Überlastungsanzeigen geschrieben und nun gemobbt- was tun?

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

intensivotter
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Überlastungsanzeigen geschrieben und nun gemobbt- was tun?

Beitrag von intensivotter » 15.06.2012, 16:45

Guten Tag!
Ich weiß nicht ob ich mit meinem Problem in diesem Forum richtig bin, wenn nicht bitte ins richtige verschieben.Danke!

Ich bin stellvert. STL auf einer Intensivstation.Seit ca 5 Monaten haben wir mal wieder Stellen offen.Diese kompensieren wir, in dem wir die Mitarbeiter bewußt mehr im Monat arbeiten lassen, als die tatsächliche monatliche Sollstundenzahl ist.Das hat zur Folge das wir viele Überstunden haben. Eine Mitarbeiterin hat sich diesbezüglich an die MAV gewandt, die sich wiederum an die PDL gewandt hat. Wir sollen den Dienstplan ab sofort so gestalten, das die monatlich Sollstundenzahl der einzelnen Mitarbeiter nicht überschritten werden.Dieses haben wir getan, mit der Konsequenz das die Schichten ab Ende Mai absolut unterbesetzt sein werden und haben natürlich die PDL als auch die zuständigen Oberärtze davon in Kenntnis gesetzt.
Da seit Ende Mai im Rahmen des Pflegnotstandes es zunehmend zu Pflegefehler kam, Decubiti etc und wir viele ärztliche Tätigkeiten übernehmen müssen habe ich Überlastungsanzeigen geschreiben.
Am 04.06.12 hat einer der Oberärzte mit der PDL und der MAV beschlossen, das erstmal zwei Betten geschlossen werden.
Ein anderer Oberarzt akzeptierte diese Reglung nicht und machte mich dafür verantwortlich, das diese Betten geschlossen sind.Er zählte der PDL, ich hätte eine stundenlange Diskusion mit ihm geführt und mich verweigert einen Patienten auf zu nehnem.Die PDL teilte mir in einem Gespräch mit Teilnahme der MAV mit, ich sei für mein Team nicht tragbar, da ich es nicht motiviere.Desweiteren teilte sie mir mit, es gäbe einen Brief von den Chefärzten an die Krankenhausverwaltung, in dem mein Verhalten, es sei provokant und aggressiv, mehr als anmahnt.
Diebezüglich würde es ein Gespräch zwischen den Chefärzten, der Krankenhausverwaltung und ihr geben, in dem über meine berufliche Zukunft beraten wird.
Mittlerweile ist bekannt geworden, das mein Team ein Brief an alle beteiligten Personen geschreiben hat, in dem es klar macht, dass ich sehr wohl meine Mitarbeiter motiviere.Desweitern war der Schwerpunkt des Briefes, den die Chefärzte verfasst haben,die desolate pflegerische Besetzung auf dieser Intensivstation und nicht meine Person!Desweitern kann ich nachweisen, das nie eine Verwigerung meinerseits gab einen Patienten auf zu nehmen, obwohl Betten geschlossen sind.
Zu einem gibt man mir nicht die Möglichkeit den Sachverhalt aus meiner Sicht, mit Benennung von Zeugen da zu legen, sondern man behauptet weiter, ich hätte Schuld an der Bettenschließung durch mein Auftreten.
Ich gebe zu, das ich mich wirklich in anderen Situationen im Ton vergriffen habe.Aber nicht in diesem Sachverhalt.
Meine PDL und meine Erstleitung, die weiter den Pflegenotstand und die Pflegefehler toleriert, wollen das ich gehe.
Die Informationen über den tatsächlichen Inhalt des Briefes habe ich nicht von der PDL oder meiner Erstleitung sondern einem Mitglied der MAV.Die PDL und meine Erstleitung bleiben bei den Behauptungen.

Was kann ich tun?

Sabrina Merck
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Überlastungsanzeige und die Gegenreaktionen

Beitrag von Sabrina Merck » 16.06.2012, 07:16

Hallo intensivotter,
es war richtig, eine Überlastungsanzeige zu schreiben. Dass auf solche Botschaften so manche Arbeitgeber und andere MitstreiterInnen im Arbeitsumfeld nicht immer erfreut reagieren, ist eine bekannte Tatsache. Wer eine Überlastungsanzeige schreibt, muss sich daher sorgsam mit der Mangelsituation befassen und entsprechend einen Text abfassenn, sachlich, aber die Probleme konkret benennend. Dagegen kann niemand etwas einwenden. Im Gegenteil: Der Arbeitgeber müsste sich eigentlich bedanken.
Wenn es nun vor Ort Trabbel gibt, sollte man die Ruhe bewahren. Nichts unternehmen, was Anlass zur Kritik geben könnte. Unnötige Diskussionen und Angriffe auf irgendwelche Personen vermeiden (es gibt immer wieder auch Anschwärzer). Problematisch sind u.U. Solidaritätsbekundungen der Kolleginnen und Kollegen. Darin kann der Arbeitgeber eine Störung des Betriebsfriedens vermuten. Das wird dann ggf. dem Überlastungsanzeigeschreiber zugerechnet.
Ich kann in Deinem Text aber nichts finden, was der Arbeitgeber konkret für eine Abmahnung oder Kündigung verwerten könnte. Daher nochmals; Ruhe verwahren und Dienstpflichten mit der gebotenen Sorgfalt wahrnehmen. Möglichst keinerlei Erklärungen "am Rande" abgeben.
Dann würde ich, falls noch nicht geschehen, eine Dokumentation anlegen, eine Art Tagebuch schreiben. Zeugen notieren.
Mobbing ist unzulässig und kann ggf. mit Klage angegangen werden. In diesem Forum gibt es Buchhinweise und Beiträge dazu. Aufrufbar mit "Suchen" und Eingabe "Mobbing". Im Übrigen würde ich das nachgenannte Buch von Herrn Schell auswerten. Dort gibt es vielfältige Hinweise zum Thema.
Wenn die arbeitgeberseitigen Angriffe heftiger werden, sollte an die Kontaktaufnahme zu einem Anwalt mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht gedacht werden. Wenn es eine Verbandszugehörigkeit gibt, besteht eventuell Beratungs- oder Prozessschutz.
Vielleicht könnte bei weiterer "Verhärtung der Fronten" und entsprechender Unterrichtung Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk offiziell eingreifen. Denn von dort wird seit Jahren der Pflegenotstand deutlich beschrieben und aufgezeigt, dass die Pflege im Prinzip nur noch notstandsmäßig arbeiten kann und jedes Schönreden fehl am Platze ist. Die Ärzte sollten sich bei dieser Debatte zurückhalten. Denn die Ärzte haben in den letzten Jahren kräftig durch Abbau von Pflegestellen profitiert.
Alles Gute und lb. Grüße
Sabrina

Buchtipp! Schell, Werner: "100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeeinrichtungen"
viewtopic.php?t=15822
Pflegemängel – schnelle Hilfe für den Notfall
viewtopic.php?t=15828
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

Herbert Kunst
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Pflegemängel und die Überlastungsanzeige

Beitrag von Herbert Kunst » 16.06.2012, 07:31

Guten Morgen,
ich sehe das ähnlich wie Sabrina. Der hier vorgestellte Fall zeigt aber auch wieder einmal, welche Probleme Pflegekräfte haben, wenn sie Mängel im System zurecht ansprechen. Dazu gibt es auch Text unter
viewtopic.php?t=17439
Zum Thema "Überlastungsanzeige" gibt es hier auch zahlreiche Beiträge. Sie sind ebenfalls mit "Suchen" und Eingabe von "Überlastungsanzeige" aufrufbar.
Gruß Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

intensivotter
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Beitrag von intensivotter » 16.06.2012, 14:12

Vielen Dank für die Antworten!
Das Buch" 100 Fragen zum Umgang mit Mängeln in Pflegeinrichtungen" lese ich zur Zeit und finde es sehr aufschlußreich.
Gestern erfuhr ich, das kommenden Mittwoch eine Tembesprechung statt finden soll, in dem meine Erstleitung zu den Ereignissen Stellung beziehen will, obwohl sie sich zu dem Zeitpunkt im Urlaub befand.Ein persönliches Gespräch zwischen uns fand bis dato nicht statt.Desweiteren habe ich aus sicherer Quelle erfahren, das mir meine Erstleitung nicht helfen will.Auch eine Teilnahme meiner seits an der Teambesprechung lehnt sie ab!

Von ihr, der PDL sowie einiges Ärzten wird mir ein provokantes Auftreten mit einem aggressiven Ton vorgeworfen.Diesbezüglich wären diese Personen der Meinung, ich sei als stellvertretende STL nicht länger tragbar und auch als Mitarbeiter dieser Station nicht länger erwünscht.Mein Auftreten würde eine Kündigung rechtfertigen!
Frage:ist das tatsächlich so? Und habe ich nicht das Recht an dieser Teambesprechunh teil zu nehmen?

Herbert Kunst
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Überlastungsanzeige erstellen - Pflicht der MitarbeiterInnen

Beitrag von Herbert Kunst » 16.06.2012, 17:14

intensivotter hat geschrieben: .... Von ihr, der PDL sowie einiges Ärzten wird mir ein provokantes Auftreten mit einem aggressiven Ton vorgeworfen.Diesbezüglich wären diese Personen der Meinung, ich sei als stellvertretende STL nicht länger tragbar und auch als Mitarbeiter dieser Station nicht länger erwünscht.Mein Auftreten würde eine Kündigung rechtfertigen!
Frage:ist das tatsächlich so? Und habe ich nicht das Recht an dieser Teambesprechunh teil zu nehmen? ....
Hallo intensivotter,

es ist leider nicht selten so, dass diejenigen Pflegekräfte, die eigentlich ihren Pflichten folgend auf Unzulänglichkeiten aufmerksam machen, von verschiedenen Seiten attackiert werden. Da wird dann schnell jemand als Nestbeschutzer usw. abgestempelt. Das ist eigentlich eine Sauerei. Denn das Aufmerksammachen auf Mängel ist sogar eine Pflicht der MitarbeiterInnen.
Konkret: Es gibt kein Berechtigung, an einer von vorgesetzten Dienstkräften anberaumten Besprechung teilzunehmen. Allerdings ist es auch wiederum ein Zeichen von mangelnder Führungskraft, wenn man denjenigen, der "etwas zu sagen hat", außen vor lässt - also statt mit ihm über ihn spricht. Aber aus Rechtsgründen muss man das zunächst so hinnehmen.
Ich kann auch nur dazu raten, momentan ein wenig auf "Tauchstation" zu gehen und nicht mit anderen vertiefend über die Überlastungsgründe zu reden. Es kann ja durchaus sein, dass da einer plaudert und letztlich als Zeuge der "Gegenseite" fungiert.
Also, zunächst Ruhe bewahren, Dienstpflicht ordentlich erledigen und abwarten. Sollte es eine Abmahnung oder gar eine Kündigung geben, müsste man sehen, was vorgetragen wird. Ggf. wäre dann ein Anruf oder eine E-Mail-Zuschrift bei Herrn Schell ratsam (möglicherweise kann ja nicht alles im Forum schriftlich erörtert werden) oder es wird vor Ort ein Anwalt eingeschaltet. Nochmals der Hinweis: Eigene Aufzeichnungen fertigen.

Gruß Herbert Kunst
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

Rob Hüser
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Überlastungsanzeige - Mobbing - Dokumentation erstellen

Beitrag von Rob Hüser » 17.06.2012, 07:33

Guten Morgen intensivotter,
die hier abgelieferten Hinweise halte ich für richtig. Pflegekräfte haben leider nach der geltenden Rechtslage eher schlechte Karten, wenn sie sich kritisch zu Wort melden. Die Überlastungsanzeige war der Form nach richtig. Wenn sie auch inhaltlich sachlich formuliert war, ist dagegen absolut nichts einzuwenden, auch nicht von der Ärzteseite. Allerdings scheint sich die Angelegenheit ein wenig hochgeschaukelt zu haben (welche Diskussionen mit welchem Inhalt wurden außerhalb der Überlastungsanzeige usw. geführt?). Daher rat ich auch, im Moment nichts weiter zu unternehmen und die weiteren Schritte der "Gegenseite" einfach abzuwarten. Richtig ist auch der Hinweis, eine Dokumentation, auch für die zurückliegende Zeit, zu erstellen. Das wäre auch wichtig, wenn man sich gegen Mobbingattacken zur Wehr setzen müsste. Es geht letztlich immer darum, Angaben auch belegen zu können.
MfG Rob Hüser

Siehe auch die interessanten Ausführungen unter
viewtopic.php?t=17439
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

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Beitrag von intensivotter » 07.07.2012, 15:56

Guten Tag!
In den letzten drei Wochen hat die "Gegenseite" reagiert.
Vor ca 2 1/2 gab es eine Stationsbesprechung, an der ich teilnahm. Mein Team wollte von mir die Ereignisse geschildert haben, was ich auch sachlich tat.Die Reaktion war, das mein Team die Erstleitung aufforderte mich unversehens zu unterstützen und desweiteren die Pflegedienstleitung in Kenntniss zu setzen hätte, das man sich als Team dagegen währen würde, das man so mit mir, der Zweitleitung,umgeht, zu mal ich nachweislich mich an Vorgaben seitens der Pflegdienstleitung gehalten hätten und desweiteren zu beweisen sei, das angebliche Gespräche, in denen ich mich angeblich im Ton vergriffen hätte, so nicht stand gefunden haben.
Meine Erstleitung lehnte anfangs den Willen des Teams ab, erst als sie seitens des Teams massiv unter Druck gesetzt wurde, willtigte sie ein, ein Gespräch mit der Pflegedienstleitung zu suchen.
Ich war nach dieser Stationsbesprechung bis heute im Urlaub.
Kaum wieder zurück mußte ich von einer Kollegin folgendes erfahren: Während meiner Abwesenheit fand ein erneutes Teamgespräch statt. Diesmal nahm die Pflegedienstleitung und jemand von der Geschäftsleitung teil.Über mich wurde nicht gesprochen!Fragen zu meiner Person , den Vorfällen und wie es jetzt mit mir weiter gehen würde beantwortete weder die PDL noch die Geschäftsleitung.
Zwei Tage nach diesem Gespräch änderte meine Erstleitung meinen Dienstplan.Anstelle am Montag mit Nachtdienst zu beginnen soll ,ich bis zum 21.07. meine Überstunden abbauen.
Als man meine Erstleitung über diese Dienstplanänderung angesprochen wurde, sagte sie nur :" Die wird versetzt!Und wenn hier einer glaubt, das ich ihr helfen würde,dann hat er sich wohl vertan!"
Ich nahm Kontakt mit meiner Erstleitung auf und tat unwissend. Auf die Frage, warum ich denn frei anstelle Nachtdienst hätte, sagte sie, ich hätte so viele Überstunden und es wäre an der Zeit diese ab zu gelten.Desweiteren will mich die PDL am Montag sprechen.Es würde bei diesem Gespräch um meine Ton gehen, dieses seit beim Teamgespräch mit der PDL so besprochen worden.Und sie, meine Erstleitung, hätte alles versucht, das dieses Gespräch zwischen mir und der PDL nicht zu stande kommt, aber leider würde die PDL dieses Gespräch unbedingt führen wollen.

Warum lügt mich meine Erstleitung an?Muß ich wirklich frei nehmen obwohl ich das nicht will?Ich denke, am Montag wird mir die PDL mitteilen, das ich versetzt werde. Kann man sie diese wirkich so einfach?

Für die Antworten bedanke ich mich schon mal recht herzlich!
MfG intensivotter

Sabrina Merck
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"Strafmaßnahmen" ? - Arbeitgeber am stärken Hebel

Beitrag von Sabrina Merck » 07.07.2012, 16:28

intensivotter hat geschrieben: .... Warum lügt mich meine Erstleitung an? Muß ich wirklich frei nehmen obwohl ich das nicht will?Ich denke, am Montag wird mir die PDL mitteilen, das ich versetzt werde. Kann man sie diese wirkich so einfach? ....
Hallo intensivotter,
es ist natürlich nicht einfach, anhand des Sachverhalts eine Einschätzung vorzunehmen. Anscheinend ist es aber so, dass die "Gegenseite" den Konflik nicht beseitigen will. Es sieht so aus, als wolle man einer Arbeitnehmerin einmal zeigen, wer das Sagen hat. Insoweit könnte man auf die Idee kommen anzunehmen, alle jetzt anstehenden Maßnahmen haben eine Art Strafcharakter. Allerdings wird das so niemand zugeben.
Grundsätzlich ist es so, dass der Arbeitgeber sogar verpflichtet ist, durch "Frei" Überstunden abbauen zu lassen. Das kann man, obwohl der Zusammenhang wie oben gesehen werden muss, letztendlich nicht beklagen. Man könnte höchstens noch darüber verhandeln, ob die Freizeiten anders gestaltet werden.
Wenn es zu einer Umsetzungsankündigung kommt, wird man wohl auch dagegen nichts wirklich unternehmen können. Es sei denn, lt. Arbeitsvertrag gäbe es für die jetzige Tätigkeit verbindliche Abmachungen.
Ich kann daher nicht dazu raten, den Konflikt zu verschärfen, sondern eher einvernehmliche Regelungen anzustreben. Gäbe es eine kämpferische Arbeitnehmervertretung, die man auf die Seite ziehen könnte, wäre die Lage anders.
Im Übrigen kann man natürlich mit anwaltlicher Hilfe gegen die ungerecht erscheinenden Maßnahmen ankämpfen. Aber für den Erfolg sehe ich nur geringe Chancen. Eine kämpferische Position wäre im Übrigen dann in Erwägung zu ziehen, wenn eine Bereitschaft bestünde, ggf. einen Stellenwechsel (nach Kündigung) hinzunehmen. Wenn es aber vor Ort keine Aussicht auf eine angemessene anderweitige Beschäftigung gibt, ist das ein zusätzlicher Grund, auf Einvernehmen zu setzen.
So ist das leider: Der Arbeitgeber sitzt im Zweifel am längeren Hebel.
Alles Gute und lb. Grüße
Sabrina
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Gaby Modig
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Überlastungsanzeigen sind ggf. zwingend erforderlich

Beitrag von Gaby Modig » 08.07.2012, 07:00

Guten Morgen,
ich schließe mich den Ratschlägen von Sabrina an. Die Ablieferung einer Überlastungsanzeige war völlig richtig. Aber offensichtlich stehen nicht alle hinter einem solchen Verfahren und knicken gegenüber vorgesetzten Dienstkräften leicht ein. Der Überlastungsschreiber steht dann schnell relativ einsam da. So ist es leider wohl öfter. Der Kampfesmut bei den Pflegekräften hält sich in engen Grenzen. Daher gab und gibt es ja auch keinen Aufschrei bezüglich der völlig unzureichenden "Neuausrichtung der Pflegeversicherung". Dort gibt es null Personalverstärkung und keiner geht auf die Barrikaden. Weder einzelne Pflegekräfte noch Berufsverbände / Gewerkschaften.
Es ist eine Sauerei, wie man mit einzelnen Pflegekräften umgeht, die nichts anderes als ihre Pflicht tun, und auf ungute Pflegesituationen hinweisen bzw. Korrekturen erbitten.
Viel Erfolg beim anstehenden Gespräch!
Gaby Modig

>>> siehe auch >>>
viewtopic.php?t=16148
Pflegesystem verbessern - weg von der Minutenpflege. Mehr Pflegepersonal ist vonnöten!

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Beitrag von intensivotter » 11.07.2012, 10:40

Guten Morgen,
am vergangenen Montag fand das Gespräch zwischen der PDL, der MAV und mir statt.Es kam so wie ich es erwartet hatte.Die PDL strebt meine Versetzung an.Sie begründete die Versetzung damit, das ich zwar eine ausgesprochen hohe fachliche Kompetenz hätte, aber durch meine Art Mißstände auf zu decken,ich immer im Mittelpunkt von Streitigkeiten stehen würde und mit dem benennen dieser Mißstände für sehr viel Unruhe, vor allem im ärztlichen Bereich, sorgen würde.
Die MAV und ich lehnten diese Versetzung ab! Zu mal ich in einen Bereich versetzt werden sollte, in dem seit Jahren viele Probleme innerhalb des Teams und zwischen Pflege und Ärzte herrscht.
Mit dieser Ablehnung hatte die PDL nicht gerecht, so das sie dieses Gespräch sofort beendete.
Mal sehen, was als nächstes kommt.

Dieter Radke
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Umsetzung abgelehnt - MAV steht dazu

Beitrag von Dieter Radke » 12.07.2012, 07:11

intensivotter hat geschrieben: .... Die MAV und ich lehnten diese Versetzung ab! Zu mal ich in einen Bereich versetzt werden sollte, in dem seit Jahren viele Probleme innerhalb des Teams und zwischen Pflege und Ärzte herrscht. Mit dieser Ablehnung hatte die PDL nicht gerecht, so das sie dieses Gespräch sofort beendete. Mal sehen, was als nächstes kommt.
Guten Morgen,
man darf in der Tat gespannt sein, was sich die "Führung" jetzt ausdenkt. Gut ist auf jeden Fall, dass die MAV auf der Mitarbeiterseite steht.
Ungeachtet aller Erwägungen würde ich im Moment nichts weiter unternehmen, um die Diskussionen anzuheizen. Abwarten!
Viele Grüße
Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

intensivotter
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Beitrag von intensivotter » 20.07.2012, 12:52

Guten Tag!
Ich wollte gerne berichten, wie sie sich die Sache zwischen meinem Arbeitgeber und mir fortgesetzt hat.

Am vergangenen Mittwoch gab es ein Gespräch zwischen der Pdl, dem Personalchef, der MAV und mir.Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich ab sofort wieder auf meiner Station in der Postion der stellv. Stl eingesetzt werde.
Man müßte von seiten der Krankenhausleitung eingestehen, das Ton und Art kein Grund wären mich zu versetzen geschweige denn, mich meiner Position zu entheben.Letzendlich stellte sich bei diesem Gespräch heraus, dass es die ganze Zeit nicht um die Mißstände geht, die ich benannt habe, sondern um meine Person.Es ist einigen Personen im Führungskreis des Krankenhauses, v.a den zu ständingen CÄ ein Dorn im Auge, dass ich diese Mißstände benenne und mich dafür einsetze, zum Schutz der Patienten und meiner Mitarbeiter,das Vereinbarungen um gesetzt und eingehalten werden.
Am kommenden Sonntag werde ich meinen Dienst wieder auf nehmen. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Denn mir ist bewußt, das meine Wiederkehr nicht bei allen ein Anlass zur Freude sein wird.

Dieter Radke
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Überlast - wie wird der Arbeitgeber damit umgehen?

Beitrag von Dieter Radke » 20.07.2012, 13:16

intensivotter hat geschrieben: Am vergangenen Mittwoch gab es ein Gespräch zwischen der Pdl, dem Personalchef, der MAV und mir.Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich ab sofort wieder auf meiner Station in der Postion der stellv. Stl eingesetzt werde.
Man müßte von seiten der Krankenhausleitung eingestehen, das Ton und Art kein Grund wären mich zu versetzen geschweige denn, mich meiner Position zu entheben.Letzendlich stellte sich bei diesem Gespräch heraus, dass es die ganze Zeit nicht um die Mißstände geht, die ich benannt habe, sondern um meine Person.Es ist einigen Personen im Führungskreis des Krankenhauses, v.a den zu ständingen CÄ ein Dorn im Auge, dass ich diese Mißstände benenne und mich dafür einsetze, zum Schutz der Patienten und meiner Mitarbeiter,das Vereinbarungen um gesetzt und eingehalten werden.
Am kommenden Sonntag werde ich meinen Dienst wieder auf nehmen. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Denn mir ist bewußt, das meine Wiederkehr nicht bei allen ein Anlass zur Freude sein wird.
Guten Tag,

ich denke, dass sich die Situation positiv entwickelt hat. Anscheinend will die "Führung" keinen Krach, bei dem ja letztlich die beklagten unguten Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt stehen würden. Diese sind jetzt benannt und "oben" bekannt. Es besteht jetzt die Verpflichtung des Arbeitgebers, den bekannt gewordenen Missständen durch geeignete Maßnahmen entgegen zu treten.
Ich würde mich nach all dem im Moment zu den zurückliegenden Ereignissen nicht weiter äußern, sondern den gewohnten Dienstpflichten mit Sorgfalt nachgehen nach dem Motto: abwarten und Tee trinken.

Viele Grüße
Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

intensivotter
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Beitrag von intensivotter » 20.07.2012, 13:44

Lieber Dieter,
genau das habe ich auch vor.Ich werde natürlich meine Dienstpflichten mit Sorgfalt nach gehen und mich zu den Ereignissen nicht weiter äußern.Dafür ist in den letzten sechs Wochen viel zu viel geredet worden, wenn auch nicht von mir.Desweiteren werde ich auf dem Prüfstand stehen.Ich denke, dass das Thema mit Sicherheit noch nicht beendet ist.

MfG
intensivotter

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Wende

Beitrag von Sabrina Merck » 22.07.2012, 07:02

intensivotter hat geschrieben: .... Am kommenden Sonntag werde ich meinen Dienst wieder auf nehmen. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Denn mir ist bewußt, das meine Wiederkehr nicht bei allen ein Anlass zur Freude sein wird.
Hallo intensivotter,
es hat sich nun doch eine gewisse Wende ergeben, so dass weitere Diskussionen / Streitereien entbehrlich erscheinen. Wie Dieter schon angemerkt hat, würde ich mich jetzt ein wenig zurück nehmen. Es ist ja alles gesagt.
Alles Gute und lb. Grüße
Sabrina
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