Demenzfreundliches Krankenhaus - Der Weg dorthin

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Demenzfreundliches Krankenhaus - Der Weg dorthin

Beitrag von Presse » 19.05.2010, 06:30

Der lange Weg zum demenzfreundlichen Krankenhaus

Immer mehr ältere Patienten, die in Allgemeinkrankenhäusern etwa wegen eines Knochenbruchs oder eines Herzproblems behandelt werden, leiden auch an einer Demenzerkrankung. Oftmals verstehen sie nicht, was um sie herum geschieht, haben Angst, wollen nach Hause, leisten Widerstand gegen die Behandlung. Zwar gibt es innovative Konzepte zur Versorgung Demenzkranker in Allgemeinkrankenhäusern, doch deren Einführung scheitert häufig an betriebswirtschaftlichen Barrieren.

Immer mehr ältere Patienten, die in Allgemeinkrankenhäusern etwa wegen eines Knochenbruchs oder eines Herzproblems behandelt werden, leiden auch an einer Demenzerkrankung. Oftmals verstehen sie nicht, was um sie herum geschieht, haben Angst, wollen nach Hause, leisten Widerstand gegen die Behandlung. Zwar gibt es innovative Konzepte zur Versorgung Demenzkranker in Allgemeinkrankenhäusern, doch deren Einführung scheitert häufig an betriebswirtschaftlichen Barrieren. Zu diesem Zwischenfazit kommt die Studie „Analyse von hemmenden und förderlichen Faktoren für die Verbreitung demenzsensibler Konzepte“, die Sabine Kirchen-Peters vom Saarbrücker iso-Institut derzeit im Auftrag der Deutschen Alzheimer Gesellschaft durchführt. In einer 2009 durchgeführten Online-Befragung deutscher Allgemeinkrankenhäuser sprach sich ein Großteil der Leitungskräfte dafür aus, ihre Klinik stärker auf Demenzkranke auszurichten. Ein Hindernis bestehe jedoch im Fallpauschalen-System (DRG), das verändert werden müsse, um die durch die Behandlung demenzkranker Patient/innen verursachten Mehrkosten von durchschnittlich 1.045 Euro pro Patient zu kompensieren. Diese zusätzlichen Kosten resultieren nach Angaben der Befragten in erster Linie aus einem erhöhten Personalaufwand, aus Zusatzentgelten für Konsile (Beratungen durch hinzugezogene Fachärzte) sowie aus längeren Liegezeiten. Als weitere Hemmnisse für die Umsetzung demenzsensibler Konzepte wurden Barrieren auf der institutionellen Ebene genannt. So wird der Stellenwert psychischer Begleiterkrankungen im Krankenhaus häufig unterschätzt. Zudem sind die meisten Führungskräfte der Krankenhäuser nicht über demenzfreundliche Strukturen, Prozesse und diesbezügliche Finanzierungsoptionen informiert. In der zweiten Projektphase werden Fallstudien in unterschiedlich strukturierten Allgemeinkrankenhäusern durchgeführt, um Ansätze für eine bessere Versorgung Demenzkranker entwickeln zu können.
Kontaktadresse: Sabine Kirchen-Peters, iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft, Trillerweg 68, 66117 Saarbrücken, Tel.: 0681-95424-0, kirchen-peters@iso-institut.de

Quelle: Pressemitteilung vom 18.05.2010
Günter Grewer, Pressestelle
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (iso)

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news370047

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Demenzfreundliche Kommunen - Internetplattform

Beitrag von Presse » 17.08.2011, 08:10

Neue Internetplattform: Unterwegs zu demenzfreundlichen Kommunen

Der Verein Aktion Demenz setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Menschen mit und ohne Demenz besser leben können. Damit ist er in den letzten Jahren auf breite Akzeptanz gestoßen. Deutlich wurde diese u.a. in der bundesweiten Resonanz auf die Idee eines "demenzfreundlichen Gemeinwesens", welches von der Robert Bosch Stiftung im Programm "Menschen mit Demenz in der Kommune" gefördert wird. Das Programm wird von Aktion Demenz betreut und durchgeführt und umfasst bereits 50 Projekte aus ganz Deutschland!

Um die Idee weiter zu verbreiten, andere zur Nachahmung anzuregen und bestehende Initiativen und Projekte zu vernetzen, gibt es nun die neue Internetplattform Unterwegs zu demenzfreundlichen Kommunen: http://www.demenzfreundliche-kommunen.de

Die Initiatoren regen zur Beteiligung in Form von Kommentaren, Beiträgen oder Verbesserungsvorschlägen an.

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Selbstbestimmung demenzkranker Patienten bewahren

Beitrag von WernerSchell » 24.05.2017, 07:07

Aus Forum:
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„Selbstbestimmung demenzkranker Patienten bewahren“

Berlin, 9. Mai 2017. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband fördert mit einem Empfehlungspapier die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedskrankenhäusern. Unter Mitwirkung einer Expertengruppe präsentiert der Verband sechs zentrale Überlegungen, die für demenzsensible Krankenhäuser unverzichtbar sind. Das Empfehlungspapier beschreibt, wie Mitarbeitende geschult und Prozesse gestaltet werden müssen, um für demenzkranke Patienten ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu erhalten und Komplikationen wie einem postoperativen Delir vorzubeugen. Darüber hinaus skizziert das Dossier Qualitätskriterien, die für eine demenzsensible Krankenhausbehandlung herangezogen werden können.

„Die Selbstbestimmung demenzkranker Patienten zu bewahren, ist eine zentrale und zunehmend wichtige Aufgabe für Krankenhäuser. Menschen mit Demenz können nicht wie andere Patienten behandelt werden – sie brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit und speziell geschulte Mitarbeitende in Medizin und Pflege, die sich mit ihren besonderen Bedürfnissen auseinandersetzen“, sagt der Vorsitzende des DEKV, Christoph Radbruch, und verweist auch auf die Refinanzierung der Leistungen: „Im DRG-System besteht an dieser Stelle dringender Nachbesserungsbedarf.“ Darüber hinaus könnten demenzsensible Strukturen und Prozesse auch Qualitätskriterien sein: „Faktoren wie eine verständnisorientierte Kommunikation, das Erkennen und adäquate Behandeln von Schmerzen und die Förderung der Lebensqualität müssen die vorhandenen Qualitätsindikatoren ergänzen. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen“, betont der DEKV-Vorsitzende.

Der DEKV engagiert sich mit dem Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ für die Etablierung demenzsensibler Strukturen in seinen Mitgliedseinrichtungen. Im Rahmen der Fachtagung „Nichts vergessen? – Auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus“ am 9. und 10. Mai 2017 in Berlin veröffentlicht der Verband sein Empfehlungspapier dazu. Im Strategieforum am ersten Kongresstag diskutiert der DEKV mit mehr als 100 Teilnehmern aus Krankenhäusern, Politik, Wissenschaft und Patientenorganisationen die Herausforderungen einer demenzsensiblen Versorgung im Spannungsfeld politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Notwendigkeiten. Am 10. Mai stellen evangelische Kliniken ihre Modellprojekte und Best Practice-Beispiele vor.

„Mit dieser neuen Plattform möchten wir den kollegialen Austausch unter evangelischen Krankenhäusern fördern, um gute Ideen und innovative Ansätze in die Breite der Krankenhausversorgung zu bringen“, unterstreicht Radbruch. „Eine hochwertige Versorgung vulnerabler Patienten ist den Krankenhäusern in christlicher Trägerschaft ein wichtiges Anliegen. Deshalb bemüht sich der DEKV verstärkt um Lösungen und politische gangbare Wege auch für eine sektorenübergreifende Versorgung.“

Das Projekt „Wissenstransfer: Demenzsensibles Krankenhaus“ wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Kooperationspartner ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Schirmherr des Projektes ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigte für Pflege, Karl-Josef Laumann.

DEKV-Wissenstransfer:
Auf dem Weg zu einem
demenzsensiblen Krankenhaus

Empfehlungspapier - Mai 2017

Download_DEKV-Empfehlungspapier_Demenzsensibles_Krankenhaus
> http://www.dekv.de/fileadmin/user_uploa ... enhaus.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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