Pflegenotstand - Personalbemessungssystem muss her

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Situation der Intensivpflege im Krankenhaus

Beitrag von WernerSchell » 25.07.2017, 15:48

DBfK zur wahren Situation der Intensivpflege im Krankenhaus

Gut ist sie nicht, die Lage der Pflegefachpersonen, die auf den Intensivstationen in deutschen Krankenhäusern arbeiten. O-Töne der Beschäftigten, die ihren Arbeitsalltag beschreiben, zeichnen ein völlig anderes Bild als das, was die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit ihren heute vorgestellten Zahlen (DKI-Gutachten zur Personalsituation in der Intensivpflege und –medizin) gern vermittelt hätte. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert die DKG auf, endlich den Tatsachen ins Auge zu sehen und die eigene verfehlte Prioritätensetzung zu korrigieren. „An der Fluktuation und einer Vielzahl unbesetzter Pflegestellen lässt sich inzwischen ablesen, dass Pflegefachpersonen nicht länger bereit sind, sich unter Wert zu verkaufen und miserable Bedingungen hinzunehmen“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Über Jahre hat man ignoriert, dass Patientinnen und Patienten in den Kliniken nicht nur Ärzte und Technik, sondern vor allem kompetente und verlässliche Pflege brauchen. Jetzt darauf zu verweisen, dass seit 2008 die Personalzahlen der Pflege wieder angestiegen seien und man also alles getan habe, um beruflich Pflegenden gute Bedingungen zu bieten, klingt zynisch.“

Der bescheidene Anstieg kann keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass im selben Zeitraum
- die Zahl der Klinikärzte überproportional anstieg (jeder Arzt veranlasst weitere Arbeit für die Pflegenden),
- die Komplexität der medizinischen Versorgung und die Fallzahlen kontinuierlich nach oben gingen,
- mit dem demografischen Wandel und medizinischem Fortschritt einhergehend die Zahl der multimorbiden und älteren Patientinnen und Patienten enorm zugenommen hat; gerade sie brauchen Pflege in besonderem Maße,
- ärztliche Routineaufgaben (Blutentnahmen, Injektionen, Infusionen, Dokumentation …) in großem Umfang an die Pflege übertragen wurden ohne adäquate Entlastung der Pflegenden (dies führt zu erheblichen impliziten Rationierungen von Pflegemaßnahmen),
- die Anzahl und Dauer der berufsbedingten Erkrankungen bei Pflegepersonal von Jahr zu Jahr steigen und diese Fehlzeiten weiteren Druck auf die verbleibenden Pflegenden ausüben,
- die Qualität der praktischen Ausbildung von Pflegeschüler/innen in den Krankenhäusern durchweg ungenügend ist, weil sie als willkommene Arbeitskräfte verwertet anstatt konsequent ausgebildet werden, und
- die Personalbemessung in deutschen Krankenhäusern noch immer und mit weitem Abstand das Schlusslicht im Vergleich mit anderen Industrieländern bildet; deutsche Pflegekräfte sind am „produktivsten“.
Der Bundestag hat gegen Ende der noch laufenden Legislaturperiode ein Gesetz verabschiedet, das für verpflichtende Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen sorgen soll. Die DKG betrachtet dies als Gängelung und nicht umsetzbar, weil es an der Refinanzierung und am Bewerberangebot fehle. Wahr ist aber: Mit dem Gesetz zwingt die Politik die Arbeitgeber endlich dazu, Verantwortung für den Schutz und die Gesundheit ihrer Pflegekräfte wahrzunehmen. Bisher spielte dies kaum eine Rolle. Der DBfK fordert, die Regelung konsequent auszubauen und auf alle bettenführenden Bereiche im Krankenhaus auszuweiten!

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
http://www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.07.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Auf Intensivstationen fehlen Tausende Pfleger

Beitrag von WernerSchell » 26.07.2017, 07:39

Auf Intensivstationen fehlen Tausende Pfleger
Die Hälfte der Kliniken hat Probleme, Fachpersonal für Intensivstationen zu finden. Jede vierte verfehlt Personalvorgaben.
Was bedeutet das für die Patienten?
Quelle: FAZ-Frankfurter Allg. Zeitung
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/p ... 21366.html

+++
Ärzte Zeitung vom 26.07.2017:
Krankenhäuser
Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren.
Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=940 ... fpuryyqrde

Kommentar
Geld allein bringt's nicht
Mehr als die Hälfte der deutschen Krankenhäuser hat Probleme, genug Personal für die Intensivpflege zu finden.
Eine Lösung für das Problem hat die DKG bei der Vorstellung der Studie zur Personalsituation gleich selbst gegeben.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=940 ... fpuryyqrde
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Re: Pflegenotstand - Personalbemessungssystem muss her

Beitrag von WernerSchell » 26.07.2017, 17:31

Die Rheinische Post berichtete am 26.07.2017:

Berlin
Auf Intensivstationen fehlen immer mehr Pfleger

Berlin. Nur auf den ersten Blick scheint auf den Intensivstationen der deutschen Krankenhäuser personell alles in Ordnung zu sein. 2,2 Patienten im Schnitt je Schicht und Pflegekraft. Das erreicht fast die Expertenempfehlung von 2,0. Doch hinter diesen zehn Prozent, die bis zur Zielgröße schon im Durchschnitt fehlen, lauern Engpässe in einem der sensibelsten Bereiche des Gesundheitssystems. Händeringend suche mehr als die Hälfte der Kliniken geschultes Pflegepersonal: In 3150 Fällen vergeblich.
Von Gregor Mayntz
Über alle Fachbereiche hinweg könnten 10.000 Stellen nicht besetzt werden, erläuterte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) unter Berufung auf eine Umfrage unter 314 Kliniken. Danach hat sich die Personallücke trotz wachsender Einstellungen verdreifacht: Vor sechs Jahren blieben lediglich 1200 Stellen unbesetzt. Nun soll ein neues "Aktionsbündnis" den Pflegenotstand verhindern.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/wirtschaft/auf- ... -1.6972089

+++
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit vielen Jahren darauf aufmerksam, dass bundesweit geltende Personalbemessungssysteme für die Pflege erforderlich sind, die den wichtigen und schweren Aufgaben der Pflegekräfte gerecht werden. Im Übrigen muss eine angemessene Vergütung gewährleistet werden. All dem hat man über viele Jahre nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Daher sind viele Pflegekräfte aus dem Beruf geflüchtet oder sind krank geworden. Da die Tätigkeiten in der Pflege nicht die gebührende Anerkennung finden, mangelt es nun an Nachwuchs. Das war absehbar und geht im Wesentlichen auf die Kappe der politisch Verantwortlichen. - Werner Schell
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Mehr Pflege ans Krankenbett! Klare Forderungen des DBfK

Beitrag von WernerSchell » 26.10.2017, 18:09

Klare Forderung an die Koalitionäre: Mehr Pflege ans Krankenbett!

Das zum 1. Januar 2016 in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz hat zwar Qualität zum Maßstab und Ziel der Krankenhausversorgung erklärt, ist in der Umsetzung allerdings bisher im Ansatz steckengeblieben. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert die künftigen Koalitionäre im Bundestag auf, endlich dafür zu sorgen, dass Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern die Pflege erhalten, die sie benötigen und auf die sie einen Anspruch haben. „Wer erreichen will, dass statt der heutigen Über-Ökonomisierung gute Versorgungsqualität Ziel des Handelns in den Kliniken wird, darf nicht bei Lippenbekenntnissen stehenbleiben. Der Fokus auf Patientenorientierung und Patientensicherheit muss in den kommenden vier Jahren mit aller Konsequenz um- und durchgesetzt werden. Die Sicherstellung guter und fachgerechter Pflege ist dazu der wichtigste Schlüssel“, sagte heute DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein in Berlin. „Noch ist die ‚Stärkung der Pflege im Krankenhaus‘ ein leeres Versprechen geblieben. Das Pflegeförderprogramm kommt bei den professionell Pflegenden nicht an, für Pflege vorgesehene Anteile der DRG-Erlöse werden weiterhin für bauliche Investitionen oder andere Zwecke abgezweigt. Und gleichzeitig treten Tag für Tag erfahrene Pflegefachpersonen resigniert und erschöpft den Rückzug aus ihrem Beruf an, weil der Arbeitsalltag unerträglich geworden ist. Weil sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können, wie er eigentlich gedacht ist. Weil sie den Patientinnen und Patienten vieles schuldig bleiben müssen, worauf diese ein Anrecht gehabt hätten. Weil Pflege einfach keine Fließbandarbeit sein kann, sondern die Antwort auf individuelle und komplexe Bedarfe schwerkranker Menschen sein muss. Dass sich unter solchen Bedingungen kaum noch Bewerberinnen für freie Stellen in der Krankenhauspflege finden lassen, ist kein Wunder“, so die DBfK-Präsidentin.

Seit Aussetzen der Pflegepersonalregelung (PPR) 1995 gibt es für die Kliniken keine verbindlichen Vorgaben mehr, wie viel Pflegepersonal mit welcher Qualifikation vorgehalten werden muss. Die durch Einführung der DRG-Finanzierung gesetzten Anreize haben ein Übriges dazu getan, Pflege in den Krankenhäusern Jahr für Jahr weiter abzuwerten und buchstäblich „ausbluten“ zu lassen. Die Folgen: Pflegemängel, Hygienedefizite, Medikationsfehler, unzureichende Anleitung von Pflegeschülerinnen und –schülern, von den stressbedingten Gesundheitsrisiken für die Pflegefachpersonen ganz abgesehen. Der DBfK fordert seit langem, gesetzliche Pflegepersonalmindeststandards (nurse to patient ratios) in den Krankenhäusern zu erlassen, um die Abwärtsspirale aufzuhalten. Dass das geht und wie sehr damit Versorgungsqualität verbessert werden kann, ist international längst erwiesen. Ein erster politischer Schritt ist auch in Deutschland zwar getan - für wenige „pflegesensitive Bereiche“ sind Personalvorgaben in Zukunft vorgesehen, allerdings kommt er viel zu spät und zu halbherzig. Den Krankenhausträgern, die auf den leergefegten Bewerbermarkt verweisen und auf ihre unternehmerische Freiheit beim Personaleinsatz pochen wollen, ist zu sagen: Wer über Jahre beweist, dass er mit der Verantwortung für die eigenen Beschäftigten verantwortungslos umgeht, muss es hinnehmen, dass die Gesetzgebung ihm die Richtung vorschreibt.

Freie Stellen können mit Pflegefachpersonen besetzt werden, wenn
- Dienstpläne stabil, verlässlich und mit Augenmaß gestaltet sind,
- die Relation zwischen Arbeitsanfall und Pflegekapazität auf ein normales Maß zurückgeführt wird,
- Pflegeschülerinnen und –schüler eine gute und motivierende praktische Ausbildung erleben,
- neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genügend Zeit für Einarbeitung und Ankommen am neuen Arbeitsplatz erhalten,
- Vorgesetzte und Krankenhausträger wieder ernsthaft und glaubwürdig um das Vertrauen der eigenen Beschäftigten werben.

Die Politik muss beweisen, dass sie den Weg zu mehr Versorgungsqualität im Krankenhaus beharrlich weiterverfolgt. Pflegende im Krankenhaus können erwarten, künftig besser vor Ausbeutung geschützt zu werden.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR). Mehr Informationen über den Verband und seine internationalen und nationalen Netzwerke finden Sie auf der Homepage http://www.dbfk.de. Für Interviewwünsche oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an presse@dbfk.de oder rufen Sie uns unter 030-219157-0 an.

Quelle: Pressemitteilung vom 26.10.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Alt-Moabit 91 | 10559 Berlin | Fon 030-219157-0 | Fax 030-219157-77 | Umsatzsteuer Id.Nr. DE 114235140
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Mehr Personal für bessere Pflege – jetzt!

Beitrag von WernerSchell » 28.10.2017, 06:54

Bündnispartner appellieren an die künftigen Koalitionäre: Mehr Personal für bessere Pflege – jetzt!

Mit einem dringenden Appell hat sich das „Bündnis für Gute Pflege“ heute an die Parteivorsitzenden und die Verhandler der drei Parteien CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen gerichtet. Mit dem Hinweis auf die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen in der Pflege werden sie gebeten, sich für die Umsetzung von Maßnahmen einzusetzen, mit denen die Situation von Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen und der sie betreuenden Berufsgruppe spürbar verbessert wird. Diese Maßnahmen beziehen sich vor allem auf
• Die Dynamisierung der Leistungen der Pflegeversicherung,
• Das bis 2020 zu entwickelnde Personalbemessungsinstrument sowie dessen Umsetzung,
• Eine Anhebung der Personalbemessung bis 2020,
• Ein Sonderprogramm für mehr Pflegefachkraftstellen
• Bessere Arbeitsbedingungen für beruflich Pflegende einschließlich der Entlohnung,
• Die Finanzausstattung der Pflegeversicherung, sowie
• Die grundsätzliche Ausrichtung des Leistungsumfangs.

Der „Appell : Mehr Personal für bessere Pflege – jetzt“ ist in Kürze auch auf der Webseite des Bündnis abrufbar.

Das Bündnis für Gute Pflege ist ein Zusammenschluss von 23 bundesweit aktiven Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Berufsverbänden sowie Selbsthilfeorganisationen mit über 13,6 Mio. Mitgliedern. Weitere Informationen: http://www.buendnis-fuer-gute-pflege.de

Quelle: Pressemitteilung vom 27.10.2017
Johanna Knüppel | Referentin | Redaktion DBfK Aktuell | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
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Arbeitsbedingungen in der Pflege solide finanzieren

Beitrag von WernerSchell » 30.10.2017, 15:00

Pressemitteilung vom 30.10.2017:
Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege erfordern eine solide Finanzierung

Freiburg, 30.10.2017 // „Wer etwas haben will, muss auch etwas geben.“ An diesem Lutherwort können sich dieser Tage die großen und kleinen Verhandlungsrunden zu einer möglichen Jamaika-Koalition orientieren, findet Dr. Hanno Heil, Vorstandsvorsitzender des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD). Das gilt ganz besonders für den Bereich der Altenhilfe.

So klafft seit vielen Jahren eine Gerechtigkeitslücke in der Finanzierung der medizinischen Behandlungspflege. Zu Hause lebende Patientinnen und Patienten erhalten diese ärztlich verordneten Pflegemaßnahmen als Krankenkassenleistungen. Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen gehen dagegen leer aus. Sie werden zwar ebenso gut versorgt, allerdings werden die Kosten aus der Pflegeversicherung mitbezahlt. Damit bezahlen die im Heim lebenden Menschen letztlich ihre eigene medizinische Behandlungspflege mit obwohl sie weiter Krankenkassenbeiträge in voller Höhe zahlen. Der VKAD sieht darin auch einen Grund für den hohen Eigenanteil der Bewohner/ -innen an den Pflegekosten.

Trotzdem reichen diese Entgelte noch nicht zur vollen Refinanzierung der Kosten aus, die den Heimen bei der Erbringung der medizinischen Behandlungspflege entstehen. Bislang wurde dies durch eine immer höhere Arbeitsverdichtung und damit einer steigenden Belastung der Pflegenden kompensiert.

Der VKAD fordert daher die Bundespolitik auf, die Gerechtigkeitslücke zu schließen und die medizinische Behandlungspflege für alle Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, aus der Krankenversicherung zu finanzieren. Nur so werden sowohl die Pflegenden vom hohen Arbeitsdruck wie auch die Bewohnerinnen und Bewohner von den hohen Kosten spürbar entlastet.

Kontakt
Dr. Hanno Heil, Vorsitzender VKAD
E-Mail: Heil.vkad@gmail.com
Mobil: 0173/ 3155289

Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) ist ein bundesweit tätiger und selbstständiger Fachverband für die Altenhilfe innerhalb des Deutschen Caritasverbandes mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Der VKAD vertritt die Interessen seiner über 1.200 Mitgliedseinrichtungen durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise in enger Kooperation mit dem Deutschen Caritasverband.
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Viele Betten, wenige Pfleger

Beitrag von WernerSchell » 13.11.2017, 07:44

Ärzte Zeitung vom 13.11.2017:
OECD-Studie
Viele Betten, wenige Pfleger

Ein Vergleich von Gesundheitssystemen in Industriestaaten zeigt für Deutschland Licht und Schatten.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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Fachkräftemangel zentrales Problem der Krankenhäuser

Beitrag von WernerSchell » 14.11.2017, 07:58

Deutsches Ärzteblatt:

Fachkräftemangel zentrales Problem der Krankenhäuser

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Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Personalsicherung und Fachkräftemangel in der Pflege sind die zentralen Reformbaustellen in der kommenden Legislaturperiode.
Das machten die Referenten auf dem 40. Deutschen Krankenhaustag im Rahmen ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... enhaeuser

Öko­nomi­sierung: Ethische Mangelverwaltung > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... kenhaeuser
Führungskräfte im Krankenhaus: Umgang mit ökonomischem Druck > https://www.aerzteblatt.de/archiv/19413 ... chem-Druck
Krankenhäuser legen Forderungen an künftige Koalition vor > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... lition-vor
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Ausreichend Personal auf Intensivstationen vorhalten

Beitrag von WernerSchell » 28.11.2017, 07:45

Marburger Bund – Bundesverband
Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
Pressemitteilung vom 27. November 2017


Kliniken müssen ausreichend Personal auf Intensivstationen vorhalten

Krankenhäuser müssen verpflichtet werden, ausreichend Personal auf Intensivstationen vorzuhalten, fordert der Marburger Bund. „In den Kliniken werden zunehmend mehr Intensivpatienten versorgt, ohne dass die Personalausstattung damit Schritt hält. Die Betreuungsrelation ist zu gering, überlastet Ärzte und Pflegende, erhöht die Fehlerrate und führt zwangsläufig zu Verschlechterungen in der Versorgung. Ohne verpflichtende Personalstandards auf den Intensivstationen bekommen wir das Problem nicht in den Griff“, betonte Dr. Susanne Johna, Bundesvorstandsmitglied des Marburger Bundes, heute auf dem 11. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit in Berlin. Ausdrücklich begrüßte sie die jüngste Verständigung von Deutscher Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen, nach der auch Intensivstationen in die Liste pflegesensitiver Bereiche im Krankenhaus aufgenommen werden, für die zukünftig Personaluntergrenzen gelten sollen.

Eine zu geringe Anzahl von Pflegenden pro Intensivpatient mache es kaum noch möglich, dem Patienten in seiner schweren, vielfach lebensbedrohlichen Lage gerecht zu werden. Wenn Ärzte und Pflegende zu wenig Zeit für ihre Patienten haben, steige das Risiko von Komplikationen. So komme es in Phasen personeller Unterbesetzung häufiger zu nosokomialen Infektionen. Johna forderte Politik und Kliniken zu verstärkten Anstrengungen auf: „Internationale Untersuchungen belegen, dass schon ein 10 Prozent höherer Anteil examinierter Pflegekräfte eine Reduzierung der Mortalität von chirurgischen Patienten um 7 Prozent bewirkt. Die Fakten liegen längst auf dem Tisch. Wer sie ignoriert und die Zustände so belässt, wie sie sind, gefährdet die Patienten.“

Ohne Mindestvorgaben würden zudem Kliniken benachteiligt, die eine ausreichende Personalausstattung haben. Verpflichtende Personalstandards zwängen die Krankenhausbetreiber auch dazu, Personalentwicklungskonzepte zu erarbeiten, die nicht nur zur Entlastung der Beschäftigten beitragen könnten, sondern auch der Gesundheitsförderung dienten. „Moderne Krankenhäuser wissen um die Notwendigkeit verlässlicher Dienstpläne, flexibler Arbeitszeitmodelle und familienfreundlicher Maßnahmen. Nur wer die Bedürfnisse seiner Beschäftigten kennt und ihnen Rechnung trägt, wird dauerhaft qualifiziertes Personal an sich binden und neue Fachkräfte gewinnen können“, sagte Johna.
_____________________________________________

Marburger Bund Bundesverband
Referat Verbandskommunikation
Hans-Jörg Freese (Pressesprecher)
Reinhardtstraße 36 – 10117 Berlin
Tel.: 030/746846-41
Handy: 0162/2112425
presse@marburger-bund.de
http://www.marburger-bund.de

Der Marburger Bund ist der Verband aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte. Mit mehr als 119.000 Mitgliedern ist er der größte deutsche Ärzteverband mit freiwilliger Mitgliedschaft und Deutschlands einzige Ärztegewerkschaft.
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Pflegenotstand - Personalbemessungssystem muss her

Beitrag von WernerSchell » 28.11.2017, 19:13

Überlastung im Krankenhaus
Gefährliche Pflege durch Personalmangel

Pflegekräfte der Intensivstation des Diakonie-Klinikums in Stuttgart schlagen Alarm

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Gefährliche Pflege - Sind Patienten noch sicher?

120 Überlastungsanzeigen und mehrere Briefe der Intensivstation des Diakonie-Klinikums Stuttgart liegen dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ und ZEIT-ONLINE vor. Daraus geht hervor, dass auf der Station häufig "extrem gefährliche Pflege" stattfindet, weil zu wenig Personal auf der Station sei.
Viele der 120 vorliegenden Überlastungsanzeigen sprechen von "gefährlicher Pflege" oder "fahrlässiger Pflege". Überlastungsanzeigen sollten Pflegekräfte immer dann verfassen, wenn sie für die aktuelle Situation keine Verantwortung mehr übernehmen können. Sie sind eine arbeitsrechtliche Absicherung, aber auch eine wichtige Information für die Klinikleitung über die Situation auf einer Station.
Die vorliegenden Überlastungsanzeigen listen diverse Pflegemängel auf, die auf Personalmangel zurückzuführen seien: "stressbedingt falsche Medikamentengabe", "Hygiene eingeschränkt durchgeführt" oder "Keine der anwesenden Pflegekräfte hat Erfahrung mit Beatmung".
In einem Brandbrief an ihre Geschäftsleitung beschreiben die Pflegekräfte etwa eine Spätschicht im Juni 2017, in der sich der Zustand von zwei schwerstkranken Patienten deutlich verschlechtert habe, weil die bis zu zwei Stunden auf ihre Aufnahme warten mussten. Das habe bei einem Patienten dazu geführt, dass er "intubiert und beatmet werden musste". Der andere Patient in "kritischem Zustand" habe ebenfalls nur verzögert behandelt werden können.
Der ärztliche Direktor der Diakonie Prof. Rainer Meierhenrich bestreitet im Interview mit REPORT MAINZ, dass Patienten "wirklich in Gefahr" waren. Zu der im Brief geschilderten Situation sagt er, dies sei eine "spezielle Situation" gewesen.
Eine Pflegekraft der Intensivstation des Diakonie-Krankenhauses erklärt gegenüber REPORT MAINZ und ZEIT-ONLINE, dass die Station in sehr vielen Schichten unterbesetzt sei. Häufig seien nur zwei statt drei Pflegekräfte auf der Station. Und dabei könne ein Fehler in der Beatmung einen Hirntod des Patienten auslösen. "Man wundert sich, dass Patienten nicht reihenweise versterben." Die Klinikleitung hätte gegenüber den Pflegern auf die Überlastungsanzeigen in der Regel nicht reagiert.
Auf konkrete Nachfrage von REPORT MAINZ wollte sich der ärztliche Direktor nicht festlegen, ob und wie die Klinikleitung auf die gegenüber dem Pflegepersonal reagiert hat.
Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler hält es für "unverantwortlich, diese Hilferufe und diese Überlastungsanzeigen nicht ernst zu nehmen." Es sei Gefahr im Verzug, die man ignoriere.
Der Personalmangel ist allerdings kein Einzelproblem. Gegenüber REPORT MAINZ berichten Pflegekräfte von drei weiteren Stuttgarter Kliniken von gravierender Patientengefährdung aufgrund von Personalmangel.
Auch auf einer Normalstation kann das lebensgefährlich sein. Eine Pflegerin berichtet einer ihrer Patienten sei gestorben, weil zu wenige examinierte Pflegekräfte auf der Station waren. "Es gab mehrere hektische Übergaben und zu wenige examinierte Kräfte auf der Station." Dadurch sei eine Magenblutung unentdeckt geblieben. Sie sei sich sicher, der Patient könne heute noch leben.

Ein Intensiv-Pfleger berichtet, dass aufgrund von Personalmangel Patienten seiner Station häufig länger als nötig beatmet würden: "Jeder Beatmungstag erhöht des Sterberisiko und man riskiert so eine Lungenentzündung."
Stand: 28.11.2017

Quelle: Report Mainz
https://www.swr.de/report/ueberlastung- ... index.html

+++
Siehe auch unter > viewtopic.php?f=5&t=21519
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Überlastung des Pflegepersonals in Heimen macht Deutschen Angst

Beitrag von WernerSchell » 05.01.2018, 07:18

Deutsches Ärzteblatt:

Überlastung des Pflegepersonals in Heimen macht Deutschen Angst

Die Vorstellung, im Alter in ein Pflegeheim ziehen zu müssen, macht acht von zehn Menschen in Deutschland Angst. Lediglich sechs Prozent können sich vorstellen, freiwillig in einer Senioreneinrichtung ... https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... chen-Angst

Pflege: Grüne wollen Sofortprogramm > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... der-Pflege
Pflegeheime: Forscher suchen nach Personalmix > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... legeheimen
Pflegeheimkosten: CDU will Kinder von Zuzahlungen entlasten > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -entlasten
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Pflegemangel in Intensivmedizin führt zu Versorgungsengpässen

Beitrag von WernerSchell » 16.03.2018, 12:46

Pflegemangel in Intensivmedizin führt zu Versorgungsengpässen
DGIIN fordert separates Pflegebudget, um Personalmangel zu vermeiden


Berlin, März 2018 – Auf Deutschlands Intensivstationen zeichnet sich ein gravierenderer Mangel an Pflegepersonal ab. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hin und appelliert an die Politik, die Rahmenbedingungen für die Intensivpflege neu zu ordnen: Arbeitsbedingungen, Pflegeschlüssel und Bezahlung müssten deutlich verbessert werden. Nur so ließen sich qualifizierte Fachkräfte in ausreichender Zahl finden, um die Versorgungsqualität in der Intensivmedizin auch in Zeiten des demographischen Wandels aufrechtzuerhalten.

Welche Konsequenzen der zunehmende Personalmangel schon heute hat, macht eine Online-Umfrage deutlich, die die Intensivmediziner Professor Dr. med. Christian Karagiannidis aus Köln und Professor Dr. med. Uwe Janssens aus Eschweiler initiiert haben. Sie baten die Weiterbildungsbefugten der Intensivstationen in Deutschland darum, auf Fragebögen Angaben zu Pflegesituation, Bettensperrungen und Notfallversorgung zu machen. Die Auswertung zeigte, dass in den letzten Monaten auf rund dreiviertel der deutschen Intensivstationen Betten gesperrt werden mussten und diese somit nicht für eine Belegung zur Verfügung standen. In 22 Prozent der Fälle mussten sogar täglich Betten gesperrt werden. Von den Sperrungen waren meist zwei oder drei Betten betroffen. „Als Gründe für die Bettensperrung gaben knapp die Hälfte der Befragten (43,8 Prozent) den Mangel an Pflegepersonal an, rund ein Fünftel (18,8 Prozent) einen kombinierten Mangel an Ärzten und Pflegenden“, berichtet Karagiannidis, leitender Oberarzt an der Lungenklinik Köln-Merheim der Kliniken Köln.

Auch die Notfallversorgung leidet unter dem Personalmangel. So gaben lediglich 18 Prozent der Befragten an, dass die Notfallversorgung nicht beeinträchtigt war. Ganz direkt drückt sich der Mangel auch im Betreuungsschlüssel von Pflegenden zu Patienten aus, der laut den Vorgaben der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) und erster Krankenhausrahmengesetze bei 1:2 liegen sollte, bei schwerem Organversagen sogar bei 1:1. „Tatsächlich muss eine Pflegekraft aber tagsüber 2,5 bis 2,6 Patienten versorgen, nachts sogar durchschnittlich 3,1“, sagt Janssens, Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital Eschweiler und Generalsekretär der DGIIN.

Personalmangel und Bettensperrungen können zur verzögerten Aufnahme von kritisch kranken Patienten auf die Intensivstation führen und die Qualität der Versorgung beeinträchtigen. „Trotz des hohen gemeinsamen Engagements von Intensivpflegenden und des ärztlichen Personals können Auswirkungen auf die Versorgungsqualität an manchen Orten nicht mehr ausgeschlossen werden“, sagt Professor Dr. med. Reimer Riessen, Leiter der Internistischen Intensivstation des Tübinger Universitätsklinikums und Präsident der DGIIN. Sollte sich der Personalmangel allerdings weiter verschärfen, werde sich das zwangläufig noch deutlicher auf die Versorgung auswirken, weil das System keinerlei Reserven mehr aufweise. Die Mitarbeiter auf vielen Stationen seien schon jetzt über Gebühr belastet.

„Um mehr Menschen für die Arbeit in der Intensivpflege gewinnen zu können, bräuchte es eine bessere Anerkennung dieser hochqualifizierten und verantwortungsvollen Aufgabe, einschließlich einer besseren Vergütung der ständigen Arbeit in Spät-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten“, sagt Riessen. Auch der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen wie eine Fachweiterbildung oder künftig auch die Absolvierung eines Masterstudiengangs in Intensivpflege, sollten gefördert und besser honoriert werden.

Die aktuell politisch geforderten Personaluntergrenzen, die einer Überlastung der Pflegenden entgegenwirken sollen, greifen in der jetzigen Form ohne begleitende Förderung und Aufwertung der Intensivpflege zu kurz, so Riessen. „Und wir benötigen dafür eine grundsätzliche Reform der Vergütung intensivmedizinischer Leistungen, welche die für eine Intensivstation angemessene Personalausstattung separat und nicht über die jetzigen Fallpauschalen gegenfinanziert.“ Die auf Intensivstationen immer häufigere Kompensation von Personalmangel durch den Einsatz von Zeitarbeitern führt nach Ansicht der Autoren längerfristig eher zu einer weiteren gravierenden Verschärfung des Problems und zu Qualitätseinbußen.
Zusammenfassend muss alles Erdenkliche getan werden, um wieder mehr Pflegende zur Tätigkeit auf der Intensivstation zu motivieren. Dies ist nur in einem umfassenden gesundheitspolitischen Gesamtkonzept möglich, sind sich die Experten einig.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.03.2018
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Viele gesperrte Betten auf Intensivstationen

Beitrag von WernerSchell » 16.03.2018, 16:47

Ärzte Zeitung vom 16.03.2018:
Umfrage
Viele gesperrte Betten auf Intensivstationen

Weil es an Pflegern und Ärzten mangelt, müssen in vielen deutschen Intensivstationen Betten gesperrt werden, die dann den Patienten nicht zur Verfügung stehen. Das berichten die Stationen selbst. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=95 ... efpuryykqr
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Ambulante Intensivpflege - ein krankes Geschäft - BR-Kontrovers informiert

Beitrag von WernerSchell » 05.04.2018, 16:50

Ambulante Intensivpflege - ein krankes Geschäft - Die BR-Kontrovers-Story vom 04.04.2018 (rd. 45 Min. - anschaubar bis 04.04.2023). Die Krankenkassen geben gut vier Milliarden Euro im Jahr für ambulante Intensivpflege aus – können aber schwer überprüfen, ob die abgerechneten Leistungen wirklich erbracht werden. Dubiose Pflegedienste machen sich das zu Nutze. Ein Milliardengeschäft auf Kosten von Schwerkranken ... > viewtopic.php?f=3&t=22585
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