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BeitragVerfasst: 08.06.2016, 06:21 
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Gemeinsame Pressemitteilungen der hsg und des dip vom 15. April 2016

Studie Qualitätsentwicklung in der Altenpflegeausbildung in NRW gestartet

Die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum sowie das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (dip) in Köln haben Anfang Februar 2016 im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) eine 18-monatige Studie zur Qualitätsentwicklung in der Altenpflegeausbildung gestartet.

In NRW ist es nach Angaben des Gesundheitsministeriums gelungen, seit Einführung der Altenpflegeumlage im Jahr 2012 die Zahl der Auszubildenden von rund 10.000 im Jahr 2011 auf 17.500 im Jahr 2015 zu erhöhen. Das entspricht einer Steigerung von 75 Prozent. Diese Leistung stellt durch den Anstieg der Ausbildungszahlen zugleich eine Herausforderung an alle mit der Ausbildung beauftragten Personen dar.

„Der große Erfolg der Erhöhung der Ausbildungszahlen in der Altenpflege in NRW hat gezeigt, dass wir viele interessierte Menschen für die Ausbildung gewinnen können und damit einem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Wir müssen aber auch prüfen, welche Qualitätsentwicklungen diese Steigerung begleiten. Die Studie soll deshalb positive Veränderungen, aber auch verbesserungswürdige Bereiche in der Ausbildung aufzeigen“, betonte Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens gestern in Düsseldorf.

Mit der Studie beauftragt wurden die hsg (Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Evers) und das dip (Projektleitung: Prof. Dr. Michael Isfort). Ende Juli 2017 soll die Studie abgeschlossen sein.

Die Qualitätsentwicklung soll aus einer möglichst umfassenden Perspektive verschiedener beteiligter Akteur*innen in der Altenpflegeausbildung beurteilt werden. Dazu werden die Ausbildungsstätten in NRW, Lehrende, Praxisanleiter*innen und Projektleiter*innen in den Betrieben, Schüler*innen sowie auch Mitarbeitende der Bezirksregierungen umfassend in die Evaluation eingebunden. „Unser Ziel ist es, die Entwicklung der Ausbildungsqualität aus den verschiedenen Perspektiven heraus zu beschreiben und damit verbundene Herausforderungen sowie qualitätserhaltende beziehungsweise verbessernde Maßnahmen zu identifizieren“, so Prof. Evers zum Hintergrund der Studie.

Beide Einrichtungen, die mit der Studie beauftragt sind, werden in den kommenden Monaten auf die genannten Akteur*innen zugehen, um ein möglichst realistisches Bild der Ausbildungssituation zu bekommen und die Daten analysieren zu können. Ziel der Studie ist es auch, Handlungsempfehlungen für das MGEPA NRW vorzulegen.

Das Umlageverfahren in der Altenpflege verpflichtet teil- und vollstationäre Pflegeeinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste in NRW in einen Ausbildungsfonds einzuzahlen, aus dem ausbildende Einrichtungen die Ausbildungsvergütung für ihre Auszubildenden erstattet bekommen.

Die Pressemitteilung ist hier zu finden: https://idw-online.de/de/news649567

Pressekontakte:
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (dip), Hülchrather Straße 15, 50670 Köln, Elke Grabenhorst, Tel.: +49 (0)221 / 46861-30, Mail: dip@dip.de, Web: http://www.dip.de
Hochschule für Gesundheit, Gesundheitscampus 6-8, 44801 Bochum, Pressesprecherin Dr. Christiane Krüger, Tel.: +49 (0)234-77727-124, mobil: +49 (0)151 27526542, Mail: Christiane.Krueger@hs-gesundheit.de, Web: http://www.hs-gesundheit.de

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BeitragVerfasst: 17.12.2016, 08:57 
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Presseinformation – 1054/12/2016 Düsseldorf, 16. Dezember 2016

Ministerin Steffens:
Über 80 Prozent Steigerung - Altenpflegeausbildung in NRW weiterhin eine Erfolgsgeschichte

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Auch im vierten Jahr nach Einführung der Umlagefinanzierung in der Altenpflegeausbildung bleibt die Altenpflegefachkraftausbildung in Nordrhein-Westfalen auf einem sehr erfolgreichen Weg.

„Um über 80 Prozent konnten wir die Zahl der Ausbildungsplätze in der Altenpflege steigern. Das ist ein riesiger Erfolg. Er zeigt, wie richtig die Entscheidung war, in Nordrhein-Westfalen alle in der Pflege tätigen Einrichtungen an den Kosten für Ausbildung zu beteiligen“, erklärte Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens bei Vorlage der aktuellen Ausbildungszahlen. „Während wir im Jahr 2012 bei rund 10.000 Ausbildungsplätzen mit einer Landesfinanzierung gestartet sind, liegen wir jetzt im Dezember aktuell bei 18.266. Erfreulich ist dabei auch, wie viele junge Menschen sich für einen verantwortungsvollen Beruf in der Pflege entscheiden. Denn nur mit einer ausreichenden Zahl gut ausgebildeter Pflegekräfte werden wir auch die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen weiterhin gut versorgen können“, so Steffens weiter.

Damit sind in den Datenbanken zur Finanzierung der Ausbildung noch einmal rund 800 Plätze mehr erfasst zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Der große Erfolg, den alle Beteiligten seit Einführung der Umlage Mitte 2012 gemeinsam erreichen konnten, konsolidiert sich damit weiter auf sehr hohem Niveau.

Die Ministerin betonte erneut, wie wichtig eine Berücksichtigung dieses NRW-Erfolgsmodells bei der Altenpflegeausbildung bei der Diskussion um die neue „generalisierte“ Pflegeausbildung auf Bundesebene sei, über die noch einmal im Bundesrat beraten wurde: „Wenn immer wieder argumentiert wird, man müsse eine gemeinsame Pflegeausbildung schaffen, weil die Altenpflegeausbildung nicht mehr attraktiv sei, dann zeigen unsere Zahlen: Das Gegenteil ist der Fall. Deshalb habe ich bei den aktuellen Plänen zur gemeinsamen Ausbildung nach wie vor die Sorge, dass viele der jungen Menschen, die jetzt erfolgreich die Altenpflegeausbildung durchlaufen und auf die wir dringend angewiesen sind, uns in der von der Bundesregierung geplanten generalisierten Ausbildung verloren gehen.“

Nach dem aktuellen sechsten Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Pflegeversicherung und den Stand der pflegerischen Versorgung ist die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege bundesweit von rund 52.000 im Schuljahr 2010/2011 um 16.000 auf rund 68.000 im Schuljahr 2015/2016 gestiegen. Auch wenn diese Zahlen auf einer freiwilligen Erhebung beruhen und nicht vollständig sind, hat NRW bei der im Rahmen der bundesweiten Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege vereinbarten Steigerung der Ausbildungszahlen den „Löwenanteil“ von gut 50 Prozent beigetragen.

Zum Hintergrund:

Einstimmig hat der Landtag NRW im Jahr 2012 eine Umlagefinanzierung der Fachkraftausbildung in der Altenpflege eingeführt. Das System beruht darauf, dass die ausbildenden Betriebe sämtliche ihnen entstehenden Kosten aus einem Landesfond (Volumen 2017: rund 317 Millionen Euro) erstattet bekommen. Die Kosten zur Finanzierung des Fonds werden gleichmäßig auf alle Pflegeheime und ambulanten Dienste verteilt, egal ob diese ausbilden oder nicht. Pflegeheime und Pflegedienste legen die Kosten dann auf die Rechnungen für die von ihnen versorgten Menschen um. Die Refinanzierung bei den Pflegebedürftigen wird bundesrechtlich durch das SGB XI ermöglicht.

Durch das System konnte erreicht werden, dass den ausbildenden Betrieben durch die Ausbildung kein Kosten- bzw. Wettbewerbsnachteil mehr entstand. Das hat die Ausbildungsbereitschaft – gerade in der ambulanten Pflege- deutlich erhöht.

Das Umlageverfahren finanziert die Kosten der praktischen Ausbildung, also vor allem die Ausbildungsvergütung. Die Kosten der Pflegeschulen werden dagegen vom Land und z. T. von den Trägern finanziert. Das Land hat seine Haushaltsmittel hierfür seit 2010 von rund 32 Millionen Euro auf rund 64 Millionen Euro verdoppelt. Die Pflegeausbildung ist in NRW seit Jahren für die Auszubildenden kostenfrei.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

Dieser Pressetext ist auch über das Internet verfügbar unter der Internet-Adresse der Landesregierung http://www.land.nrw

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BeitragVerfasst: 21.12.2016, 07:59 
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Merkel zollt Pflegekräften großen Respekt - 17.12.2016: Menschen, die sich für den Pflegeberuf entschieden,
verdienten Anerkennung, so die Kanzlerin. Sie erklärt, besonders für Demenzkranke brächten der neue Pflegebegriff
und die Einführung der neuen Pflegegrade Verbesserungen.


Der Filmbeitrag (= 5,30 Minuten) ist wie folgt abrufbar:
https://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKi ... _node.html
bzw. https://www.youtube.com/watch?v=OeuiAYyAUd8

Bild

Anmerkungen der Moderation - Kommentierung zu den Erklärungen der Kanzlerin :
Kanzlerin Merkel erklärte bereits 2013: Altenpfleger haben härteren Job als ich ... Pflegekräfte werden seit Jahren mit Erklärungen umworben, z.B. mit Bekundungen wie etwa: Sie verdienen "Wertschätzung und Anerkennung". Ihre Arbeitsbedingungen bleiben aber anhaltend mehr als belastend und die Vergütungen für die schwere Arbeit am Menschen sind auch bislang nicht verbessert worden. Ich habe die Bundeskanzlerin am 20.02.1012 angeschrieben und auf die entsprechenden Reformnotwendigkeiten aufmerksam gemacht. Der Brief ist nachlesbar unter folgender Adresse: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 122011.pdf - Eine Antwort habe ich nicht erhalten. Dazu ein Statement bei Youtube > https://www.youtube.com/watch?v=XYqs_-kZtgE Und was aus der Sicht des Jahres 2016 schlimmer ist … die Pflege-Rahmenbedingungen in den Heimen sind trotz einiger Reformgesetze nicht verbessert worden! Die viel gepriesenen Pflegestärkungsgesetze geben keine Antworten, wie die unzureichenden Pflegebedingungen aktuell aufgelöst werden können! > viewtopic.php?f=3&t=21471

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat in jüngster Zeit mehrfach zur Pflegereform Stellung genommen und u.a. in Kürze folgende Hinweise gegeben:
Die von der GroKo verabschiedeten drei Pflegestärkungsgesetze haben eine Reihe von Leistungsverbesserungen gebracht. Manches ist gut gelungen, anderes unzureichend geblieben. Der am 01.01.2017 in Kraft tretende neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird die Menschen mit Demenz in den Kreis der Leistungsempfänger aufnehmen. Die neuen Regelungen für die Erlangung der Pflegegrade sind aber kompliziert und verschlechtern die Einstufungskriterien für die Menschen mit ausschließlich körperlichen Defiziten. Auch wenn zunächst niemand schlechter gestellt wird, sind zukünftige Veränderungen zu bedenken. Das neue Begutachtungsverfahren stellt nicht mehr auf minutenweise zu prüfende Defizite ab. Dafür gibt es andere Einschätzungen, die ebenfalls anhand von subjektiven Bewertungen vorzunehmen sind. Wenn behauptet wird, die "Minutenpflege" würde abgeschafft, muss dem heftig widersprochen werden. Denn die unzureichenden Stellenschlüssel für die Pflegeeinrichtungen bleiben im Wesentlichen unverändert. Daher wird die Zuwendungszeit durch das Pflegepersonal nicht ausgeweitet.
Zwingend notwendig erscheint die Schaffung eines bundeseinheitlichen Personalbemessungssystems, das die pflegerischen Zuwendungszeiten deutlich ausweiten hilft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pflege in den Heimen nach pflegewissenschaftlichen Standards zu erfolgen hat (§ 11 SGB XI). Dies lassen die derzeitigen Pflege-Rahmenbedingungen trotz Reformgesetze nicht zu. Daher wird es bei der vielfach beklagten mangelhaften Zuwendungszeit durch das Pflegepersonal verbleiben. Der § 113c SGB XI, der für das Jahr 2020 oder später Lösungsmöglichkeiten andeutet, ist höchst umstritten und bietet für JETZT und die nächsten Jahre zunächst einmal keine Auflösung des Pflegenotstandes.
Um dem Grundsatz "ambulant vor stationär" endlich mehr Geltung zu verschaffen, sind altengerechte Quartiershilfen in den Kommunen dringend geboten. Diese Quartiershilfen würden bestens dazu beitragen können, die pflegenden Angehörigen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Diesbezüglich ist bekannt, was zu tun wäre. Modellvorhaben und Projekte sind völlig unnötig und reine Ablenkungsmanöver.

Quelle: viewtopic.php?f=4&t=21892

Bild
Auszubildende in Pflegeberufen leiden unter Zeitdruck - dpa Bildfunk

Pflegereform - "Trotz aller Verbesserungen muss man sich aber im Klaren darüber sein,
dass die Pflege durch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs nicht automatisch besser wird.
Auch der Pflegefachkräftemangel - gerade in vollstationären Pflegeeinrichtungen - wird dadurch noch nicht behoben."

Zitat Dr. Renate Richter, Leiterin der Abteilung Sozialmedizin bei MEDICPROOF, dem medzinischen Dienst der PKV, in Magazin "PKVbublik", September 2016.

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