Koalitionsvertrag vom 07.02.2018 - Thema "Gesundheit und Pflege" - Ankündigungen mit wenig Substanz

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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Giffey fordert bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Beitrag von WernerSchell » 31.03.2018, 06:56

Giffey fordert bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Velten/Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) hat bessere Arbeits­bedingungen und angemessene Löhne für Pflegeberufe gefordert. Schon wegen des akuten Fachkräftemangels müsse der Beruf attraktiver werden, sagte Giffey anlässlich des Besuchs in einem Seniorenzentrum im brandenburgischen Velten. Die Moderni­sierung der Ausbildung sei dabei ein wichtiger Baustein.

Aufgrund der demografischen Entwicklung sei die Sicherung von Fachkräften eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben. Allen, die sich für einen Pflegeberuf interessierten, müsse eine fundierte und zeitgemäße Ausbildung angeboten werden, sagte die Ministerin. Diese Ausbildung müsse den breiten beruflichen Einsatzmög­lichkeiten und der Entwicklung im Gesundheitswesen Rechnung tragen. „Menschen zu pflegen ist ein verantwortungsvoller Beruf, der viel Wertschätzung und Anerkennung verdient“, sagte Giffey.

... (weiter lesen unter) > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ?nid=92167
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Pflegenotstand - Politiker haben die Misere nicht begriffen

Beitrag von WernerSchell » 03.04.2018, 06:20

Am 03.04.2017 bei Facebook gepostet:
Im Pflegesystem muss es vorrangig darum gehen, erheblich mehr Pflegepersonal an die Pflegebetten zu bringen. Dazu müssen deutlich verbesserte Stellenschlüssel gestaltet werden, bundesweit! Nur so kann der Pflegenotstand aufgelöst werden. Es mag ergänzend einige hilfreiche weitere Maßnahmen geben, wie z.B. die sog. Entbürokratisierung. Aber das hilft nicht entscheidend, zumal bei der Zurückführung des Dokumentationsgeschehens allerlei haftungsrechtliche Probleme auftauchen werden. - In einem Interview Prof Dr. Großkopf und Werner Schell am 15.05 2014 wurde herausgestellt, wie die Probleme in der Pflegeversorgung angegangen werden müssen = Film bei Youtube (3,27 Min.) anschaubar: > https://www.youtube.com/watch?v=KXX7VYoJIuQ Leider ist es so, dass die verantwortlichen Politiker in der damaligen und neuen GroKo die Pflegemisere offensichtlich nicht wirklich verstanden haben. Aktuell ist (noch) kein Konzept in Sicht, dass wirklich geeignet erscheint, die Versorgungssituation im Pflegebereich nachhaltig zu verbessern. - Das am 13.05.2014 vorgelegte Statement betreffend die Anforderungen zur Auflösung des Pflegenotstandes ist abrufbar unter folgender Adresse > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf
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Krankenstand - Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Beitrag von WernerSchell » 16.04.2018, 15:39

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Aus Forum:
viewtopic.php?f=5&t=22591&p=103140#p103140

Rheinische Post vom 16. April 2018:

Eine Altenpflegerin aus dem Rheinland erzählt
"Viele Pfleger sind psychisch am Ende"

Düsseldorf. Die Altenpflegerin Birte Fischer liebt ihren Job, stößt aber immer wieder an ihre Grenzen. Denn der Personalmangel ist massiv, eine ausreichende individuelle Pflege kaum zu gewährleisten. Eine Fachkraft erzählt aus ihrem Alltag.

Von Saskia Nothofer

An manchen Tagen schafft sie es noch nicht einmal, ein Glas Wasser während ihres Dienstes zu trinken. "Es gab auch eine Zeit, in der ich vor lauter Stress fünf Kilo abgenommen habe", erzählt Birte Fischer*. Die junge Frau ist Altenpflegerin - genauer gesagt examinierte Pflegefachkraft - sie hat also eine dreijährige Ausbildung absolviert und arbeitet seit vielen Jahren in der Pflege im Rheinland. Fischer macht ihren Job mit viel Herzblut, "aber so, wie sich die Branche entwickelt, kann es nicht weitergehen", sagt sie.
Beim Verdienst fange es an. Sie bekomme im Schnitt ein Gehalt von etwa 1500 Euro netto pro Monat. "Viel zu wenig für das, was wir leisten", sagt die junge Frau. So schrecke das niedrige Gehalt auch viele ab, überhaupt eine Ausbildung als Pfleger zu beginnen. Die Konsequenz: Viel zu wenige Pfleger müssen eine hohe Zahl von Patienten oder Bewohnern versorgen - "die individuelle Pflege kommt viel zu kurz", so Fischer. "Konkret heißt das, dass sich im Frühdienst drei Kräfte um 35 Patienten kümmern müssen, im Spätdienst sind es dann nur noch zwei Kräfte."

Zu wenig Pfleger für zu viele Patienten

Eine Herausforderung, schließlich müssten einige Patienten immer zu zweit versorgt werden - etwa weil sie eine hohe Pflegestufe haben, im Rollstuhl sitzen und eine einzelne Person es nicht schaffen kann, sie aufs Bett zu hieven oder sie allein umzuziehen. "Die übrigen 34 sind dann auf sich gestellt", so Fischer. "Und das kann gefährlich werden. Denn sie werden so zum Beispiel nicht beim Essen begleitet, außerdem steht überall Desinfektionsmittel oder auch Reinigungsmittel herum. Wie soll man verhindern, dass nicht einmal jemand auf die Idee kommt, dies zu trinken?"

An diesem Punkt fange es an, gefährlich zu werden. Und auch wenn keine Pflegekraft damit beschäftigt sei, Patienten etwa zu waschen, müssten vier bis fünf Patienten gleichzeitig das Essen angereicht und Tabletten verabreicht werden, während nebenbei noch darauf geachtet werden müsse, dass die Demenzkranken nicht das Heim verlassen. "Dafür fehlen Praktikanten oder junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei uns im Heim machen", so die Pflegerin.

Springer verdienen etwas mehr

Fischer ist eine sogenannte Springerin. Sie ist also nicht in nur einem Heim tätig, sondern arbeitet in verschiedenen Altenheimen und Krankenhäusern, in der ambulante Pflege sowie in Psychiatrien. "Ich mag es, weil es abwechslungsreicher ist. Man lernt immer neue Bewohner und immer wieder neue Kollegen kennen", sagt sie. Außerdem verdiene sie dadurch mehr als andere Kräfte. "Bis zu 800 Euro kann das pro Monat ausmachen."
Während Birte Fischer die Abwechslung gefällt, sind vor allem Altenheim-Bewohner in der Regel wenig begeistert von immer wieder wechselndem Personal. "Viele alte Leute stört es natürlich, dass sie immer von anderen Pflegern betreut werden und kein Vertrauensverhältnis aufbauen können", erklärt Fischer. Doch sei der Pfleger mit einer ausreichenden Portion Empathie ausgestattet, könnte auch eine nur kurze Pflegedauer zu einem innigen und vertrauten Verhältnis zum Patienten führen.
Die Arbeit als Springer hat für Fischer noch weitere Vorteile: "Ich kann mir Urlaub nehmen, wann ich möchte, und wenn ich krank bin, kann ich zu Hause bleiben, muss mir keine Vorwürfe von meinem Arbeitgeber anhören." In vielen Einrichtungen sehe das anders aus. "Da kommt viel Druck von oben", so Fischer. Wer krank sei, werde zum Gespräch gebeten. Es werde immer wieder hinterfragt, ob man denn wirklich krank sei. "Das ist erniedrigend", sagt die Pflegerin.
Die junge Frau spricht in diesem Zusammenhang nicht nur von Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. "Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am Ende, haben Rückenprobleme oder leiden an Burn-out. Denn wir können noch nicht einmal unsere zahlreichen Überstunden abbauen, die wir Monat für Monat vor uns herschieben. Teilweise wird das Personal sogar schon früher aus dem Urlaub geholt, um die Lücken im Dienstplan zu füllen", erzählt sie.

"Die Pflege ist mein Baby"

Oft habe sie beobachtet, dass Patienten sediert werden. "Unruhigen oder aggressiven Patienten wird dann Melperon oder Tavor verabreicht", so Fischer. Es handelt sich um ein Neuroleptikum beziehungsweise ein Beruhigungsmittel. Die Patienten seien so natürlich leichter zu pflegen. Und Ärzte schreckten nicht davor zurück, die Mittel zu verschreiben. Schließlich verdienten sie damit Geld. Sogar Angehörige seien teils einverstanden damit. "Viele kommen nicht mit dem Zustand der Mutter oder des Vaters zurecht und sind froh darüber, sie nicht verwirrt oder aggressiv erleben zu müssen."
Der Job als Pflegerin verlangt Birte Fischer vieles ab. "An manchen Abenden komme ich nach Hause und bin fix und fertig, weil ich so viel zu tun hatte", erzählt sie. Dennoch habe sie manchmal das Gefühl, nur die Hälfte geschafft zu haben und mache sich Gedanken darüber, ob sie ihren Patienten gerecht werden konnte. Einen anderen Beruf möchte sie trotzdem nicht haben. "Die Pflege ist mein Baby. Und was mich immer wieder bestärkt, sind die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten."
*Name geändert

Kranken- verdienen mehr als Altenpfleger

Gehalt Altenpflegefachkräfte verdienen im Schnitt 2621, Helfer in der Altenpflege 1870 Euro brutto. Krankenpflegefachkräfte bekommen durchschnittlich 3239 und Helfer in der Krankenpflege 2478 Euro brutto.
Politik Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat das Ziel, soziale Berufe attraktiver gestalten.

Quelle: RP > http://www.rp-online.de/nrw/panorama/kn ... -1.7516249

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Der Neusser Pflegetreff wird sich am 09.05.2018 mit folgendem Thema befassen:

"Pflegebedürftigkeit - was nun? … Vorsorgeplanungen und Pflegenotstand … Leistungsansprüche und Quartiershilfen (Lotsen) … "

Weitere Informationen (stets aktuell) unter folgender Adresse: viewtopic.php?f=7&t=22589 bzw. http://www.wernerschell.de/aktuelles.php
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Die große Überforderung: Wie lösen wir den Pflegenotstand?

Beitrag von WernerSchell » 18.04.2018, 07:02

"Die große Überforderung: Wie lösen wir den Pflegenotstand?"
Diskussionsrunde bei "Maischberger" am 18.04.2018 > viewtopic.php?f=7&t=22604 - Anmerkung: Der Neusser Pflegetreff wird sich am 09.05.2018 ebenfalls mit den gebotenen pflegepolitischen Reformschritten befassen. Dabei geht es aber nicht nur um die systemischen Mängel in den Einrichtungen, sondern auch um die Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen. Diese Quartiersarbeit - nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" ist alternativlos - wird in den meisten Diskussionsrunden unberücksichtigt gelassen. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk wird aber genau dieses Thema erneut in den Blick nehmen. Eine ganzheitliche Betrachtung aller Versorgungsstrukturen erscheint zwingend erforderlich! > http://www.wernerschell.de/aktuelles.php
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In Deutschland fehlen mehr als 25.000 Alten- und Krankenpfleger

Beitrag von WernerSchell » 25.04.2018, 10:47

Rheinische Post vom 25. April 2018

Unbesetzte Stellen
In Deutschland fehlen mehr als 25.000 Alten- und Krankenpfleger

Berlin. Im Wahlkampf brachte ein Pflege-Azubi die Kanzlerin in Erklärungsnot, als er schilderte, wie es in seinem Job zugeht - weil Personal fehlt. Nun machen Zahlen der Bundesregierung die Dimension deutlich. Die Grünen sprechen von einer "Fachkräftekrise".
In der Alten- und Krankenpflege sind deutschlandweit mehr als 25.000 Fachkraft-Stellen nicht besetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach waren 2017 im Schnitt 14.785 offene Stellen für Spezialisten in der Pflege alter Menschen gemeldet, in der Krankenpflege waren es 10.814. "Wir stehen in der Pflege vor einer echten Fachkräftekrise", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.
… (weiter lesen unter) …. http://m.rp-online.de/wirtschaft/alten- ... InApp=true

+++
Der Beitrag beschreibt seit Jahren bekannte Fakten. Es gibt mittlerweile zahlreiche offene Stellen. Hinzu kommt der zusätzliche Bedarf. Es kann davon ausgegangen werden, dass in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen selbst bei knapper Kalkulation eigentlich weit über 100.000 Pflegekräfte fehlen. Und der Bedarf wird angesichts der demografischen Entwicklung weiter steigen.
Der Pflegetreff am 09.05.2018 wird das Thema aufgreifen. Informationen dazu (stets aktuell) unter folgenden Adressen: viewtopic.php?f=7&t=22589 bzw. http://www.wernerschell.de/aktuelles.php
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Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen besorgniserregend

Beitrag von WernerSchell » 28.04.2018, 06:23

Am 28.04.2018 bei Facebook gepostet:
Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen besorgniserregend - Gesundheitsförderung ist wichtig für Erhalt der Arbeitskraft! - Darüber wird der Pflegetreff am 09.05.2018 informieren: > viewtopic.php?f=7&t=22589 - Es gibt Angebote für Pflegekräfte - AOK Neuss will reagieren: > viewtopic.php?f=5&t=22591
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Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht

Beitrag von WernerSchell » 25.05.2018, 17:56

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=22649&p=103735#p103735

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Pflege-Thermometer 2018 veröffentlicht

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Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln hat mit dem Pflege-Thermometer 2018 die Ergebnisse der bundesweiten repräsentativen Befragung von Leitungskräften in der teil-/vollstationären Pflege veröffentlicht. Gefördert wurde die Studie von der B. Braun-Stiftung und vom Pflegelotsen des Verbands der Ersatzkassen e.V. unterstützt.

Aktuell sind rund 17.000 Stellen im Pflegebereich in den Einrichtungen nicht besetzt. Zur Deckung würden rund 25.000 zusätzliche Personen benötigt, da vielfach in Teilzeit gearbeitet wird. „Die Personalengpässe führen zu Wartelisten und zu Absagen bei Betreuungsanfragen in den Einrichtungen. In mehr als jedem fünften Betrieb erfolgte aufgrund des Personalmangels in den vergangenen drei Monaten ein zeitweiliger Aufnahmestopp“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie. Auswirkungen zeigen sich auch bei den Beschäftigten selbst. „Die Leitungskräfte beobachten gegenüber dem Vorjahr erhöhte Krankheitsausfälle und steigende Anforderungen durch Einspringen an freien Tagen“, so Isfort weiter. Die Forscher des DIP beschreiben auch Veränderungen bei den Bewohnern. Zwei von drei Bewohnern sind kognitiv eingeschränkt. Zieht man weitere Faktoren hinzu, wie z.B. die Verkürzung der Wohndauer und das höhere Alter der neu aufgenommenen Bewohner, so verdichtet sich das Bild, dass sich die stationären Einrichtungen zunehmend zu gerontopsychiatrischen Facheinrichtungen entwickeln, die eine würdevolle und palliative Begleitung am Lebensende absichern müssen.

Licht und Schatten stellen die Einrichtungen bei den aktuellen Gesetzesreformen und Entwicklungen fest. „Maßnahmen der Entbürokratisierung führen offenbar tatsächlich zu Entlastungen des Personals und einer größeren Klarheit der Dokumentation“, so Isfort. Es bestehen aber zahlreiche weitere bürokratische Bereiche, wie z.B. aufwendige, aber wenig aussagekräftige Qualitätsmessungen. „Eine klare Absage wird dem Pflege-TÜV in seiner jetzigen Form erteilt“, so Isfort. Mehr Gestaltungsspielraum wird auch bei der Regelung der Fachkraftquote gefordert – eine Abschaffung aber findet deutlich keine Mehrheit. Vielmehr wird befürwortet, dass unter bestimmten Bedingungen und geprüften Konzepten mehr Variabilität ermöglicht werden müsste. Eine zentrale Veränderung ist die Umstellung der Pflegestufen in Pflegegrade. Mehr als jede zweite Einrichtung betrachtet die Umstellung eher skeptisch. Befürchtet werden niedrigere Neueinstufungen und finanzielle Einbußen, sodass zukünftig primär Menschen mit hohen Pflegegraden aufgenommen werden. Eine Verbesserung der Steuerung ergibt sich den Einschätzungen folgend eher nicht.

Mit der Veröffentlichung des Pflege-Thermometers 2018 wird die erfolgreiche Studienreihe des DIP fortgesetzt. Die Studie kann kostenlos von den Internetseiten des DIP heruntergeladen werden ( https://www.dip.de ). Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. finanziert sich überwiegend aus Projektmitteln und beschäftigt rund fünfzehn Mitarbeiter/innen.

Kontakt: Elke Grabenhorst, Tel: 0221/ 46861-30
(Veröffentlichung frei, Beleg erbeten)

Anhang
attachment icon Pressemitteilung > https://idw-online.de/de/attachment65659

Quelle: Michael Isfort Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
Studie untersucht Situation in der stationären Pflege
https://idw-online.de/de/news696332

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) ist ein gemeinnütziges Institut an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) in Köln. Es finanziert sich weit überwiegend aus Projektmitteln und beschäftigt rund fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Angebot des DIP gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen. - Quelle: https://www.dip.de/aktuelles/

Download der Studie > https://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/p ... r_2018.pdf
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Konzertierte Aktion Pflege > "Masterplan Pflege"

Beitrag von WernerSchell » 30.06.2018, 07:13

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=22646&p=104253#p104253

Start der Konzertierten Aktion Pflege
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/PK) Die im Koalitionsvertrag vereinbarte "Konzertierte Aktion Pflege" (KAP) soll am 3. Juli beginnen. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/2952 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/029/1902952.pdf ) auf eine Kleine Anfrage (19/2607 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/026/1902607.pdf ) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schreibt, sind die Ministerien für Gesundheit, Arbeit und Soziales sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend in die Initiative eingebunden.
Unter Beteiligung aller relevanten Akteure sollen längstens innerhalb eines Jahres konkrete Maßnahmen und Empfehlungen zur Verbesserung der Situation in der Alten- und Krankenpflege erarbeitet werden. Dazu würden zahlreiche Themenkreise gebildet mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte "unmittelbar und spürbar" zu verbessern.
Auch die jüngsten Vorschläge des Pflegebevollmächtigten Andreas Westerfellhaus würden als wichtige Impulse in den Beratungen diskutiert. Westerfellhaus hat unter anderem vorgeschlagen, Berufsrückkehrer mit Prämien zu locken. Wer aus der Teilzeit in die Vollzeit wechsle, solle auch eine Prämie erhalten. Zudem sollen Pflegekräfte ihre Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 80 Prozent reduzieren können. Umgekehrt sollen Teilzeitkräfte auf 80 Prozent aufstocken können.

Quelle: Mitteilung vom 29.06.2018
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de

+++
Anmerkung:
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Wenn es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte gehen soll, muss vorrangig ein Personalbemessungssystem geschaffen werden, dass eine angemessene Stellenausstattung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gewährleistet (Tag und Nacht). Solange es ein solches System noch nicht gibt, müssen die Stellenschlüssel um mindestens 20% angehoben werden. Eine solche Botschaft ist notwendig, um Pflegekräfte in ausreichender Zahl zu gewinnen bzw. zu halten. - Werner Schell
Siehe u.a. unter > viewtopic.php?f=4&t=22683
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Reformbedarf bei der Pflege - Höhere Steuern = bessere Pflege?

Beitrag von WernerSchell » 09.08.2018, 07:19

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=22776


Reformbedarf bei der Pflege - Höhere Steuern = bessere Pflege?

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Fast drei Viertel der Deutschen würden für eine bessere Pflege mehr Steuern zahlen. Das geht aus einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR hervor.
Von Leonie Puscher und Anne Ruprecht.
Die Themen Pflege und Pflegenotstand beschäftigen - einmal mehr - die deutsche Politik. Am vergangenen Mittwoch beschloss der Bundestag einen Gesetzesentwurf, nach dem in der Altenpflege 13.000 neue Stellen geschaffen werden sollen. Und die CDU belebt die Debatte über die Wehrpflicht wieder - auch, mit Blick auf den Ersatzdienst im Sozialsektor, zum Beispiel in der Pflege.
Dass die Pflege die Deutschen umtreibt, belegt auch eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der NDR-Sendung "Panorama - Die Reporter". Den Ergebnissen zufolge machen sich viele Menschen Gedanken darüber, wie die steigenden Kosten der Pflege in Zukunft finanziert werden können.
... (weiter lesen auf tagesschau.de ) .... https://www.tagesschau.de/inland/pflege-221.html

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Siehe zum Thema die Beiträge im Forum unter:
viewtopic.php?f=4&t=22646
viewtopic.php?f=4&t=22697
viewtopic.php?f=4&t=22696
viewtopic.php?f=4&t=22742
viewtopic.php?f=4&t=22564
viewtopic.php?f=4&t=22683

Bei Facebook gepostet (Chronikbild 04.08.2018):

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