Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Forum Werner Schell
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BeitragVerfasst: 13.09.2017, 12:24 
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Pflege in Deutschland: Sprechblasen und tolle Ankündigungen der Politiker helfen allein nicht wirklich weiter. Die GROKO hat bei der zurückliegenden Pflegereform den Pflegenotstand nicht aufgelöst und keine hilfreichen Regelungen geschaffen, die die dringend notwendigen kommunalen Quartiershilfen in Gang bringen ("ambulant vor stationär"). Ankündigungen hatten wir bis jetzt satt! Die Pflege eignet sich offensichtlich nicht als Wahlkampfthema. Dazu einige kurze Anmerkungen:

• Der frühere Kanzlerkandidat Steinbrück hat 2013 im Wahlkampf 125.000 Stellen für die Pflege als notwendig erachtet bzw. angekündigt. In der GROKO-Vereinbarung stand davon dann nichts und nun warten wir bis 2020 und länger auf ein Personalbemessungssystem (und was wird es bringen?). > viewtopic.php?f=3&t=22003
• Prof. Lauterbach kritisierte bei der Pflegedemo am 09.09.2017 in Köln das Pflegesystem und rügte damit quasi den amtierenden Gesundheitsminister Gröhe. Tatsache ist aber, dass Prof. Lauterbach noch am 27.08.2017 laut "Welt am Sonntag" anerkennende Worte für den Gesundheitsminister fand und meinte, er habe "seine Arbeit fehlerfrei gemacht“ (> https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... teuer.html ) Zur Kölner Demo ein Filmbeitrag der Tagesschau: "Bundestagswahlkampf: Pläne zur Verbesserung der Pflege" > https://www.tagesschau.de/multimedia/vi ... 27237.html Das eingeblendete Statement der "Bertelsmann-Stiftung" liegt daneben: Bessere Stellenausstattungen und angemessene Vergütungen werden auch dazu beitragen, dass genügend Bewerber qualifiziert werden können!
• „Ich will, dass wir die Würde von alten Menschen an die Spitze der Prioritätenliste in der Politik in diesem Lande setzen“, so SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (Quelle: https://www.facebook.com/ZDFheute/ ). Und wo war die SPD bei der aktuellen Pflegereform?
• Vor laufender Kamera kritisierte ein junger Pfleger die Pflegepolitik der Bundeskanzlerin. Von Merkels Antwort ist der junge Mann enttäuscht (Quelle: https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... fpuryyqrde bzw. viewtopic.php?f=3&t=21908 ). Siehe auch den Filmbeitrag unter > https://www.facebook.com/groups/Unheili ... 023616971/ bzw. https://www.youtube.com/watch?v=WClqdJSgsok
• Hermann Gröhe im Interview - "Altenpfleger müssen mehr verdienen" - Neuss. Bundesgesundheitsminister Gröhe prangert zu niedrige Löhne in der Altenpflege an. Im Interview mit unserer Redaktion spricht der CDU-Politiker außerdem über den Wahlkampf, die nächste Pflegereform und Kassen, die ihre Beiträge erhöhen. Von Antje Höning und Eva Quadbeck (Rheinische Post vom 12.09.2017) … (weiter lesen unter) … > http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... -1.7075240
• CDU will Kinder bei Pflege entlasten - Berlin. Wenn Rente und Pflegegeld für eine Heimunterbringung nicht ausreichen, werden oft die Kinder zur Kasse gebeten. Die Union will dafür eine Einkommensgrenze von 100.000 Euro Jahresgehalt schaffen. Von Antje Höning und Eva Quadbeck (Rheinische Post vom 12.09.2017) … (weiter lesen unter) … > http://www.rp-online.de/politik/cdu-wil ... -1.7075373


Es wurde in den zurückliegenden Jahren umfänglich dargelegt, dass die Auflösung des Pflegenotstandes allerhöchste Aufmerksamkeit erfordert und das JETZT mittels bundesweit geltender Personalbemessungssysteme erheblich mehr Pflegekräfte zu qualifizieren und einzustellen sind. Leider war dieses Werben bislang vergeblich. Beim Pflegetreff am 21.10.2015 wurde dies dem Bundesgesundheitsminister klar und unmissverständlich gesagt. Ein bei Youtube anschaubarer Film belegt das eindrucksvoll > https://youtu.be/4cy5Ey-cBNg

Das nachfolgende Statement bringt alles noch einmal auf den Punkt:


Die Misere mit der Pflege-Stellenausstattung in den Krankenhäusern und Heimen begann Mitte der 1990er Jahre. Damals gab es eine Pflege-Personal-Regelung (PPR), die u.a. die Ausstattung der Krankenhäuser mit Pflegepersonal näher beschrieb. Diese PPR wurde 1995 außer Kraft gesetzt. Den politisch Verantwortlichen wurde die Pflege zu teuer. Danach hat sich kontinuierlich eine Stellenunterbesetzung entwickelt, die völlig inakzeptabel und nur noch als Pflegenotstand zu bezeichnen ist. Unsere Abgeordneten, die sich, wie es scheint, immer nur für vier Jahre verantwortlich fühlen, haben die sich aufbauenden Probleme völlig ignoriert. Daher muss es NACH der Wahl am 24.09.2017 deutlich mehr Druck geben. Was jetzt von den Parteien zur Pflege als Wahlwerbung so alles behauptet wird, sollte man nur mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen oder eher ignorieren.
Drei Pflegestärkungsgesetze haben nichts zur Auflösung dieses Pflegenotstandes beigetragen. Die Kanzlerin hat den Pflegern zwar vor einiger Zeit eine "schwere Arbeit" bescheinigt, hat aber mitsamt der GROKO nichts dazu veranlasst, diese Pflegearbeit wirklich zu erleichtern. Wir brauchen v.a. dringend bundesweit geltende Personalbemessungssysteme und angemessene Vergütungen für alle, die im Pflegesystem tätig sind. Wenn so reformiert wird, können auch mehr Pflegefachkräfte qualifiziert und eingestellt werden. Der Ruf nach ausländischen Pflegekräften oder Flüchtlingen aus Afrika ist in diesem Zusammenhang wenig hilfreich.
Wer die Bemühungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk für die Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen unterstützen will, ist herzlich eingeladen! Es muss darum gehen, mit Sachargumenten die Missstände zu verdeutlichen und schnell wirkende konkrete Korrekturen im Pflegesystem einzufordern. Der Pflegenotstand in Krankenhäusern und Heimen wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren angesprochen (siehe z.B. die umfangreiche Darstellung unter folgender Adresse: > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf ). Ein aktueller "Klartext" informiert ergänzend > viewtopic.php?f=4&t=22268 Der Neusser Pflegetreff am 22.11.2017 wird u.a. auch die Arbeitsbelastung / den Stress in der Pflege als Gesundheitsrisiko ansprechen > viewtopic.php?f=7&t=22212 Unser Thema "Prävention und Gesundheitsförderung" betrifft nicht nur Patienten und pflegebedürftige Menschen, sondern auch diejenigen, die tagtäglich mit Pflegeaufgaben befasst sind.

Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de


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