Pflegeausbildung - Reform: Eine Ausbildung für alle

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Pflege: Generalistische Ausbildung vor dem Aus?

Beitrag von WernerSchell » 20.10.2015, 07:21

Ärzte Zeitung vom 20.10.2015:
Pflege: Generalistische Ausbildung vor dem Aus?
Die Reform der generalistischen Pflegeausbildung droht zu kippen. CDU-Experte Erwin Rüddel warnt,
dass das neue Gesetz den Fachkräftemangel in der Altenpflege verschärfen werde und empfiehlt, das Vorhaben zu überdenken.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=896 ... ege&n=4559
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Anforderungen an moderne Berufsausbildung

Beitrag von WernerSchell » 20.10.2015, 12:12

Kapituliert die Bundesregierung vor den Anforderungen an moderne Berufsausbildung?

Gestern öffentlich lancierte „Gedanken zum Pflegeberufegesetz“ des CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel über das voraussichtliche Scheitern der Pflegebildungsreform im Sinne einer generalistischen Pflegeausbildung sorgen für heftige Irritationen. Dazu stellt die Vizepräsidentin und Bildungsexpertin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Gertrud Stöcker, fest: „Im Koalitionsvertrag steht: ‚Wir wollen die Pflegeausbildung reformieren, indem wir mit einem Pflegeberufegesetz ein einheitliches Berufsbild mit einer gemeinsamen Grundausbildung und einer darauf aufbauenden Spezialisierung für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege etablieren.‘ Ist der Bundesregierung mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs die Puste ausgegangen? Kapituliert sie vor der Größe der Aufgabe, vor den heutigen Erwartungen an eine zukunftsorientierte, international vergleichbare Pflegeberufsausbildung? Oder ist der Rückzug aus dem Reformvorhaben lediglich ein Einknicken vor dem durch handfestes Eigeninteresse ausgelösten Widerstand aus dem Arbeitgeberlager? Fakt ist: Wird die seit Jahren in Modellprojekten erprobte, erfolgreich evaluierte und als Reformschritt zugesagte Reform der Pflegeausbildung in Richtung Generalistik jetzt stillschweigend beerdigt, ist der Vertrauensbruch perfekt. Der Gesichtsverlust und das Armutszeugnis einer offenbar nach endlosen Diskussionen an dieser Stelle nicht mehr handlungsfähigen Regierung würde auch international deutlich wahrgenommen“, so Stöcker.

Betrachtet man die von Rüddel vorgebrachten Argumente, so sind häufig Ursache und Wirkung eines Sachverhalts verdreht. Aus dem Papier sprechen in erster Linie ökonomische und Verwertungsinteressen der Arbeitgeberseite, nicht das Bemühen um eine gute Qualität der Ausbildung und lebenslange Perspektiven im Pflegeberuf. Der Pflegefachpersonalmangel wird in erster Linie ausgelöst und verstärkt durch schlechte Rahmenbedingungen, fehlende Nachhaltigkeit bei der Bereitstellung von Ausbildungskapazität und mangelnde Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an sich ändernde Strukturen und Anforderungen. Hier muss investiert werden, und dafür sind sowohl die Politik als Gestalter als auch die Unternehmen als Arbeitgeber in der Pflicht. Den Altenpflegeberuf in die Zweitklassigkeit zu manövrieren, kann nicht die Lösung sein. Der DBfK fordert die Bundesregierung ausdrücklich auf, endlich ihr Versprechen einzuhalten und einen akzeptablen Gesetzesentwurf zur Installation eines neuen, generalistisch ausgerichteten Pflegeberufs vorzulegen.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.10.2015
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
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Pflegeberufegesetz - Pflegerat und SPD verteidigen Generalis

Beitrag von WernerSchell » 21.10.2015, 06:46

Ärzte Zeitung, 21.10.2015
Pflegeberufegesetz - Pflegerat und SPD verteidigen Generalistik
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel wird für sein Abrücken von einer generalistischen Pflegeausbildung scharf kritisiert.
BERLIN. Die Debatte um eine generalistische Pflegeausbildung geht weiter. Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, nennt die Haltung des CDU-Pflegeexperten Erwin Rüddel eine "Einzelmeinung".
Die Mehrheit der CDU- und der SPD-Fraktion sei sich einig über die "Stoßrichtung des Gesetzes": "Wir wollen etwas für die Altenpflege erreichen."
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=897 ... ege&n=4562
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Re: Pflegeausbildung - Reform: Eine Ausbildung für alle

Beitrag von WernerSchell » 23.10.2015, 06:54

Nicht bremsen, sondern powern
Kirchliche Altenhilfeverbände bekräftigen Ja zur generalistischen Pflegeausbildung


Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) und der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD) sprechen sich gemeinsam mit der Diakonie, der Caritas und verschiedenen Fachverbänden seit langem für eine zukunftsfähige Pflegeausbildung aus. Auch angesichts der Gegeninitiativen bleiben die Altenhilfeverbände DEVAP und VKAD bei ihrer Position und setzen sich weiterhin nachdrücklich für die generalistische Ausbildung ein. Mit ihren Einrichtungen und Ausbildungsstätten stellen sie eine tragende Säule der Pflegeausbildung dar.
Aus Sicht der kirchlichen Altenhilfeverbände ist das derzeit medial unterstützte Totreden der Generalistik kontraproduktiv für das Hauptziel der Ausbildungsreform: die bestmögliche Ausbildung für die Begleitung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu entwickeln.
Tatsache ist: Der demografische Wandel hat den Versorgungsbedarf pflegebedürftiger Menschen verändert: Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste versorgen heute immer mehr ältere Menschen mit umfangreichem medizinischem und pflegerischem Bedarf. Durch die wachsende Anzahl multimorbider älterer Patienten in den Krankenhäusern nehmen zugleich die Anforderungen an sozialpflegerische und gerontologische Kenntnisse in der Akutversorgung zu. Nur ein generalistisches Bildungskonzept bildet alle Kompetenzen ab, die für die zusammenwachsenden Aufgabenbereiche benötigt werden.
Zugleich müssen noch mehr junge Menschen für den Pflegeberuf begeistert werden. Das gelingt durch ein breites, durchlässiges und anschlussfähiges Ausbildungssystem, das jungen Menschen neue Karrierewege eröffnet. Auch dieses Plus an Attraktivität bietet das generalistische Konzept.
Aus diesen Gründen sind sich die kirchlichen Altenhilfeverbände sicher, dass die beteiligten Ministerien noch in diesem Jahr den nötigen Schritt zur Umsetzung der gemeinsamen Ausbildung gehen und den Referentenentwurf zum Pflegeberufegesetz vorlegen werden.

Hintergrund für die Redaktionen:
Die beiden großen kirchlichen Fachverbände für Altenarbeit und Pflege DEVAP und VKAD. setzen sich auf Bundesebene seit Jahrzehnten für die Belange der Altenhilfe in Deutschland ein. Die Bundesfachverbände vertreten über 2.200 stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, über 1.500 ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste, rund 200 Altenpflegeschulen mit der entsprechenden Zahl an Ausbildungsplätzen sowie zahlreiche Altentagesstätten, Initiativen und Selbsthilfegruppen.

Quelle: DEVAP-VKAD-Pressemeldung vom 21.10.2015
Kontakt: Imme Lanz, Geschäftsführerin, Telefon 030 83001-277
E-Mail: lanz@devap.de
Kontakt: Gabriele Hiniger, Referentin VKAD, Telefon 0761 200-712
E Mail: Gabriele.Hiniger@caritas.de
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Streit um Generalistik: Die Pflege gehört aufgewertet!

Beitrag von WernerSchell » 27.10.2015, 07:38

Ärzte Zeitung vom 27.10.2015:
Streit um Generalistik: Die Pflege gehört aufgewertet!
Die Bundesregierung will die drei Pflegeausbildungen in einer Basisqualifizierung zusammenführen.
Jetzt ist das Vorgehen ins Stocken geraten. Ein Gesetzentwurf könnte zeigen, dass die Politik noch an ihre ehrgeizigen Ziele glaubt.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=897 ... ege&n=4573
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Einheitliche Ausbildung für Alten- und Krankenpflege

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:18

Regierung will einheitliche Ausbildung für Alten- und Krankenpflege

Berlin (AFP) - Für die Ausbildung von Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen wird es künftig eine einheitliche Ausbildung geben: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) legten am Freitag den Referentenentwurf für das neue Pflegeberufsgesetz vor, das eine generalistische Ausbildung zur "Pflegefachfrau" und zum "Pflegefachmann" vorsieht. Geplant ist eine dreijährige Fachkraftausbildung mit Unterricht an Pflegeschulen und praktischer Ausbildung bei einem Ausbildungsträger und weiteren Einrichtungen. Die Ausbildung soll mit einer staatlichen Abschlussprüfung enden. Die Auszubildenden sollen im Rahmen der praktischen Ausbildung einen "Vertiefungseinsatz" absolvieren, der im Zeugnis ausgewiesen wird. Der Start der neuen Ausbildung ist für den 1. Januar 2018 vorgesehen. "Pflegekräfte müssen in Altenheimen zunehmend auch mehrfach und chronisch Kranke versorgen", erklärte Gröhe. "Und eine Pflegekraft im Krankenhaus braucht Kenntnisse in der Versorgung Demenzkranker." Nach Schwesigs Worten wird die neue Ausbildung bundesweit kostenfrei sein. Es werde kein Schulgeld mehr geben, stattdessen aber eine Ausbildungsvergütung. "Wir wollen den Pflegeberuf aufwerten und attraktiver machen." Denn es würden viele qualifizierte und motivierte Pflegefachkräfte gebraucht. Erstmals werde es auch ein berufsqualifizierendes Pflegestudium geben. Dies soll dem zunehmenden Bedarf an komplexer Pflege Rechnung tragen - etwa wegen der Mehrfacherkrankungen vieler Pflegebedürftiger.

Quelle: Pressemitteilung GKV-Spitzenverband vom 27.11.2015
https://www.gkv-spitzenverband.de/press ... ungen-3837
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Ausbildungsreform in der Pflege auf dem Weg

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:19

Ausbildungsreform in der Pflege auf dem Weg

Heute haben das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend den Referentenentwurf für das neue Pflegeberufsgesetz vorgelegt. „Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe begrüßt ausdrücklich, dass nach den langwierigen Vorbereitungen jetzt eine konkrete Beratungsvorlage existiert,“ sagt DBfK-Vizepräsidentin Gertrud Stöcker. Es ist uns bewusst, wie komplex die Bedingungen in diesem speziellen Fall der Gesetzentwicklung waren, so Stöcker weiter. Der Gesetzentwurf berücksichtigt eine Reihe der Kernforderungen des DBfK: Es wird ein neuer Beruf entstehen, der die drei bisherigen Pflegeberufe ablöst. Mit dieser generalistischen Ausbildung werde der Pflegeberuf zukunftsfest gemacht. Die Ausbildung regelhaft auch an Hochschulen als zweitem Berufszugang zu eröffnen, ist eine wichtige Weichenstellung angesichts der gestiegenen Anforderungen an die pflegerische Versorgung und ein Schritt hin zur Normalität in den anderen EU-Staaten. Vorbehaltene Aufgaben für die Profession Pflege zu formulieren, fordert der DBfK seit 20 Jahren. Mit dem Gesetzentwurf ist dafür eine gelungene Regelung gefunden worden.
Ziel der Gesetzesreform muss sein, die Pflegeausbildung weiterzuentwickeln, damit die Absolvent/innen auf die qualitativen Anforderungen des Berufes gut vorbereitet werden und den Beruf möglichst lange ausüben können und wollen. Deshalb darf es keine Kompromisse bei den qualitativen Anforderungen an die Ausbildung geben! Das fängt an bei den Zugangsvoraussetzungen und hört bei der Frage, wie Lehrende qualifiziert sein müssen, nicht auf. Sowohl im bisherigen Alten- wie auch im Krankenpflegegesetz gibt es hier Modernisierungsbedarf. Die traditionelle Vernachlässigung der Berufsqualifizierung im Frauenberuf Pflege darf nicht fortgesetzt werden.
Der DBfK wird sich im Gesetzgebungsverfahren weiterhin engagiert für die Professionalisierung der Ausbildung und damit verknüpft die Sicherung einer qualitativ hoch stehenden pflegerischen Versorgung einsetzen. Einer ausschließlich quantitativen Betrachtung der Reformfolgen ist eine Absage zu erteilen. Schüler/innen und Studierende in der Pflege haben einen Anspruch auf Bildung und dürfen nicht als Arbeitskräfte missbraucht werden!

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2015
Susanne Adjei|Sozialmanagerin | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
adjei@dbfk.de| www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-11 | Fax 030-219157-77
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Startschuss für die generalistische Pflegeausbildung

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:21

Caritas, Diakonie und Fachverbände begrüßen Startschuss für die generalistische Pflegeausbildung


Berlin, 27. November 2015 Caritas, Diakonie und ihre Fachverbände begrüßen, dass mit der heutigen Veröffentlichung des Referentenentwurfs zu einem Pflegeberufsgesetz endlich der Weg hin zu einer generalistischen Pflegeausbildung gebahnt ist. Der Referentenentwurf sieht eine gemeinsame Pflegeberufsausbildung für die bisherigen getrennten Ausbildungen in der Alten-,
Kranken- und Kinderkrankenpflege vor. Die Forderung nach Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung wird seit Jahren vom Deutschen Caritasverband und der Diakonie Deutschland sowie ihren Fachverbänden erhoben: VKAD (Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland), KKVD (Katholischer Krankenhausverband Deutschland), DEVAP (Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege) und DEKV (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband).

Der geplante neue Pflegeberuf ist die richtige Antwort auf die veränderten Anforderungen, die sich durch die demographischen Veränderungen für das Gesundheitssystem ergeben. Einrichtungen des Gesundheitswesens versorgen zunehmend hochbetagte und pflegebedürftige Menschen. Durch eine kürzere Verweildauer im Krankenhaus müssen immer mehr ältere Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen und durch ambulante Pflegedienste auch medizinisch weiterversorgt werden. Gleichzeitig steigt die Zahl älterer und demenzkranker Patienten in den Krankenhäusern. Darauf muss die pflegerische Berufsqualifikation reagieren.

Auf diese veränderten Anforderungen bereitet eine generalistische Pflegeausbildung die Fachkräfte umfassend vor. Der neue Pflegeberuf ermöglicht Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern einen flexiblen Wechsel zwischen den verschiedenen pflegerischen Tätigkeitsfeldern. Die Attraktivität des Pflegeberufs wird gestärkt und wirkt so dem Fachkräftemangel entgegen. Das Pflegeberufsgesetz sichert zudem die Anerkennung des Berufsabschlusses in allen EU-Mitgliedstaaten.


******************************
Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2015
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin
Pressestelle, Zentrum Kommunikation
Telefon +49 30 65211-1780 | Fax +49 30 65211-3780
E-Mail: pressestelle@diakonie.de
Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband Caroline-Michaelis-Str. 1 | 10115 Berlin Telefon +49 30 65211-0 | Fax +49 30 65211-3333
E-Mail: diakonie@diakonie.de | www.diakonie.de
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VKAD begrüßt Referentenentwurf zum Pflegeberufsgesetz

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:24

VKAD begrüßt Referentenentwurf zum Pflegeberufsgesetz

Freiburg , 27.11.2015 // „Das lange Warten hat sich gelohnt. Mit dem heute erschienenen Referentenentwurf zum Pflegeberufsgesetz zeigt die Bundesregierung, dass sie den Weg in eine gemeinsame Pflegeausbildung gehen will. Ohne sich von diesem wichtigen und zukunftsweisenden Ziel abbringen zu lassen, wurden die vielfältigen Eingaben und auch die verschiedenen Einwände und Bedenken aufgenommen und einer Lösung zugeführt.“, so kommentierte Dr. Hanno Heil, Vorsitzender des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD), den aktuellen Gesetzesentwurf.

Der Verband begrüße insbesondere, dass die Ausbildungszahlen im Bundesgesetz nicht gedeckelt sind und die Schulgeldfreiheit für die Auszubildenden jetzt bundesweit festgeschrieben wird, führt Heil weiter aus. Erhalten bleibt auch der zunächst befristete Zugang zum Pflegeberuf für Absolventen, die über einen erfolgreichen Abschluss einer 10-jährigen allgemeinen Schulbildung verfügen. Dies seien angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege ermutigende Signale.

Die Vielfalt der Schulen und auch gewachsene dezentrale Strukturen sollen durch das neue Gesetz offensichtlich erhalten bleiben. Ergänzend eröffnet das Gesetz auch die Möglichkeit, über Strukturverträge individuelle regionale Lösungen zu finden. Den Schulen wird sinnvollerweise die Gesamtverantwortung für die Ausbildung zugeschrieben. Der schlüssige Gedanke des Gesetzesentwurfes, dass der einrichtungsbezogene Ausbildungsplan dem schulischen Lehrplan folgt, belegt dies. Damit ist, so Heil, eine förderliche Grundstruktur der Ausbildung abgebildet. Als positiv bewertet der Verband die Festschreibung von definierten Zeitkontingenten für die Praxisanleitung, die für den Ausbildungserfolg eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Gesetzentwurf soll der überwiegende Teil der Praxiseinsätze beim Träger der praktischen Ausbildung erfolgen.

Für hilfreich hält der Verband die umfangreichen Bestandschutzregeln für das Lehrpersonal der bestehenden Schulen. Was die Einführung des Gesetzes betrifft, so ermöglichen Phasen des Überganges, der Einführung und der dauerhaften Implementierung ausreichend Zeit für eine bedachte Umsetzung in den jeweiligen Bundesländern.

Die Bundesregierung zeige mit dem vorgelegten Entwurf, so Heil, dass sie die seit Jahrzehnten geplante Ausbildungsreform der Pflegeberufe nicht totreden lassen, sondern konsequent zum Ziel führen wolle. Der VKAD werde diese Reform weiterhin mit konstruktiver Kritik und Aufmerksamkeit begleiten und die Umsetzung in seinen Einrichtungen und Diensten fördern.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2015
Kontakt: Hanno Heil, Vorsitzender des VKAD
Tel.: 0173/ 3155289, Mail: Heil.VKAD@googlemail.com

Der Verband:
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) ist ein bundesweit tätiger und selbstständiger Fachverband für die Altenhilfe innerhalb des Deutschen Caritasverbands mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Der VKAD vertritt die Interessen seiner Mitglieder durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise in enger Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband.
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Pflegeberufsgesetz - Ein gutes Signal an die Pflege

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:28

Pflegeberufsgesetz - Ein gutes Signal an die Pflege!

Das Deutsche Rote Kreuz und der Verband der Schwesternschaften (VdS) begrüßen den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegeausbildung.

Heute beginnen die Ressortabstimmungen für den Referentenentwurf des Pflegeberufsgesetzes. Mit diesem Entwurf ist den beiden verantwortlichen Ministerien, dem Bundesministerium für Gesundheit sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ein guter Aufschlag geglückt, finden das Deutsche Rote Kreuz und der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. „Wir haben lange auf diesen Referentenentwurf gewartet. Mit dem heute beginnenden Abstimmungsprozess ist für die professionelle Pflege erkennbar, dass die politische Ebene die Weiterentwicklung der Pflegeberufe unterstützt. Und das begrüßen wir ausdrücklich“, betont die Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V., Generaloberin Gabriele Müller-Stutzer.

Der Präsident des DRK, Dr. Rudolf Seiters, sieht es als gutes Zeichen, dass in den Referentenentwurf die Kernforderungen der Pflege aufgenommen wurden. „Die generalistische Pflegeausbildung mit einer einheitlichen Finan-zierung und die Festschreibung vorbehaltener Aufgaben stehen kurz vor dem Ziel. Sobald uns der Referentenentwurf vorliegt, werden wir in den bewährten Dialog mit der Politik treten und eventuell kritische Punkte weiter konstruktiv diskutieren“, sagt Seiters. Zudem begrüßt er sehr, dass die neue berufliche Pflegeausbildung für die Schüler kostenfrei sein soll: „Damit wird die Attrak-tivität der Pflegeausbildung künftig gesteigert.“

Auch die Präsidentin des VdS erkennt die Arbeit der beiden Ministerien an, mit diesem Gesetz eine zukunftsfähige Pflegeausbildung zur Steigerung der Qualität in der Pflege sowie die Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes zu erzielen: „Was uns bisher aus dem Referentenentwurf bekannt ist, sehen wir als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Um die Pflegeschüler fit für die gestiegenen Anforderungen in der Pflege zu machen, setzen wir im Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz uns schon lange für eine generalistische Pflegeausbildung ein. Wir freuen uns, dass diese nun kommen wird.“ Auch sie ist der Ansicht, dass eventuell noch offene oder kritische Punkte sicherlich in der Verbändeanhörung noch thematisiert und diskutiert werden können. Prinzipiell sieht sie in diesem Referentenentwurf jedoch ein gutes Signal an die Pflege.

Hintergrund:
Das Deutsche Rote Kreuz und der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. setzen sich seit langem für die Schaffung eines Pflegeberufsgesetzes ein, in dem neben der generalistischen Pflegeausbildung unter anderem auch rechtliche Rahmenbedingungen für die Pflegeberufe geregelt werden. Mit diesem Gesetz wird für viele Ausbildungsinteressierte die Pflegeausbildung attraktiver, denn die generalistische Ausbildung ermöglicht es, künftig einfacher zwischen den verschiedenen Bereichen der Pflege zu wechseln und bietet damit eine Perspektive in verschiedenen Tätigkeitsbereichen.
________________________________________

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist mit Nationalen Gesellschaften in 189 Ländern die größte humanitäre Organisation der Welt.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2015
Ansprechpartner DRK-Pressestelle:
Dr. Dieter Schütz
Tel. 030 85404 158
Schuetz@DRK.de
Alexandra Burck
Tel. 030 85404 155
Burck@DRK.de
Susanne Pohl
Tel. 03085404 161
Pohls@DRK.de
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Re: Pflegeausbildung - Reform: Eine Ausbildung für alle

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 14:31

Ärzte Zeitung vom 27.11.2015:
Pflegeberufegesetz: Referentenentwurf wird vorgestellt
Nächster Schritt auf dem Weg zur Reform der Pflegeausbildung:
Heute wollen Gröhe und Schwesig den Referentenentwurf vorstellen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=900 ... ege&n=4645
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Pflegeberufsgesetz (PflBG) - Referentenentwurf

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2015, 18:03

Pflegeberufsgesetz (PflBG) - Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Stand 26.11.2015) - Entwurf und weitere Informationen abrufbar unter:
viewtopic.php?f=3&t=21387&p=89426#p89426
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Pflegenotstand: schnelle Auflösung dringend !

Beitrag von WernerSchell » 28.11.2015, 08:05

Im Forum wird hingewiesen auf:
Pflegeberufsgesetz (PflBG)
Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit
und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(Stand 26.11.2015)

Quelle: viewtopic.php?f=3&t=21387

Dazu wird angemerkt:
Mit einem neuen Pflegeberufsgesetz wird sich der Pflegenotstand leider nicht auflösen lassen. Dazu sind andere Maßnahmen erforderlich, z.B.: Deutliche Verbesserung der Stellenschlüssel durch Schaffung von bundesweit geltenden Personalbemessungssystemen und höhere Vergütungen. Dies alles wird von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren gefordert - umfänglich ausgeführt in einem dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe am 13.05.2014 übergebenen Statement > http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... se2014.pdf Auf dieses fortgeltende Statement wurde beim Pflegetreff am 21.10.2015 erneut in Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe hingewiesen. Dazu ein Film: "Die Pflege lebe hoch!" - 3 Statements von Werner Schell (rd. 7,30 Minuten) sind auch in einem gesonderten Filmbeitrag anschaubar bei Youtube hier https://youtu.be/qbyHRxX9ikk - Siehe auch unter "Pflegenotstand: Schnelle Auflösung dringend" > viewtopic.php?f=3&t=21363
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Übereilte Reform der Pflegeberufe gefährdet Ausbildungsplätz

Beitrag von WernerSchell » 29.11.2015, 17:28

Ministerin Steffens:
Übereilte Reform der Pflegeberufe gefährdet Ausbildungsplätze

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Zu dem am Freitag vom Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellten Gesetzentwurf zur Zusammenlegung der bisherig getrennten Altenpflege-, Krankenpflege- und Kinderkrankenpflegeausbildung erklärt NRW Pflegeministerin Barbara Steffen heute (29.11.2015) in Düsseldorf:

„Gröhe und Schwesig setzen die gute pflegerische Versorgung in unserem Land aufs Spiel!
Es ist richtig, dass wir bei der steigenden Zahl älterer Menschen in unseren Krankenhäusern und den vielen hochbetagten und oft mehrfacherkrankten Bewohnerinnen und Bewohner unserer Altenheime über eine Reform der Pflegeausbildung diskutieren. Genauso dringend wie die optimale Qualifikation ist aber angesichts des schon heute spürbaren Fachkräftemangels in Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Steigerung oder mindestens ein Erhalt der Ausbildungsplätze in der Pflege. Genau diesen Effekt setzt die Bundesregierung mit ihrem aktuellen Gesetzentwurf, der ohne eine verantwortungsvolle Folgenabschätzung offenbar durch das Gesetzgebungsverfahren gepeitscht werden soll, jedoch aufs Spiel.“

Steffens kritisiert vor allem zwei Punkte:
1.) Keine Risikofolgenabschätzung trotz drohender Überforderung von Ausbildungsbetrieben:
Das Gesetz soll offenbar beschlossen werden, ohne die praktischen Folgen geregelt zu haben. Zur Frage, wie die Ausbildungsträger bei künftig sieben verschiedenen Ausbildungsstationen die Ausbildungsabläufe gestalten sollen und wie lange die Auszubildenden ihnen überhaupt im eigenen Betrieb zur Verfügung stehen, schweigt sich der Gesetzentwurf weitgehend aus. Er verweist stattdessen auf eine spätere Verordnung. Diese für die Ausbildungsmotivation der Pflegeeinrichtungen absolut bedeutsame Frage kann man daher jetzt noch gar nicht ausreichend beurteilen. Wenn aber die Auszubildenden wegen der künftig zahlreichen verschiedenen Stationen nur noch deutlich weniger Zeit bei ihrem Ausbildungsbetriebe verbringen als heute und der bürokratische sowie der organisatorische Aufwand noch steigen, werden sich viele fragen, ob sie unter diesen Bedingungen noch Ausbildungsbetrieb bleiben sollen.
Deshalb hält Steffens gerade eine Folgenabschätzung im Hinblick auf die Gefährdung von Ausbildungsplätzen für unverzichtbar.
„In NRW haben wir im Bereich der Altenpflegeausbildung in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze von unter 10.000 auf rund 17.000 gesteigert. Dies ist ein unverzichtbarer Schritt gegen den drohenden Fachkräftemangel. Aber ich habe die Sorge, dass genau diese Steigerung der Zahl von Aubildungsplätzen durch den Gesetzentwurf gefährdet ist. Das wäre der Super-Gau für die pflegerische Versorgung in NRW.“

2.) Keine angemessene Zeit für inhaltliche Auseinandersetzung, da die beiden Ministerien den Ländern und Verbänden den 113seitigen Gesetzentwurf mit einer Stellungnahmefrist von nur 14 Tagen zugeleitet haben. Steffens: „Nachdem man das Thema in Berlin jahrelang vor sich hergeschoben hat, ist eine solche Frist schlicht skandalös. Wer das macht, will eine ehrliche uns transparente Diskussion über die Folgen des Gesetzgebungsverfahrens offensichtlich vereiteln statt sie zu ermöglichen.“

Ebenfalls kritisch sind die Vorstellungen zur Finanzierung. Nicht nur, dass entgegen den Forderungen vieler Länder die praktische Ausbildung im Bereich der Altenpflege weiterhin auf dem Rücken der oder des einzelnen Pflegebedürftigen statt solidarisch durch die Pflegeversicherung oder aus Steuermitteln finanziert werden soll, verlieren die Ausbildungseinrichtungen in NRW vor allem den vollen Erstattungsanspruch bezüglich der Ausbildungskosten oder müssen die Auszubildenden künftig auf die Stellenpläne anrechnen. „In den Pflegeheimen, wo schon heute Personalmangel herrscht, soll künftig für jeweils fünf Auszubildende eine halbe Personalstelle entfallen und durch Auszubildende ersetzt werden“, so Steffens. Noch gravierender ist die Situation in der ambulanten Pflege. Hier sind die Pflegekräfte meist alleine unterwegs, so dass der Ersatz von Fachkräften durch Auszubildende fast unmöglich ist. Steffens: „Gerade im ambulanten Bereich sind viele neue Ausbildungsplätze entstanden, seitdem die Betriebe durch die NRW-Ausbildungsumlage 100 Prozent der Kosten erstattet bekommen und Ausbildung damit kein Wettbewerbsnachteil mehr ist. Wenn genau diese Betriebe künftig pro Jahr auf rund 3500 € Kosten - 23 Prozent der Ausbildungskosten laut Gutachten des Bundes - je Auszubildenden sitzen bleiben sollen, drohen gerade diese Ausbildungsplätze wieder wegzufallen. Sie werden aber dringend gebraucht.“

Steffens fordert daher die zuständigen Minister auf, dringend eine der Bedeutung der Reform angemessene Beratung der Gesetzentwürfe und eine sorgfältige gemeinsame Folgenabschätzung zu ermöglichen.

Weitere Informationen
In Nordrhein-Westfalen ist es gelungen, durch Einführung einer Ausbildungsumlage die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege von 10.000 auf rund 17.000 zu erhöhen. Durch die Ausbildungsumlage müssen alle Pflegeeinrichtungen in NRW anlog zu ihrer Größe eine Ausbildungsabgabe zahlen, ob sie ausbilden oder nicht. Wer ausbildet, bekommt die Kosten aus der Umlage erstattet. Nicht-auszubildende Betriebe werden dadurch angemessen an den Ausbildungskosten beteiligt.

Auszubildendenzahlen NRW:
Krankenpflege: rund 15.700
Kinderkrankenpflege: rund 1.900
Altenpflege: rund 17.000

Quelle: Pressemitteilung vom 29.11.2015
Christoph Meinerz
Leiter des Referates "Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation"
Pressesprecher
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 8618 4246
Telefax: +49 (0)211 8618 4566
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E-Mail: christoph.meinerz@mgepa.nrw.de
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
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WernerSchell
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Pflegeberufsgesetz löst die Pflegeprobleme nicht

Beitrag von WernerSchell » 13.12.2015, 08:00

Aus Forum:
viewtopic.php?f=3&t=21387

Bei Facebook - Adresse Hermann Gröhe - am 12.12.2015 gepostet:

Die geplante Reform der Pflegeberufe wird von Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, als eine Maßnahme bezeichnet, die die Tätigkeit in der Pflege attraktiver macht. Dem muss deutlich widersprochen werden, denn die tatsächliche Pflege in Krankenhäusern und Heimen wird durch ein neues Pflegeberufsgesetz nicht verändert. Denn ein solches Gesetz befasst sich schwerpunktmäßig mit Ausbildung und Berufsbezeichnung, nicht aber mit den Pflege-Rahmenbedingungen vor Ort. Während meiner Lehrtätigkeit an Kranken- und Altenpflegeschulen (über 40 Jahre) habe ich so manche Reform der Kranken- und Altenpflegegesetze erlebt, verbessert hat sich nichts. Es hat nur immer Umstellungsaufwand gegeben. Wir brauchen aber deutlich verbesserte Stellenpläne für Pflegekräfte und mit Blick auf die Menschen mit Demenz mehr Zuwendungszeit von Fachpersonal. Und die entsprechenden Voraussetzungen dazu müssen jetzt geschaffen werden. Es muss ein PSG III her, schnellstens. Alles andere sind nur Ablenkungsmanöver und die Probleme bleiben. > viewtopic.php?f=3&t=21387
Das nach der jüngsten Krankenhausreform vorgesehene Pflegestellenprogramm hilft nicht. Solche Programme haben auch in der Vergangenheit nicht funktioniert. Dazu erklärte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates (Marburger Bund Zeitung, 04.12.2015): "Sicht der Pflege - Zwei oder drei neue Kollegen: Das merken wir nicht einmal. Förderprogramme sind unzureichend." Hugo Van Aken, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Münster, erklärte ergänzend (Deutsches Ärzteblatt, 08.12.2015): „Drei Pflegekräfte mehr pro Krankenhaus: Das ist doch lächerlich“. - "Dass der Arbeitsalltag in der Pflege seit langem von großer Belastung, Zeitdruck und wenig motivierenden Bedingungen geprägt ist, wissen die politisch Verantwortlichen sehr wohl. Die deutsche Pflegezukunft wird düster werden, wenn hier nicht schnellstens – und spürbar – eine Verbesserung herbeigeführt wird." - Quelle: Presseinfo des DBfK vom 14.07.2015 > viewtopic.php?f=3&t=21218
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http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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