw. Pflegekräfte. Es gibt leider viele Zeitgenossen, die allzu gerne die Fehlentwicklungen in der Pflege bei den Pflegekräften abladen und diese zu Sündenböcken erklären. Darunter sind auch einige selbsternannte Pflegekritiker (sie lassen sich auch gerne Pflegeexperten nennen), denen nichts anderes einfällt, als die Pflegekräfte als Hauptverantwortliche für die Pflegemissstände hinzustellen. Sie sollen couragiert sein, Dienstleistungen verweigern, die Öffentlichkeit informieren .... usw. Dabei wird doch klar verkannt, dass die Träger mit ihren Führungskräften vorrangig Verantwortung tragen. Natürlich sind die Mängel im Wesentlichen in den miserablen gesetzlichen Vorgaben begründet. - Aber das haben Sie ja alles schon näher ausgeführt.
Nochmals Dank dafür, dass Sie die Wertschätzung und Anerkennung, nicht nur per Sprechblasen, sondern auch durch Handeln einfordern.
Liebe Grüße
Kimmi
Dringend nötig: Lobby für pflegebedürftige Menschen (und Angehörige)!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss) kümmert sich:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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