Viele Pillen sind überflüssig - Kritik an Pharma-Hersteller

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Moderator: WernerSchell

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Presse
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Viele Pillen sind überflüssig - Kritik an Pharma-Hersteller

Beitrag von Presse » 22.11.2009, 10:10

Kritik an Pharma-Hersteller
Ärzte: Viele Pillen sind überflüssig

VON ANTJE HÖNING UND MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009
(RP) Von den 2500 Wirkstoffen sind nur 500 empfehlenswert, sagt die Ärzteschaft und kritisiert Pharma-Hersteller. Selbst todkranke Krebspatienten bekämen oft teure und fragwürdige Medikamente.

Ärzte üben scharfe Kritik an der Pharma-Industrie. Die Zahl der Medikamente nehme rapide zu, beklagte Bruno Müller-Oerlinghausen, Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Und viele seien völlig überflüssig. Von 2500 Wirkstoffen auf dem deutschen Markt sind nach Ansicht der Arzneimittelkommission gerade einmal 500 im Hinblick auf Therapieerfolg und Kosten empfehlenswert. ....
(mehr)
http://www.rp-online.de/wissen/gesundhe ... 85332.html

Gaby Modig
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Arzneimittel - Positivliste - muss schnellstens her

Beitrag von Gaby Modig » 22.11.2009, 10:24

Hallo,
der Bericht zeigt, dass wir dringend eine Positivliste brauchen. Die allermeisten Arzneimittel sind überflüssig und belasten nur die Gesundheitsausgaben.
Siehe auch
viewtopic.php?t=11695&highlight=positivliste
Wer hat im politischen Bereich endlich den Mut, der Pharmaindustrie entgegen zu treten? Unser solidarisches Gesundheitssystem kann nur das Notwendige finanzieren. Pillen ohne Ende ... können da auf Dauer nicht mehr zum Angebot gehören. Wir müssen dringend Prioritäten setzen.
MfG Gaby
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

Sabrina Merck
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Re: Arzneimittel - Positivliste - muss schnellstens her

Beitrag von Sabrina Merck » 22.11.2009, 15:55

Gaby Modig hat geschrieben:
der Bericht zeigt, dass wir dringend eine Positivliste brauchen. Die allermeisten Arzneimittel sind überflüssig und belasten nur die Gesundheitsausgaben.
Siehe auch viewtopic.php?t=11695&highlight=positivliste
Wer hat im politischen Bereich endlich den Mut, der Pharmaindustrie entgegen zu treten? Unser solidarisches Gesundheitssystem kann nur das Notwendige finanzieren. Pillen ohne Ende ... können da auf Dauer nicht mehr zum Angebot gehören. Wir müssen dringend Prioritäten setzen.
Ja, ich bin auch schon seit längerer Zeit für eine Positivliste. In der Liste könnte man sich mit rd. 2.000 oder gar mit 500 Präparaten begnügen. Die Medikamente würden nach Notwendigkeitsgesichtspunkten in die Liste aufgenommen. Alles, was darüber hinaus von den Patienten ergänzend gewünscht wird, müssten sie selbst bezahlen. Das wäre endlich eine wirkungsvolle Maßnahme, die die stetig steigenden Arzneimittelkosten nicht nur eindämmen, sondern auch zurückführen könnte.
Eine solche Liste kann man unter Beteiligung unabhängiger Pharmazieexperten und Ärzten erstellen. Man müsste nur eine gewisse Zeit überstehen, in der uns die Pharmaindustrie etwas vorjammert.

MfG Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Dieter Radke
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Zuwendung statt Pillen

Beitrag von Dieter Radke » 02.01.2010, 08:21

Hallo im neuen Jahr!

Die Pharmaindustrie hat laut Medienberichte zahlreiche neue Medikamente für das begonnene Jahr 2010 angekündigt. Ärzte und Patienten sollten wachsam sein, was es mit diesen angeblich neuen Präparaten auf sich hat. Wir werden ja förmlich von Arzneimitteln überschwemmt, jedes Wehwehchen kann man kurzerhand beheben. Und damit es haftungsrechtlich keine Komplikationen gibt, folgt immer der Zusatz "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker".
Es sollte eigentlich seitens der Krankenkassen einmal der Anruf ergehen, mit Medikamenten zurückhaltender umzugehen! Oder besser noch: Es sollte schnellstmöglich eine Positivliste angestrebt werden.

In diesem Sinne gute Gesundheit!
Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

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Übertherapiert .....

Beitrag von WernerSchell » 03.01.2010, 14:53

Siehe auch den TV-Tipp für den 04.01.2010
Übertherapiert .....

viewtopic.php?t=13400
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Rob Hüser
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Sieg der Pharma-Lobby: Aus für den Pillen-TÜV?

Beitrag von Rob Hüser » 08.01.2010, 07:59

Hallo Forum!

Gestern, 7.1.2010, berichtete Monitor, ARD zu folgendem Thema:
Sieg der Pharma-Lobby: Aus für den Pillen-TÜV?

Dazu sind Informationen nachlesbar:
Das Institut zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ist der Pharma-Industrie seit seiner Gründung unbequem und zu kritisch. Gegründet wurde es, um durch unabhängige Studien zu verhindern, dass zu teure oder gar schädliche Arzneimittel auf den Markt kommen. Die Lobbyisten der Pharmabranche sind jetzt offenbar am Ziel: Regierungspolitiker aus FDP und CDU fordern unverhohlen eine Neuausrichtung des Instituts. Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandortes Deutschland zu erhöhen. Der Leiter des Instituts soll abgesetzt werden. [zum Beitrag]
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/ ... harma.php5
Bericht: Georg Restle, Ursel Sieber, Frank Konopatzki

Der Beitrag war sehenswert / aufschlussreich. Wurde doch die erfolgreiche Lobbyarbeit der Pharmaindustrie beschrieben. Die Patienen zahlen die Zeche!

MfG Rob H.
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

johannes
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Beitrag von johannes » 09.01.2010, 12:29

Nur schade, daß der Gesetzgeber die Versicherten zwingt, die Pharmaindustrie zu bereichern. Schließlich hat sich das, was einmal zum Schutz der Kranken sinnvoll war - die Pflichtversicherung - in ihr Gegenteil verändert. Sie ist heute die Gelddruckmaschine für die Pharmaindustrie.
Ein Mensch funktioniert nicht - er lebt!

thorstein
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Beitrag von thorstein » 09.01.2010, 19:27

Nun sind die Ärzte meines Wissens ja nicht gezwungen, unnütze oder überteuerte Medikamente zu verschreiben. Wie gelingt es wohl der Pharmaindustrie regelmäßig, solche Medikamente auf dem Markt zu plazieren?
Wie heißt es so schön:

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

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Positivliste muss kommen

Beitrag von Anja Jansen » 05.04.2010, 06:47

Positivliste muss her - Text aus Forum
viewtopic.php?t=10830
Maja2003 hat geschrieben: Eine Positivliste wäre in meinen Augen eine Katastrophe. Der Patient ist individuell zu sehen. .....
Hallo Maja,
wir jammern alle auf sehr hohem Niveau und daher kommen wir mit wirklichen Reformen in Deutschland nicht voran. Niemand will seine "wohlerworbenen Rechte" einschränken lassen. Deshalb ersticken auch die Gerichte an Klagen.
Die Reduktion in der Arzneimittelversorgung muss kommen. Denn auf diesem Gebiet sind die Kostensteigerungen enorm. Die Vorteile sind eher bescheiden.
Alle Versuche, die Kostenflut insoweit einzudämmen, waren bislang erfolglos. Was der neue Gesundheitsminister will, ist auch beim näheren Betrachten nicht hilfreich (vielleicht auch nicht gewollt). Wenn die Pharmaindustrie die Preise beliebig hoch festsetzt, kann so im Zweifel gelassen über Rabatte usw. gesprochen werden.
Nein, wir brauchen klare Vorgaben. Arzneimittel, die wirklich nötig sind, müssen voll finanziert werden. Alles andere muss jeder selbst finanzieren. Insoweit kann eine Positivliste Wirkung erzielen. Sie schadet auch den Menschen nicht, weil alle notwendigen Wirkstoffe berücksichtigt werden. Die Galenik wird in diesem Zusammenhang völlig überschätzt. Es geht meist um Diskussionen, die lieb gewordene bunte Pillen betreffen und nicht um nachweisbare Wirkungen. Sollte in Einzelfällen wirklich der Galenik Bedeutung zukommen, sollte man das bei der Listenerstellung berücksichtigen.

MfG Anja
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

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Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten

Beitrag von Service » 08.04.2010, 07:26

Medikamentenabhängigkeit im Alter - hohe Kosten
viewtopic.php?t=13964

WernerSchell
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Positivliste für Arzneimittel wäre patientenfreundlich

Beitrag von WernerSchell » 14.02.2018, 15:21

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=21840&p=102263#p102263

Koalition will Apotheken stärken

Apotheken - ortsnah - sind grundsätzlich wichtig und müssen erhalten bleiben. Soweit Zustimmung. Vernünftig wäre aber, die wirklich notwendigen (vielleicht etwa 500) Arznzeimittel in einer sog. Positivliste zusammen zu stellen und den Patienten nach ärztlicher Verordnung zuzahlungsfrei zur Verfügung zu stellen. Wer darüber hinaus weitere - nicht zwingend notwendige - Medikamente haben möchte (die Werbung präsentiert uns ja täglich neue Möglichkeiten, unser Wohlfinden zu steigern), sollte das komplett selbst bezahlen. Das wäre eine patientengerechte und solidarische Arzneimittelversorgung!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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