Unterstützung für pflegende Angehörige ausweiten

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
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Unterstützung für pflegende Angehörige ausweiten

Beitrag von WernerSchell » 12.02.2011, 08:43

Die BAGSO teilte am 11.02.2011 mit:

Sehr geehrter Herr Schell,
am kommenden Montag findet die 2. Runde des Pflege-Dialoges statt, den Bundesgesundheitsminister Rösler
initiiert hat.
Die BAGSO-Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr, die daran teilnimmt, fordert mehr Unterstützung für pflegende
Angehörige. Näheres erfahren Sie aus der beigefügten Pressemitteilung. Wir bitten Sie, diese in Ihren Medien zu
veröffentlichen und in Ihrem Wirkungskreis weiterzuleiten.
Mit Dank und freundlichen Grüßen
Ursula Lenz
BAGSO-Pressereferentin

Senioren-Organisationen fordern mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Anlässlich ihrer Teilnahme an der zweiten Runde des von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler initiierten „Pflege-Dialogs“ am 14. Februar 2011 in Berlin weist die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Prof. Dr. Ursula Lehr, auf die große Bedeutung der Angehörigen für die Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen hin: Tatsächlich werden etwa zwei Drittel der 2,2 Millionen Pflegebedürftigen zu Hause betreut; viele von ihnen fast ausschließlich durch Angehörige. Pflegende sind nach wie vor in der Mehrzahl Frauen, häufig ältere Frauen.
Doch die private Pflege – nicht selten rund um die Uhr und jahrelang – geht an die Substanz. Viele pflegende Angehörige fühlen sich allein gelassen mit ihren Sorgen und Nöten, sind körperlich und nervlich überlastet, reiben sich zwischen Beruf, Familie und Pflege auf und achten zu wenig auf ihre eigene Gesundheit.
„Die Pflege hilfsbedürftiger Menschen muss gesellschaftlich besser anerkannt wer-den“, so die Gerontologin und frühere Bundesministerin Ursula Lehr. „Wir brauchen eine Vielzahl unterschiedlicher – der jeweiligen Situation entsprechend – unterstüt-zender und entlastender Angebote für Pflegepersonen. Die im Pflegeweiterentwick-lungsgesetz bereits vorgesehenen Leistungen zur Unterstützung der häuslichen Pflege müssen bekannter werden, damit sie auch genutzt werden.“ Folgende Maß-nahmen sind aus ihrer Sicht vorrangig zu ergreifen:
1. transparente, unabhängige und leicht zugängliche Informationen über Ansprü-che und Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich der Pflege wie Pflegestützpunkte
2. die Ausweitung niedrigschwelliger Unterstützungsangebote, z.B. auch durch ehrenamtlich tätige Pflegebegleiter
3. Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Pflegepersonen wie Erholungsurlaube, gelegentliche Kuraufenthalte
4. die Ausweitung von Tagespflegeangeboten
5. betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und häuslicher Pflege, z.B. flexible Arbeitszeitmodelle, betrieblich geförderte Tages-pflegeplätze, evtl. Organisation von Hol- und Bringdiensten sowie die von Bun-desseniorenministerin Schröder geplante Familienpflegezeit.
Das Thema „Beruf und Pflege“ war Gegenstand einer Fachtagung der BAGSO im September 2010; die Beiträge der Referentinnen und Referenten stehen unter http://www.bagso.de/1460.html zum Download zur Verfügung.
Das Thema war zudem Schwerpunkt der BAGSO-Nachrichten 4/2010, die kostenfrei bei der BAGSO angefordert werden können.
Die BAGSO vertritt über ihre mehr als 100 Verbände die Interessen von ca. 13 Milli-onen älteren Menschen in Deutschland.
Weitere Informationen:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Pressereferat – Ursula Lenz
Bonngasse 10, 53111 Bonn
E-Mail: lenz@bagso.de
www.bagso.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Rauel Kombüchen
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Pflegenostand muss vorrangig angegangen werden

Beitrag von Rauel Kombüchen » 13.02.2011, 14:18

Hallo zusammen,
ich fürchte, dass die neue Diskussionsrunde bei Herrn Rösler ebenfalls als populistischen Geschehen abgehakt werden muss. Was ich bis jetzt gehört habe, stimmt mich nicht optimistisch.
Siehe auch viewtopic.php?t=15201&highlight=pflegedialog
Pflegepolitische Reformenmaßnahmen müssen aus einem Guß erfolgen, so dass Gruppeninteressen unter Umständen wenig hilfreich sind. Die solidarisch verfügbaren Gelder müssen so eingesetzt werden, dass ein gutes Ergebnis für das System, ambulant und stationär, herauskommt. Im Vordergrund muss die Beseitigung des Pflegenotstandes stehen. Und genau dieses Erfordernis scheint bei unserem Gesundheitsminister noch nicht angekommen zu sein.
Gruß
Rauel
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

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Pflegegipfel: Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Beitrag von Presse » 14.02.2011, 10:05

Rösler lädt zu Pflegegipfel: Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige
Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut. Gesundheitsminister Rösler will für die Angehörigen Verbesserungen bei der Rente und Kuren durchsetzen.
http://www.tagesschau.de/inland/pflege146.html
Quelle: tagesschau.de

SPIEGEL ONLINE, 13.02.2011
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Erholung: Rösler will Kuren für pflegende Angehörige
-----------------------------------------------------------------
Gesundheitsminister Rösler will mehr für Menschen tun, die Angehörige
pflegen. Er denkt an spezielle Kuren und eine bessere Anrechnung auf die
Rente. Welche Kosten dafür auf die Beitragszahler zukommen, sei noch
nicht berechnet.
Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter der URL
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 73,00.html
Siehe auch unter http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=640 ... iten&n=898

Zum Thema
---------------------------
Demenz: Fast jede zweite Frau wird im Alter zum Pflegefall
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 63,00.html
Rösler-Vorstoß: Gesundheitsminister plant große Pflege-Reform
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 65,00.html
Koalitionsstreit: CSU und FDP zoffen sich über die Gesundheit
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 32,00.html

Ärzte Zeitung, 14.02.2011
Deutschlands größter Pflegedienst in der Krise
Immer weniger Menschen in Deutschland sind bereit, ihre Angehörigen rund um die Uhr zu betreuen. Das habe massive Konsequenzen für das System der Pflegeversorgung, warnen Verbände.

Von Thomas HommelBERLIN. Die Zahl pflegender Angehöriger in Deutschland ist nach Angaben des zur PKV gehörenden Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) deutlich gesunken. .... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=640657

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Bessere Anerkennung pflegender Angehöriger

Beitrag von Presse » 14.02.2011, 10:25

Bessere Anerkennung pflegender Angehöriger

Berlin, 14. Februar 2011 Die Pflege eines Angehörigen darf nicht dazu führen,
dass Pflegende aufgrund von Überlastung sozial isoliert werden, erkranken und
von finanzieller und sozialer Armut bedroht sind. Deshalb fordert die Diakonie
ein flächendeckendes Netzwerk an unterstützenden und entlastenden Angeboten.
Dazu gehören Beratung und Pflegekurse, Tages-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege
sowie andere niedrigschwellige Angebote. Pflegende Angehörige brauchen aus
Sicht der Diakonie zudem den Zugang zu spezifischen Präventions- und
Rehabilitationsmaßnahmen, eine bessere soziale Absicherung/Rentenversicherung
sowie eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit.

Des Weiteren fordert die Diakone die Umsetzung des neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriffs, da dieser die Unterstützungsbedarfe von Menschen
mit einer Demenz besser erfasst. Nur so kann ihnen erweiterter Zugang zu den
verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung eröffnet werden.

Mehr als zwei Drittel aller pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu
Hause versorgt. Für pflegende Angehörige bedeutet das einen Full-Time-Job. Rund
um die Uhr, sieben Tage die Woche tragen sie die Verantwortung für den anderen.
Viele wissen nicht über mögliche Entlastungsangebote Bescheid. Nur wenige gönnen
sich dabei selbst eine Auszeit zum Krafttanken.

"Pflegende Angehörige fühlen sich mit ihrer kräftezehrenden und belastenden
Aufgabe oft allein gelassen", erklärt Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier
anlässlich des heutigen Pflegedialogs des Bundesgesundheitsministeriums. "Wir
müssen die Arbeit und das Engagement der Angehörigen stärker anerkennen und
unterstützend zur Seite stehen. Gerade hinsichtlich des demografischen Wandels
sind wir in Zukunft stärker denn je auf die Unterstützung der Angehörigen
angewiesen."

"Uns ist es ein großes Anliegen durch qualifizierte Pflegeberater pflegende
Angehörige und pflegebedürftige Menschen zu unterstützen", betont Stockmeier.
Bundesweit werden deshalb in Diakoniestationen Pflegefachkräfte zum
Pflegeberater weitergebildet.

"Es muss uns jetzt gelingen, die gesetzlichen und gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen für eine gute Pflege zu schaffen, die den pflegenden
Angehörigen die notwendige Wertschätzung entgegenbringt. Nur so werden wir dem
zukünftigen Bedarf gerecht werden können, den der demografische Wandel mit sich
bringt", betont Stockmeier.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.02.2011
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
******************************
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin

Pressestelle, Zentrum Kommunikation
Telefon +49 30 83001-130 | Fax +49 30 83001-135
E-Mail: pressestelle@diakonie.de
Diakonisches Werk der EKD e.V.
Reichensteiner Weg 24 | 14195 Berlin | Telefon +49 30 83001-0 | Fax +49 30 83001-
222
diakonie@diakonie.de | http://www.diakonie.de

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Pflegende Angehörige müssen unterstützt werden

Beitrag von Pflegefan » 14.02.2011, 10:46

Pflegende Angehörige müssen unterstützt werden

.... aber bitte nicht mit Kuren und sonstigen Nettigkeiten, die konkret nicht weiter helfen.
Pflegenden Angehörigen kann eigentlich nur mit höheren Pflegegeldern wirksam Unterstützung zuteil werden. Denn dann ist Entlastung durch weiteren Einkauf von professioneller Pflege möglich. Oder eine Aufgabe des Berufes ist eher möglich.

MfG Pflegefan
"Die Menschenwürde ist unanstastbar" (Art. 1 Grundgesetz). Dies muss in der Pflege oberste Handlungsmaxime sein - für alle!

Herbert Kunst
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Pflegereform mit Augenmaß und nachhaltig

Beitrag von Herbert Kunst » 14.02.2011, 16:00

Pflegereform mit Augenmaß und nachhaltig

Im Moment gibt es jede Menge Presseinfos von Verbänden, die allesamt Verbesserungen für pflegende Angehörige einfordern. Der heutige Pflegegipfel im BMG ist wohl der Anlass. Mit Interesse kann man allerlei Vorschläge lesen, teilweise liegen sie ausßerhalb dessen, was leistbar und sinnvoll ist. Offensichtlich mangelt es zumindest bei einigen Verbandsfunktionären an den ausreichenden Kenntnissen über das Systems und der finanziellen Möglichkeiten.
Klar ist, dass es einige gezielte Verbesserungen für die Pflege Zuhause geben muss, aber mit Augenmaß. Denn Sicherstellung der Pflege erfordert, ob wir das wollen oder nicht, eine ganzheitliche Betrachtung des Pflegesystems. Eine Reform muss nachhaltig die demografischen Entwicklungen der Zukunft einbinden, aber auch solidarisch finanzierbar bleiben. Die Eigenverantwortung, die immer ein stückweit geboten ist, dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren.

Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Deutschlands Pflegedienst Nummer eins

Beitrag von Presse » 14.02.2011, 16:48

Ärzte Zeitung online, 14.02.2011

Rösler springt Deutschlands Pflegedienst Nummer eins zur Seite

BERLIN (hom). Pflegende Angehörige sollen künftig mehr Unterstützung erfahren. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nach Gesprächen mit Spitzenvertretern von Pflege- und Sozialverbänden am Montag vor Journalisten in Berlin an.

Ziel der Koalition sei, pflegende Angehörige, die in aller Regel einen harten "Rund-um-die-Uhr-Job" erfüllten, zeitlich, organisatorisch, psychisch wie finanziell zu entlasten, betonte Rösler. Wichtig sei zudem eine größere gesellschaftliche Anerkennung dessen, was Angehörige für pflegebedürftige Partner oder Verwandte täglich leisteten.
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=641046

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Hilfe für pflegende Angehörige

Beitrag von Presse » 15.02.2011, 07:40

Rösler verspricht Hilfe für pflegende Angehörige
Berlin – Angesichts der großen zeitlichen, körperlichen und seelischen Belastung bei pflegenden Angehörigen hat Gesundheitsminister Philipp Rösler mehr Hilfe in Aussicht gestellt.
So sollten Auszeiten ermöglicht, der Papierkrieg mit Behörden und Kassen verringert und möglichst auch die Rentenansprüche der Pflegenden verbessert werden .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... oerige.htm

Experten fordern mehr Hilfe für pflegende Angehörige
Berlin – Bei der Vorbereitung der Pflegereform haben Fachleute mehr finanzielle Hilfe für Menschen gefordert, die sich zu Hause um alte, gebrech­liche oder verwirrte Angehörige kümmern. Nötig sei [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=39272

Rösler springt Deutschlands Pflegedienst Nummer eins zur Seite
Pflegende Angehörige sollen künftig mehr Unterstützung erfahren. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nach Gesprächen mit Spitzenvertretern von Pflege- und Sozialverbänden am Montag vor Journalisten in Berlin an. mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=641 ... lege&n=903

Ankündigung von Rösler: Situation pflegender Angehöriger soll verbessert werden
Auf einem "Pflegegipfel" hat der Gesundheitsminister beschlossen, dass Pflegende zeitlich und bürokratisch entlastet werden, sowie höhere Rentenansprüche erhalten.
http://www.focus.de/politik/weitere-mel ... 99906.html
Quelle: Focus

Gerhard Schenker
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Pflegende Angehörige müssen mehr Entlastung erfahren

Beitrag von Gerhard Schenker » 15.02.2011, 08:06

Aus Forum:
viewtopic.php?p=57775#57775

Mein Statement vom 06.02.2011 kann nun ergänzt werden:
Der gestrige 2. Pflege-Gipfel bei Herrn Rösler, BMG, hat m.E. erneut gezeigt, wie weit das BMG von den wirklichen Problemen in der Pflege entfernt ist. Laut Presse will der Minister jetzt sogar Kuren für pflegebedürftige Angehörige ermöglichen. Wie nett! Sie brauchen aber eher keine Kuren, sondern einfach Entlastung - finanziell oder personell - bei der tagtäglichen Versorgung der Angehörigen. Solche Erwägungen wurden aber offensichtlich nur am Rande angesprochen. Daher: erneut eine vertane Diskussionsrunde. Oder nur Wahlkampfgeplänkel ? Es stehen ja einige Wahlen in den Ländern an.

G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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Pflegende Angehörige ....

Beitrag von Presse » 15.02.2011, 13:59

Müttergenesungswerk bekräftigt:
Pflegende Angehörige brauchen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen

Berlin, 15. Februar 2011. Das Müttergenesungswerk (MGW) bekräftigt den jüngsten
Vorschlag des Bundesgesundheitsministers, dass es für pflegende Familienmitglieder
stationäre Maßnahmen zur medizinischen Vorsorge- und Rehabilitation
nach dem Vorbild der Mutter-Kind-Maßnahmen geben muss. Mit den Schwerpunktmaßnahmen
für Mütter, die Angehörige- pflegen, bietet das Müttergenesungswerk
hochqualifizierte medizinischen Maßnahmen nach § 24 oder § 41 SGB V seit langem
an.
„Die funktionale Ausweitung des Mütterbegriffs, könnte allen Frauen sofort die Inanspruchnahme
des bestehenden Angebotes des MGW ermöglichen. Jemand, der
Angehörige pflegt, hat ähnliche Anforderungen zu erfüllen wie eine Mutter: Der 24-
Stunden-Alltag, die Erfüllung körperlicher wie seelischer Bedürfnisse der Pflegebedürftigen“,
berichtet Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes
heute in Berlin.
Die IfeS Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
hatte bereits 2007 festgestellt, dass 80% der Pflegeleistung zu Hause von Frauen
erbracht wird. ¾ von ihnen leiden an mindestens einer Krankheit und brauchen spezialisierte
Hilfe.
In vier anerkannten Mütterkliniken und mehreren vom MGW anerkannten Mutter-
Kind-Kliniken werden diese Spezialmaßnahmen heute schon angeboten und können
unterschiedlichsten Anforderungen – ob allein oder mit den zu pflegenden Angehörigen
- gerecht werden. Die Schwerpunktmaßnahmen arbeiten spezifisch und
ganzheitlich der körperlichen und seelischen Belastung der pflegenden Frauen entgegen.
Medizinische, physiotherapeutische Angebote sind genauso wichtig wie die
psychosoziale Therapie mit indikations- und themenzentrierten Gruppen- und Einzelgesprächen
sowie Körper- und Entspannungsübungen. Ziel soll es sein, dass die
Frauen ihren eigenen Bedürfnissen und den alltäglichen Erfordernissen wieder gerecht
werden können ohne selbst zu erkranken. Dabei steht Empowerment, Nachhaltigkeit
und Hilfe zur Selbsthilfe ganz oben.
Umfassende Hilfe bei der Beantragung der Kurmaßnahmen, bei der Klärung der
Betreuungssituation erhalten die Frauen bei den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände
im Verbund des Müttergenesungswerkes. „Nutzen Sie das Know How der
BeraterInnen für die Vorbereitung der Kurmaßnahme aber auch für die Nachsorge“,
empfiehlt Anne Schilling.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.02.2011
Weitere Informationen zu Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen unter:
http://www.muettergenesungswerk.de oder Kurtelefon: 030 330029-29
Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14
presse@muettergenesungswerk.de, http://www.muettergenesungswerk.de

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Pflegende Angehörige brauchen mehr als Trostpflästerchen

Beitrag von Presse » 15.02.2011, 14:07

Pflegende Angehörige brauchen mehr als Trostpflästerchen

Beim gestrigen Pflege-Dialog hat Gesundheitsminister Philipp Rösler Vorschläge zur Entlastung
pflegender Angehöriger gemacht. So sollen Kuren für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eingeführt
werden und die Rentenansprüche pflegender Angehöriger erhöht werden. Dazu erklärt Elisabeth
Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Belastungen pflegender Angehöriger sind schon lange bekannt. Dafür brauchen wir keinen
Pflege-Dialog, bei dem es vor allem um die Selbstinszenierung von Herrn Rösler geht. Röslers
Vorschläge zielen komplett an den Problemen pflegender Angehörige vorbei, die diese Tag für Tag zu
bewältigen haben.
Kuren für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können für Entlastung sorgen. Wichtiger ist es aber,
Überforderungen vorzubeugen, die eine Kur erst nötig machen. Deshalb müssen Angebote geschaffen
werden, die den Angehörigen kontinuierlich zur Verfügung stehen. Zudem sollten Angehörige eine solche
Kur auch allein besuchen dürfen, um Zeit für sich zu gewinnen. Die geplante Aufwertung der Pflegezeiten
in der Rentenversicherung wäre ein richtiger Schritt. Doch das hilft den Angehörigen im kräftezehrenden
Alltag ebenfalls nicht weiter.
Wir haben im April 2010 einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem wir ein Gesamtkonzept zur
Entlastung pflegender Angehöriger fordern (BT-Drs. 17/1434). So brauchen Pflegende unabhängige und
individuelle Pflege- und Wohnberatung. Die ambulanten Leistungen der Pflegeversicherung müssen
gezielt ausgebaut werden, etwa die Tages- und Kurzzeitpflege. Zudem brauchen wir bessere Förder- und
Anreizstrukturen für das bürgerschaftliche Engagement und für mehr haushaltsnahe Dienstleistungen im
Pflegebereich.
Durch flexiblere Arbeitszeitmodelle muss die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf langfristig ermöglicht
werden – nicht nur für zwei Jahre, wie Familienministerin Schröder es vorschwebt. Für Berufstätige, die
Pflegeaufgaben nicht dauerhaft übernehmen können oder wollen, schlagen wir eine dreimonatige
Pflegezeit mit kompletter Freistellung vom Beruf vor. In dieser Zeit können sie die Pflege ihrer
Angehörigen organisieren. Damit sich das alle leisten können, soll in dieser Zeit eine steuerfinanzierte
Lohnersatzleistung gezahlt werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.02.2011
Christian Hans
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Abgeordnetenbüro Elisabeth Scharfenberg MdB
Sprecherin für Pflegepolitik und Altenpolitik
Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Tel.: ++49 (0)30 227 -74532, Fax: -76655
E-Mail: elisabeth.scharfenberg.ma01@bundestag.de
Web: http://www.elisabeth-scharfenberg.de
Postanschrift: Deutscher Bundestag, 11011 Berlin

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Bessere Unterstützung für pflegende Angehörige ist dringend

Beitrag von Presse » 15.02.2011, 15:00

Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Pflege-Dialog des Bundesministeriums für Gesundheit:

Bessere Unterstützung für pflegende Angehörige ist dringend nötig

Berlin, 15.02.2011. Die Unterstützung pflegender Angehöriger war das Thema des Pflege-Dialogs, zu dem Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler am 14. Februar 2011 eingeladen hatte. Mehr als 2,2 Millionen Menschen sind derzeit pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Etwa zwei Drittel von ihnen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt, zumeist von (Ehe-)partnern und Töchtern. Dies gilt auch für die 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland, von denen nur ein Teil Leistungen der Pflegeversicherung erhält.

Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: "So wichtig dieser Dialog ist, so verliere ich doch langsam die Geduld. Seit 2009 liegen sorgfältig ausgearbeitete und abgestimmte Vorschläge einer Expertenkommission zur Reform der Pflegeversicherung auf dem Tisch. Diese Vorschläge sehen etwa vor, dass der besondere Betreuungs- und Pflegebedarf Demenzkranker im Rahmen der Pflegeversicherung anerkannt wird. Dies muss endlich umgesetzt werden."

Im Einzelnen sagte Heike von Lützau-Hohlbein zur notwendigen Entlastung pflegender Angehöriger: "Als Selbsthilfeorganisation kennen wir die besonderen Belastungen pflegender Angehöriger, und das sind oft 80-jährige Ehefrauen. Der ,36-Stunden-Tag' ist sprichwörtlich geworden. Deshalb fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft eine am individuellen Bedarf orientierte, wohnortnahe und bezahlbare Entlastung pflegender Angehöriger. Pflegende haben schon jetzt einen Anspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege, wenn sie krank sind oder Erholung brauchen. Doch dieser Anspruch muss flexibler genutzt werden können, und wir brauchen mehr geeignete Angebote. Kuren für Angehörige und Pflegebedürftige müssen ermöglicht werden, ähnlich wie Mutter-Kind-Kuren. Ferner muss Pflegezeit angemessen bei den Rentenansprüchen angerechnet werden".

Hintergrund:
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von regionalen Alzheimer Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Nummer 01803 - 171017.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.02.2011
Kontakt: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Tel. 030 / 259 37 95 - 0, Fax: 030 / 259 37 95-29
mailto: info@deutsche-alzheimer.de, Internet: http://www.deutsche-alzheimer.de

WernerSchell
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Pflegende Angehörige brauchen mehr als Trostpflästerchen

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2011, 15:21

Presse hat geschrieben:Pflegende Angehörige brauchen mehr als Trostpflästerchen ....
Die Belastungen pflegender Angehöriger sind schon lange bekannt. Dafür brauchen wir keinen
Pflege-Dialog, bei dem es vor allem um die Selbstinszenierung von Herrn Rösler geht. Röslers
Vorschläge zielen komplett an den Problemen pflegender Angehörige vorbei, die diese Tag für Tag zu
bewältigen haben.
Kuren für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können für Entlastung sorgen. Wichtiger ist es aber,
Überforderungen vorzubeugen, die eine Kur erst nötig machen. Deshalb müssen Angebote geschaffen
werden, die den Angehörigen kontinuierlich zur Verfügung stehen. ....
Die augenblickliche Diskussion um Kuren für pflegende Angehörige halten wir für wenig sinnvoll. Pflegende Angehörige brauchen vorrangig konkrete Entlastung bei der Pflege und finanzielle Absicherungen. Alles andere sind Nettigkeiten "am Rande". Das vorhandene Geld muss zielgenau eingesetzt werden.
Auch andere bereits im vergangenen Jahr andiskutierte Reformthemen werden vom BMG falsch eingeschätzt. Es fragt sich: Wer ist hier alles von den sog. "guten Geistern verlassen"?
Werner Schell
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G. Fröhlich- Rockmann
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Nächste "Pflegereform". Wolle mer se neilasse???

Beitrag von G. Fröhlich- Rockmann » 15.02.2011, 20:56

.... ach des war ernst da gestern in der tagesschau??? ich hielt es für die eröffnung der diesjährigen karnevalssaison!

Meine Einladung zum Praktikum in einem Haushalt in dem gepflegt wird für "Entscheidungsträger" bis hin zum Bundesminister steht immer noch und auch Herr Dr. Rösler kann gern mal ne Woche aushelfen kommen wenn er möchte.

So hätte er die Möglichkeit tatsächlich zu erfahren was pflegende Angehörige benötigen und vor allem er wär der Erste, der tatsächlich mal bei denen den er "Gutes tun will" selber nach schaut!"

Auch das wäre eine Wohltat, denn diejenigen die meinen zu wissen was pflegende Angehörige brauchen schießen derzeit ja wieder mal wie Pilze aus dem Boden.

Auch Fernsehsender aller Coleur täten vielleicht gut daran lieber dort nachzusehen wo zu Hause gepflegt wird, als immer und immer wieder die selben Gesichter zu präsentieren.

Ich wiederhol gern deshalb meine Frage nochmal: Welcher tatsächlich pflegende Angehörige sitzt denn in den Beratungsgremien ?? Wer fordert das mehr Geld ins System müsse hat immer noch nicht begriffen das das System endlich reformiert gehört.....

In dem Sinne Alaaf und Hellau Herr Bundesgesundheitsminister! Vor der Tür steht die nächste "Pflegereform". Wolle mer se neilasse???
Einen TRAUERMARSCH BIDDE!

MfG
Gerd Fröhlich-Rockmann
Es ist der Mensch und nicht die Krankheit

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Bereitschaft zur Pflege eines nahen Angehörigen

Beitrag von Presse » 16.02.2011, 08:01

Ärzte Zeitung, 15.02.2011

Deutsche sind kein Volk von Pflege-Muffeln
Wissenschaftler widersprechen der These, die Bereitschaft zur Pflege eines nahen Angehörigen sinke. Das Gegenteil sei der Fall, betonen sie.
Von Thomas Hommel
BERLIN. Die Berliner Medizinsoziologin Professor Adelheid Kuhlmey hat der Behauptung widersprochen, wonach die Bereitschaft der Bundesbürger zur Pflege eines Angehörigen rapide sinkt. .... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... sid=641136

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