DBfK-Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ - Pflegende sind zum Mitmachen aufgerufen

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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DBfK-Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ - Pflegende sind zum Mitmachen aufgerufen

Beitrag von WernerSchell » 27.10.2018, 06:17

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Quelle: DBfK > https://www.dbfk.de/de/themen/index.php

Heute gestartet: DBfK-Aktion „Mein Beruf: Pflegen“

Mit seiner neuen Initiative knüpft der DBfK ab heute an sein erfolgreiches "Manifest der Pflegeberufe" aus 2015 an. Drei der sechs Statements des Manifests werden wieder aufgegriffen, aktualisiert und vertieft. Denn die Situation in den Pflegeberufen hat sich trotz verschiedenster Pflegereformen seit 2015 noch weiter verschlechtert. Wir rufen beruflich Pflegende aller Fachbereiche und Ebenen zum Mitmachen auf. Auftakt im Oktober: Pflege ist Leistungsfaktor!

Heute beginnt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine Initiative, die auf drei Monate angelegt ist und monatlich einen anderen Themenschwerpunkt haben wird:

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Die Aktion hat eine Vorgeschichte und knüpft an eine sehr erfolgreiche Kampagne von 2015 an – das „Manifest der Pflegeberufe“ des DBfK. Wir haben zur Einführung und Verbreitung vor drei Jahren eine mehrmonatige Initiative durchgeführt. Die großformatigen Poster mit den eingängig formulierten Statements hingen (oder hängen möglicherweise heute noch) in vielen Einrichtungen, Kliniken und Pflegediensten. Es wurden Tage der offenen Tür damit gestaltet, Appelle an Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker gerichtet. Mit der zugehörigen Postkartenreihe haben wir die beruflich Pflegenden erreicht und darüber hinaus auch weite Teile der Bevölkerung.
Was hat sich seitdem verändert? Viel zu wenig, zumindest aus der Perspektive der beruflichen Pflege. Diejenigen, die in ihrem Beruf kranke und alte Menschen pflegen und versorgen sollen, wurden bei den Pflegereformen der vergangenen Legislaturperiode außer Acht gelassen bzw. sträflich vernachlässigt. Dabei ist die Arbeitssituation in der Pflege höchst problematisch und angespannt, jeder weiß das. Viel zu viel Arbeit muss von immer weniger Pflegefachpersonen geleistet werden, der Krankenstand ist hoch, Fluktuation und Berufsflucht steigen, das Image des Pflegeberufs sinkt stetig und kaum jemand erreicht in dieser Branche ein reguläres Renteneintrittsalter. Die Pflegezukunft sieht somit düster aus, zumal der Bedarf an professioneller Pflege ständig steigt und schon längst nicht mehr gedeckt werden kann.
Für diese Fehlentwicklungen gibt es viele Gründe und Verantwortliche, der DBfK hat seit Jahren immer wieder und sehr deutlich auf die sich abzeichnenden Probleme hingewiesen. Lange hat es gedauert, bis die Bundesregierung Pflege auf ihre Agenda setzte – wichtige Jahre wurden so verpasst. Fast zu spät und viel zu langsam wird den Verantwortlichen in Politik und auf Arbeitgeberseite die Brisanz der Probleme bewusst – von echten Lösungsansätzen ist man allerdings noch immer weit entfernt.

Der DBfK hat sich entschlossen, drei der sechs Statements des Manifests noch einmal aufzugreifen und zu vertiefen:

Im Oktober: Pflege ist Leistungsfaktor
Im November: Arbeitsbedingungen und Lohnniveau
Im Dezember: Arbeitszeit und Dienstplan

Die DBfK-Startseite www.dbfk.de lenkt direkt zur Aktionsseite und den zahlreichen Informationen und Materialien, die wir dort zusammengestellt haben. Wir verknüpfen mit unserer Aktion Kernaussagen des Manifests mit Inhalten des diesjährigen Internationalen Tags der Pflegenden (> https://www.icn.ch/what-we-do/campaigns ... nurses-day ) und Schlüsselelementen der weltweiten Initiative Nursing Now (> http://www.nursingnow.org/ ), der sich auch der DBfK angeschlossen hat. Bei Wahlveranstaltungen zu den Landtagswahlen in diesem Herbst, bei Gesprächen und Diskussionen innerhalb der Einrichtungen, im Unterricht der Pflegeschulen und in den Hochschulen, in den Medien, im Kreis der Kollegen – überall muss der Stellenwert pflegerischer Leistung zentrales Thema sein. Werden Sie aktiv und offensiv – dann können wir gemeinsam Dinge bewegen. Und wir hoffen, dass die Zeit nun endlich reif ist für spürbare und nachhaltige Verbesserungen.
Wir wollen viele Statements von beruflich Pflegenden aus allen Arbeitsfeldern einsammeln und veröffentlichen. Wer also Lust hat, sich Gedanken zu machen und kurz, gern spritzig und provokant, seine Version zu liefern, ist ausdrücklich dazu aufgerufen. Senden Sie Ihre ganz persönliche Vervollständigung von „Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor, weil …“ per E-Mail an presse@dbfk.de . Bitte geben Sie Namen, Vornamen und die Tätigkeitsbezeichnung an. Wir wollen eingehende Statements auf der Aktionsseite veröffentlichen, mit der Einsendung geben Sie uns gleichzeitig Ihre Genehmigung dazu.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

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Quelle: Pressemitteilung vom 01.10.2018
Johanna Knüppel, Referentin, Sprecherin, Redakteurin
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
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WernerSchell
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Ohne gute Arbeitsbedingungen keine Lösung des Fachkräftemangels!

Beitrag von WernerSchell » 01.11.2018, 16:24

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Ohne gute Arbeitsbedingungen keine Lösung des Fachkräftemangels!

Heute startet der zweite Monat der DBfK-Aktion „Mein Beruf: Pflegen“. Inhaltlicher Schwerpunkt im November: die Arbeitsbedingungen und deren Konsequenzen in der Pflege.

https://www.dbfk.de/de/themen/mein-beru ... umpinglohn

Zu viel Arbeit, zu wenig Personal, Zeitdruck, immer ‚unter Strom‘, Abarbeiten im Dauerlauf, würdeloses ‚Abfertigenmüssen‘, keine Anerkennung, Berge von Überstunden, unzuverlässige Dienstpläne, immer müde – beruflich Pflegende kennen all dies seit vielen Jahren aus ihrem Berufsalltag. Stress ist Normalzustand geworden, die Personaldecke ist so dünn, dass sie beim kleinsten Ausfall reißt. Das deutsche Gesundheitssystem hat weltweit (noch) einen guten Ruf. Schaut man allerdings hinter die Kulissen, zeigen sich erschreckende Mängel und Risiken für alle Beteiligten.
Eine Pflegelehrerin hat es für „Mein Beruf: Pflegen“ so formuliert: „Ich bin an meinem Arbeitsplatz ein Leistungsfaktor, weil ich ‚Pflege‘ seit fast drei Jahren unterrichte und mir erst jetzt, nachdem ich das ‚Hamsterrad‘ der direkten praktischen, stationären Pflege verlassen habe, bewusst wird, wie wichtig eine politisch initiierte Veränderung in der Pflege ist. Stichwort: Personalbemessung, Rahmenverträge etc. Jahrelang wurde Pflegenden suggeriert ‚Ihr seid nicht gut genug‘, ‚Wollt ihr besser pflegen, dann müsst ihr besser, schneller, effizienter arbeiten, das Hilfspersonal besser führen, effizienter dokumentieren, wirtschaftlicher arbeiten usw.‘ Jetzt haben wir bereits 20 nach 12 und der Fachkräftemangel ist eklatant, Fachkräfte haben zur Anleitung der Auszubildenden wenig Gelegenheit, müssen in einigen Häusern die Arbeit vieler ungelernter Hilfskräfte überwachen...Wenn nicht bald eine Veränderung eintritt, wann dann?“
Überraschen darf das nicht. Seit Jahren belegen z.B. die Umfragen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in der Pflegethermometer-Reihe, wie sich Jahr für Jahr die Bedingungen in der Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen verschlechtert haben. Die Verantwortlichen in Politik und Unternehmen sahen dennoch offenbar bisher keine Veranlassung, hieran grundsätzlich etwas zu ändern. Und ob nun mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz ab 2020 eine deutlich spürbare Verbesserung der Situation eintreten wird, bleibt abzuwarten. Sehr optimistisch sind die Pflegefachpersonen da bisher noch nicht.
Die chronische Überlastung und die unbefriedigenden Arbeitsbedingungen gehen auf die Dauer nicht spurlos an den beruflich Pflegenden vorüber. Und der Dauer-Spagat zwischen dem, was in der täglichen Pflege zu leisten wäre und dem professionellen Berufsverständnis entspricht, und dem, was unter den gegebenen Umständen nur erbracht werden kann, führt zu ethischen Konflikten. Wenn solche Bedingungen lange andauern und keine Perspektive auf positive Veränderung erkennbar ist, macht das krank. Die Pflegeberufe belegen seit Jahren Spitzenplätze bei den Krankheitsquoten. Besonders auffällig ist der steile Anstieg stressbedingter, psychischer Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder auch Suchterkrankungen. Wenn Pflegefachpersonen aus dem Beruf flüchten oder ihre Arbeitszeit von Vollzeit auf Teilzeit reduzieren, dann eben auch, um gesund zu bleiben. Kaum jemand hat unter den heutigen Arbeitsbedingungen die Chance, das gesetzliche Rentenalter zu erreichen.
Das hat Folgen: Der ohnehin sich verschärfende Pflegepersonalmangel wird noch dramatischer. Und die Altersabsicherung, die in Pflegeberufen sowieso meist nicht gerade üppig ausfällt, sinkt auf eine Rentenhöhe, die man als Altersarmut bezeichnen muss. In den Pflegeberufen trifft dies vor allem Frauen.

Wir haben unter dem Stichwort ‚Arbeitsbedingungen‘ Material zusammengestellt, beispielsweise zu den Themen Unternehmerperspektive, Mitarbeiterbindung, Lohnniveau, Arbeitnehmerüberlassung, Führung, Gratifikationskrisen usw. Und gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation und dem Weltverband der Pflegeberufe (Kampagne NURSING NOW) fordern wir: „Regierungen müssen in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Ausbildung und der Führungskompetenzen von professionell Pflegenden investieren!“

Zur Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ gibt es ein dreiteiliges Postkartenset. Die Karten können kostenlos im DBfK-Shop bestellt werden: www.dbfk.de/de/shop/artikel/Postkartens ... flegen.php

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.11.2018
Johanna Knüppel, Referentin, Sprecherin, Redakteurin
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
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Beruflich Pflegende sind auch pflegende Angehörige

Beitrag von WernerSchell » 29.11.2018, 07:35

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Beruflich Pflegende sind auch pflegende Angehörige – mit dem Recht auf planbare, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen

‚Der größte Pflegedienst der Nation droht zu kollabieren!‘ Die Botschaft des heute in Berlin veröffentlichten BARMER Pflegereports 2018, dass die Bereitschaft und Fähigkeit zur Pflege von Angehörigen sinkt, lässt aufhorchen. Vor allem mit Blick auf die weitere demografische Entwicklung der Bevölkerung und den sich zuspitzenden Pflegefachkräftemangel. „Wir sind auf diese wichtige Säule ganz dringend angewiesen. Beruflich Pflegende fehlen heute überall, freie Fachkraftstellen sind nur mit viel Mühe und langem Zeitverzug zu besetzen. Es muss alles getan werden, um pflegende Angehörige zu stützen, zu entlasten und somit physisch und psychisch so lange wie möglich gesund und dieses Versorgungsarrangement stabil zu halten. Die Versorgung wäre ohne sie weder zu leisten noch im heutigen System zu finanzieren“, mahnt Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Aber auch beruflich Pflegende selbst übernehmen private Sorgearbeit – sogar überdurchschnittlich häufig. Weil sie es durch ihren Beruf gelernt haben, weil die Familie es schlicht voraussetzt, weil die Umstände es erfordern, weil das Geld fehlt, um andere Arrangements zu finanzieren usw. Gerade diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in besonderem Maße angewiesen auf Planbarkeit, normale Arbeitsbelastung, gesunderhaltende Bedingungen und Unterstützung im Beruf. Arbeitgeber in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen tun gut daran, das zu bieten, um wertvolle Fachkräfte nicht zu verlieren“, so Bienstein weiter.
Auch für Beschäftigte mit doppelter Pflegeverpflichtung – im Beruf und privat – ist ihr Arbeitsplatz eine wichtige Ressource, die sie dringend brauchen. Der Beruf bietet Abstand und Ablenkung von der häuslichen Last, das Kollegenteam stützt und schützt vor sozialer Isolation, Gehalt und Sozialleistungen sind als finanzielle Absicherung auch für das Alter unverzichtbar. Verlässliche Dienstpläne, normales Arbeitstempo, gesetzliche Pausen, Überstunden nur in Ausnahmefällen, kein Holen aus dem Frei – das sind angemessene Arbeitsbedingungen, auf die beruflich Pflegende ein Anrecht haben. Pflegende Angehörige benötigen sie besonders dringend.
Der DBfK weist im Rahmen seiner Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ in diesem Monat besonders auf das Thema Arbeitsbedingungen und Lohnniveau in Pflegeberufen hin – aus gutem Grund. Denn nach wie vor sind die hochbelastenden Anforderungen im Berufsalltag der Hauptgrund, warum Pflegefachpersonen sich in die Teilzeit bzw. ganz aus ihrem Beruf zurückziehen. Ohne dass die Arbeitsbedingungen auf breiter Front und sehr spürbar besser werden, kehren Berufsaussteiger nicht zurück und lassen sich junge Menschen nicht dauerhaft in die Pflegeberufe locken.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.11.2018
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Verlässliche Dienstpläne müssen wieder zum Normalfall werden

Beitrag von WernerSchell » 03.12.2018, 07:49

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Verlässliche Dienstpläne müssen wieder zum Normalfall werden

Am 9. November ist das Pflegepersonalstärkungsgesetz im Bundestag verabschiedet worden, am 1. Januar 2019 tritt es in Kraft. Ist damit nun endlich ein Ende des jahrelangen Ungleichgewichts zwischen Arbeitsaufkommen und Personalressource in der Pflege abzusehen? Immerhin scheint die Richtung zu stimmen und ein erster Schritt ist getan. Es müssen zügig weitere folgen.

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Heute startet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) in den dritten Monat seiner Aktion „Mein Beruf: Pflegen“. Schwerpunkt im Dezember ist ein Thema, das die beruflich Pflegenden unmittelbar betrifft und sich bis hinein in ihr Privatleben auswirkt: Arbeitszeit und Dienstplan. Tatsache ist: Die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland wäre schon längst kollabiert, wenn die professionell Pflegenden nicht Tausende von Überstunden im Jahr leisten, oft auf Pausen verzichten und an verbindlich geplant freien oder Urlaubstagen kurzfristig zum Dienst antreten würden. Ihr Verantwortungsbewusstsein und die soziale Motivation, die sie den Pflegeberuf wählen ließ, wird immer wieder zur Aushöhlung ihrer Arbeitnehmerrechte missbraucht. Das muss endlich aufhören!

„Mit den Materialien und Informationen, die wir zusammengestellt haben, wollen wir die beruflich Pflegenden stärken und dabei unterstützen, ihre Rechte durchzusetzen. Verlässliche Dienstpläne müssen wieder selbstverständlich werden. Denn wer den Pflegefachkräftemangel beheben will, von mehr Attraktivität für Arbeitsplätze in Pflegeberufen spricht und gleichzeitig miserable Arbeitsbedingungen und Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht toleriert, hat als Politiker, Aufsichtsbehörde und Arbeitgeber nicht verstanden, wo seine Verantwortung liegt“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

Während die Arbeitgeberseite argumentiert, man würde ja Fachkräfte einstellen, wenn der Bewerbermarkt dies nur hergebe bzw. das Personal vollständig refinanziert würde, hat es die Politik zu verantworten, die falschen Anreize gesetzt und bisher nicht korrigiert zu haben. Heute zählt im deutschen Gesundheitswesen nicht, was der pflegebedürftige Mensch braucht und was ihm nützen kann, sondern wie man am meisten an ihm verdient. Und getreu üblicher ökonomischer Prinzipien wurde konsequent die „Produktivität“ der Pflegefachpersonen gesteigert. Das deutsche Gesundheitssystem ist bekannt für seine im europäischen Vergleich besonders ungünstige und risikoreiche Nurse-Patient-Ratio. Nirgendwo sonst muss eine einzelne Pflegefachperson so viele Patienten/Bewohner versorgen wie hierzulande. Besonders kritisch und gefährlich stellt sich dabei die Situation im Nachtdienst dar, wie mehrere aktuelle Untersuchungen beweisen.

Die Folgen dieses „Wertewandels“ treffen hilfesuchende Menschen und Beschäftigte in der Pflege gleichermaßen und gravierend: Versorgungsmängel und -risiken haben enorm zugenommen, trotz Arbeit im Dauerlauf können die chronisch überlasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Pflegeaufgaben längst nicht mehr gerecht werden. Arbeitsrecht wird ignoriert, kurzfristige Dienstplanänderungen, Holen aus dem Frei bzw. Urlaub sowie zahllose bezahlte wie unbezahlte Überstunden sind zur Normalität geworden, ruinieren die Gesundheit und die Motivation der Pflegefachpersonen und schrecken junge Menschen von diesem Berufsweg ab.

„Der Respekt vor der Würde und Individualität der Menschen, die ich pflege, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich will, dass auch mir dieser Respekt entgegengebracht wird!“ In diesem Monat greifen wir zu den Themen Dienstplan und Arbeitszeit u.a. auch Elemente der erfolgreichen DBfK-Aktion „Mein Recht auf Frei“ aus 2016 noch einmal auf. Deren Inhalte und Forderungen haben sich noch immer nicht erledigt – ganz im Gegenteil.

Alle Informationen auf unserer Aktionsseite: Mein Beruf: Pflegen > https://www.dbfk.de/de/themen/mein-beru ... t-der-DBfK

Quelle: Pressemitteilung vom 30.11.2018
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V.
Bundesverband
Alt-Moabit 91
10559 Berlin
+49 30 21 91 57-0
+49 30 21 91 57-77
dbfk@dbfk.de
https://www.dbfk.de/de/presse/meldungen ... zember.php
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Online-Umfrage: Erwartungen an den Dienstplan

Beitrag von WernerSchell » 04.12.2018, 10:44

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Online-Umfrage: Erwartungen an den Dienstplan

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) legt im dritten Monat seiner Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ den Schwerpunkt auf ein Thema, das die beruflich Pflegenden unmittelbar betrifft und sich bis hinein in ihr Privatleben auswirkt: Arbeitszeit und Dienstplan.

Gehören Sie zu den Personen, die in der unmittelbaren Pflege tätig sind und für die ein Dienstplan im Schichtsystem erstellt wird? Dann würden wir gerne Ihre Meinung erfahren und anonym in die Aktion einfließen lassen: Was sind Ihre drei wichtigsten Kriterien für einen guten Dienstplan? Wünschen Sie sich vor allem, dass er verlässlich ist? Legen Sie Wert darauf, dass er frühzeitig vorliegt? Möchten Sie viele individuelle Wünsche erfüllt haben? Machen Sie mit bei der kurzen Online-Umfrage unter www.dbfk.de und geben Sie den Hinweis auf die Befragung auch gern weiter.

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> https://www.surveymonkey.de/r/DBfK-Dienstplan-2018

Das Ausfüllen erfordert nur wenige Klicks, die Umfrage ist vollständig anonymisiert und lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Person zu. Mitmachen dürfen beruflich Pflegende – auch Auszubildende und Studierende - die in der direkten Pflege tätig sind und nach Dienstplan arbeiten. Die Umfrage soll bis Mitte Januar 2019 geschaltet bleiben, Ergebnisse werden nach der Auswertung veröffentlicht.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.12.2018
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