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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegeberufsgesetz (PflBG)
BeitragVerfasst: 23.06.2017, 17:40 
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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Deutscher Bundestag Rede des Bundesministers für Gesundheit, Hermann Gröhe,
zum Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe vor dem Deutschen Bundestag am 22. Juni 2017 in Berlin
:

Herr Präsident!
Liebe Kolleginnen!
Liebe Kollegen!

Unser Präsident hat in gewohnt heiterer Weise einen sehr ernsten Hinweis, nämlich dass wir dankbar
dafür sein können, uns in Freiheit zu streiten, aufgenommen. Ich finde, es sollte immer wieder
daran erinnert werden: Wir streiten uns – manches eint uns –, aber das tun wir immer mit der Kraft
des Arguments und aufgrund der Mehrheit, mit der uns die Wählerinnen und Wähler ausgestattet haben,
und wir brauchen keine Sorge vor Repressalien haben, die in anderen Ländern der Welt notwendige
Debatten erst gar nicht möglich machen.

Im Beitrag der Kollegin Scharfenberg ist eines deutlich geworden: Das Fundament, auf dem wir
streiten, ist, dass wir gemeinsam den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und den Pflegekräften
den Rücken stärken wollen. Es ist Aufgabe der Opposition, zu mahnen und zu drängen. Unsere Aufgabe
ist es, zu handeln. Ich sage sehr selbstbewusst: In dieser Legislaturperiode ist so viel wie in
keiner zuvor für die Pflege getan worden.

Ab 1. Januar dieses Jahres wurde der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff umgesetzt. Endlich gibt es
gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung auch für demenziell Erkrankte.
Zehn Jahre lang wurde darüber gestritten. Noch in dieser Legislaturperiode hat die Opposition im
Zusammenhang mit dem Pflegestärkungsgesetz I behauptet: "Das Pflegestärkungsgesetz II wird nie
kommen." Am 1. Januar 2017 ist es Realität geworden.

Auch über die Pflegeberufereform diskutieren wir seit zehn Jahren. Deswegen ist es originell, dass
mancher zwischen den Argumenten "zu viel Zeit gelassen" und "übers Knie gebrochen" pendelt. Seit
zehn Jahren diskutieren wir über die Frage, ob es nicht angemessen ist – und ich bejahe dies
eindeutig –, die Pflegeberufe in einem einheitlichen Berufsbild – bei Vertiefung in speziellen
Bereichen in konkreten Tätigkeitsfeldern – zusammenzuführen, weil es die Berufe aufwertet und weil
es die Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten unserer Pflegekräfte erhöht. Darin weiß ich mich von
vielen aus der Pflegebranche unterstützt.

Die Kollegin von der Linken spricht von einem Koalitionsstreit. Sie fordern eine zweite Anhörung.
Mit Verlaub: Hätten Sie doch bei der ersten schon zugehört, dann wüssten Sie, dass es nicht um ein
Hakeln in der Koalition geht, sondern dass diese umfassende Ausbildungsreform mit ganz vielen
Hoffnungen und auch mit Sorgen verbunden ist, Sorgen zum Beispiel der privaten Arbeitgeber – das
haben Sie eindrucksvoll unterstrichen – und Hoffnungen zum Beispiel der Wohlfahrtsverbände, des
Pflegetags und des Pflegerats. Jeder artikuliert hier die Sorgen und zitiert die Verbände, denen er
sich besonders nahe fühlt. Ich habe beim Pflegetag einen großen Rückenwind, übrigens nicht nur in
Bezug auf die Generalistik, sondern ausdrücklich auch für den Kompromiss erfahren.

Ich will mit Dank an die Kollegen Nüßlein und Lauterbach auch sagen, dass ich es für richtig halte,
dass in dieser Weise nach einem Kompromiss gesucht, ja gerungen wurde, der das Ziel hat, die
Hoffnungen wie die Sorgen ernst zu nehmen. Wir wollten nicht rechthaberisch fragen, wer denn nun
mit seinen Hoffnungen recht hat, sondern haben gesagt: Die jungen Leute, die eine Ausbildung
beginnen, sind Expertinnen und Experten für ihren eigenen Lebensweg. Sie werden – da bitte ich Sie,
sich die Regelungen zum Wahlrecht noch einmal anzusehen – beginnen mit einer gemeinsamen Ausbildung
und werden dann nach einer Vertiefung in Alten- und Kinderkrankenpflege nach zwei Jahren die
Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob sie den Abschluss in der Kinderkranken- und
Altenpflege oder den generalistischen Abschluss mit einem Vertiefungsschwerpunkt wählen. Wir legen
dies in die Hand der jungen Leute. Wir werden uns nach einigen Jahren ansehen, wie die Erfahrungen
damit sind, dann wird der Bundestag erneut entscheiden. Ich glaube, das ist eine gute Lösung, eine
Lösung, die Vertrauen zu denjenigen aufbaut, die wir für einen Pflegeberuf gewinnen wollen.

Ich bin in der Tat davon überzeugt, dass wir die Attraktivität der Berufe umfassend stärken, und
zwar nicht nur durch die Generalistik, den erweiterten Einsatz und die Aufstiegsmöglichkeiten. Ich
nenne beispielhaft, weil gerade von Wertschätzung für die Pflege die Rede war, § 4, in dem es um
vorbehaltene Tätigkeiten geht. Erstmalig entsprechen wir mit diesem Gesetz dem klaren Grundsatz:
Pflegen kann nicht jeder. Es wird klar, dass bestimmte Tätigkeiten nur ausgebildeten Fachkräften
vorbehalten sind. Das ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung und steht in dieser Klarheit
erstmalig in diesem Gesetz.

Ein weiterer Punkt: Wir wollen die praktische Ausbildung stärken. Deswegen gibt es erstmalig eine
klare Regelung zur Praxisanleitung. Das heißt, der Auszubildende wird eben nicht allein in der
Arbeit eingesetzt und soll sich dort bewähren, sondern er erhält durch Fachkräfte eine
Praxisanleitung. Das ist ein großer Fortschritt hin zu einer besseren Berufsausbildung.

Es ist ein Aberwitz – das ist schon angesprochen worden –, dass wir uns angesichts des Mangels von
Arbeitskräften in der Altenpflege in einigen Bundesländern noch Schulgeld leisten. Das gehört dann
endlich der Vergangenheit an. Das ist ein wichtiger Schritt.

Ich sage sehr deutlich: Die Debatte muss weitergehen. Wir haben im Gesundheitswesen auch andere
Mangelberufe; ich denke an Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden. Wir haben gestern im
Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern darüber gesprochen. Es bleibt wahrlich
genug Arbeit zu tun. Wie gesagt: In Mangelberufen des Gesundheitswesens sollte Schulgeld endlich
der Vergangenheit angehören.

Schließlich ergänzen wir die starke Berufsausbildung, die wir mit diesem Gesetz schaffen, um eine
aus der Pilotphase in den Regelbetrieb überführte hochschulische Pflegeausbildung, die an die Seite
der Berufsausbildung tritt und deren Ziel es ist, die Erkenntnisse der Pflegewissenschaften in den
Pflegealltag hineinzutragen und so zu einer guten Verbindung nicht zuletzt für hochkomplexe
Pflegebedarfe, für Leitungsaufgaben und so weiter zu kommen. Auch das ist ein starkes Signal, dass
wir in der Pflege die Berufs- und Betätigungsfelder deutlich ausweiten.

Wir haben natürlich nie behauptet – Kollegin Scharfenberg, da muss ich Ihnen widersprechen –: Das
ist der eine Weg, der den Fachkräftemangel behebt. Aber erstens haben wir heute einen
Ausbildungsrekord in der Alten- und Krankenpflege. Das ist eine gute Nachricht. Das zeigt, wie viel
Solidarität in dieser Gesellschaft steckt, wie viele Menschen in diesem Bereich tätig werden
wollen. Zweitens ist diese Ausbildungsreform eingebettet in eine umfassende Politik: Wir haben in
dieser Legislaturperiode die Zahlung von Tariflöhnen gestärkt; zusätzliche Betreuungskräfte werden
eingesetzt; am 1. Januar dieses Jahres wurden in elf Bundesländern bessere Personalschlüssel
eingeführt; wir bringen Personalbemessungsverfahren in Kranken- und Altenpflege und
Mindestpersonalvorgaben auf den Weg. Im nächsten Jahr soll die Einigung in der Krankenpflege
erfolgt sein. Die Schlüsselverbesserungen in der Altenpflege sind zum Jahresbeginn in Kraft
getreten. Also: Dieses Konzept ist ein Baustein, eingebettet in eine Politik, die sich fest dem
Ziel verschrieben hat, die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte in unserem Land nachdrücklich zu
stärken.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und bitte um Zustimmung zu diesem guten Gesetz.

Anlagen
- Nr. 74-3 (PDF) 117KB
http://www.bundesregierung.de/Content/D ... cationFile

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
E-Mail: [ mailto:InternetPost@bundesregierung.de ]
Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 03018 272 - 0
Telefax: 03018 272 - 2555
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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegeberufsgesetz (PflBG)
BeitragVerfasst: 23.06.2017, 17:41 
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Registriert: 18.05.2003, 23:13
Beiträge: 16803
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Deutscher Bundestag Rede der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley,
zum Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe vor dem Deutschen Bundestag am 22. Juni 2017 in Berlin
:

Sehr geehrter Herr Präsident!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Gerade gestern habe ich an dieser Stelle den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung
vorgestellt. Ein wichtiges Element darin war die Aufwertung sozialer Berufe. Genau mit diesem
Vorhaben machen wir Ernst. Das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe ist ein großer Schritt in
Richtung einer Aufwertung der sozialen Berufe.

Sehr geehrte Frau Zimmermann, wenn die Linke jetzt anfängt, den Arbeitgeberverband Pflege und den
Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands zu zitieren, dann sollten Sie sich einmal Gedanken
darüber machen, ob Sie da vielleicht nicht auf einer etwas schiefen Ebene sind.

Heute hat sich Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund dahin gehend geäußert, dass diese
Reform längst überfällig sei und insbesondere im Bereich Mitbestimmung ganz große Fortschritte
bringen werde. Wer einmal Angehörige selbst gepflegt hat, der weiß, was das für eine
Herausforderung ist – emotional, körperlich, mental –, aber auch wie bereichernd diese Tätigkeit
sein kann. Wer diese Tätigkeit als Beruf wählt, der wählt den Dienst am Menschen mit all den
Herausforderungen, und das verdient erst einmal unseren allerhöchsten Respekt.

Eine neue Struktur der Pflegeausbildung ist deswegen vor allem eine Sache von Wertschätzung, von
Gerechtigkeit und von Weitsicht dafür, was diese Männer und Frauen jeden Tag leisten;
Gerechtigkeit, weil wir vor allen Dingen die Altenpflege deutlich aufwerten, und Weitsicht, weil
wir die Pflege attraktiver machen müssen. Denn wir wissen: Nachwuchs wird schon heute dringend
gesucht, und wir müssen sicherstellen, dass die pflegebedürftigen Menschen auch in Zukunft alle
Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Wir brauchen eine generalistische Pflegeausbildung, weil immer mehr ältere Menschen im Krankenhaus
liegen, die mehr pflegerische Zuwendung brauchen als jüngere, weil in den Pflegeheimen eine
steigende Anzahl von Menschen lebt, die auch Krankenpflege brauchen, und weil in der wichtigen
ambulanten Pflege Akutpflege und Langzeitpflege beherrscht werden müssen, weswegen diese Bereiche
nicht getrennt werden können. Was ist hieran nun das Neue? Wir reagieren darauf, indem wir
Krankenpflege und Altenpflege einander annähern, indem Pflegekräfte eine moderne, generalistische
Ausbildung erhalten, die EU-weit anerkannt ist. Deren Abschluss eröffnet sogar noch die Möglichkeit
zum Pflegestudium, das heißt, wir schaffen auch mehr Aufstiegschancen in der Pflege. Außerdem wird
es eine Differenzierung im dritten Ausbildungsjahr geben. Ich gebe zu: Das ist nicht die von mir
favorisierte Lösung gewesen. Wir haben aber gehört, dass es nach sechs Jahren eine Evaluierung
geben wird, und wir werden sehen, ob sich dann Änderungsbedarf zeigt.

Einen Punkt, der mir besonders wichtig ist, möchte ich noch ansprechen: Es gibt nur wenige Berufe,
in denen man zur Ausbildung noch Geld mitbringen muss und keine Ausbildungsvergütung erhält.
Interessanterweise sind das meistens Berufe, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Ich halte es
für einen riesigen Erfolg, dass wir die Ausbildungsfinanzierung neu regeln, das Schulgeld
abschaffen und einen Ausbildungsfonds einrichten, der eine sichere Finanzierungsgrundlage bietet.
Alle Auszubildenden werden eine angemessene Vergütung erhalten. Der Fonds ist nicht gedeckelt, das
heißt, es wird jeder Bedarf gedeckt werden, es wird keine Platzbegrenzung geben. Eine solche
moderne Pflegeausbildung ist eine Frage von Wertschätzung, von Gerechtigkeit und von Weitsicht. Wir
brauchen gut ausgebildete, motivierte, engagierte Menschen in den sozialen Berufen, die sich um
andere Menschen kümmern, die das – gerade in der Pflege – auch ein Stück weit als Berufung
empfinden, damit unser Land für alle lebens- und liebenswert bleibt.

Ich bedanke mich sehr, insbesondere – das vielleicht zuletzt, da ich noch ein paar Sekunden
Redezeit habe – für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit.
Das kann ich zwar jetzt nicht aus eigener Anschauung sagen, weil der Großteil des Prozesses unter
meiner Vorgängerin Manuela Schwesig abgelaufen ist, aber das gesamte Haus hat mir versichert, dass
es ein ausgesprochen produktives Zusammenwirken gab. An dieser Stelle dafür herzlichen Dank!


Anlagen
- Nr. 74-2 (PDF) 184KB
[ http://www.bundesregierung.de/Content/D ... cationFile ]

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
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D-10117 Berlin
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BeitragVerfasst: 24.06.2017, 09:53 
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Am 25.06.2017 bei Facebook gepostet:

Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, hat zur Gestaltung und Verabschiedung eines neuen Pflegeberufegesetzes bei Facebook Stellung genommen. Dazu ergibt sich aus der Sicht von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:

Über die Notwendigkeit, ein neues Pflegeberufegesetz zu schaffen, kann man lebhaft streiten. Über 40 Jahre Rechtskunde-Lehrtätigkeit in der Krankenpflegeausbildung (einschließlich Lehraufträge an der Katholischen Fachhochschule Köln im Fach Pflegepädagogik) zeigen mir deutlich auf, worauf es entscheidend ankommen muss. Der seit Jahren bestehende und dramatisch zunehmende Pflegenotstand erfordert aktuell vorrangig andere pflegepolitische Maßnahmen. Wie ich bereits mehrfach verdeutlicht habe, sind die Pflege-Personalausstattungen in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen nicht auskömmlich, um eine angemessene Pflege nach pflegewissenschaftlichen Standards (§ 11 SGB XI) zu gewährleisten. Ich schätze den Fehlbedarf auf mittlerweile weit über 100.000 Dienstkräfte ein. Es ist daher dringend geboten, JETZT - und nicht irgendwann in den 2020er Jahren - für Personalbemessungssysteme Sorge zu tragen, die eine verbesserte Pflege-Personalausstattung in Gang bringen können. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, werden wir mehr Fachpersonal gewinnen können. Ein neues Pflegeberufegesetz wird dazu keinen nennenswerten Beitrag leisten. Im Übrigen kann durch die im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze vorgesehenen Betreuungskräfte keine Verbesserung der Pflege erwartet werden. Solche Betreuungskräfte machen nur Sinn, wenn die Pflegepersonalausstattungen stimmig geregelt sind und damit Pflege und Betreuung zusammen für eine verbesserte Versorgung der Patienten und pflegebedürftigen Menschen wirksam werden können. Ich mache im Übrigen noch einmal auf mein Statement vom 21.10.2015 beim Neusser Pflegetreff aufmerksam > https://youtu.be/qbyHRxX9ikk - Werner Schell

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BeitragVerfasst: 07.07.2017, 16:31 
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Ärzte Zeitung vom 07.07.2017:
Pflegereform
Bundesrat stimmt Pflegeberufegesetz zu
Eine Agenda mit über 100 Punkten müssen die Bundesrats-Abgeordneten am Freitag abarbeiten.
Die Entscheidung zum Pflegeberufegesetz fiel bereits am Mittag.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=939 ... fpuryyqrde

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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegeberufsgesetz (PflBG)
BeitragVerfasst: 10.07.2017, 10:51 
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Registriert: 18.05.2003, 23:13
Beiträge: 16803
Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufereformgesetz - PflBRefG)
Beschluss des Deutsches Bundestages vom 23.06.2017 (unten als pdf-Datei angefügt und abrufbar)
Bundesrat - Drucksache 511/17 - Zustimmung vom 07.07.2017


+++
Bild
Die Statements von Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, beim Neusser Pflegetreff am 21.10.2015 sind in einem gesonderten Filmbeitrag (7.30 Minuten) anschaubar unter:
> https://youtu.be/qbyHRxX9ikk
Die wesentlichen Aussagen:
- Mehr Pflegepersonal - jetzt und nicht später!
- Mehr Zeit für Zuwendung und Pflege ermöglichen.
- Der im PSG II vorgesehene § 113c SGB XI, der ein Personalbemessungssystem anspricht, reicht nicht!
- Mängel müssen abgestellt werden, auch im Hinblick auf den Einsatz der Betreuungskräfte nach § 87b SGB XI
.

+++
In den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen fehlen weit über 100.000 Pflegekräfte. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk mahnt daher seit Jahren bundesweit geltende Personalbemessungssysteme an, die eine angemessene Stellendotierung in der Pflege entsprechend dem pflegewissenschaftlichen Standard (§ 11 SGB XI) gewährleisten können. Am 13.05.2014 wurde dazu ein Statement vorgelegt und die Auflösung des Pflegenotstandes eingefordert. Siehe > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Letztlich ist daraus nur der § 113c SGB X hervorgegangen. Zusätzliche Betreuungskräfte wurden für die Heime bewilligt.
Das neue Pflegeberufegesetz wird den Pflegenotstand nicht auflösen können, weil es nur die Ausbildung auf eine neue Basis stellt. Der Pflegenotstand kann nur behoben werden, wenn die Stellenschlüssel flächendeckend für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen grundlegend verbessert werden. Ergänzend dazu müssen auch angemessene Vergütungen für die Pflegekräfte gestaltet werden. Insoweit sind die Tarifvertragsparteien in der Pflege. - Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de


+++
Pressemitteilung dazu vom 08.7.2017:
Bundesrat verabschiedet
Pflegeberufereformgesetz/ ASB setzt sich für
bundeseinheitliche Rahmenbedingungen ein

2017-07-07 13:07:23
Köln/Berlin (ots) - Der Bundesrat hat heute das als Kompromissvorschlag der Koalitionspartner
eingebrachte Pflegeberufereformgesetz verabschiedet.
Als einer der größten Arbeitgeber im Pflegebereich begrüßt der ASB in weiten Teilen die nun
nach langem Ringen beschlossene Reform: "Die Einführung der generalistischen Ausbildung ist
der richtige Ansatz, um die Attraktivität und Qualität der Pflegeausbildung zu erhöhen", so ASBBundesgeschäftsführer
Ulrich Bauch. Er sei sich sicher, dass durch die Zusammenführung des
Kranken- und Altenpflegeberufes zu einem einheitlichen Pflegeberuf es auch zu einer
Angleichung der Gehälter kommen werde. "Der schlecht bezahlte Altenpfleger und die besser
bezahlte Krankenschwester werden somit bald der Vergangenheit angehören."
Bedauerlich sei laut Bauch, dass keine gemeinsamen und einheitlichen Lerninhalte und
Finanzierungsgestaltungen der neuen Ausbildung im Gesetz verankert worden seien. Aus
diesem Grund appelliert der ASB-Bundesgeschäftsführer an die Verhandlungspartner in den
Ländern, sich für bundeseinheitliche Rahmenbedingungen der Ausbildung einzusetzen. "Der
Torso der Reform ist geschaffen", so Bauch. Nun müsse man aufpassen, dass in der konkreten
Ausgestaltung kein unübersichtliches, ungerechtes Flickwerk entstehe und somit eine echte
Chance verpasst werde, sich den Herausforderungen in der Pflege zu stellen. "Daher wird sich
der ASB in die anstehenden Verhandlungen zwischen den verschiedenen Kostenträgern
einbringen."
Pressekontakt:
Hilke Vollmer
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Email: h.vollmer@asb.de
Telefon: 030/ 2325786-122
Mobil: 0172/ 2620597


Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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BeitragVerfasst: 10.07.2017, 11:41 
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Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums Pressemitteilung 085 Veröffentlicht am 07.07.2017

Bundesrat stimmt Gesetz zur Pflegeberufereform zu

Der Bundesrat hat heute dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe zugestimmt. Die Staatssekretäre im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ralf Kleindiek und im Bundesministerium für Gesundheit, Lutz Stroppe begrüßen den erfolgreichen Abschluss des Gesetzgebungs-verfahrens. Das Gesetz tritt nun stufenweise in Kraft. Es sorgt für verbesserte Rahmenbedingungen in der Pflege und steht für die notwendige Aufwertung des sozialen Berufsfelds insgesamt.

Am 7. Juli 2017 hat die Länderkammer den Weg für das "Gesetz zur Reform der Pflegeberufe" frei gemacht. Mit dem Pflegeberufereformgesetz werden die bisher im Altenpflegegesetz und Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen in einem neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt.

Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ralf Kleindiek: „Mit der Reform der Pflegeberufe verbessern wir die Ausbildungsbedingungen und erhöhen die Attraktivität des Berufsfelds Pflege. Die Reform übernimmt damit eine Vorreiterrolle für die sogenannten SAGE-Berufe insgesamt. In den Berufen soziale Arbeit, Gesundheit und frühkindliche Erziehung leisten gerade Frauen einen enormen Beitrag für unser Gemeinwesen. Hier müssen weitere Schritte folgen, um die Wertschätzung und Bezahlung nachhaltig zu verbessern.“

Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Lutz Stroppe: „Mit einer modernen Pflegeausbildung stärken wir unsere Pflegekräfte durch mehr Berufs- und Aufstiegschancen. Außerdem sorgen wir dafür, dass das Schulgeld in der Altenpflege endlich überall abgeschafft wird. Das ist ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen. Auch das Schulgeld für die Ausbildung der Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden sowie in weiteren Heilberufen und den weiteren Heilberufen muss in Zukunft abgeschafft werden.“

Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung. Wer die generalistische Ausbildung fortsetzt, kann in allen Bereichen der Pflege eingesetzt werden und erhält den Berufsabschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“. Der Berufsanschluss wird europaweit anerkannt. Für das dritte Ausbildungsjahr ist für Auszubildende mit Vertiefungsbereich in der Pflege alter Menschen oder von Kindern und Jugendlichen ein Wahlrecht vorgesehen. Sie können für das letzte Ausbildungsdrittel eine Spezialisierung in der Altenpflege oder Kinderkranken-pflege mit gesondertem Berufsabschluss wählen. Niemand geht so für die Ausbildung im Pflegebereich verloren.

Durch zahlreiche Verbesserungen sollen gerade junge Menschen für die Ausbildung im Pflegeberuf begeistert werden: es muss kein Schulgeld mehr bezahlt werden und eine angemessene Ausbildungsvergütung wird im Gesetz festgeschrieben. Durch Modernisierung der Ausbildungsinhalte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen und mehr Praxisanleitung im Betrieb gewinnt die Ausbildung an Attraktivität.

Das Gesetz tritt nun stufenweise in Kraft. Der erste Ausbildungsjahrgang soll 2020 beginnen. Pflegeschulen und Ausbildungsbetrieben bleibt so genug Zeit, sich auf die neue Ausbildung einzustellen. Bis dahin werden weitere Voraussetzungen zur Umsetzung der Reform geschaffen: Mit dem Erlass einer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sowie einer Finanzierungsverordnung werden die technischen Details geregelt.

Web-Ansicht: http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/p ... -zu/117338

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