Pflegeberufe sollen attraktiver werden - Vorschläge sind da

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Pflegeberufe sollen attraktiver werden - Vorschläge sind da

Beitrag von WernerSchell » 19.06.2016, 06:36

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Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Regionalausgabe der Rheinischen Post), berichtet am 18. Juni 2016:
Neuss
Pflegeberufe sollen attraktiver werden
Neuss. Bei den Berliner Gesprächen der SPD im Rhein-Kreis ging es um die Herausforderung rund um den demografischen Wandel. Als Gesprächspartnerin reiste die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas an.
Von Vera Straub-Roeben
Die Menschen in Deutschland leben heute länger als vorangegangene Generationen. Außerdem verbringen sie mehr Jahre ihres Lebens in Gesundheit. Damit hat sich auch das Bild vom Älterwerden geändert - im positiven Sinn. Die Menschen sind heute häufig bis ins hohe Alter aktiv. Alter, im klassischen Verständnis, gibt es eigentlich gar nicht mehr, oder wenn, dann erst viel später. Diese positiven Folgen des demografischen Wandels sind auch der guten medizinischen und pflegerischen Versorgung zu verdanken. Doch es gibt eine Kehrseite der Medaille: "Die Pflege- und Gesundheitspolitik stellt für die immer älter werdende Gesellschaft die zentrale Herausforderung der Zukunft dar, denn ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist nur durch eine bedarfsgerechte und qualitativ gute Pflege möglich", betont Arno Jansen, stellvertretender Vorsitzender der SPD im Rhein-Kreis Neuss. .... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neu ... -1.6057217

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Pflegeberufe sollen attraktiver werden - alles gesagt

Beitrag von WernerSchell » 19.06.2016, 06:40

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


18.06.2016

An die
SPD im Rhein Kreis Neuss / Stadt Neuss

Nachrichtlich an die Redaktion der NGZ:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 18.06.2016 zur Pflegesituation und titelt "Pflegeberufe sollen attraktiver werden". > http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neu ... -1.6057217 Dem kann uneingeschränkt zugestimmt werden. Die dem Bericht zugrunde liegenden Statements bedürfen aber einer Kommentierung. Denn manches stellt sich doch ein wenig anders dar:

Die demografische Entwicklung, seit Jahrzehnten bekannt, stellt große Anforderungen an die verschiedenen Sozialsysteme. Es muss mit Bedacht reformiert werden, damit die sozialen Leistungen auch in Zukunft finanzierbar bleiben. Insoweit gibt es zahlreiche Kritikpunkte - die GroKo hat, weil jede Partei ihre Wünsche durchsetzen will, eine gewisse Geschenkementalität entwickelt. Das wurde von hier bereits deutlich kritisiert, weil die nachrückenden Generationen über Gebühr belastet werden.

Bezüglich der Pflege hat es von hier in den letzten Jahren wiederholt konkrete Reformvorschläge gegeben, insbesondere auch mit Blick auf die Pflegeberufe. Beim Neusser Pflegetreff am 13.05.2014 wurde Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, ein umfängliches Statement übergeben, in dem der Pflegenotstand und die vorrangigen Handlungsanforderungen beschrieben wurden > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Diesen Vorschlägen ist, trotz vertiefender Gespräche im BMG, aber nicht Rechnung getragen worden. Stattdessen gibt es zusätzliche Betreuungskräfte für die Pflegeeinrichtungen, die die anstehenden Probleme nicht auflösen können.

Es war und ist zwingend erforderlich, bundeseinheitliche Personalbemessungssysteme zu gestalten, und zwar schnellstens. Der § 113c SGB XI kommt mit seinen Ergebnissen zu spät. Die Ländergremien zieren sich seit Jahren, ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Daher wurde von hier mit mehreren Briefen an die Sozial- und Gesundheitsministerien geschrieben und entsprechende Folgerungen eingefordert > viewtopic.php?f=4&t=21511 Leider ist das Gerangel um mehr Pflegekräfte, die in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dringend benötigt werden, zu einem "schwarze-Peter-Spiel" verkommen.

Wer meint, die Lösung könne in einem neuen Pflegeberufegesetz gefunden werden, unterliegt einem gewaltigen Irrtum. In über 40 Jahren nebenamtlicher Lehrtätigkeit an zahlreichen Kranken-, Kinder- und Altenpflegeschulen einschließlich Lehrtätigkeit an der Kath. Fachhochschule Köln habe ich so manche Berufereform erlebt. Nichts hat sich wirklich geändert. Änderungen gibt es nur mit verbesserten Stellenschlüsseln und angehobenen Vergütungen. Alle anderen Erwartungen werden ins Leere laufen.

Die zurückliegende Pflegereform (Pflegestärkungsgesetze I und II) weist zahlreiche Mängel auf. Die Erwartungen bezüglich der neuen Pflegegrade werden von neuen Problemen begleitet werden. Daher wird es am 26.10.2016 einen weiteren Pflegetreff geben, der sich genau diesem Thema zuwendet > viewtopic.php?f=7&t=21512 Im Übrigen hat K.J. Laumann in einem Pflegetreff am 14.04.2015 erklärt, dass die neuen Pflegegrade ohne deutlich mehr Personal nicht umzusetzen sein werden. Und dieses Personal gibt es eben nur mit verbesserten Stellenschlüssel und attraktiven Vergütungen.

Das Pflegestärkungsgesetz III (Entwurf) setzt übrigens auf mehr Pflegeberatung durch die Kommunen. Völlig unnötig! Stattdessen brauchen wir kommunale Quartierskonzepte mit einer ordentlichen Finanzbasis, sozusagen als Ergänzung zum Pflegeversicherungssystem. Von hier ebenfalls wiederholt vorgeschlagen. Siehe aktuell unter (u.a. Brief an das BMG vom 18.05.2016) > viewtopic.php?f=4&t=21444&

Dies sind nur einige kurze Anmerkungen zum Zeitungsbericht. Gerne bin ich bereit, die hiesigen Kritikpunkte näher zu erläutern.

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
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Pflegeberufe sollen attraktiver werden - Vorschläge sind da

Beitrag von WernerSchell » 24.06.2016, 06:50

Am 21.06.2016 bei Facebook gepostet:
"Pflegeberufe sollen attraktiver werden." - So das Ergebnis einer Veranstaltung der SPD im Rhein-Kreis Neuss. Die abgelieferten Statements sind lt. Medienbericht aber leider nicht geeignet, die Pflegeprobleme aufzulösen. Daher hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk die Verantwortlichen am 18.06.2016 angeschrieben und auf die seit geraumer Zeit vorliegenden Reformvorschläge aufmerksam gemacht: Vor allem muss es um deutlich verbesserte Stellenpläne in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gehen. Zusätzlich bedarf es einer Anhebung der Vergütungen im Pflegesystem. - Es wurde ein Gespräch zur Erläuterung der Verbesserungsvorschläge angeboten: > viewtopic.php?f=3&t=21684 2017 wird aus vielerlei Gründen ein wichtiges Wahljahr. Daher müssen die "Fronten" zeitgerecht geklärt werden!
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Pflegenotstand: schnelle Auflösung dringend !

Beitrag von WernerSchell » 04.07.2016, 06:41

Aus Forum:
viewtopic.php?f=4&t=21698

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Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
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Pressemitteilung vom 30.06.2016

In den Pflegeeinrichtungen besteht trotz einiger Reformschritte weiterhin ein Pflegenotstand
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk sieht sich erneut veranlasst, auf die dringend notwendige Verbesserung der Stellenschlüssel aufmerksam zu machen

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ), Regionalausgabe der Rheinischen Post, berichtet in ihrem Lokalteil Grevenbroich am 29.06.2016 über ein Seniorenheim und titelt: "Ausnahmeheim ohne Pflegenotstand". Quelle: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/gre ... -1.6082917

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Ohne auf die angesprochene Pflegeinrichtung näher einzugehen, ergibt sich:

Die Pflege-Rahmenbedingungen sind für die bundesdeutschen Pflegeeinrichtungen völlig unzureichend. Dies u.a. deshalb, weil die vorgegebenen Stellenschlüssel weit davon entfernt sind, dem wirklichen Bedarf an Pflegekräften gerecht zu werden. In § 11 SGB XI ist ausdrücklich herausgestellt, dass die Pflege in den Einrichtungen nach den aktuellen pflegewissenschaftlichen Standards zu erfolgen hat. Dazu hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ein umfangreiches Statement gefertigt und dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe beim Neusser Pflegetreff am 13.05.2014 übergeben. Downloadmöglichkeit unter > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Das im Statement beschriebene Anliegen konnte anschließend am 08.07.2014 in einem Gespräch im Bundesgesundheitsministerium in Bonn vertiefend erläutert werden. Beim Neusser Pflegetreff am 21.10.2015 konnte dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe das Anliegen zur Auflösung des Pflegenotstandes dann nochmals verdeutlicht werden. Eine Filmdokumentation informiert: Kurzfassung > https://youtu.be/qbyHRxX9ikk - Langfassung > https://youtu.be/4cy5Ey-cBNg

Um den pflegerischen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Stellenschlüssel für alle Einrichtungen deutlich verbessert werden. Obwohl durch die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I und II diesen Erfordernissen nicht Rechnung getragen worden ist, gibt es immerhin Regelungen in § 113c SGB XI, die für die Zeit nach 2020 ein einheitliches Personalbemessungssystem erwarten lassen. Bis dahin soll es Aufgabe der Ländergremien sein, auch mit Rücksicht auf die ab 01.01.2017 geltenden neuen Pflegegrade, die Stellensituation in den Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage der Rahmenverträge (§ 75 SGB XI) zu verbessern. Insoweit hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk die Landessozial- und Pflegeministerien am 10.02. und 09.06.2016 angeschrieben und für entsprechende Initiativen geworben. > viewtopic.php?f=4&t=21511
- Beim Pflegetreff am 27.04.2014 wurde die Stellenproblematik erneut angesprochen. Ein Auszug aus der Filmdokumentation informiert: > youtu.be/LOnV_OY2j-A

Angesichts der Tatsache, dass die Stellenpläne der Einrichtungen an den Pflegestufen der BewohnerInnen auszurichten sind, kann es sein, dass kurzfristig eine personelle Unter- oder Überbesetzung eintritt. Bei einer geringen Überbesetzung gleich davon zu sprechen, es bestehe kein Pflegenotstand, ist aber völlig abwegig.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk muss mit Rücksicht auf die weiter ausstehenden Reformschritte zur bundesweiten Auflösung des Pflegenotstandes darauf aufmerksam machen, dass in allen Pflegeeinrichtungen unzureichende Stellenschlüssel daran hindern, eine wirklich gute bzw. angemessene Pflege und Betreuung der BewohnerInnen so zu gewährleisten, wie es allgemein erwartet wird. Die Pflege-Charta zeigt ergänzend zum SGB XI auf, wie die Pflege und Betreuung zu gestalten ist. Siehe insoweit > viewtopic.php?f=6&t=21674 Die unzureichenden Pflege - Rahmenbedingungen schließen natürlich nicht aus, dass sich Einrichtungen bzw. das zu knapp bemessene Personal mit allergrößten Anstrengungen bemühen, dem Versorgungsauftrag möglichst nahe zu kommen.

Unabhängig von diesen Stellenerwägungen macht Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk auch aktuell auf weitere Reformerfordernisse aufmerksam. Insoweit wurde am 29.06.2016 folgendes Statement vorgelegt:

Der vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgelegte und vom Bundeskabinett am 28.06.2016 beschlossene Gesetzentwurf für ein PSG III bedarf einer grundlegenden Überarbeitung mit dem Ziel, kommunale Quartiershilfen mit finanzieller Förderung zu gestalten. Der Grundsatz "ambulant vor stationär" erfordert vor Ort - nahe bei den Menschen - umfangreiche Hilfe- und Unterstützungsstrukturen. Allein weitere Pflege - Beratungsstrukturen helfen nicht weiter. Insoweit sind bereits die Pflegekassen in der Pflicht. - Das BMG wurde daher am 27.06.2016 mit einer umfänglichen Zuschrift erneut um entsprechende Regelungen im geplanten PSG III gebeten. Siehe dazu die entsprechenden Texte unter > viewtopic.php?f=4&t=21444

Werner Schell, Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

+++
Die Medien berichten u.a. wie folgt:
http://www.ak-gewerkschafter.de/2016/06 ... enotstand/
http://www.openbroadcast.de/article/449 ... stand.html
http://www.presseanzeiger.de/pa/In-den- ... tte-824972
http://www.openpr.de/news/909816.html
...
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Unzureichende Stellenschlüssel in den Pflegeeinrichtungen

Beitrag von WernerSchell » 17.07.2016, 06:23

Am 04.07.2016 bei Facebook gepostet:
Unzureichende Stellenschlüssel in den Pflegeeinrichtungen: Es besteht aufgrund eines Medienberichts vom 29.06.2016 erneut Anlass, auf die wirklichen Ursachen des Pflegenotstandes und die Handlungserfordernisse aufmerksam zu machen. Siehe dazu die Pressemitteilung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk vom 30.06.2016 > viewtopic.php?f=4&t=21698&p=93051#p93051 Es besteht ungeachtet einiger Leistungsverbesserungen im SGB XI dringender Handlungsbedarf!
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Pflegeberufe sollen attraktiver werden - Vorschläge sind da

Beitrag von WernerSchell » 12.08.2016, 06:19

Am 24.07.2016 bei Facebook gepostet:
"Missstände im Pflegeheim haben oft keine Konsequenzen". Insoweit informiert ein Beitrag von "plusminus" - im Netz verfügbar bis 20.07.2017. = Dabei ist bedeutsam: "Gute Pflege setzt voraus, dass genügend Pflegekräfte eingesetzt werden, die für ihre anspruchsvolle Arbeit auch ausreichend Zeit haben." Folgerichtig müssen die Stellenschlüssel schnellstmöglich deutlich verbessert werden! > viewtopic.php?f=4&t=21723
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Merkel: Altenpfleger haben härteren Job als ich ...

Beitrag von WernerSchell » 15.08.2016, 06:45

Am 15.08.2016 bei Facebook gepostet:
Kanzlerin Merkel erklärte 2013: Altenpfleger haben härteren Job als ich ...
Meine Kommentierung zu dem Bekenntnis der Kanzlerin: Pflegekräfte werden seit Jahren mit Erklärungen umworben, z.B. mit Bekundungen wie etwa: Sie verdienen "Wertschätzung und Anerkennung". Ihre Arbeitsbedingungen bleiben aber anhaltend mehr als belastend und die Vergütungen für die schwere Arbeit am Menschen sind auch bislang nicht verbessert worden. Ich habe die Bundeskanzlerin am 20.02.1012 angeschrieben und auf die entsprechenden Reformnotwendigkeiten aufmerksam gemacht. Der Brief ist nachlesbar unter folgender Adresse: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 122011.pdf - Eine Antwort habe ich nicht erhalten. Dazu ein Statement bei Youtube > https://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZtgE Und was aus der Sicht des Jahres 2016 schlimmer ist … die Pflege-Rahmenbedingungen in den Heimen sind trotz einiger Reformgesetze nicht verbessert worden! Die viel gepriesenen Pflegestärkungsgesetze geben keine Antworten, wie die unzureichenden Pflegebedingungen aktuell aufgelöst werden können! - Werner Schell viewtopic.php?f=3&t=21471
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Verbindliche Personalschlüssel nötig!

Beitrag von WernerSchell » 17.08.2016, 06:24

Ärzte Zeitung, 16.08.2016
Steffens
Verbindliche Personalschlüssel nötig!
KÖLN. Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) macht sich für die Einführung von verbindlichen Personalschlüsseln für die professionelle Pflege und eine stärkere Beteiligung der Pflegekassen an der Finanzierung der Pflege stark. "Für eine würdevolle Pflege braucht das Pflegepersonal vor allem eins: mehr Zeit", sagte die Ministerin kürzlich auf einer Veranstaltung zum Thema.
Deshalb müsse der Bund endlich für bundesweit verbindliche Personalschlüssel sorgen. Finanziert werden solle das dafür erforderliche Personal über die Pflegeversicherung, damit die Kosten nicht länger hauptsächlich den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen aufgebürdet würden. Steffens schlug auch den Bogen zur Palliativversorgung. Zwar habe die Bundesregierung hier mit dem Hospiz- und Palliativgesetz gute Ansätze geschaffen. "Solange sich die palliative Begleitung schwer erkrankter und sterbender Menschen nicht angemessen in der Personalausstattung wiederfindet, laufen alle Verbesserungen ins Leere", sagte sie.(iss)
Quelle: http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... N.facebook
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Re: Pflegeberufe sollen attraktiver werden - Vorschläge sind

Beitrag von WernerSchell » 20.08.2016, 06:54

Am 19.08.2016 bei Facebook gepostet:
"Wir dürfen die Heime nicht schlechtreden. Es ist doch nichts Negatives,
die letzte Zeit vor dem Tod an einem würdigen Ort zu verbringen.
Die Perspektive muss sein, dass das Heim ein lebenswerter Ort ist"
.
Zitat von Mathias Hartmann, Rektor der Diakonie Neuendettelsau,
in Zeitschrift "CAREkonkret", Ausgabe 19.08.2016
Korrekterweise muss aber klargestellt werden, dass die bundesdeutschen Heime trotz Pflegestärkungsgesetz I und II
weiterhin unter unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen Dienstleiter für die pflegebedürftigen Menschen sind.
Der seit vielen Jahren beklagte Pflegenotstand muss daher schnellstmöglich aufgelöst werden:
Erforderlich sind deutlich mehr Pflegekräfte und bessere Vergütungen für das Personal!
viewtopic.php?f=4&t=21661&p=93770#p93770
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Pflegenotstand - es ist alles gesagt

Beitrag von WernerSchell » 13.10.2016, 06:46

Am 13.10.2016 bei Facebook gepostet:
Wer als Pflegekraft im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung Mängel aufgreifen will, sollte, um die eigene Anstellung nicht zu gefährden, die geltenden arbeitsrechtlichen Regeln beachten (> viewtopic.php?f=5&t=21519 ). Ich rate dazu, immer klar Position zu beziehen, jeder an seinem Platz und mit den jeweils gegebenen rechtlichen Möglichkeiten. Plattformen, um pflegepolitische Forderungen zu erheben, gibt es. Dabei muss sich nicht jeder outen. Aber Unterstützung durch Anwesenheit, z.B. bei den regelmäßigen Neusser Pflegetreffs, wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung. Eingeladen habe ich immer breit. - Der nächste Treff findet am 26.10.2016 statt. Dann geht es zwar in erster Linie um die neuen Pflegegrade. Aber irgendwie kommen wir dann doch auch zu den unzureichenden Stellenschlüsseln usw. > viewtopic.php?f=7&t=21512
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Löhne in der Altenpflege - niedrig und unterschiedlich

Beitrag von WernerSchell » 09.12.2016, 07:33

Am 09.12.2016 bei Facebook gepostet:
Löhne in Altenpflege oft niedrig und mit hohen regionalen Unterschieden - Trägerübergreifende Qualitäts- und Verantwortungsgemeinschaften stärken! IAT-Studie untersuchte regionale Entwicklungspfade überbetrieblicher Arbeitsbeziehungen in der Care-Arbeit. Pflegerische Versorgung in Deutschland sollte kleinräumiger geplant und organisiert werden. Damit Verbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen, sind neue Strategien zur Aufwertung der Pflegearbeit vor Ort notwendig.
>>> viewtopic.php?f=5&t=20875&p=95485#p95485
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Pflegebericht - Pflegenotstand wird nicht aufgelöst

Beitrag von WernerSchell » 15.12.2016, 07:26

Am 14.12.2016 bei Facebook gepostet:
Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Pflegeversicherung und den Stand der pflegerischen Versorgung wurde am 14.12.2016 beschlossen. Dieser liefert einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Situation der Pflegeversicherung in Deutschland im Zeitraum 2011 bis 2015 und damit kurz vor Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des neuen Begutachtungsinstruments.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat der Berichtsvorstellung eine kritische Stellungnahme angefügt. Wesentlich ist dabei, dass die Pflegereform keine Auflösung des Pflegenotstandes bringen wird und die unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen in den Pflegeeinrichtungen unverändert bleiben.

>>> viewtopic.php?f=4&t=21903
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Merkel zollt Pflegekräften großen Respekt ... aber

Beitrag von WernerSchell » 21.12.2016, 07:58

Merkel zollt Pflegekräften großen Respekt - 17.12.2016: Menschen, die sich für den Pflegeberuf entschieden, verdienten Anerkennung, so die Kanzlerin. Sie erklärt, besonders für Demenzkranke brächten der neue Pflegebegriff und die Einführung der neuen Pflegegrade Verbesserungen.

Der Filmbeitrag (= 5,30 Minuten) ist wie folgt abrufbar:
https://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKi ... _node.html
bzw. https://www.youtube.com/watch?v=OeuiAYyAUd8

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Anmerkungen der Moderation - Kommentierung zu den Erklärungen der Kanzlerin :
Kanzlerin Merkel erklärte bereits 2013: Altenpfleger haben härteren Job als ich ... Pflegekräfte werden seit Jahren mit Erklärungen umworben, z.B. mit Bekundungen wie etwa: Sie verdienen "Wertschätzung und Anerkennung". Ihre Arbeitsbedingungen bleiben aber anhaltend mehr als belastend und die Vergütungen für die schwere Arbeit am Menschen sind auch bislang nicht verbessert worden. Ich habe die Bundeskanzlerin am 20.02.1012 angeschrieben und auf die entsprechenden Reformnotwendigkeiten aufmerksam gemacht. Der Brief ist nachlesbar unter folgender Adresse: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 122011.pdf - Eine Antwort habe ich nicht erhalten. Dazu ein Statement bei Youtube > https://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZtgE Und was aus der Sicht des Jahres 2016 schlimmer ist … die Pflege-Rahmenbedingungen in den Heimen sind trotz einiger Reformgesetze nicht verbessert worden! Die viel gepriesenen Pflegestärkungsgesetze geben keine Antworten, wie die unzureichenden Pflegebedingungen aktuell aufgelöst werden können! > viewtopic.php?f=3&t=21471

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat in jüngster Zeit mehrfach zur Pflegereform Stellung genommen und u.a. in Kürze folgende Hinweise gegeben:
Die von der GroKo verabschiedeten drei Pflegestärkungsgesetze haben eine Reihe von Leistungsverbesserungen gebracht. Manches ist gut gelungen, anderes unzureichend geblieben. Der am 01.01.2017 in Kraft tretende neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird die Menschen mit Demenz in den Kreis der Leistungsempfänger aufnehmen. Die neuen Regelungen für die Erlangung der Pflegegrade sind aber kompliziert und verschlechtern die Einstufungskriterien für die Menschen mit ausschließlich körperlichen Defiziten. Auch wenn zunächst niemand schlechter gestellt wird, sind zukünftige Veränderungen zu bedenken. Das neue Begutachtungsverfahren stellt nicht mehr auf minutenweise zu prüfende Defizite ab. Dafür gibt es andere Einschätzungen, die ebenfalls anhand von subjektiven Bewertungen vorzunehmen sind. Wenn behauptet wird, die "Minutenpflege" würde abgeschafft, muss dem heftig widersprochen werden. Denn die unzureichenden Stellenschlüssel für die Pflegeeinrichtungen bleiben im Wesentlichen unverändert. Daher wird die Zuwendungszeit durch das Pflegepersonal nicht ausgeweitet.
Zwingend notwendig erscheint die Schaffung eines bundeseinheitlichen Personalbemessungssystems, das die pflegerischen Zuwendungszeiten deutlich ausweiten hilft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pflege in den Heimen nach pflegewissenschaftlichen Standards zu erfolgen hat (§ 11 SGB XI). Dies lassen die derzeitigen Pflege-Rahmenbedingungen trotz Reformgesetze nicht zu. Daher wird es bei der vielfach beklagten mangelhaften Zuwendungszeit durch das Pflegepersonal verbleiben. Der § 113c SGB XI, der für das Jahr 2020 oder später Lösungsmöglichkeiten andeutet, ist höchst umstritten und bietet für JETZT und die nächsten Jahre zunächst einmal keine Auflösung des Pflegenotstandes.
Um dem Grundsatz "ambulant vor stationär" endlich mehr Geltung zu verschaffen, sind altengerechte Quartiershilfen in den Kommunen dringend geboten. Diese Quartiershilfen würden bestens dazu beitragen können, die pflegenden Angehörigen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Diesbezüglich ist bekannt, was zu tun wäre. Modellvorhaben und Projekte sind völlig unnötig und reine Ablenkungsmanöver.

Quelle: viewtopic.php?f=4&t=21892

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Auszubildende in Pflegeberufen leiden unter Zeitdruck - dpa Bildfunk

Pflegereform - "Trotz aller Verbesserungen muss man sich aber im Klaren darüber sein,
dass die Pflege durch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs nicht automatisch besser wird.
Auch der Pflegefachkräftemangel - gerade in vollstationären Pflegeeinrichtungen - wird dadurch noch nicht behoben."

Zitat Dr. Renate Richter, Leiterin der Abteilung Sozialmedizin bei MEDICPROOF, dem medzinischen Dienst der PKV, in Magazin "PKVbublik", September 2016.
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Flüchtlinge sollen Pfleger werden - Interview mit H. Gröhe

Beitrag von WernerSchell » 28.12.2016, 08:36

"Flüchtlinge sollen Pfleger werden" … Zeitungsinterview mit Hermann Gröhe, BMG. - Der Vorschlag erscheint wenig hilfreich. Bisher wurden als "Lückenbüser" u.a. Langzeitarbeitslose und Schleckerfrauen genannt. Jetzt sollen es Zuwanderer sein. Der Pflegenotstand kann nur durch deutlich verbesserte Stellenschlüssel für die bundesdeutschen Pflegekräfte und angemessene Vergütungen aufgelöst werden. Wenn auch die Pflegereformgesetze einige Verbesserungen bringen, wird uns trotz gegenteiliger Behauptungen die sog. Minutenpflege erhalten bleiben. Dazu gibt es weitere lesenswerte Hinweise und Filmdokumentationen. >>> viewtopic.php?f=4&t=21917
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Der Pflegenotstand bleibt uns erhalten!

Beitrag von WernerSchell » 09.01.2017, 08:38

Am 09.01.2017 bei Facebook gepostet:

Mit "Minutenpflege" wurden bislang Verrichtungen beim Einstufungsverfahren bei Pflegebedürftigkeit, an Zeitwerten ausgerichtet, benannt. Nun wird behauptet, mit dem PSG II wäre die Minutenpflege abgeschafft. Tatsächlich werden bei der Vergabe von Pflegegraden nicht mehr Minuten gezählt, dafür gibt es andere Einschätzungserwägungen, die ähnlich dem Minutenzählen andere subjektive Beurteilungen zum Inhalt haben. Der Streit wird wohl nicht geringer. Entscheidend ist aber, dass mit allen Reformgesetzen keine Verbesserung der Stellenschlüssel eintreten wird, eventuell geringfügig. Daher ist die Zeit der Pflegekräfte, die sich den pflegebedürftigen Menschen zuzuwenden haben, weiterhin zu knapp bemessen. Es fehlen Zeiten - und die kann man auch in Minuten berechnen. Und genau diese Minutenpflege wird, entgegen den Beteuerungen der Politiker, nicht aufgelöst. Oder anders: Der Pflegenotstand bleibt uns erhalten! viewtopic.php?f=3&t=21908

Zahlreiche Beiträge im Forum informieren, z.B.:
> viewtopic.php?f=3&t=21908
> viewtopic.php?f=4&t=21917
> viewtopic.php?f=4&t=21892
> viewtopic.php?f=3&t=21471
Ein Leserbrief, abgedruckt in der Rheinischen Post vom 07.01.2017, bringt es ebenfalls auf den Punkt:
Zu ´Flüchtlinge sollen Pfleger werden`(RP vom 27. Dezember): So sehr ich dafür bin, den Arbeitsmarkt für Flüchtlinge zu öffnen, so ist das doch wieder nur ein Vor-sich-her-schieben des Problems. ´Wie werden ältere Menschen in naher Zukunft menschenwürdig betreut?` Dieses Problem wird hiermit auf Dauer nicht gelöst, genauso wenig wie mit Pflegekräften aus Osteuropa, der massiven Bevorzugung der ambulanten Pflege, dem Einsatz billiger zusätzlicher Betreuungskräfte und den diversen `Pflegereförmchen`. Wann wird endlich ein Politiker oder eine Partei den Mut haben, erfolgversprechendere Maßnahmen wie einen festen Pflegeschlüssel und attraktive Löhne für alle im Bereich Pflege Arbeitenden einzuführen? Dass das nicht für lau zu haben ist, sollte jedem klar sein, aber Aussitzen ist auch keine Lösung! Lennard Hartmann - Köln"
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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