Entbürokratisierung in der Pflege - Obmudsfrau eingesetzt

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Entbürokratisierung in der Pflege - Obmudsfrau eingesetzt

Beitrag von Presse » 29.06.2011, 14:34

Pressemitteilung des BMG vom 27.06.2011:
http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... ge.pdf.pdf

Weniger Bürokratie in der Pflege – Elisabeth Beikirch ist
„Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege“


Ab heute wird das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) von einer
unabhängigen Pflegeexpertin als Ombudsfrau für Entbürokratisierung in der Pflege
beraten. Elisabeth Beikirch wird in ihrer Funktion die Pflegereform begleiten und
Ideen und Vorschläge für weniger Bürokratie in der Pflegeversicherung sammeln,
auswerten und in die Diskussion einbinden.
Gesundheitsminister Daniel Bahr: „Die Pflegeversicherung ist ein zentraler
Baustein des sozialen Sicherungssystems in Deutschland. Mit der anstehenden
Reform machen wir die Pflege zukunftsfest. Zu einem soliden System gehört auch,
dass es von überbordender Bürokratie befreit wird. Elisabeth Beikirch wird als
Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege einen gewichtigen Beitrag für ein
Mehr an Pflege und ein Weniger an Bürokratie leisten. Frau Beikirch ist als
ausgewiesene Pflegeexpertin mit langjähriger praktischer Erfahrung prädestiniert,
diese Aufgabe erfolgreich zu meistern.“
Als Ombudsfrau bildet Elisabeth Beikirch eine neue, zentrale Anlaufstelle für Jeden
und Jede, die sich mit konkreten Vorschlägen zur Entbürokratisierung in der Pflege
Seite 2 von 2 am Reformprozess beteiligen wollen. Gemeinsam mit den beteiligten Stellen im BMG
wird sie Empfehlungen erarbeiten, welche Maßnahmen zum Bürokratieabbau
ergriffen werden können. Ab sofort sind alle Bürgerinnen und Bürger und auch die in
der Pflege Tätigen aufgefordert, ihre konkreten Vorschläge zu unterbreiten:
Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege
Bundesministerium für Gesundheit
Friedrichstraße 108
10117 Berlin
E-Mail: ombudsfrau@bmg.bund.de
Telefax: 030 -18441-2379

Bild Elisabeth Beikirch wurde am 25. Februar 1952 geboren. Nach dem Abitur ließ sie sich an der Universitätskinderklinik der FU Berlin zur Kinderkrankenschwester ausbilden. Dort erstellte und erprobte sie anschließend Konzepte der häuslichen Kinderkrankenpflege und leitete wissenschaftlich begleitete Modellvorhaben zur Organisation der Häuslichen Kinderkrankenpflege in Berlin. Sie entwickelte die zuvor erprobten Konzepte weiter, integrierte Sozialarbeit und Familienpflege in das Leistungsspektrum und übernahm 1983 die Pflegedienstleitung. Zwischen 1987 und 1989 studierte sie Pflegemanagement an der FH Osnabrück im Fachbereich „Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen“. Heute lebt Elisabeth Beikirch in Berlin-Charlottenburg. Sie ist Mutter zweier Kinder.

Zum Lebenslauf von Frau Beikirch
http://www.bundesgesundheitsministerium ... flege.html

Ombudsfrau des BMG
Als Ombudsfrau bildet Elisabeth Beikirch eine zentrale Anlaufstelle für Jeden und Jede, die sich mit konkreten Vorschlägen zur Entbürokratisierung in der Pflege am Reformprozess beteiligen wollen. Gemeinsam mit den beteiligten Stellen im BMG wird sie Empfehlungen erarbeiten, welche Maßnahmen zum Bürokratieabbau ergriffen werden können. Alle Bürgerinnen und Bürger und auch die in der Pflege Tätigen sind aufgefordert, ihre konkreten Vorschläge zu unterbreiten.

Kontaktdaten
Sie haben die Möglichkeit Elisbeth Beikirch per E-Mail, auf dem Postweg, telefonisch oder per Fax zu kontaktieren. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege
Bundesministerium für Gesundheit
Friedrichstraße 108
10117 Berlin
E-Mail: ombudsfrau@bmg.bund.de
Telefon: 030 18441-2375
Telefax: 030 18441-2379

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Bürokratieabbau in der Pflege - Forderungen

Beitrag von Presse » 21.07.2011, 20:54

bad e. V. übergibt Mitgliederforderungen zum Bürokratieabbau in der Pflege an neue Ombudsfrau Elisabeth Beikirch im Bundesgesundheitsministerium

Bundesgeschäftsführerin Kapp: Bürokratische Hürden im Verordnungswesen, bei Abrechnung und Dokumentations- bewertung durch MDKen schleunigst abbauen!

Berlin/Essen. Seine zentralen Forderungen zum Bürokratieabbau in der Pflege hat der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e. V.) heute der neuen Ombudsfrau für Entbürokratisierung der Pflege im Bundesgesundheitsministerium, Elisabeth Beikirch, übergeben.

Grundlage dafür ist eine aktuelle Umfrage unter bad-Mitgliedern, welche bürokratischen Hürden sie im Pflegealltag am meisten belasten. „In erster Linie über anhaltende Probleme mit Verordnungen durch Ärzte, aber auch über Schwierigkeiten bei der Abrechnung mit Kassen und willkürliche Bewertungen von Pflegedokumentationen durch Medizinische Dienste klagen viele. Diese lange bekannten bürokratischen Hürden müssen endlich abgebaut werden,“ fordert bad-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp. Rege beteiligten sich Verantwortliche von ambulanten Pflegediensten und Heimen an der bad-Befragung.

„Am meisten ärgert unsere Mitglieder das Verordnungswesen,“ berichtet der stellvertretende bad-Bundesgeschäftsführer Sebastian Froese. Es könne nicht angehen, dass Pflegedienste von der Beantragung einer ärztlichen Verordnung bis zu den von Kassen geforderten Nachbesserungen mit unverhältnismäßig hohem Arbeits- und Zeitaufwand belastet würden. Hat ein Arzt einmal eine Verordnung Häuslicher Krankenpflege ausgestellt, müsse der Pflegedienst diese abholen, vollständig ausfüllen, dem Patienten vorlegen und binnen drei Tagen seit Beantragung der Pflegekasse zustellen. In diesem Zeitraum müssten mit diesen Verordnungen unerfahrene Ärzte oft noch durch die Dienste beraten werden.

Zudem kritisieren Mitglieder, dass Langzeitverordnungen für chronisch kranke Patienten wie Altersdiabetiker von Ärzten und Krankenkassen „äußerst zurückhaltend“ behandelt werden. Dazu Sebastian Froese: „Ärzte warten offenbar erst einmal auf die nächste Quartalsgebühr, Kassen empfehlen häufig zunächst eine Prüfung des Falls durch den MDK.“

Bei der Abrechnung haben Pflegeeinrichtungen insbesondere dann Probleme, wenn Abrechnungszentren im Auftrag von Krankenkassen diese übernehmen. Gerade wenn Honorare sich verändert haben, würden Rechnungen durch diese oft gekürzt oder nicht gezahlt. „In solchen Fällen müssen die Pflegedienste sich dann zunächst an die zuständige Pflegekasse wenden, die wiederum das beauftragte Abrechnungszentrum auf die Fehler aufmerksam macht,“ erläutert Froese die zeitraubende Praxis für Pflegeunternehmen.

Im Übrigen sei es zum Leidwesen der Pflegeeinrichtungen immer noch üblich, dass Pflegekassen die Daten wie Leistungsnachweise sowohl über den Datenträgeraustausch nach § 302 ff als auch in Papierform zugestellt bekommen wollen. Sebastian Froese: „Es kann nicht Sinn der elektronischen Datenübermittlung sein, dass doppelte Buchhaltung mit doppelter Fehlerhäufigkeit betrieben wird. Diese Praxis bringt weder den Kassen noch den Pflegediensten irgendeine Kosten- und Zeitersparnis, sondern zumeist Mehrarbeit.“

In Sachen Pflegedokumentationen bemängeln bad-Mitglieder, dass die Antworten auf einzelne Fragen durch unterschiedliche Medizinische Dienste unterschiedlich und willkürlich ausgelegt werden. Beispiel: Auf die Frage, ob die individuellen Wünsche des Kunden bei der Körperpflege berücksichtigt wurden, stellen verschiedene MDKen verschiedene Anforderungen. Den einen Prüfern genügte lediglich eine Bestätigung, andere Prüfer wollten Pflegeprodukte oder gar die verwendete Wassertemperatur bei der Pflege dokumentiert sehen. Fehlte dies, hielten Letztere die individuellen Kundenwünsche für nicht berücksichtigt.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

Quelle: Pressemitteilung vom 20.07.2011
Andrea Kapp, RAin
Bundesgeschäftsführerin des bad e. V.

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Pflegetreff am 15.05.2011 mit Frau Beikirch

Beitrag von WernerSchell » 03.11.2011, 17:27

Der Pflegetreff am 15.05.2012 wird sich mit der Pflegereform und der Entbürokratisierung in der Pflege befassen.
Auf dem Podium u.a. Frau Elisabeth Beikirch!

Weitere Informationen (ständig aktuell):
viewtopic.php?t=16058
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Pflegereform - Eckpunkte der Bundesregierung vom 16.11.2011

Beitrag von WernerSchell » 16.11.2011, 15:11

Eckpunkte zur Pflegereform - Das Bundeskabinett hat am 16.11.2011 die Eckpunkte zur Umsetzung des Koalitionsvertrages für die Pflegereform beschlossen. -- Die weitere Diskussion erfolgt nun im Forum unter folgender Adresse:

viewtopic.php?t=16609
Pflegereform - Pläne vom 06.11.2011 ungenügend
viewforum.php?f=4
Pflegereform - erst Pflegeinhalte festlegen ....
viewtopic.php?t=16394
Pflegereform 2011/2012 - Stellungnahme
viewtopic.php?t=16033
Pflegereform = Gewährleistung der Menschenwürde
viewtopic.php?t=15673
Pflegeversicherung - Reform in Richtung Privatisierung ?
viewtopic.php?t=13003
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Pflegereform - Eckpunkte der Bundesregierung vom 16.11.2011

Beitrag von WernerSchell » 16.11.2011, 15:33

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Initiative - Harffer Straße 59 - 41469 Neuss
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände“


Das Bundeskabinett hat am 16.11.2011 Eckpunkte zur Umsetzung des Koalitionsvertrages für die Pflegereform beschlossen. Die entsprechenden "Eckpunkte zur Umsetzung des Koalitionsvertrages für die Pflegereform" und weitere Informationen finden Sie u.a. im Forum unter folgender Adresse: viewtopic.php?p=62745#62745

Eine erste Bewertung dieser Eckpunkte:
Die Ankündigungen zur Verbesserung des Pflegesystems sind sehr allgemein gehalten und damit einer abschließenden Beurteilung eher nicht zugänglich. Allerdings lässt der Umstand, dass der Beitragsanstieg (weiterhin) lediglich mit 0,1% angegeben wird, erkennen, dass eine wirkliche Reform nicht möglich ist. Die damit zusätzlich zu erschließenden Beitragseinnahmen erreichen nicht annähernd den Bedarf, der für eine die Demenzkranken vollständig in das System einbindenden Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Behebung des Pflegenotstandes (fehlendes Pflegepersonal und Abkehr von der Minutenpflege etc.) erforderlich wäre. Die insoweit am 23.09.2011 und 07.11.2011 von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk herausgebenen Pressemitteilungen treffen daher in ihrer grundsätzlichen Beurteilung der Reformerwägungen weiterhin zu.

Werner Schell
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Entbürokratisierung in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 31.01.2012, 19:19

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände“


Neuss, den 31.01.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

beim nächsten Neusser Pflegetreff geht es am 15.05.2012, 18.00 – 20.00 Uhr, um die Pflegereform und die Entbürokratisierung in der Pflege. Neben einigen Bundestagsabgeordneten werden für das Podium auch Frau Elisabeth Beikirch, Ombudsfrau für die Entbürokratisierung in der Pflege beim Bundesgesundheitsministerium (BMG), zur Verfügung stehen. Nähere Informationen zum Pflegetreff (mit Fotos) finden Sie stets aktuell unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=16058

Ich möchte bereits jetzt auf die Veranstaltung aufmerksam machen und einladen. Angesichts der bis jetzt bekannt gewordenen Vorstellungen über die anstehende Pflegereform, oder was die Politiker dafür halten, wird es sicherlich lebhafte und kritische Diskussionen geben. Nähere Hinweise zu den aktuellen Reformvorstellungen finden Sie unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=16884
viewtopic.php?t=16609
Die im vergangenen Jahr von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk zur Reform gemachten Vorschläge finden Sie in einem umfangreichen Papier unter folgender Adresse:
viewtopic.php?t=16033

Falls Sie konkrete Vorschläge bezüglich der Entbürokratisierung in der Pflege, aber auch hinsichtlich der Pflegereform, machen wollen, können Sie diese gerne nach hier übermitteln. Die Vorschläge und Anregungen werden dann zeitgerecht Frau Beikirch bzw. den anderen Podiumsgästen übersandt, so dass dann konkret im Treff darüber gesprochen werden kann. Sie können natürlich Ihre Vorschläge auch direkt Frau Beikirch bzw. dem BMG übermitteln.

Für Ihre Mitwirkung danke ich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell – Dozent für Pflegerecht

Weitere Einladung:

Vortrag am 27.02.2012, 17.00 – 19.00 Uhr, Bürgerhaus Neuss-Erfttal, zum Thema Vorsorgliche Verfügungen (Patientenautonomie am Lebensende). Eintritt frei!
Nähere Informationen unter folgender Adresse: viewtopic.php?t=16675
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Entbürokratisierung in der Pflege ...

Beitrag von Presse » 14.10.2012, 09:03

Entbürokratisierung in der Pflege: Es tut sich was, aber enormer Handlungsbedarf bleibt / Normenkontrollrat legt Jahresgutachten vor

Berlin (ots) - In seinem aktuellen Jahresgutachten bescheinigt der Normenkontrollrat der Bundesregierung, dass sich der Erfüllungsaufwand, der durch Gesetze entsteht, zwar zurückgegangen ist, aber beim Thema Entbürokratisierung weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. Das gilt nach Ansicht des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der bundesweit über 7.500 private Pflegeeinrichtungen vertritt, in besonderer Weise auch für die Pflege.

"Wir anerkennen die Bemühungen der Bundesregierung zur Entbürokratisierung in der Pflege, aber bis eine wirkliche Entlastung bei den Pflegekräften ankommt, ist es noch ein weiter Weg", so Bernd Meurer, Präsident des bpa.

Insbesondere ein Projekt der Bundesregierung zur Untersuchung des bürokratischen Aufwands bei der Beantragung von Pflegeleistungen und bei der Pflegedokumentation ist aus Sicht des bpa wichtig. Auch wenn der Abschlussbericht erst in diesem Herbst vorgelegt werden soll, sind bereits vorab einige Zahlen daraus bekannt geworden.

So beträgt der Erfüllungsaufwand alleine für die Pflegedokumentation pro Jahr rund 2,7 Milliarden Euro. Das heißt, dass Kosten in der Höhe von rund 14% aller Ausgaben für die Pflegeversicherung nur für die Pflegedokumentation verwendet werden.
"Daraus müssen die Konsequenzen gezogen werden", fordert der bpa-Präsident.

Der Normenkontrollrat kritisiert hierbei, dass die Ergebnisse dieses Projekts nicht schon bei der letzten Pflegereform, dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) berücksichtigt worden sind.

Beim PNG gibt es nach Ansicht des bpa positive Ansätze zur Entbürokratisierung, die aber nicht konsequent umgesetzt werden. Das würdigt auch der Normenkontrollrat: "Im parlamentarischen Verfahren wurden nun verschiedene Vereinfachungsvorschläge der Ombudsfrau für die Entbürokratisierung der Pflege aufgenommen. Diese Maßnahmen wurden jedoch nicht quantifiziert, so dass keine Aussage möglich ist, ob das Gesetz insgesamt zu einer Verringerung der Bürokratie-kosten führen wird."

So ist im PNG vorgesehen, dass in der Bundesrahmenempfehlung zur häuslichen Krankenpflege auch Grundsätze zum Datenträgeraustausch verabredet werden, aber weder wurden die Kassen zur EDV-Abrechnung verpflichtet, noch wurde dort, wo elektronisch abgerechnet wird, der immer noch existierende doppelte Austausch von Abrechnungsdaten, einmal auf Papier und einmal elektronisch, beendet.

Zudem führt das PNG auch zu erheblich mehr Bürokratie, in besonderer Weise gilt dieses für die Einführung der zusätzlichen stundenweisen Abrechnung in der ambulanten Pflege.

"Die Entbürokratisierung in der Pflege ist eine zentrale Herausforderung, der mit konkreten Maßnahmen begegnet werden muss.
Wir haben dabei kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Wir appellieren an die Bundesregierung und die Landesregierungen, hier engagiert und im Dialog mit uns weiterzuarbeiten. Wir brauchen weniger Bürokratie in der Pflege und mehr Zeit für die Pflegebedürftigen. Das hilft uns auch beim Fachkräftemangel, denn so sorgen wir für einen attraktiveren Beruf und schaffen mehr Zeit für die Pflege und Zuwendung für die Pflegebedürftigen", sagt Bernd Meurer abschließend.

Quelle: Pressemitteilung vom 14.10.2012 bpa - priv. Anbieter sozialer Dienste
Pressekontakt: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030 30 87 88 60

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Entbürokratisierung in der Pflege ... nur auf dem Papier?

Beitrag von PflegeCologne » 14.10.2012, 10:01

Entbürokratisierung in der Pflege ... nur auf dem Papier?

Presse hat geschrieben:Entbürokratisierung in der Pflege: Es tut sich was, aber enormer Handlungsbedarf bleibt / ....
Ich kann nicht erkennen, in welchen Bereichen eine wirkliche Entlastung bei der Bürotätigkeit erfolgt. Ich denke, dass allein der Satz
.... enormer Handlungsbedarf bleibt ....
richtig ist. Alles andere kann man eher vergessen.

Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Pflege von Bürokratie entlasten!

Beitrag von Presse » 21.03.2013, 08:07

Pflege von Bürokratie entlasten! / Was Pflegekräfte schon lange sagen, ist nun belegt: Zuviel Zeit und Kosten für Verwaltungstätigkeiten

Berlin (ots) - Wie viel Zeit und Kosten beansprucht die Dokumentation der Pflege? Wie viele Anträge auf Leistungen der häuslichen Krankenpflege werden jährlich gestellt? Und welche Kosten werden durch die Antragsverfahren verursacht? Diesen und weiteren Fragen ist der Normenkontrollrat im Auftrag der Bundesregierung in der Studie zur Ermittlung des Erfüllungsaufwandes in der Pflege nachgegangen, die heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Bundeskanzleramt vorgestellt wurde.

Es ist zu begrüßen, dass die Bundesregierung dem Thema Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung in der Pflege einen hohen Stellenwert einräumt. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hat das Projekt daher - wie zahlreiche andere Akteure - beratend begleitet.

Der bürokratische Aufwand bei der Beantragung von Pflegeleistungen sowie bei der Pflegedokumentation schlägt besonders zu Buche: Allein für die Pflegedokumentation entstehen jährlich Kosten von rund 2,7 Mrd. Euro. Mehr als zwei Drittel dieser Kosten entfallen dabei auf das Ausfüllen von Leistungsnachweisen. Die Feststellungen von Pflegestufen verursachen 110 Mio. Euro. Die Kosten für die Antragsverfahren im Bereich der häuslichen Krankenpflege betragen 54 Mio. Euro.

"Die Studie zeigt, dass der Handlungsdruck enorm hoch ist: In einem Pflegeheim mit 100 Plätzen kosten die heutigen Anforderungen an die Pflegedokumentation 26 Arbeitsstunden, die für Betreuung und Pflege verloren gehen. Wir können und dürfen es uns in Zukunft nicht mehr leisten, dass von acht Stunden Arbeitszeit im Pflegeheim oder beim ambulanten Pflegedienst eine Stunde nur für die Pflegedokumentation wegfällt", sagt bpa-Präsident Bernd Meurer.

"Die Bürokratiekosten sind vollständig aus dem Ruder gelaufen. Die Klagen der Pflegekräfte, dass jeder Handschlag dokumentiert und belegt werden muss, ist durch das statistische Bundesamt in seinen Auswirkungen eindeutig und stichhaltig belegt. Jetzt muss Schluss sein mit der Frustration der Pflegekräfte. Wir setzen hohe Erwartungen an die angekündigten Vorschläge zur Vereinfachung der Pflegedokumentation der Ombudsfrau des Bundesgesundheitsministeriums.
Wir erwarten aber auch entschlossenes Handeln der Kranken- und Pflegekassen zur Verkürzung von Genehmigungsverfahren. Wir bieten unsere konstruktive Beteiligung an einem spürbaren Abbau der Bürokratie in der Pflege an", so Meurer.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.03.2013 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030-30878860

Anja Jansen
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Entbürokratisierung - eine Alibiforderung

Beitrag von Anja Jansen » 21.03.2013, 08:19

Presse hat geschrieben:Pflege von Bürokratie entlasten! / Was Pflegekräfte schon lange sagen, ist nun belegt: Zuviel Zeit und Kosten für Verwaltungstätigkeiten ....
Dass Pflegekräfte mit vielfältigen bürokratischen Arbeiten befasst sind, ist seit Jahren / Jahrzehnten bekannt. Der Ruf nach Entbürokratisierung ist folglich nicht neu. Er ist in periodischen Abständen mehr oder weniger laut zu vernehmen. Insbesondere die Verbandsvertreter machen sich für die Entbürokratisierung stark. Entsprechende Forderungen dienen, das sagt natürlich keiner, auch dazu, Fehlversorgungen zu rechtfertigen.
Meiner Meinung sollten wir endlich begreifen, dass es keine Entbürokratisierung geben kann bzw. geben wird. Die Anforderungen an Qualität und Belegerstellung (in jeder Hinsicht) sind umfangreich. Auch immer mehr haftungsrechtliche Erwägungen zwingen zu einer Erfassung aller Vorgänge. Die Gründe für die Bürokratie ließen sich näher ausführen.
Daher muss es m.E. bei der Büroarbeit verbleiben. Aber, die Verantwortlichen in der Politik müssen die Weichen dafür stellen, dass auch ausreichendes Personal für diese Schreibarbeiten zur Verfügung steht. Solange dieses Personal nicht verfügbar ist, muss die Behebung des Pflegenotstandes benannt werden - von mir aus auch gebetsmühlenartig. Da geht kein Weg dran vorbei.

Anja Jansen
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

WernerSchell
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Redizierung des Dokumentationsaufwandes in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 05.11.2013, 17:35

Redizierung des Dokumentationsaufwandes in der Pflege
Siehe dazu unter:
viewtopic.php?t=19802
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Entbürokratisierung in der Pflege kommt voran

Beitrag von Presse » 15.03.2014, 07:30

Gute Pflege braucht mehr Zeit / Entbürokratisierung in der Pflege kommt voran

Berlin (ots) - Kurz vor Abschluss des vom Bundesgesundheitsministerium zusammen mit dem bpa und den Wohlfahrtsverbänden durchgeführten Projektes zur "Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation" unter Einbindung des GKV, der Pflegekassen, des MDK sowie der Länder und Berufsverbände und weiteren Akteuren gab es deutliche Signale des Steuerungskreises - sowohl an die am von der Ombudsfrau Elisabeth Beikirch geleiteten Modellversuch teilnehmenden Einrichtungen als auch an die vielen Pflegeeinrichtungen bundesweit, welche sich mit dem wichtigen Thema der Entbürokratisierung beschäftigen wollen. "Gemeinsames Ziel aller am Projekt Beteiligten ist es, den Zeitaufwand für die Planung und Dokumentation der Pflege ohne Qualitätsverluste deutlich zu reduzieren und damit endlich wieder mehr Zeit für die Pflege und Betreuung der Menschen zu gewinnen. Vom Erfolg dieses Projektes profitieren somit sowohl die pflegebedürftigen Menschen als auch die hauptberuflich Pflegenden", kommentiert bpa-Geschäftsführer Bernd Tews.

"Besonders hervorzuheben ist die breite Zustimmung sowohl aus den beteiligten Pflegeeinrichtungen als auch aus den Prüfdiensten, Pflegekassen, Trägerverbänden oder Landesministerien. Alle sind sich einig, dass jetzt der Ball ins Tor muss", fasst bpa-Geschäftsführer Herbert Mauel zusammen.

Vor diesem Hintergrund konnten sich alle einvernehmlich auf folgende Punkte verständigen:

Das Lenkungsgremium zum Projekt "Praktische Anwendung des Strukturmodells - Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege" hat am 13. März 2014 den Entwurf des Abschlussberichts zustimmend zur Kenntnis genommen und die weitere Umsetzung des Projektes ausdrücklich begrüßt. Nach Abnahme des Abschlussberichts durch das BMG wird dieser zeitnah veröffentlicht.

Für die beteiligten Pflegeeinrichtungen bedeutet dies, dass die Fortführung einvernehmlich unterstützt wird.

Für die praktische Umsetzung werden allgemeine Verfahrenshinweise und Erläuterungen kurzfristig erarbeitet.

Zur Sicherstellung der Anschlussfähigkeit und zur Förderung der flächendeckenden Implementierung beabsichtigen die Vertragspartner, nach § 113 SGB XI unverzüglich die Kompatibilität mit den Maßstäben und Grundsätzen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität zu vereinbaren.

Eine breit angelegte Implementierungsstrategie für die Dauer von zwei Jahren, welche sukzessive eine flächendeckende Umsetzung ermöglicht, wird parallel vorbereitet.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und circa
18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung vom 14.03.2014 bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Pressekontakt: Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.030-30878860, http://www.bpa.de

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Laumann: "Dokumentation versaut das Klima"

Beitrag von Presse » 11.04.2014, 17:12

Laumann: "Dokumentation versaut das Klima"
Die Bundesregierung will Pflegekräfte spürbar von bürokratischem Aufwand entlasten.
"Wir werden die Dokumentation so umgestalten, dass diejenigen, die davon betroffen sind,
sie sinnvoll finden", kündigte der Pflegebeauftragte Karl-Josef Laumann (CDU) im Magazin "Focus" an.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=858 ... ege&n=3410

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Entbürokratisierung in der Pflege - Worthülse und sonst nich

Beitrag von WernerSchell » 12.04.2014, 13:55

Über 40 Jahre öffentlicher Dienst und ergänzende Lehrtätigkeit an Krankenpflegeschulen usw. haben mir verdeutlicht, dass "Entbürokratisierung" eine Worthülse ist.
Auch der Medienkanzler Schröder, der entsprechende Maßnahmen versprach, hat nichts bewirkt (alles nach dem Motto: 100 Gesetze abschaffen, 150 neue hinzufügen).
Im Übrigen ist es auch so, dass geplante Pflege, Haftungserwägungen usw. gutes Dokumentieren geradezu herausfordern.
-> Also erwarten wir nicht viel oder nichts!
Aber wenn schon Dokumentationserfordernisse bestehen, dann müssen die Stellenschlüssel entsprechende Personalkapazitäten vorsehen!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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Entbürokratisierung in der Pflege - Obmudsfrau eingesetzt

Beitrag von WernerSchell » 03.07.2014, 07:27

Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen informiert zu den Vorschlägen zur Vereinfachung der Pflegedokumentation

Chefredakteur Michael Schanz stellt die Inhalte der Ausgabe 04/2014 (Juli/August) der "Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen" vor. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema
„Vereinfachung der Pflegedokumentation -- Wunsch oder Wirklichkeit?"
Das besondere Augenmerk gilt der Beschreibung und Bewertung des Abschlussberichtes zum Praxistest „Praktische Anwendung des Strukturmodells Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege".
Darüber hinaus gibt es eine Vorschau auf weitere Heftinhalte. Siehe unter
>>> https://www.youtube.com/watch?v=i9d1xz6 ... qlyzMwu1Eg

Quelle: Mitteilung vom 02.07.2014
Diana Rosenbauer, Verlagskauffrau
Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen
Anzeigendisposition, Kongress- und Veranstaltungsmanagement
Fon: (0221) 95 15 84-25
Fax: (0221) 95 15 84-1
E-Mail: rosenbauer@rechtsdepesche.de
Internet: http://www.rechtsdepesche.de

G & S Verlag GbR
Salierring
50677 Köln
Geschäftsführer:
Prof. Dr. Volker Großkopf
Michael Schanz
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