Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Forum Werner Schell
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BeitragVerfasst: 08.10.2017, 12:48 
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Pflege in Deutschland: Sprechblasen und tolle Ankündigungen der Politiker helfen allein nicht wirklich weiter. Die GROKO hat bei der zurückliegenden Pflegereform den Pflegenotstand nicht aufgelöst und keine hilfreichen Regelungen geschaffen, die die dringend notwendigen kommunalen Quartiershilfen in Gang bringen ("ambulant vor stationär"). Ankündigungen hatten wir bis jetzt satt! Die Pflege eignet sich offensichtlich nicht als Wahlkampfthema. Dazu einige kurze Anmerkungen:

• Der frühere Kanzlerkandidat Steinbrück hat 2013 im Wahlkampf 125.000 Stellen für die Pflege als notwendig erachtet bzw. angekündigt. In der GROKO-Vereinbarung stand davon dann nichts und nun warten wir bis 2020 und länger auf ein Personalbemessungssystem (und was wird es bringen?). > viewtopic.php?f=3&t=22003
• Prof. Lauterbach kritisierte bei der Pflegedemo am 09.09.2017 in Köln das Pflegesystem und rügte damit quasi den amtierenden Gesundheitsminister Gröhe. Tatsache ist aber, dass Prof. Lauterbach noch am 27.08.2017 laut "Welt am Sonntag" anerkennende Worte für den Gesundheitsminister fand und meinte, er habe "seine Arbeit fehlerfrei gemacht“ (> https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... teuer.html ) Zur Kölner Demo ein Filmbeitrag der Tagesschau: "Bundestagswahlkampf: Pläne zur Verbesserung der Pflege" > https://www.tagesschau.de/multimedia/vi ... 27237.html Das eingeblendete Statement der "Bertelsmann-Stiftung" liegt daneben: Bessere Stellenausstattungen und angemessene Vergütungen werden auch dazu beitragen, dass genügend Bewerber qualifiziert werden können!
• „Ich will, dass wir die Würde von alten Menschen an die Spitze der Prioritätenliste in der Politik in diesem Lande setzen“, so SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (Quelle: https://www.facebook.com/ZDFheute/ ). Und wo war die SPD bei der aktuellen Pflegereform?
• Vor laufender Kamera kritisierte ein junger Pfleger die Pflegepolitik der Bundeskanzlerin. Von Merkels Antwort ist der junge Mann enttäuscht (Quelle: https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... fpuryyqrde bzw. viewtopic.php?f=3&t=21908 ). Siehe auch den Filmbeitrag unter > https://www.facebook.com/groups/Unheili ... 023616971/ bzw. https://www.youtube.com/watch?v=WClqdJSgsok
• Hermann Gröhe im Interview - "Altenpfleger müssen mehr verdienen" - Neuss. Bundesgesundheitsminister Gröhe prangert zu niedrige Löhne in der Altenpflege an. Im Interview mit unserer Redaktion spricht der CDU-Politiker außerdem über den Wahlkampf, die nächste Pflegereform und Kassen, die ihre Beiträge erhöhen. Von Antje Höning und Eva Quadbeck (Rheinische Post vom 12.09.2017) … (weiter lesen unter) … > http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... -1.7075240
• CDU will Kinder bei Pflege entlasten - Berlin. Wenn Rente und Pflegegeld für eine Heimunterbringung nicht ausreichen, werden oft die Kinder zur Kasse gebeten. Die Union will dafür eine Einkommensgrenze von 100.000 Euro Jahresgehalt schaffen. Von Antje Höning und Eva Quadbeck (Rheinische Post vom 12.09.2017) … (weiter lesen unter) … > http://www.rp-online.de/politik/cdu-wil ... -1.7075373


Es wurde in den zurückliegenden Jahren umfänglich dargelegt, dass die Auflösung des Pflegenotstandes allerhöchste Aufmerksamkeit erfordert und das JETZT mittels bundesweit geltender Personalbemessungssysteme erheblich mehr Pflegekräfte zu qualifizieren und einzustellen sind. Leider war dieses Werben bislang vergeblich. Beim Pflegetreff am 21.10.2015 wurde dies dem Bundesgesundheitsminister klar und unmissverständlich gesagt. Ein bei Youtube anschaubarer Film belegt das eindrucksvoll > https://youtu.be/4cy5Ey-cBNg

Das nachfolgende Statement bringt alles noch einmal auf den Punkt:


Die Misere mit der Pflege-Stellenausstattung in den Krankenhäusern und Heimen begann Mitte der 1990er Jahre. Damals gab es eine Pflege-Personal-Regelung (PPR), die u.a. die Ausstattung der Krankenhäuser mit Pflegepersonal näher beschrieb. Diese PPR wurde 1995 außer Kraft gesetzt. Den politisch Verantwortlichen wurde die Pflege zu teuer. Danach hat sich kontinuierlich eine Stellenunterbesetzung entwickelt, die völlig inakzeptabel und nur noch als Pflegenotstand zu bezeichnen ist. Unsere Abgeordneten, die sich, wie es scheint, immer nur für vier Jahre verantwortlich fühlen, haben die sich aufbauenden Probleme völlig ignoriert. Daher muss es NACH der Wahl am 24.09.2017 deutlich mehr Druck geben. Was jetzt von den Parteien zur Pflege als Wahlwerbung so alles behauptet wird, sollte man nur mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen oder eher ignorieren.
Drei Pflegestärkungsgesetze haben nichts zur Auflösung dieses Pflegenotstandes beigetragen. Die Kanzlerin hat den Pflegern zwar vor einiger Zeit eine "schwere Arbeit" bescheinigt, hat aber mitsamt der GROKO nichts dazu veranlasst, diese Pflegearbeit wirklich zu erleichtern. Wir brauchen v.a. dringend bundesweit geltende Personalbemessungssysteme und angemessene Vergütungen für alle, die im Pflegesystem tätig sind. Wenn so reformiert wird, können auch mehr Pflegefachkräfte qualifiziert und eingestellt werden. Der Ruf nach ausländischen Pflegekräften oder Flüchtlingen aus Afrika ist in diesem Zusammenhang wenig hilfreich.
Wer die Bemühungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk für die Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen unterstützen will, ist herzlich eingeladen! Es muss darum gehen, mit Sachargumenten die Missstände zu verdeutlichen und schnell wirkende konkrete Korrekturen im Pflegesystem einzufordern. Der Pflegenotstand in Krankenhäusern und Heimen wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren angesprochen (siehe z.B. die umfangreiche Darstellung unter folgender Adresse: > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf ). Ein aktueller "Klartext" informiert ergänzend > viewtopic.php?f=4&t=22268 Der Neusser Pflegetreff am 22.11.2017 wird u.a. auch die Arbeitsbelastung / den Stress in der Pflege als Gesundheitsrisiko ansprechen > viewtopic.php?f=7&t=22212 Unser Thema "Prävention und Gesundheitsförderung" betrifft nicht nur Patienten und pflegebedürftige Menschen, sondern auch diejenigen, die tagtäglich mit Pflegeaufgaben befasst sind.

Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de


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Der Pflegenotstand wurde in den zurückliegenden Jahren wiederholt von den Medien aufgegriffen und vornehmlich in skandalisierender Weise dargestellt. Hunderte solcher Berichte gab es, ohne dass damit wirklich auf die politischen Entscheidungsträger Einfluss genommen werden konnte. Die von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vorgetragenen konkreten Vorschläge zur Auflösung des Pflegenotstandes wurden von den Medien komplett ignoriert. Dies hat dazu beigetragen, dass vornehmlich die Skandalberichte wahrgenommen wurden. Sie hatten offensichtlich zum Teil beachtliche Zuschauerquoten, waren aber nicht wirklich geeignet, in irgendeiner Weise reformerische Ansätze im Gesundheits- und Pflegesystem zu unterstützen. So scheint es jetzt weiter zu gehen. Denn es sind weitere TV-Berichte angekündigt, die möglicherweise dem bisher üblichen Skandalschema folgen werden:
--- Knochenjob Pfleger ... TV-Tipp für den 09.10.2017 >>> viewtopic.php?f=7&t=22316
--- Notruf aus dem Pflegealltag ... TV-Tipp für den 09.10.2017 >>> viewtopic.php?f=7&t=22329
--- Hilflose Patienten, überfordertes Personal TV-Tipp 11.10.17 >>> viewtopic.php?f=7&t=22319

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BeitragVerfasst: 12.10.2017, 06:25 
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Pflegenotstand auflösen & Quartiershilfen gestalten

In der 41. Woche/2017 gab es gleich vier TV-Sendungen zur Pflege. Angesichts der zurückliegenden Bundestagswahl und der bevorstehenden Landtagswahl in Niedersachsen haben Pflegediskussionen Konjunktur. Leider waren nicht alle Statements in diesen Sendungen wirklich hilfreich, so dass es neue wirkungsvollere Ansätze für eine Weiterentwicklung der Pflege geben muss.

Wie bereits herausgestellt, hat es in den letzten Jahrzehnten hunderte solcher Pflegenotstandsbeiträge im Fernsehen gegeben. Geändert hat sich leider nichts. Daher ist ein Aktionsbündnis aller pflegekritischen Initiativen notwendig. Es muss tunlichst mit einer Stimme gesprochen und es müssen mit Sachargumenten unterlegte Forderungen zu bestimmten pflegereformerischen Maßnahmen abgeliefert werden. Jammern allein hilft nicht. Der Gestaltung von bundesweit Personalbemessungssystemen für die Pflege in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen muss dabei höchste Priorität zukommen. Dabei sollte / muss gelingen, die Zahl der Pflegekräfte um 20 - 30% zu erhöhen.


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Dann muss es mit Blick auf die ambulanten Versorgungsstrukturen dringend um die Gestaltung von Quartiershilfen gehen. So können die pflegenden Angehörigen wirkungsvolle Unterstützung erfahren. Vorschläge für solche Quartiershilfen sind da. In Neuss-Erfttal wurden solche Strukturen mit tatkräftiger Unterstützung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk bereits musterhaft entwickelt und funktionieren. Allerdings muss es eine deutliche Weiterentwicklung geben.

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Das alles kostet deutlich mehr Geld. Und dies muss die Gesellschaft, wie auch immer, aufbringen.

Nach dem Neusser Pflegetreff am 22.11.2017, der das Thema Prävention und Gesundheitsförderung, auch mit Blick auf die Belastungen der Pflegekräfte aufgreift (siehe > viewtopic.php?f=7&t=22212 ), wird es im April / Mai 2018 einen weiteren großen Pflegetreff geben, der sich mit dem Thema "Pflegenotstand auflösen und kommunale Quartiershilfen gestalten" (Arbeitstitel) befasst. - Pflegekräfte und pflegende Angehörige sind zur Mitwirkung eingeladen!


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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit vielen Jahren auf den Pflegenotstand aufmerksam.
Zahlreiche Beiträge informieren sachlich über die dringend erforderlichen Reformschritte, u.a.:


Merkel zollt Pflegekräften großen Respekt ... aber
viewtopic.php?f=3&t=21908
Merkel räumt Defizite bei Pflege ein - Notstand erkannt?
> viewtopic.php?f=3&t=22302
Die Altenpflege geht auf dem Zahnfleisch ...
> viewtopic.php?f=3&t=22096
"Nachlegen in der Pflege" - JETZT Pflegenotstand auflösen
> viewtopic.php?f=3&t=22011
Pflegekräfte brauchen Gesundheitsprävention
> viewtopic.php?f=3&t=22246
Gesundheitssystem / soziales Netz - Ausgabenkollaps droht
> viewtopic.php?f=4&t=22315
Jens Spahn erwartet konstruktive Ideen für Politik
> viewtopic.php?f=4&t=22317
Interessenwahrnehmung für die Pflegekräfte ...
> viewtopic.php?f=3&t=21365
Quartierskonzepte gestalten – Kommunen in der Pflicht ...
> viewtopic.php?f=4&t=21213
Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 13.05.2014
> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf

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BeitragVerfasst: 29.10.2017, 08:25 
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Es mangelt an allem - Notstand in der Pflege, das verdrängte Problem.
WORTWECHSEL | Beitrag Deutschlandfunk Kultur vom 27.10.2017

>>> http://www.deutschlandfunkkultur.de/es- ... _id=399272

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Rentner fährt mit seinem Rollstuhl über einen Flur in einem AWO Seniorenzentrum. (dpa-Zentralbild / Jens Wolf)

Die Verhältnisse in der Pflege sind zum Teil katastrophal, darauf machen Betroffene und Verbände seit Jahren aufmerksam. Trotz einer Reform wird davon ausgegangen, dass bis 2030 300.000 Pflegekräfte fehlen könnten. Wie lässt sich der eklatante Mangel beheben?
Die Verhältnisse in der Pflege alter und kranker Menschen sind zum Teil katastrophal, darauf machen Betroffene und Verbände seit Jahren aufmerksam. Es fehlt an Personal und Nachwuchs. Engagierte Fachkräfte in der Pflege sind am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, unterbezahlt und gesellschaftlich zu wenig anerkannt. Die Folgen: an Körperverletzung grenzende Unterversorgung von Pflegebedürftigen. Zwar hat es eine Reform gegeben, die mehr Mittel für die Pflege vorsieht. Dennoch wird das Problem größer: 2030 könnten 300.000 Pflegekräfte fehlen.

Quelle: http://www.deutschlandfunkkultur.de/es- ... _id=399272

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Werner Schell und Hermann Gröhe beim Neusser Pflegetreff am 13.05.2014

Claus Fussek weist im Interview zurecht darauf hin, dass der Pflegenotstand seit vielen Jahren bekannt ist und nicht aufgelöst worden ist. Am 13.5.2014 hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk beim Neusser Pflegetreff ein umfängliches Statement mit einer Problembeschreibung und Handlungsanforderungen übergeben. > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Es hätte bis heute ausreichend Möglichkeiten gegeben, ein bundesweit geltendes Personalbemessungssystem zu schaffen, das JETZT Lösungen ermöglicht. Leider ist das versäumt worden und die Probleme werden sich weiter auftürmen. Der § 113c SGB XI verschiebt die weiteren Diskussionen in die ferne Zukunft. Nur mit mehr Fachpersonal werden die Pflegeprobleme zu lösen sein. Alle anderen "Baustellen", Entbürokratisierung, Berufsgesetz, Digitalisierung, Absenkung der Fachkraftqoute usw., können als Ablenkungsmanöver eingeordnet werden. Es ist im Übrigen dringend geboten, JETZT kommunale Quartiershilfen zu gestalten. Und dazu muss viel Geld in die Hand genommen werden. Siehe das Statement dazu unter folgender Adresse > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 082015.pdf - Werner Schell

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Publikum (Ausschnitt) beim Neusser Pflegetreff am 13.05.2014

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"Es mangelt an allem - Notstand in der Pflege, das verdrängte Problem". - WORTWECHSEL | Beitrag Deutschlandfunk Kultur vom 27.10.2017. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat Stellung genommen und im Übrigen den Sender mittels E-Mail-Zuschrift auf einige Handlungserfordernisse aufmerksam gemacht. Und die sind eigentlich seit Jahren bekannt! - > viewtopic.php?f=3&t=22296&p=100623#p100623

Jamaika-Sondierer einig über Pflege als Top-Thema? --- Es ist leider nicht zu erkennen, dass die Sondierer die wirklichen Handlungserfordernisse zur Auflösung des Pflegenotstandes verstanden haben. Die vorliegenden Papiere enthalten weiterhin nur Sprechblasen! Von der Entwicklung kommunaler Quartiershilfen zur Unterstützung des Grundsatzes "ambulant vor stationär" ist überhaupt keine Rede. - > viewtopic.php?f=4&t=22308&p=100660#p100660

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"Aufgrund des Personalmangels kann in der Pflege oft nicht einmal mehr der umstrittene Grundsatz der drei "S" - still, satt und sauber - gelten. Dabei sollte das Ziel die drei "Z" sein: Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit. - Pflegekräfte, die ihre ethischen Wertevorstellungen nicht umsetzen können, sind unzufrieden, unglücklich und brennen aus."
Franz J. Stoffer, Ehemaliger Geschäftsführer der Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) in CAREkonkret vom 10.11.2017

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Deutsches Ärzteblatt, 10.11.2017:

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen am größten

In Deutschland gibt es zahlreiche Branchen, in denen Unternehmen und andere Akteure nach Fachkräften suchen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ... >
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -groessten

Pflegepersonal: Abwerbeprämien nicht selten > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... cht-selten
Pflegebedürftige: Deutlicher Anstieg prognostiziert > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... nostiziert
Fünf-Punkte-Strategie gegen Pflegemangel > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... legemangel

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BeitragVerfasst: 14.11.2017, 08:08 
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viewtopic.php?f=4&t=22374

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Jamaika-Koalition soll Dauerkrise in der Pflege beenden
Pflegeforscher schlagen einen dreischrittigen Masterplan Pflege vor


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Auszubildende in Pflegeberufen leiden unter Zeitdruck - dpa Bildfunk
Notleidendes Pflegesystem = zielgerichtet verbessern!
viewtopic.php?f=4&t=22085

Vor dem Hintergrund der Dauerkrise in der Pflege fordern Pflegeforscher des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) jetzt einen dreischrittigen Masterplan Pflege für Deutschland. Voraussetzung für die Verwirklichung des Masterplans ist es, dass in den laufenden Verhandlungen der Jamaika-Koalition bereits die Weichen dafür gestellt werden. Die Forscher weisen seit geraumer Zeit auf die systemrelevanten Probleme in der Pflege hin und empfehlen eine neue Politik mit sicht- und spürbaren Verbesserungen in der Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen. Ziel des Masterplans Pflege ist es, u.a. die Vergütungen für Pflegepersonal (insbesondere in der Altenpflege) um bis zu 30 % anzuheben und bis zum Ende der Legislatur bis zu 100.000 zusätzliche Pflegestellen in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Diensten zu schaffen. Außerdem sollen Mittel in Forschung, Innovation und hochschulische Pflegeausbildung fließen. Dafür werden jährlich Finanzmittel in Höhe von etwa 12 Mrd. Euro zusätzlich gebraucht, die solidarisch über die Kranken- und Pflegeversicherungen sowie durch zusätzliche Steuermittel aufgebracht werden müssen.

Aktuelle Daten und Studienergebnisse zur Situation der beruflichen Pflege und zur Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen in Deutschland geben Anlass zu großer Sorge und setzen die Politik unter Handlungsdruck. Im Deutschlandtrend der ARD vom Oktober stehen die Themen „höhere Löhne“ und „Pflegesystem verbessern“ erstmals ganz oben auf der Agenda wichtiger Themen in der Bevölkerung. „Die Menschen in Deutschland wollen schnellstmöglich umfassende Reformen in der Pflege und sind für spürbare Verbesserungen auch bereit mehr zu zahlen“, erklärt Professor Frank Weidner, Leiter des DIP heute in Köln.

Die Auswertung aktueller Studien und Daten zeigt, dass viele Probleme in der Pflege miteinander zusammenhängen und systemrelevant sind. So ist der Arbeitsmarkt in der Pflege in einigen Regionen Deutschlands bereits kollabiert, sich verschärfende Arbeitsbedingungen machen beschäftigte Pflegekräfte immer öfter krank, die Versorgungsqualität von Patienten und Pflegebedürftigen kann häufig nicht mehr gewährleistet werden. „Die Jamaika-Koalition muss die Dauerkrise in der Pflege endlich beenden. Deutschland braucht einen Masterplan Pflege! Wer da wirklich was erreichen will, muss jetzt klotzen und nicht kleckern. Die aktuelle sehr gute Kassenlage gibt das her!“, so Weidner.

Der vorgeschlagene Masterplan Pflege sieht drei Schritte vor:

1. Schritt: Masterplan Pflege vereinbaren
Im Koalitionsvertrag der Jamaika-Koalition muss der Masterplan Pflege bereits verankert werden. Im Schwerpunkt soll es dabei um die Verbesserung der Rahmenbedingung der Pflege in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Diensten gehen. Die Vergütungen für Pflegefachpersonal, insbesondere für Beschäftigte in der Altenpflege, sollen spürbar um bis zu 30 % angehoben werden. Zugleich sollen bis zum Ende der kommenden Legislatur bis zu 100.000 zusätzliche Stellen etwa hälftig zum einen in den Krankenhäusern und zum anderen in den Altenheimen und der ambulanten Pflege entstehen können. Das setzt voraus, dass in die zukunfts- und arbeitsplatzsichere Ausbildung der Pflege investiert und die Zahl der Auszubildenden erheblich gesteigert wird. Ferner sollen zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von rund 500 Millionen Euro für die Erforschung neuer Versorgungskonzepte, innovativer Technologien und für rund 20.000 Studienplätze zur akademischen Primärqualifikation von Pflegefachkräften eingeplant werden. Die Kosten für einen solchen Masterplan schätzen die Pflegeforscher auf rund 12 Mrd. Euro jährlich ab dem Jahr 2020. Die Finanzierung soll zu gleichen Teilen von den gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegeversicherungen durch entsprechende Beitragssatzsteigerungen bzw. -umschichtungen sowie durch zusätzliche Steuermittel von Bund und Ländern aufgebracht werden.

2. Schritt: Runden Tisch Masterplan Pflege einrichten
Im Jahr 2018 muss zeitnah nach Aufnahme der Regierungsgeschäfte durch die neue Koalition ein Runder Tisch Masterplan Pflege mit allen relevanten Akteuren eingerichtet werden. Da die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, können die Probleme nur gemeinsam gelöst werden. Am Runden Tisch müssen daher u.a. Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, den Sozialversicherungen, der Arbeitgeber und Gewerkschaften, aus Bildung und Wissenschaft sowie von Berufs-, Patienten- und Verbraucherorganisationen teilnehmen. Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres 2018 die notwendigen Gesetzesände-rungen und Vertragsprozesse auf die Wege zu bringen.

3. Schritt: Umsetzung Masterplan Pflege ab Mitte 2019
Bereits ab Mitte 2019 könnten die Vergütungen für die Pflegeberufe spürbar steigen, vorausgesetzt die Tarifparteien können dies auch vor dem Hintergrund von zusätzlich zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln für die Einrichtungen vereinbaren. In einem zweiten Schritt sollten dann ab 2020 die entsprechenden Stellen für Pflegepersonal nach und nach zusätzlich geschaffen und finanziert werden. Über die Gesetze und Verfahren muss sichergestellt werden, dass das zusätzliche Geld tatsächlich ausschließlich für die Besserstellung der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Pflegediensten eingesetzt wird.
Den Einwand, es gäbe zurzeit gar kein Personal, um zusätzliche Stellen in der Pflege zu besetzen, lassen die Pflegeforscher nicht gelten. „Dieses Argument wird in der Debatte immer wieder gerne instrumentalisiert“, sagt Professor Michael Isfort, Leiter der Abteilung Pflegearbeit und -beruf im DIP. „Hier werden aber Ursache und Wirkung miteinander verwechselt. Potenziale in der Ausbildung der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege wurden in der Vergangenheit nicht hinreichend genutzt und sind mit ursächlich für eine Zuspitzung in den Beschäftigungsbedingungen in der Pflege. Die Folgen sind eine zunehmende Teilzeitarbeit bis hin zum frühen Ausstieg aus dem Beruf. Nur mit beherzten Schritten, die an den Ursachen ansetzen, lässt sich dieser Trend grundsätzlich stoppen und umkehren.“

Die Forscher rechnen bei konsequenter Umsetzung des Masterplans auch mit kurzfristigen Effekten bei der Verringerung der Teilzeitquote sowie der Rückgewinnung von Kräften aus der sogenannten stillen Reserve. Mittel- und langfristig gehen die Forscher davon aus, dass der Masterplan zu einer deutlichen Belebung von Ausbildung und Beschäftigung in der Pflege sowie zu innovativen Versorgungskonzepten führen wird.

Das gemeinnützige und unabhängige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat seinen Sitz in Köln an der KatHO NRW. Seit der Gründung im Jahr 2000 hat das Institut mehr als einhundertzwanzig innovative Projekte im Bereich der Pflege-, Pflegebildungs- und Versorgungsforschung durchgeführt und zahlreiche Studien zur Situation der Pflege in Deutschland veröffentlicht.
Kontakt: Elke Grabenhorst, Tel: 0221/ 4 68 61 – 30, E-Mail: dip@dip.de

Anhang
attachment icon Pressemitteilung > https://idw-online.de/de/attachment59099

Quelle: Pressemitteilung vom 13.11.2017
Frank Weidner Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
https://idw-online.de/de/news684453

Anmerkung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:

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"Jamaika-Koalition soll Dauerkrise in der Pflege beenden. Pflegeforscher schlagen einen dreischrittigen Masterplan Pflege vor". - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk sieht ebenfalls immensen Handlungsbedarf und fordert seit mehreren Jahren die Auflösung des Pflegenotstandes und die Gestaltung von kommunalen Quartiershilfen (= ambulant vor stationär). Die Handlungserfordernisse sollen im April / Mai 2018 in einem Pflegetreff vertiefend erörtert werden.

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BeitragVerfasst: 24.11.2017, 17:48 
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Deutsches Ärzteblatt vom 24.11.2017:
Bis 2030 475.000 zusätzliche Pflegefachkräfte nötig

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Quelle: Deutsches Ärzteblatt

In den Jahren bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen um 34 Prozent auf 4,1 Millionen zunehmen. Es werden bis zu 400.000 zusätzliche vollstationäre Pflegeplätze benötigt, der Bedarf an ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83630/Bis-2030-475-000-zusaetzliche-Pflegefachkraefte-noetig

Pflegemarkt wird stark wachsen > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rk-wachsen
Pflegebedürftige: Deutlicher Anstieg prognostiziert > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... nostiziert
Altenpflege: Verdi warnt vor Personalmangel > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... ltenpflege
Pflegeeinrichtungen: Mehr Betreuer > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... richtungen

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