Pflegeberufe - Zusammenführung der Ausbildungen

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Pflegeberufe - Zusammenführung der Ausbildungen

Beitrag von Presse » 24.01.2011, 13:35

Pflegeberufe - Zusammenführung der Ausbildungen

Die Bundesregierung hat die Modernisierung der Pflegeberufe und die Zusammenführung der Ausbildungen in einem Berufsgesetz vorgesehen. Eine Zusammenführung der Ausbildung von Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflegern sowie Altenpflegern ist, wie die Evaluationsergebnisse bundesweiter Modellversuche zeigen, aus inhaltlicher Sicht relativ unproblematisch.

Aus organisatorisch-rechtlicher und finanzieller Sicht sind allerdings aufgrund der derzeit bestehenden Unterschiede noch viele Fragen offen. Lösungsvorschläge und Handlungsmöglichkeiten werden in einer aktuellen DKI-Studie im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft aufgezeigt.

Die Studie stellt mittels einer differenzierten Bestandsaufnahme die derzeitige Ausbildungsorganisation und -finanzierung in den Pflegeberufen länderspezifisch dar. Mögliche Konsequenzen der Überführung in eine gemeinsame Pflegeausbildung werden umrissen.

Die Vollversion des DKI-Gutachtens "Ausbildungsmodelle in der Pflege" finden Sie hier zum downloaden:
http://www.dki.de/index.php?TM=0&BM=2&LM=153

Quelle: Pressemitteilung vom 24.01.2011
Deutsches Krankenhausinstitut e.V.
Hansaallee 201
40549 Düsseldorf

Literatur
Kurzfassung der Studie >>Download
http://www.dki.de/PDF/Kurzfassung%20Aus ... Pflege.pdf
Langfassung der Studie >>Download
http://www.dki.de/PDF/Endbericht%20Ausb ... Pflege.pdf

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Pflegenotstand bekämpfen - statt alles neu organisieren

Beitrag von PflegeCologne » 24.01.2011, 13:52

Die Zusammenführung der Ausbildungen der verschiedenen Pflegeberufe erscheint in der Tat relativ unprobletisch. Es kostet nur eine Menge Geld und Aufwand, die notwendigen organisatorischen Veränderungen herbei zu führen.
Der Pflegenotstand ist mit einer Neuordnung der Ausbildungen noch nicht angegangen oder gar behoben. Was wir dringend brauchen sind erheblich mehr Pflegestellen in Krankenhäusern und Heimen und eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte.
Wer den Pflegenotstand nicht mit den richtigen Maßnahmen aufhebt, hat nichts bewirkt und auf das falsche Pferd gesetzt.

Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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berufsrechtliche Regelungen für die Pflege

Beitrag von Presse » 28.01.2011, 18:01

DPR - Eckpunkte für berufsrechtliche Regelungen für die Pflege
DPR Presseinformation

Berlin (28. Januar 2011) – Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) und seine Mitgliedsverbände fordern die Bundesregierung und die Landesregierungen auf, angesichts der Situation der Pflegenden unverzüglich signifikante Reformen der berufsrechtlichen Grundlagen der Pflegeberufe einzuleiten.

Die demographische Entwicklung führt zu einem steigenden Bedarf an pflegerischer Unterstützung und Betreuung bei Pflegebedürftigkeit, chronischer und akuter Krankheit, zur Prävention und Rehabilitation und am Ende des Lebens in der Palliativversorgung bei gleichzeitig sinkenden Zahlen von Schulabgängern. Der Mangel an Pflegefachkräften – vor dem der DPR seit langem gewarnt hat – verlangt eine Investition in den Beruf, um seine Attraktivität wieder zu steigern und die weniger werdenden Pflegenden möglichst effektiv und effizient im Gesundheits- und Sozialsystem zu positionieren. Nur so werden die Grundlagen zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der professionellen pflegerischen Versorgung der Bevölkerung geschaffen.

Im Bereich der Reform der Ausbildungsgesetze ist dazu unerlässlich, dass
- die bisher drei Pflegefachberufe (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) unter Beachtung der Vorgaben der EU-Richtlinie 2005/36/EG zu einem Beruf mit einer Berufsbezeichnung und möglicher Schwerpunktbildung in einer bundesrechtlich reglementierten Ausbildung zusammengeführt werden;
- die pflegeberufsbildenden Schulen aus der organisatorischen und wirtschaftlichen Ver­antwortung der Träger von Gesundheitseinrichtungen gelöst werden;
- die Pflegeerstausbildung an höheren Berufsfachschulen nach Landesrecht und an Hoch­schulen etabliert wird, denn nur so sind Bildungsstandards zu sichern und der Anteil von akademisch ausgebildeten Pflegenden steigt perspektivisch;
- die horizontale und vertikale Durchlässigkeit im Bildungssystem verbessert wird;
- eine Ausbildungsoffensive den theoretischen und praktischen Unterricht und die praktische Ausbildung unterstützt.

Die Reform der Ausbildung muss ergänzt werden um die Festlegung prioritär vorbehaltener Aufgaben der Pflege. Diese Definition von Verantwortungs- und Gestaltungsräumen für die Berufsangehörigen, die das volle Potenzial pflegerischer Expertise im direkten Klientenbezug, aber auch auf der Ebene der Selbstverwaltung zum Nutzen der betroffenen Menschen ausschöpft, wäre ein Meilenstein. Weitere Regelungen sind erforderlich, die landesrechtlich vorzunehmen sind. Dazu gehört vor allem, Selbstverwaltungsaufgaben für die Pflegeberufe gesetzlich zu regeln. In mehreren Bundesländern wurden Berufsordnungen erlassen. In mehreren Bundesländern gibt es Diskussionen mit den Landesregierungen und/oder Parlamenten zur Errichtung von Pflegekammern. Diese Diskussionen müssen rasch Entscheidungen zugeführt werden.

Die Bewältigung demographischer Herausforderungen, insbesondere der des Alters, der Gesundheit und Krankheit sowie Pflegebedürftigkeit verlangen nachhaltiges Handeln. Die Betroffenen haben ein höchstes Maß an Qualität der Versorgung und Betreuung verdient. Die gesellschaftliche Antwort darauf muss zum Maßstab für Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit unserer Gesellschaft werden. Die Steigerung der Qualifikation und Attraktivität der Pflegeberufe ist eine Voraussetzung, damit sie eine Garantenstellung für eine bestmögliche Versorgung und Betreuung übernehmen können.

Rob Hüser
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Gemeinsamen Pflegeausbildung - Zustimmung bröckelt

Beitrag von Rob Hüser » 10.08.2013, 06:44

Die Zeitschrift "CAREkonkret" berichtet in ihrer Ausgabe vom 09.08.2013 darüber, dass die Zustimmung zur gemeinsamen Pflegeausbildung bröckelt.
Jahrelang, so die Zeitschrift, galt die Zusammenlegung der drei Pflegeberufe als ausgemachte Sache. Weiter: "Doch nachdfem sich im März ein breites
Pflegebündnis gegen diese Pläne formiert hat, gibt es auch seitens der Politik immer mehr kritische Stimmen.

Rob
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

Dieter Radke
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Mehr Personal und gute Führung

Beitrag von Dieter Radke » 11.08.2013, 07:04

Rob Hüser hat geschrieben:Die Zeitschrift "CAREkonkret" berichtet in ihrer Ausgabe vom 09.08.2013 darüber, dass die Zustimmung zur gemeinsamen Pflegeausbildung bröckelt.
Jahrelang, so die Zeitschrift, galt die Zusammenlegung der drei Pflegeberufe als ausgemachte Sache. Weiter: "Doch nachdfem sich im März ein breites
Pflegebündnis gegen diese Pläne formiert hat, gibt es auch seitens der Politik immer mehr kritische Stimmen.
Das Zusammenführen der Pflegeberufe löst im Pflegesystem kein einziges Problem. Es wird mit der Diskussion darüber nur von den eigentlichen Problemen abgelenkt. Wir brauchen dringend, wie vielfach beschrieben, ein Bemessungssystem für die Ausbringung von Pflegestellen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Wie richtig gesagt wird: Für eine bessere Pflege brauchen wir mehr Personal, das die vielfach geforderte intensivere Zuwendung gestalten kann. Natürlich ist allein mit mehr Personal nicht jedwedes Problem gelöst. Es müssen auch sonstige Arbeitsbedingungen verbessert werden. Vor allem müssen die Fähigkeiten in den "Führungsetagen" hinterfragt werden. Dort, wo es gute Führungskräfte gibt, gibt es auch mehr Zufriedenheit aller Beteiligten.

Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

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