Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus & der Pflegenotstand

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus & der Pflegenotstand

Beitrag von Presse » 28.08.2014, 18:50

Aktuelle Studie
Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus – oft kein Fortschritt für Beschäftigte und Patienten

Viele Krankenhäuser in Deutschland haben in letzter Zeit Organisation und Arbeitsteilung verändert. Allerdings bringt das auf den Stationen häufig keine Verbesserungen für Beschäftigte und Patienten. Medizinisches und Pflegepersonal sind weiterhin mit Arbeitsverdichtung und Stellenabbau konfrontiert. Vor allem den Pflegenden bleibt oft zu wenig Zeit für Kernaufgaben, insbesondere das Gespräch mit Patienten und Angehörigen. Das zeigt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung. Die Studienautoren vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen haben darin erstmals untersucht, wie sich die Zuordnung von Aufgaben, Tätigkeiten und Qualifikationen im Reorganisationsprozess der Krankenhäuser verändern. Die Untersuchung wird heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Das IAT-Forschungsteam um Prof. Dr. Josef Hilbert stützt seine Studie auf eine umfangreiche Online-Befragung, an der sich mehr als 2500 Krankenhausbeschäftigte aus ganz Deutschland beteiligt haben: Neben Pflegekräften, die die größte Gruppe stellen, und Ärzten auch Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und medizinische Fachangestellte. Die Befragung ist nicht repräsentativ, vermittelt nach Einschätzung der Wissenschaftler aber einen guten Einblick in die Situation in deutschen Krankenhäusern. Zusätzlich werteten sie die Forschungsliteratur und Daten von Lohnspiegel.de aus – das Projekt, das vom WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung wissenschaftlich begleitet wird, erhebt die Bezahlung unter anderem in Gesundheitsberufen.

Angesichts der hohen Belastung sowohl von Medizinern als auch von Pflegenden werde in Fachkreisen häufig eine „neue Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen“ gefordert, schreiben die IAT-Forscher. Ansätze dazu seien auf vielen Stationen längst zu beobachten. So übernehmen beispielsweise Pflegekräfte Aufgaben, die früher vor allem Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren und geben ihrerseits Arbeiten an „Assistenzdienste“ ab (Einzelheiten siehe unten). Krankenhausmanager geben in Umfragen an, in den letzten Jahren schon viel für bessere Arbeitsbedingungen getan zu haben. Die Sicht der Beschäftigten lasse aber „starke Zweifel daran aufkommen, dass diese Veränderungen erfolgreich sind“, betonen Hilbert und seine Forscherkollegen Christoph Bräutigam und Michaela Evans. Dabei unterschieden sich die verschiedenen Berufsgruppen zwar im Ausmaß ihrer Kritik, sähen aber insgesamt die gleichen Probleme. So widersprechen rund 78 Prozent der Pflegenden, mehr als 63 Prozent der Ärzte und etwa 70 Prozent der übrigen Befragten der Aussage: „Meine Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten 5 Jahren verbessert“. Mehr als 50 Prozent der befragten Krankenhausbeschäftigten glauben nicht, dass Patientinnen und Patienten von den bisher erfolgten Veränderungen der Aufgabenverteilung auf ihren Stationen profitieren.

Weniger Stellen, mehr Arbeit
Bis zu 50.000 Stellen sind nach Schätzungen von Gesundheitsforschern seit Mitte der 1990er Jahre im Pflegedienst der deutschen Krankenhäuser gestrichen worden – bei steigenden Patientenzahlen. Die in der IAT-Studie befragten Pflegerinnen und Pfleger beschreiben die damit verbundene Arbeitsverdichtung auch für die jüngste Zeit: 71 Prozent geben an, auf ihrer Station seien Pflegestellen abgebaut worden. Lediglich 16 Prozent berichten von neuen Arbeitsplätzen und nur knapp 12 Prozent geben an, dass Aufgaben in der Pflege reduziert worden seien. Auch nach Einschätzung der Ärztinnen und Ärzte sind in ihrem Arbeitsbereich eher Stellen gestrichen als geschaffen worden. Zudem berichten fast 37 Prozent, dass auf ihrer Station Mediziner als Leih- oder Zeitarbeiter beschäftigt würden.

Zu wenig Zeit fürs Wesentliche
Im Arbeitsalltag erleben viele Beschäftigte aus allen Berufsgruppen permanente Zeitknappheit. Knapp 60 Prozent sagen, sie hätten nicht genug Zeit für ihre Arbeit, weitere 27 Prozent beantworten die Frage mit „teils-teils“. Mehr als die Hälfte der befragten Ärzte und Pflegekräfte können zumindest mehrmals in der Woche nicht die vorgesehenen Pausen machen. Fast 83 Prozent aller Beschäftigten geben an, dass auf ihrer Station wichtige Aufgaben vernachlässigt würden. Rund 60 Prozent der Pflegenden und rund die Hälfte der Mediziner beobachten beispielsweise, dass nicht genug für die Information, Anleitung und Beratung von Patienten getan werde. Jeweils knapp die Hälfte der Befragten finden, dass die Ausbildung auf ihrer Station zu kurz komme. Ein Drittel der Pflegenden und etwa jeder fünfte Mediziner sprechen von Defiziten bei der Dokumentation.

Gleichzeitig, konstatieren die Forscher, liege bei den Pflegekräften „ein erheblicher Teil des Aufgabenspektrums abseits der Arbeit mit Patientinnen und Patienten“. Jeweils rund 40 Prozent der Pflegenden geben an, dass sie auch für Transporte, Botendienste, Reinigungsarbeiten, Verwaltung und hauswirtschaftliche Tätigkeiten eingesetzt werden – während sie mit ihren Kernaufgaben kaum nachkommen.

Verschiebung von Aufgaben, aber keine echte Reorganisation
Mehr als 78 Prozent der befragten Pflegerinnen und Pfleger haben nach eigener Angabe in letzter Zeit Tätigkeiten vom ärztlichen Dienst übernommen. Pflegekräfte versorgen verstärkt Wunden, sie setzen Spritzen, legen Venenkanülen, geben Medikamente zur Chemotherapie, kümmern sich um die Dokumentation. 47 Prozent bekamen darüber hinaus zusätzliche Verwaltungsaufgaben übertragen.

Zwar haben in etlichen Kliniken offenbar auch die Pflegedienste Aufgaben abgeben können. Der Anteil der Beschäftigten, die von solchen Entlastungen berichten, ist allerdings deutlich geringer: Knapp 44 Prozent der befragten Pflegekräfte tun das. Am häufigsten hat der Pflegedienst Mahlzeitenbestellungen, die Begleitung von Patienten im Krankenhaus, Boten- und Transportaufgaben sowie Reinigungsarbeiten abgeben können. Übernommen haben solche Tätigkeiten vor allem Beschäftigte in „Assistenzdiensten“ wie Servicehelferinnen, Stationsassistenten, Pflegehilfskräfte. Ein gutes Drittel der Befragten gibt an, dass derartige Dienste auf ihrer Station neu eingerichtet worden sind.

Doch auch wenn Verschiebungen in der Arbeitsteilung damit durchaus verbreitet sind – von effektiven Reorganisationen kann nach Analyse der IAT-Experten keine Rede sein. Hilbert und seine Ko-Forscher sprechen von „Experimenten“, die die Praktiker auf den Stationen meist nicht überzeugten. Beispiel Pflegedienst: Dessen „Entlastung von patientenfernen Aufgaben“ sei „bei weitem noch nicht systematisch und flächendeckend umgesetzt“. Und wenn die Pflegekräfte Aufgaben und Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten übernähmen, dann handele es sich oft nur um „Einzeltätigkeiten“ und nicht um zusammenhängende „Aufgabenkomplexe“. Die von Gesundheitsexperten immer wieder geforderte „sachgerechte interdisziplinäre Kooperation der Berufe zur Verbesserung der Patientenversorgung“ komme dadurch kaum voran. Auch werde die Chance nicht genutzt, „die professionelle Rolle der Pflege im Krankenhaus zu stärken“ und damit den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten, die auch ihre Arbeitszufriedenheit erhöht. Dazu passt, dass die meisten Befragten angemessene Weiterbildungsmöglichkeiten vermissen: Nur knapp 17 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger sind zufrieden damit, wie ihr Arbeitgeber sie in der Fort- und Weiterbildung unterstützt. Und lediglich ein gutes Drittel gibt an, bei Bedarf die nötige Weiterbildung zu erhalten.

Viele machen sich Sorgen um die Rente
Die Forscher vom IAT attestieren den Krankenhausbeschäftigten hohes Engagement. Trotzdem sehen sie insbesondere den Pflegebereich schlecht für eine Zukunft gerüstet, in der das Personalangebot schon wegen der demografischen Entwicklung zurückgeht und ein gravierender Fachkräftemangel droht. Während die Verantwortung der Beschäftigten wachse, blieben ihnen entsprechende Gestaltungsspielräume und Entscheidungsbefugnisse vorenthalten. In strategische Entscheidungen sehen sich viele Beschäftigte nicht hinreichend eingebunden – auch wenn diese ihren Arbeitsplatz unmittelbar betreffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bezahlung: In der IAT-Umfrage sagen knapp zwei Drittel der Pflegekräfte, sie würden nicht ihrer Leistung angemessen bezahlt. Laut WSI-Lohnspiegel verdienen Krankenschwestern bei einer 40-Stunden-Woche brutto durchschnittlich 2.513 Euro im Monat, ihre männlichen Kollegen kommen auf 2.742 Euro. Spezialisierte Operationsschwestern und -pfleger erhalten im Durschnitt 3.247 und 3.533 Euro. Helferinnen und Helfer in der Krankenpflege müssen sich mit weniger als 2.000 Euro im Monat begnügen. Knapp die Hälfte der vom IAT befragten Pflegekräfte macht sich Sorgen, nicht genug zu verdienen, um später einmal eine auskömmliche Rente zu bekommen.

Weitere Informationen:
Christoph Bräutigam, Michaela Evans, Josef Hilbert, Fikret Öz: Arbeitsreport Krankenhaus (pdf). Arbeitspapier der Hans-Böckler-Stiftung, Nr. 306, August 2014. >>> http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_306.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2014
Kontakt:
Dr. Dorothea Voss
Abteilung Forschungsförderung
Rainer Jung
Leiter Pressestelle
http://www.boeckler.de/14_50874.htm

+++
Dazu berichtet die Tagessschau am 28.08.2014:
Arbeitssituation in Krankenhäusern
Fehler bleiben nicht aus
Stand: 28.08.2014 17:24 Uhr
Weil in deutschen Kliniken Personal fehlt, sind Ärzte und Pfleger oft völlig überfordert. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung verschärft sich die Situation zusehends. Vor allem Gespräche und Betreuung von Patienten bleiben auf der Strecke.
Von Sandra Stalinski, tagesschau.de
... (weiter lesen unter) ... http://www.tagesschau.de/inland/kranken ... e-100.html
Bild
Neue Studie zu Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern
tagesschau 12:00 Uhr, 28.08.2014, Andreas Jöhrens, RBB
Download der Videodatei
http://download.media.tagesschau.de/vid ... m.h264.mp4

+++
Auf die Ökonomisierung im Gesundheitssystem, u.a. in Verbindung mit einem Pflegenotstand, wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit vielen Jahren in aller Deutlichkeit aufmerksam gemacht. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, Studien, Berichte des Personals und ihrer Verbände, dass die unzureichende Stellendotierung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht nur lästige Organisationsmängel produziert, sondern von tatsächlichen Patientengefährdungen auszugehen ist. Es gibt auch eine Studie, die belegt, dass durch fehlendes Personal die Sterblichkeitsrate der Patienten steigt! - Die jetzt von der Hans-Böckler Stiftung veranlasste Untersuchung bringt im Wesentlichen keine neuen Erkenntnisse, sondern bestätigt nur das, was den Experten seit Jahren zur Genüge bekannt ist. Vgl. u.a. eine Pressemitteilung vom 19.11.2008 > http://www.wernerschell.de/Medizin-Info ... raefte.php
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat am 13.05.2014 dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einem umfänglichen Statement dargelegt, dass der Pflegenotstand umgehend behoben werden muss. Siehe dazu das dem Bundesgesundheitsminister übergebene Statement > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Eine Ergänzende Pressemitteilung vom 26.08.2014 macht deutlich, dass der Pflegenotstand auch überwindbar ist. > viewtopic.php?f=3&t=20594 Es müssen aber jetzt im Rahmen der anstehenden Pflegereform die notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Leider ist in der Vergangenheit bereits sehr viel Zeit vertrödelt worden!
Werner Schell


+++
>>> Und dazu noch einmal mein Statement vom 15.05.2014 beim Kölner Pflegecongress von Prof. Dr. Großkopf:
Mehr Pflegepersonal = bessere Pflege! - Interview mit Werner Schell beim JHC 2014
> https://www.youtube.com/watch?v=KXX7VYoJIuQ

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Arbeitsorganisation im Krankenhaus dringend verbessern

Beitrag von Presse » 28.08.2014, 18:52

Arbeitsorganisation im Krankenhaus dringend verbessern

Die Ergebnisse des heute in Berlin veröffentlichten ‚Arbeitsreport Krankenhaus` weisen auf gravierende Fehlentwicklungen in der Arbeitsorganisation in Krankenhäusern hin. Die Studie wurde von dem Institut Arbeit und Technik im Auftrag der Hans Böckler Stiftung durchgeführt. „Diese Studie bestätigt unsere Bewertungen“, so Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. DBfK. „Die kleinteilige und unkoordinierte Verschiebung von Aufgaben wie Blutentnahme vom ärztlichen in den pflegerischen Bereich führt zu keiner grundsätzlichen Entlastung der Pflegefachpersonen oder einer Verbesserung der Versorgung. Wir brauchen eine echte Neuorganisation der Arbeitsabläufe mit strategischer Planung. Pflege muss viel stärker in die Prozesssteuerung einbezogen werden und zusammenhängende Aufgabenkomplexe übernehmen. Nur das ist sinnvoll und bringt auch für die Patienten eine Verbesserung“, so Franz Wagner weiter. „Denn wichtige Beratungsgespräche mit Patienten, die Anleitung und Schulung - auch der Angehörigen - finden im Krankenhaus faktisch nicht mehr statt“. Das bestätigt der Report, in dem 60% der Pflegefachpersonen angaben, wegen Zeitmangel die Kommunikation, Beratung und Betreuung von Patienten und Angehörigen zu vernachlässigen. Ernüchternd ist zudem, dass 40% der Pflegefachpersonen angaben, durch Transportdienste, Reinigung und hauswirtschaftliche Verrichtungen von der Betreuung der Patienten abgehalten zu werden. Auch der Anteil an Verwaltungsaufgaben ist viel zu hoch. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die Pflegefachpersonen müssen von berufsfremden Aufgaben entlastet werden und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, zum Beispiel durch eine bessere Personalausstattung.

Nur so wird es gelingen, die Pflegefachpersonen im Beruf zu halten und den Berufs wieder attraktiver zu machen“, so Wagner. Die Aufgabenverteilung zwischen den Berufsgruppen muss systematisch geplant und umgesetzt werden.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2014
Susanne Adjei|Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
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Arbeitsbedingungen: Klinikpersonal dauernd unter Druck

Beitrag von Presse » 29.08.2014, 06:46

Arbeitsbedingungen: Klinikpersonal dauernd unter Druck
Die Delegation von Leistungen, die ursprünglich von Ärzte erbracht worden ist, hat zu einer starken Belastung des Pflegepersonals geführt.
Das zeigen die Ergebnisse einer Online-Befragung.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=867 ... ent&n=3694

Krankenhäuser: Beschäftigte klagen über verschlechterte Arbeitsbedingungen
Berlin – Die Reorganisation stationärer Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren wird von vielen Beschäftigten als Verschlechterung empfunden. Das geht es einer Online-Umfrage hervor, die das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen im Auftrag der Hans Böckler Stiftung durchgeführt hat. Demnach erklärten knapp zwei Drittel der Ärzte und drei Viertel der Pflegekräfte, die an der Umfrage teilgenommen haben, dass sich ihre Arbeitsbedingungen in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert hätten.
...
Steffens fordert ausreichende Personalausstattung in Krankenhäusern
„Pflege und die damit verbundene menschliche Zuwendung kommen in vielen Krankenhäusern zu kurz, wenn Trägern das Geld für ausreichend Personal fehlt“, kommentierte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) die Ergebnisse der Umfrage. „Deshalb benötigen wir hierzu bundesweit verbindliche Regelungen für Krankenhäuser. Denn nur, wenn eine ausreichende Personalausstattung vorgeschrieben ist, werden die Krankenhäuser mehr Pflegekräfte einstellen und die Kassen diese auch finanzieren.“
... (mehr) ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59911

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Bessere Personalausstattung im Krankenhaus sichern

Beitrag von Presse » 04.09.2014, 13:00

Bessere Personalausstattung im Krankenhausreformgesetz sichern

In Unterstützung der Resolution von DPR, BÄK und DKG fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die Vertreter in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Krankenhaus-Versorgung in Deutschland auf, in den Eckpunkten eine sofort wirksame, ausfinanzierte und langfristig angemessene Personalausstattung im Krankenhaus zu sichern.
„Die Unterversorgung von Patienten und die Ausbeutung der Beschäftigten in den Krankenhäusern müssen umgehend beendet werden!“ fordert DBfK Bundesgeschäftsführer Franz Wagner. Die beiden in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnisse des ‚Arbeitsreport Krankenhaus` zur Arbeitsorganisation im Krankenhaus (durchgeführt vom Institut Arbeit und Technik im Auftrag der Hans Böckler Stiftung) und das ,Pflegethermometer 2014`(durchgeführt vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung) zur Unter- und Fehlversorgung von an Demenz erkrankten Menschen in deutschen Krankenhäusern bestätigen erneut die seit Jahren bekannten Mängel.
Neben Schwächen in der Organisation der Versorgung fällt besonders der eklatante Mangel an Pflegefachpersonen ins Gewicht. Viel zu wenige Pflegefachpersonen müssen viel zu viele Patienten versorgen. Unterschiedliche Trends innerhalb und außerhalb der Krankenhäuser haben zu der heutigen Ausdünnung geführt und die chronische Überlastung verursacht. Ein schlechter Quotient Pflegefachperson:Patienten stellt ein erhebliches Risiko für die Patient/innen dar.

„Der pflegerische Aufwand, der in den Fallpauschalen im DRG-System kalkuliert ist, muss dargestellt werden. In Verbindung mit dem ermittelten tatsächlichen Pflegeaufwand können analytische Personalbemessungsverfahren entwickelt werden, die den wirklichen Pflegebedarf der Patienten abdecken“ so Wagner.
Zahlreiche internationale Studien belegen den Zusammenhang von Personalausstattung und Patientenergebnissen. Die heutigen Arbeitsbedingungen führen zum Ausbrennen und zur Flucht des Personals aus dem Beruf. Solche Zustände machen den Beruf unattraktiv. Schon in der Ausbildung durch die Arbeits- aber auch die Ausbildungsbedingungen das Burn-out vorprogrammiert. Unter den aktuellen Bedingungen ist Pflege kein Beruf auf Lebenszeit!

Die Krankenhausreform muss für eine angemessene Personalausstattung sorgen. Es ist nicht darstellbar, dass die Personalausstattung wegen fehlender finanzieller Mittel nicht zu verbessern ist – das ist eine Frage der Prioritätensetzung. Geeignete gesetzliche Regelungen können für eine verbesserte Personalausstattung sorgen – wenn es politisch gewollt ist.

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Quelle: Pressemitteilung vom 04.09.2014
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Effektives Lernen im Krankenhaus möglich machen

Beitrag von Presse » 05.09.2014, 10:43

Effektives Lernen im Krankenhaus möglich machen

Berlin, 05.09.2014 – Bei der heutigen Fachtagung „Forum Praxisanleitung“ des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK) informierten sich ca. 200 Praxisanleiter aus der gesamten Bundesrepublik zu aktuellen fachlichen, berufsrechtlichen und -politischen Themen. Deutlich wurde, dass die praktische Anleitung der SchülerInnen immer noch ein Schattendasein fristet. Effektives Lernen im Krankenhaus findet nur im Ausnahmefall statt. Franz Wagner, DBfK-Bundesgeschäftsführer, verwies auf die mangelhaften Rahmenbedingungen: „Jüngste Studien wie der „Arbeitsreport Krankenhaus“ oder das „Pflegethermometer“ zeigen erneut, welch eine enorme Arbeitsverdichtung in der Pflege Einzug gehalten hat. Geregelte und geplante Praxisanleitung für SchülerInnen muss trotzdem gewährleistet werden. Nur durch qualifizierte Anleitung bereiten wir unsere zukünftigen KollegInnen auf die Anforderungen im Beruf vor. Wenn uns das nicht gelingt, überfordern wir die zukünftigen Berufsanfänger innerhalb kürzester Zeit. Sie brennen aus und kehren der Pflege den Rücken zu“ so Franz Wagner weiter.
Auch die Qualität der Arbeit hat sich verändert: komplexe Problemlagen bei älteren Patienten, Multimorbidität und der Einsatz neuer Technologien und Behandlungspfade erfordern bestens ausgebildetes Pflegepersonal. „Praxisanleitung findet vor Ort oft unterbrochen durch Störungen und unter Termindruck statt. Praxisanleiter sind nur selten für ihre Aufgabe freigestellt und bei Personalmangel oder -ausfall fehlt dann die Zeit. Praxisanleitung ist dann das erste, was unter den Tisch fällt“ so Anja Kistler, Geschäftsführerin DBfK Nordost.
Deshalb setzt sich der DBfK dafür ein, Zeit für die Praxisanleitung sowie für strukturierte Vor- und Nachbesprechungen regelhaft im Dienstplan zu verankern, bzw. die Praxisanleiter zusätzlich einzuplanen. „Dass Praxisanleitung überhaupt noch statt findet, ist meist nur dem enormen Engagement und der hohen Motivation der KollegInnen in der Praxis zu verdanken“ so Kistler weiter.
Zentraler Bestandteil der praktischen Ausbildung ist die Praxisanleitung in der Pflegepraxis. Nach § 2 Abs. 2 KrPflAPrV „stellen die Einrichtungen der praktischen Ausbildung die Praxisanleitung der Schülerinnen und Schüler (…) durch geeignete Fachkräfte sicher“. Die Träger der Ausbildung sind also gefordert, diese gesetzliche Anforderung zu erfüllen. Ähnlich schwerwiegende Probleme mit der Praxisanleitung gibt es im Übrigen auch in der Altenpflegeausbildung.

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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN), in der European Federation of Nurses Associations (EFN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de.
Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.09.2014
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Klinikreform: Es knirscht bei der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 29.09.2014, 07:07

Ärzte Zeitung vom 29.09.2014:
Klinikreform: Es knirscht bei der Pflege
Wie gut die Pflege im Krankenhaus ist, hängt auch von der Zahl der Pflegekräfte ab.
In der Koalition wird gestritten, wer die bezahlen soll.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=869 ... ege&n=3763
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Unterfinanzierung der Pflege: Nur ein Notnagel reicht nicht

Beitrag von WernerSchell » 21.10.2014, 06:55

Unterfinanzierung der Pflege: Nur ein Notnagel reicht nicht
Experten glauben nicht, dass eine bessere Berücksichtigung der Pflegekosten in der DRG-Kalkulation ausreicht,
um die Personalnöte in den Krankenhäusern in den Griff zu bekommen. So lasse sich lediglich ein weiterer Rückgang stoppen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=871 ... ege&n=3808
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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... funktioniert die neue Arbeitsteilung im Krankenhaus?

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2015, 11:33

IAT-Forscher wirken mit bei der Kartographie der Entwicklungsdynamik in den Gesundheitsberufen –
funktioniert die neue Arbeitsteilung im Krankenhaus?


Die Berufe im Gesundheitswesen stehen vor neuen Aufgaben und Perspektiven. Mit dem Wandel der Versorgungsstrukturen haben sich auch Anforderungen an die Beschäftigten verändert, Aufgabenbereiche wurden verschoben, neue Berufe entstanden. Eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungsdynamik in den Gesundheitsberufen liefert ein soeben erschienener Themenband, den Johanne Pundt und Karl Kälble im Apollon-Hochschulverlag herausgegeben haben. In 19 Beiträgen wird ein umfassender interdisziplinärer Überblick über die Versorgungs- und Bildungslandschaft im Gesundheitswesen vermittelt.

Mit dem Thema „Professionalisierung in den Gesundheitsberufen – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ – befassen sich in dem Band Michaela Evans und Christoph Bräutigam vom Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule). Auf Basis einer Online-Befragung unter über 2500 Krankenhausbeschäftigten sowie einer Studie zu Berufsbildern im Krankenhaussektor skizzieren sie, dass die neue Arbeitsteilung in bundesdeutschen Krankenhäusern längst gängige Praxis ist. Allerdings werde deutlich, dass in der Praxis betrieblicher Arbeitsgestaltung derzeit vielfach Kooperationsstrukturen und -routinen zwischen den Gesundheitsberufen etabliert werden, die interaktions-intensive Aufgabenfelder (z.B. Ausbildungsaufgaben, Patientenkommunikation, Angehörigenbegleitung) vielfach weiterhin strukturell ausblenden. Die Reorganisation der Arbeitsgestaltung konterkariert damit nicht selten die Professionalisierungschancen und -bestrebungen der Gesundheitsfachberufe im Arbeitsalltag.

Auf der einen Seite reichten die Arbeitsbedingungen nicht aus, um die vorhandenen Professionalisierungschancen einzulösen, auf der anderen Seite stehe die Vielzahl neuer Bildungsabschlüsse, die im betrieblichen Kontext zum Teil nicht verwertet werden. Die beiden IAT-Forscher plädieren für eine Neuorientierung in der Arbeitsgestaltung, die Aktivierung, Aufgabenorientierung, Personenzentrierung und eine reflexive Prozessgestaltung durch die Gesundheitsfachberufe im Arbeitsprozess ermöglicht und sich letztlich damit auch betriebswirtschaftlich rechnet.
Ihre Ansprechpartner: Christoph Bräutigam, Durchwahl : 0209/1707-222, E-Mail: braeutigam@iat.eu; Michaela Evans, Durchwahl 0209/1707-121, E-Mail: evans@iat.eu
Aktuelle Publikation:
Evans, Michaela / Bräutigam, Christoph 2015: Professionalisierung als reflexive Arbeitsgestaltung zwischen Wunsch und Wirklichkeit. In: Pundt, Johanne / Kälble, Karl (Hrsg.): Gesundheitsberufe und gesundheitsberufliche Bildungskonzepte. Bremen: Apollon University Press, S. 383-404

Quelle: Institut Arbeit und Technik
der Westfälischen Hochschule
Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Pressemitteilung vom 29. Januar 2015

Ansprechpartner:
Claudia Braczko
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/1707-176
E-Mail: braczko@iat.eu
Web: http://www.iat.eu
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung für Menschen mit Demenz

Beitrag von WernerSchell » 26.07.2015, 08:38

Heute, 26.07.2015, bei Facebook gepostet:

Mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung für Menschen mit Demenz. Pflegetreff am 21.10.2015 in Neuss wird informieren. Facebook-Beitrag vom 26.07.2014 verdeutlichte Handlungserfordernisse:
Menschen mit dementiellen Erkrankungen bedürfen - auch im Krankenhaus - einer besseren Versorgung. - Dies fordert Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren. Wir wissen was zu tun ist und müssen es nur umsetzen. Auch mit Blick auf diesen Versorgungsbereich ist mehr qualifiziertes Pflegepersonal erforderlich! > Quelle: viewtopic.php?f=4&t=20528 Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren auf die Verbesserung von Menschen mit Demenz im Kranken...haus aufmerksam und fordert u.a. eine Weiterqualifizierung des Personals. Das Thema wurde u.a. in einer Pressemitteilung vom 13.02.2013 angesprochen: Demenzkrankenbetreuung: Die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals muss verbessert werden." > Quelle: viewtopic.php?f=3&t=18537 - Die Versorgung der Menschen mit dementiellen Erkrankung wurde u.a. auch in den Neusser Pflegetreffs am 15.05.2012 und 28.05.2013 in aller Deutlichkeit angesprochen!
Der Senator für Gesundheit in Bremen hat nun in einer Pressemitteilung vom 25.07.2014 mitgeteilt: "Experten- und Expertinnenrat legt Bremer Empfehlungen zur Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus vor." > Quelle: viewtopic.php
Ähnlich informiert > Der neue „Wegweiser für Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ der Landesinitiative Demenz-Service NRW. Er versorgt Betroffene und Angehörige mit wichtigen Informationen. > Quelle: viewtopic.php?f=4&t=20392
Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Patienten beklagen Zeitmangel in Kliniken

Beitrag von WernerSchell » 17.10.2015, 06:39

Am 16.10.2015 bei Facebook gepostet:

Patienten beklagen Zeitmangel in Kliniken … fehlende Wertschätzung, Barrieren in der Praxis (Quelle: Ärzte Zeitung vom 16.10.2015). Dazu Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk: Solche Erkenntnisse sind nicht neu. Sie haben einfach damit zu tun, dass "Zeit", Zuwendung, nicht finanziert wird. Es gibt in den Krankenhäusern im Wesentlichen die "Fallpauschalen", und die allein bringen Geld in die Kasse. Alles andere ist unwirtschaftlich. In den Arztpraxen mangelt es ebenfalls an Zeit. Auch dort wird die Zuwendung nicht angemessen honoriert. Ich fordere daher seit den 1980er Jahren mehr "sprechende Medizin" mit entsprechender Vergütung. Die jetzigen Regeln, Fallpauschalen usw., sind allein der Ökonomie geschuldet und liegen nicht im Patienteninteresse. Dies muss den politisch Verantwortlichen ständig verdeutlicht werden. Die Bürgerinnen kennen ja die Missstände. - Weitere Hinweise unter: viewtopic.php?f=2&t=19612&p=88551&sid=9 ... 5b9#p88551
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Delegation und Remonstrationspflicht

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2016, 08:22

Am 15.02.2016 bei Facebook gepostet:
Delegation ärztlicher Tätigkeiten an das Pflegefachpersonal - immer wieder Thema von Anfragen. Hinweise im Netz informieren > http://www.wernerschell.de/Rechtsalmana ... gation.php
Dabei wird auch verdeutlicht, dass den Dienstkräften ggf. eine Remonstrationspflicht obliegt. Dies wird in dem bereits vorgestellten Buch "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in
Pflegeeinrichtungen" verdeutlicht. Es ist daher rechtlich z.B. nicht akzeptabel, wenn Arbeitgeber das Ausfertigen von Überlastungsanzeigen untersagen.
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Delegation und Remonstrationspflicht

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2016, 08:23

Am 15.02.2016 bei Facebook gepostet:
Delegation ärztlicher Tätigkeiten an das Pflegefachpersonal - immer wieder Thema von Anfragen. Hinweise im Netz informieren > http://www.wernerschell.de/Rechtsalmana ... gation.php
Dabei wird auch verdeutlicht, dass den Dienstkräften ggf. eine Remonstrationspflicht obliegt. Dies wird in dem bereits vorgestellten Buch "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in
Pflegeeinrichtungen" verdeutlicht. Es ist daher rechtlich z.B. nicht akzeptabel, wenn Arbeitgeber das Ausfertigen von Überlastungsanzeigen untersagen.
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Arbeit alter(n)sgerecht gestalten

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2017, 07:54

Arbeit alter(n)sgerecht gestalten

(Quelle: BAuA) Der Anteil älterer Beschäftigter in den Belegschaften steigt kontinuierlich an. Zugleich rücken immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt nach. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen für eine längere Lebensarbeitszeit zu gestalten. Hier setzt die neue Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) "Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung" an. Die baua: Praxis vermittelt systematisch und praxisnah den aktuellen Forschungsstand und gibt Hinweise auf die vielfältigen Möglichkeiten einer alterns- und altersgerechten Arbeitsgestaltung.
Der demografische Wandel und Veränderungen im Rentenrecht führen zu einem höheren Durchschnittsalter der Belegschaften in den Betrieben. Lag der Anteil der über 55jährigen in deutschen Belegschaften im Jahr 2000 noch bei knapp 13 Prozent, stieg er bis 2014 auf fast 20 Prozent an. Zugleich werden 2030 voraussichtlich nur noch 39 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland leben. 2010 waren es noch rund 45 Millionen. Angesichts dieser Entwicklungen sollten Unternehmen qualifiziertes Personal möglichst lange und leistungsfähig im Unternehmen halten. Deshalb sollten sie Bedingungen schaffen, unter denen Beschäftigte gesund bis zur Rente arbeiten können. Zudem tragen gut gestaltete Arbeitsbedingungen wesentlich zur Arbeitszufriedenheit, Motivation, Unternehmensbindung und zu geringeren Fehlzeiten bei. Sie zahlen sich darum sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmen aus.
Eine alterns- und altersgerechte Gestaltung der Arbeit, welche die unterschiedlichen Auswirkungen von Arbeitsbedingungen auf verschiedene Altersgruppen berücksichtigt, ist dabei von besonderer Bedeutung. Die neue baua: Praxis "Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung" bereitet den Forschungsstand systematisch und verständlich auf. Dazu stellt die Broschüre entlang der Felder "Arbeitsaufgabe", "Arbeitsorganisation", "soziale Beziehungen", "Arbeitsumgebung" und "betrieblicher Kontext" die arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Dabei gibt sie konkrete Hinweise auf Gestaltungsmöglichkeiten im Betrieb. Fazit: Arbeit lässt sich für jedes Alter gut gestalten.

"Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung – Grundlagen und Handlungswissen für die Praxis"; Inga Mühlenbrock; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; 100 Seiten. Zur Publikation geht es hier: > http://www.baua.de/de/Publikationen/Bro ... onFile&v=9

Quelle: Mitteilung vom 29.01.2017
Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland-Westfalen-Lippe
Beratgerstraße 36
44149 Dortmund
Tel.: 0231/ 579743
Fax: 0231/ 579754
E-Mail: info@vkm-rwl.de
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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