Pflegeberuf: Nein zur Absenkung der Zugangsvoraussetzung

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

Moderator: WernerSchell

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Pflegeberuf: Nein zur Absenkung der Zugangsvoraussetzung

Beitrag von Presse » 29.04.2009, 16:59

DBfK lehnt Deprofessionalisierungsinitiative der Regierungsparteien ab

Die Fraktionen der SPD und der CDU/CSU schlagen ihrem Änderungsantrag (BT-Drucksache 16(14)0527: Artikel 12a) zum Entwurf des Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften (BT-Drucksache 16/12256) vor, den Zugang zu den nach Krankenpflegegesetz geregelten Berufen für Hauptschulabsolvent/innen zu öffnen. Deutschland hat schon heute im EU-Vergleich die niedrigsten Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankheitspflege und in der Vergangenheit aktiv verhindert, dass die Anforderungen auf das allgemein übliche Niveau der anderen EU-Staaten (mindestens 12 Jahre allgemeine Schulbildung) angehoben wurde. Mit Ausnahme Deutschlands und Luxemburgs haben alle EU-Mitgliedsstaaten inzwischen die Ausbildung an Hochschulen bzw. hochschulähnliche Institutionen verlagert. Damit ist die deutsche Ausbildung nach Krankenpflegegesetz systemisch und strukturell auf dem Niveau von 1997 stehen geblieben.
In Übereinstimmung mit der Auffassung des Deutschen Pflegerates würde nach Ansicht des DBfK eine gesetzliche Regelung, wie im Änderungsantrag vorgesehen, den Anforderungen der EU-Richtlinie 2005/36/EG nicht entsprechen. Zudem handelt es sich um einen materielle Änderung des Krankenpflegegesetzes und bedarf damit nach DBfK-Auffassung der Zustimmung durch den Bundesrat.

Der DBfK lehnt die vorgeschlagene Gesetzesänderung ab. Sie ist kein Beitrag zur Professionalisierung der Pflegeberufe und dem zukünftigen Qualifizierungs- und Kompetenzbedarf diametral entgegengesetzt.

Die Pressemitteilung und Stellungnahme des DBfK unter: http://www.dbfk.de => Aktuelles und im Downloadbereich http://www.dbfk.de/service/download/berufspolitik.php
Die Bundestagsdrucksachen zur Anhörung am 6. Mai unter: http://www.bundestag.de/ausschuesse/a14 ... index.html
Die Stellungnahme des DPR unter: http://www.deutscher-pflegerat.de

Quelle: Mitteilung vom 29.04.2009
v.i.S.d.P.:
Peter Tackenberg MScN, RbP | Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V.
http://www.dbfk.de | Salzufer 6 | 10587 Berlin | Fon 030-219157-0 |

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Jeder Mensch kann Pflegen

Beitrag von R.Koep » 02.05.2009, 17:01

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu der Stellungnahme des DBFK möchte ich folgende Anmerkungen machen:

Jeder Mensch erlangt seine Beruflichekompetenz durch eine gute Ausbildung. Das nun Hauptschüler zur Pflege der Menschen zugelassen werden soll, bedeutet nicht das die Richtlinien zur Prüfung zum Gesundheits- und Krankenerzieher ausser Kraft gesetzt werden.
Aus Erfahrung weiss man das Hochschüler, die keine Zulassung zum Studium erhalten haben, die Krankenpflege als Lückenfüller besetzen und nicht die Interesse haben später in diesem Beruf zu bleiben.
Warum soll man nun nicht begabte Hauptschüler die Möglichkeit geben, sich in einem sozialen Beruf zu behaupten. Hierzu dient auch die Probezeit und die späteren Prüfungen die Spreu von Weizen zu trennen.
Meine persönliche Meinung ist das der DBFK mit seiner Stellungnahme total Überzogen hat.
Viele Krankenhäuser leiden an gut Ausgebildetes Fachpersonal, weil keiner sich mehr für die Grundpflege verantwortlich fühlt. In unserem Bundesland denkt man deshalb wieder daran Krankenpflegehelfer auszubilden.
Ich hoffe das die Gesetzesänderung im vollem Umfang umgesetzt wird.

Mit freundlichen Grüßen
R.Koep

PflegeCologne
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Hauptschüler in der einjährigen Ausbildung qualifizieren

Beitrag von PflegeCologne » 03.05.2009, 06:56

Hallo,

eigentlich habe ich auch nichts gegen Hauptschüler in der dreijährigen Krankenpflegeausbildung. Denn die Eignung für die pflegerische Tätigkeit sollte im Mittelpunkt der Auswahlkriterien stehen.
Allerdings muss man sehen, dass die beruflichen Anforderungen seit Jahren deutlich gestiegen sind, so dass auch eine gute schulische Ausbildung geboten erscheint. Insoweit sind dann die Argumente des DBfK durchschlagend, vor allem, wenn es um einen internationalen Vergleich geht.
Ich plädiere dafür, für die Pflege geeignete Hauptschüler verstärkt durch die einjährige Helferausbildung, länderweise geregelt, zu qualifizieren. Wenn sich dann jemand weiter qualifizieren will, kann nach der Helferprüfung die dreijährige Ausbildung angehängt werden. Ich denke, das wäre der bessere Weg.

Lb Grüße
Pflege Cologne
Alzheimer - eine Krankheit, die mehr Aufmerksamkeit erfordert! - Pflegesystem muss dem angepasst werden, auch, wenn es teurer wird! - Ich bin dabei:
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Absenkung des Niveaus in der Pflegeausbildung abgelehnt

Beitrag von Presse » 05.05.2009, 15:45

KatHO NRW gegen Absenkung des Niveaus in der Pflegeausbildung

Die Katholische Hochschule NRW (KatHO NRW) lehnt den von CDU/CSU und SPD vorgeschlagenen Gesetzesentwurf ab, der vorsieht, die Eingangsvoraussetzungen zur Krankenpflegeausbildung auf Hauptschulniveau zu senken.

„Wir sind entrüstet über Ihre Absicht, die Qualität der Pflege zu mindern, indem Sie die Zugangsmodalitäten absenken“, heißt es in einem Schreiben an die Fraktionsmitglieder der Bundesregierung. Ein Entwicklungsprozess, der über die Jahre die Qualität von Pflegeleistung gesichert hat, würde mit der Gesetzesänderung zunichte gemacht, so der Rektor der KatHO NRW Professor Karl Heinz Schmitt und die Dekanin des Fachbereichs Gesundheitswesen Professorin Dr. Renate Zwicker-Pelzer. „Seit 15 Jahren gestaltet unsere Hochschule die pflegewissenschaftliche Berufsausbildung mit und hat gemeinsam mit den anderen pflegewissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland, die Akademisierung und Profilbildung der Pflege vorantreiben können“, so Professor Schmitt. Geleitet und begründet waren diese Entwicklungen durch Studien des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip).

Schon heute hat Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Ländern die niedrigsten Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die demographischen Entwicklungen verweisen auf eine zunehmend komplexere Pflegesituation und verlangen daher eine Anhebung und Differenzierung der Qualifikation der Pflegenden, sind sich die Pflegewissenschaftler der Hochschule einig. Mit Ausnahme Deutschlands und Luxemburgs haben alle EU-Mitgliedsstaaten inzwischen die Ausbildung an Hochschulen beziehungsweise hochschulähnliche Institutionen verlagert.

„Wir können die vorgesehene Niveauabsenkung für die professionelle Pflege nicht gutheißen. Aus wissenschaftlicher und pflegefachlicher Perspektive lehnen wir die vorgeschlagene Gesetzesänderung ab“, so die Hochschule.

Die Anhörung zum Arzneimittelgesetz (AMG) im Gesundheitsausschuss des Bundestags findet am Mittwoch, 6. Mai 2009 statt. Dort wollen die Regierungsfraktionen den Änderungsantrag (BT-Drucksache 16(14)0527: Artikel 12 a) vorlegen.

Weitere Informationen: Prof. Karl Heinz Schmitt, Tel. 0221/7757-601, rektor@katho-nrw.de

Quelle: Pressemitteilung vom 5.5.2009
Redaktion: Julia Harzendorf, Tel. 0221/7757-508, presse@katho-nrw.de

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Pflegeberuf: Absenkung der Zugangsvoraussetzung

Beitrag von Presse » 07.05.2009, 06:36

Pflegeberuf: Absenkung der Zugangsvoraussetzung in der Kritik

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat den Plan der Koalitionsfraktionen kritisiert, nun auch Hauptschülern den Zugang zum Krankenpflegeberuf zu ermöglichen. „Klinikärzte brauchen hochqualifizierte Partner“, sagte BÄK-Vize Frank-Ulrich Montgomery dem Berliner „Tagesspiegel“ vom Mittwoch.

Daher sei man „sicher nicht klug beraten, sich den Berufszugang von arbeitsmarktpolitischen Überlegungen diktieren zu lassen“. Für die Forderung, ärztliche Tätigkeiten aus Kosten- und Kapazitätsgründen stärker auf Pflegekräfte zu übertragen, sei der Vorstoß geradezu „kontraproduktiv“.
... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... Kritik.htm

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jetzige Schul-Eingangsvoraussetzung nicht verändern

Beitrag von Cicero » 07.05.2009, 12:25

Ich kann nur vor einer Absenkung der schulischen Eingangsvoraussetzungen warnen. Die dreijährige Ausbildung, um die geht es ja wohl, muss ein bestimmtes Niveau haben und behalten, auch mit Rücksichtig auf den internatialen Vergleich. Letztlich soll ja auch die Pflegewissenschaft gefördert werden. Der diesbezügliche Nachwuchs kommt zum Teil über die dreijährige "Grundausbildung".
Wie schon gesagt wurde: Für die Hauptschüler gibt es als Einstieg bereits jetzt die einjährige Krankenpflegehilfeausbildung. Diese Ausbildung ermöglicht anschließend die Fortsetzung der Qualifizierg. Damit sind Hauptschüler nicht von einer umfassenden Pflegeausbildung ausgeschlossen. Möglicherweise ist es sinnvoll, die einjährigen Ausbildungsangebote vermehrt anzubieten.

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Über eine Million neue Jobs für die Pflege

Beitrag von Service » 11.05.2009, 11:56

IW-Studie: Über eine Million neue Jobs für die Pflege

Berlin. Während Unternehmen anderer Branchen zunehmend in die roten Zahlen geraten und massenhaft Arbeitsplätze abbauen müssen, kann dem Pflegemarkt eine positive Zukunftsperspektive prognostiziert werden. Das ist die Kernbotschaft einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Beschäftigungssituation und zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Pflege.

"Mit seinen rund 810.000 Beschäftigten leistet der Pflegesektor bereits heute einen Beitrag zur Wertschöpfung in Höhe von gut 25 Milliarden Euro. Das sind fast 20 Prozent der Wertschöpfung des gesamten Gesundheitswesens. Bis zum Jahr 2050 werden sich Wertschöpfung und Beschäftigtenzahl fast verdreifachen, so dass bis zu 2,2 Millionen Personen professionelle Pflege leisten können", sagte Dr. Dominik H. Enste vom IW bei der Vorstellung der Studie auf einer Fachveranstaltung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Berlin.

Für einen entsprechenden Paradigmenwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung der Pflege – weg vom Image des Kostenverursachers hin zum "Antriebsmotor" der Volkswirtschaft – sprach sich die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesgesundheitsministerin, Marion Caspers-Merk, aus.

Caspers-Merk plädierte dafür, im Rahmen verbesserter Ausbildungsbedingungen mehr Menschen für eine qualifizierte Pflege zu gewinnen. "Dazu müssen wir die Pflegeberufe weiter öffnen und attraktiv machen für alle, die eine ordentliche Schulausbildung mitbringen." Die gleich lautende Position der privaten Betreiber war klar und eindeutig: Geeignete Interessenten dürften nicht am Zugang zur Altenpflegeausbildung gehindert werden. Dies gelte auch für geeignete Absolventen der Hauptschulen nach zehn Jahren schulischer Ausbildung.

Mehr zur Studie in den Print-Ausgaben von CAREkonkret
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net/

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.... mehr Anerkennung für Pflegekräfte

Beitrag von Service » 12.05.2009, 11:59

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum heutigen Internationalen Tag der Pflege senden wir Ihnen eine Erklärung von Elisabeth Scharfenberg, bayerische Bundestagsabgeordnete und pflegepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion.

Zu dem aktuellen Vorhaben der großen Koalition, die Krankenpflegeausbildung Hauptschüler(inne)n direkt zugänglich zu machen, möchte wir zudem hinweisen auf eine ausführliche Bewertung aus grüner Sicht unter: http://www.gruene-bundestag.de/cms/pfle ... ation.html

Mit freundlichen Grüßen
i. A. Ute Montag
Wahlkreismitarbeiterin

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Pressemitteilung:

Berlin 12. Mai 2009

Tag der Pflege: Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung für Pflegekräfte

Am heutigen Internationalen Tag der Pflege wird anlässlich des Geburtstags von Florence Nightingale alljährlich die Arbeit von Pflegekräften auf der ganzen Welt gewürdigt. Dazu Elisabeth Scharfenberg, bayerische Bundestagsabgeordnete und pflegepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion:

In einer älter werdenden Gesellschaft steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften. Pflege ist ein Arbeitsfeld mit Potenzial und kann ein wahrer Jobmotor sein. Pflege geht uns alle an und ist keine Frage des Alters. Deshalb brauchen wir mehr Menschen, die diesen wichtigen und verantwortungsvollen Beruf ergreifen wollen. Doch oftmals schlechte Arbeitsbedingungen und die mangelhafte Anerkennung treiben viele Pflegekräfte vorzeitig aus dem Beruf bzw. halten viele davon ab, ihn zu erlernen. Das kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.

Wir Grüne setzen uns deshalb dafür ein, die Attraktivität und gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe zu steigern. Pflegekräfte müssen fair bezahlt und von unnötiger Bürokratie befreit werden. Wir wollen, dass sie mehr Handlungskompetenzen und mehr Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung – auch an Hochschulen – erhalten.

Die neueste Idee der großen Koalition jedoch, die Krankenpflegeausbildung auch Hauptschüler(inne)n direkt zugänglich zu machen, ist ein Schnellschuss. Auch wir wollen, dass Hauptschüler(inne)n diesen Beruf erlernen können. Dennoch ist der Weg von Schwarz-Rot falsch.

Die Anforderungen an den Pflegeberuf sind hoch und werden künftig weiter steigen. Deshalb brauchen wir vielmehr ein abgestuftes und durchlässiges Ausbildungssystem. Darin soll jede und jeder die Chance bekommen, ihre/seine Qualifikation schrittweise zu erweitern. So können Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss nach einer Ausbildung zur Pflegehelfer/in oder zur Pflegeassistent/in in die nächst höhere Ausbildungsstufe wechseln. Das wollen wir erhalten und ausbauen. Ein solcher Ansatz benachteiligt niemanden und schafft, anders als der Vorschlag der Koalition, eine sinnvolle Balance zwischen der Gewinnung neuer Bewerber/innen und der Beachtung der Qualität.

Zu dem aktuellen Vorhaben der großen Koalition, die Krankenpflegeausbildung Hauptschüler(inne)n direkt zugänglich zu machen, möchte wir Sie zudem hinweisen auf eine ausführliche Bewertung aus grüner Sicht unter: http://www.gruene-bundestag.de/cms/pfle ... ation.html
________________________________
Elisabeth Scharfenberg, MdB
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel: 030 227 74 531
Fax: 030 227 76 655
elisabeth.scharfenberg@bundestag.de
Wahlkreisbüro
Kreuzstraße 6
95111 Rehau
Tel: 09283 89 81 940
Fax: 09283 89 81 941
elisabeth.scharfenberg@wk.bundestag.de
Web: http://www.elisabeth-scharfenberg.de

Ina Böhmer
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Jetzige Schul-Eingangsvoraussetzung nicht verändern

Beitrag von Ina Böhmer » 13.05.2009, 07:04

Cicero hat geschrieben: .... Ich kann nur vor einer Absenkung der schulischen Eingangsvoraussetzungen warnen. Die dreijährige Ausbildung, um die geht es ja wohl, muss ein bestimmtes Niveau haben und behalten, auch mit Rücksichtig auf den internatialen Vergleich. Letztlich soll ja auch die Pflegewissenschaft gefördert werden. Der diesbezügliche Nachwuchs kommt zum Teil über die dreijährige "Grundausbildung".
Wie schon gesagt wurde: Für die Hauptschüler gibt es als Einstieg bereits jetzt die einjährige Krankenpflegehilfeausbildung. Diese Ausbildung ermöglicht anschließend die Fortsetzung der Qualifizierg. Damit sind Hauptschüler nicht von einer umfassenden Pflegeausbildung ausgeschlossen. Möglicherweise ist es sinnvoll, die einjährigen Ausbildungsangebote vermehrt anzubieten. ...
Hallo Forum,
die Absenkung der schulischen Eingangsvorausvoraussetzungen wäre fatal. Die Qualität in der Pflege würde leiden. Andererseits können wir junge Menschen mit geringeren Schulabschlüssen bei Eignung für die Pflege nicht einfach "außen vor" lassen. Daher plädiere ich auch für eine Verstärkung der Helferausbildungen mit der Möglichkeit des Aufstiegs in die "große" Pflege (dreijährige Ausbildung).
MfG Ina
Der Pflegeberuf verdient mehr Anerkennung!

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Geringere Qualifikation hilft nicht gegen Pflegekräftemangel

Beitrag von Presse » 17.05.2009, 11:48

Deutsches Ärzteblatt:

Rieser, Sabine

Gesetzesänderungen: Geringere Qualifikation hilft nicht gegen Pflegekräftemangel
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... p?id=64678
Ausschuss für Gesundheit, Anhörung 6. Mai 2009
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a14 ... index.html

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Alten- und Krankenpflege stärken ...

Beitrag von Presse » 27.05.2009, 06:56

Alten- und Krankenpflege stärken - Zugang zur Ausbildung weiter öffnen!

Berlin (ots) - 15. AMG-Novelle: bpa begrüßt Änderungsantrag der Koalition - weist aber auf weiteren Änderungsbedarf hin

Mit großer Zustimmung hat der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen zur 15. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) zur Kenntnis genommen. Der Änderungsantrag soll ermöglichen, dass künftig auch Absolventen von Hauptschulen eine Ausbildung in der Krankenpflege beginnen können. In diesem Zusammenhang unterstützt der bpa das Vorhaben, für den Zugang zur Krankenpflegeausbildung eine zehnjährige allgemeine Schulbildung vorauszusetzen, wie sie der EU-Richtlinie zur gegen-seitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen (RL 2005/36/EG) entspricht.

Gleichzeitig weist der bpa, der bundesweit die Interessen von über 6.000 privaten Pflegeeinrichtungen vertritt, auf weiteren dringenden Ergänzungsbedarf in dieser Frage hin. bpa-Präsident Bernd Meurer: "Es ist dringend erforderlich, den Ausbildungszugang für Hauptschüler nicht nur im Bereich der Krankenpflege, sondern insbesondere auch im Bereich der Altenpflege weiter zu öffnen. Pflegeeinrichtungen haben bereits heute ein großes personelles Problem, das sich angesichts der demographischen Entwicklung weiter verstärkt: den Fachkräftemangel. Wir können es uns daher nicht leisten, auf junge, motivierte Menschen zu verzichten, die mit ernsthaftem Interesse an diesen Zukunftsberuf herangehen. Eine erfolgreich abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung muss auch als Voraussetzung für die Altenpflegeausbildung gesetzlich festgelegt werden, um dem dringend benötigen Nachwuchs eine Chance zu geben!"

Aus Sicht des bpa gelten die gleichen Argumente, die dafür sprechen, Hauptschülern eine Krankenpflegeausbildung zu gewähren, auch für den Bereich der Altenpflege. Bernd Meurer: "Wir beobachten in der praktischen Arbeit der Pflegeeinrichtungen, wie auch in der Ausbildung selbst, dass die Krankenpflege und die Altenpflege immer mehr zusammenrücken." Der bpa verweist an dieser Stelle insbesondere auch auf die gegenwärtigen Bestrebungen hin zu einem integrierten Ausbildungsgang der Pflege. "Deswegen ist es von besonderer Bedeutung, auch beim Zugang zur Altenpflegeausbildung die gleichen Voraussetzungen zu schaffen wie bei der Krankenpflegeausbildung. Ein Gleichklang ist hier zwingend erforderlich", so Bernd Meurer.

Dass in der Großen Koalition Einigkeit zur Frage der Ausbildungsvoraussetzungen sowohl für die Altenpflege als auch für die Krankenpflege herrscht, bestätigte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesgesundheitsministerin, Marion Caspers-Merk (SPD), bereits bei der politischen Fachtagung des bpa am 8. Mai in Berlin: Um durch verbesserte Ausbildungsbedingungen mehr Menschen für eine qualifizierte Pflege zu gewinnen, "müssen wir die Pflegeberufe weiter öffnen und attraktiv machen für alle, die eine ordentliche Schulausbildung mitbringen", so Caspers-Merk.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.5.2009
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.

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Gute Qualifizierung für die Pflegekräfte wichtig

Beitrag von Sabrina Merck » 27.05.2009, 07:18

Eine Absenkung der schulischen Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung ist nicht zu akzeptieren. Wenn ein Heimträgerverband für die Reduzierung von solchen Voraussetzungen eintritt, ist das entlarvend. Es geht anscheinend um "preiswertere" Arbeitskräfte, es geht also ums Geld und nicht um bessere Qualifizierungen. Diese Sichtweise ist leider nicht nachvollziehbar und klar abzulehnen.

Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de

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Ausbildungszugang für Hauptschüler auch in der Altenpflege

Beitrag von Presse » 28.05.2009, 06:40

Verband:
Ausbildungszugang für Hauptschüler auch in der Altenpflege öffnen

Berlin (sts). Als in den vergangenen Wochen der Plan der Koalitionsfraktionen bekannt wurde, den Krankenpflegeberuf auch für Hauptschüler zu öffnen, hat dies eine Protestwelle unter der Berufsverbänden hervorgerufen (CAREkonkret berichtete). Nun hat sich auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) zu Wort gemeldet. Das Fazit ist jedoch ein ganz anderes: Der Verband unterstützt das Vorhaben der Koalition und fordert darüber hinaus, die Pläne zur Absenkung der Mindestvoraussetzung zur Aufnahme eine Ausbildung auf den Altenpflegeberuf zu erweitern. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels sei es dringend erforderlich, den Ausbildungszugang für Hauptschüler nicht nur im Bereich der Krankenpflege, sondern insbesondere auch im Bereich der Altenpflege weiter zu öffnen, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.
bpa-Präsident Bernd Meurer: "Wir können es uns nicht leisten, auf junge, motivierte Menschen zu verzichten, die mit ernsthaftem Interesse an diesen Zukunftsberuf herangehen. Eine erfolgreich abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung muss auch als Voraussetzung für die Altenpflegeausbildung gesetzlich festgelegt werden, um dem dringend benötigen Nachwuchs eine Chance zu geben."

Soll die Bundesregierung den Ausbildungszugang für Hauptschüler in der Kranken- und Altenpflege weiter öffnen? Lesen Sie mehr zu diesem kontrovers diskutierten Thema in den Print-Ausgaben von CAREkonkret.

Quelle: Mitteilung vom 27.5.2009
Vincentz Network, Hannover, http://www.vincentz.net/

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Memorandum zur Pflegebildung

Beitrag von Presse » 29.05.2009, 18:37

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Deutsche Pflegerat e.V. hat aktuell ein Memorandum zur Pflegebildung verabschiedet. Damit will der DPR deutlich machen, dass dringend in die Pflegebildung investiert werden muss, um für die Anforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Memorandum zur Pflegebildung

Der Deutsche Pflegerat e.V. und seine Mitgliedsverbände fordern die Parteien des Deutschen Bundestages und der Landtage auf, unverzüglich eine grundlegende Reform von Alten- und Krankenpflegegesetz vorzunehmen.

Die demographische Entwicklung führt zu einem steigenden Bedarf an pflegerischer Unterstützung und Betreuung bei Pflegebedürftigkeit, chronischer und akuter Krankheit, zur Prävention und Rehabilitation und am Ende des Lebens in der Palliativversorgung bei gleichzeitig sinkenden Zahlen von Schulabgängern. Diese Herausforderungen verlangen eine umfassende Investition in die Pflegebildung zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der professionellen pflegerischen Versorgung der Bevölkerung.

Dazu ist es unerlässlich, dass
- die bisher drei Pflegefachberufe (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) unter Beachtung der Vorgaben der EU-Richtlinie 2005/36/EG zu einem Beruf mit einer Berufsbezeichnung und Schwerpunktbildung in einer bundesrechtlich reglementierten Ausbildung zusammengeführt werden;

- die pflegeberufsbildenden Schulen aus der organisatorischen und wirtschaftlichen Verantwortung der Träger von Gesundheitseinrichtungen gelöst werden;

- die Pflegeerstausbildung an höheren Berufsfachschulen nach Landesrecht und an Hochschulen etabliert wird, nur so sind Bildungsstandards zu sichern und der Anteil von akademisch ausgebildeten Pflegenden steigt perspektivisch;

- die Durchlässigkeit im Bildungssystem verbessert wird;

- eine Ausbildungsoffensive den theoretischen und praktischen Unterricht und die praktische Ausbildung unterstützt;

- diese Regelungen eingebunden werden in ein Berufegesetz, das prioritär vorbehaltene Aufgaben der Pflege definiert.

Diese Investitionen in die Pflegebildung können nur Nachhaltigkeit entfalten, wenn gleichzeitig die Rahmenbedingungen der pflegerischen Arbeit verbessert werden durch

- eine angemessene Personalausstattung;

- eine Vergütung, die der Qualifikation und Verantwortung entspricht;

- eine Definition von Verantwortungs- und Gestaltungsräumen für die Berufsangehörigen, die das volle Potenzial pflegerischer Expertise im direkten Klientenbezug aber auch auf der Ebene der Selbstverwaltung zum Nutzen der betroffenen Menschen ausschöpft;

- Berufsperspektiven, die Karriereoptionen eröffnen und eine Berufsausübung bis zum Eintritt ins Rentenalter möglich machen.

Die Bewältigung demographischer Herausforderungen, insbesondere der des Alters, der Gesundheit und Krankheit sowie Pflegebedürftigkeit verlangen nachhaltiges Handeln. Die Betroffenen haben ein höchstes Maß an Qualität der Versorgung und Betreuung verdient. Die gesellschaftliche Antwort darauf muss zum Maßstab für Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit unserer Gesellschaft werden. Die Steigerung der Qualifikation und Attraktivität der Pflegeberufe ist eine Voraussetzung, damit sie eine Garantenstellung für eine bestmögliche Versorgung und Betreuung übernehmen können.

Berlin, im Mai 2009 – Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
ADS . AVG . BA . BALK . BeKD . BDH . BFLK . BVG . DBfK . DGF . DPV . VdS . VfAP . VHD . VPU
Salzufer 6 | 10587 Berlin | http://www.deutscher-pflegerat.de

Mit freundlichen Grüßen
Franz Wagner MSc, RbP | Vize-Präsident | Deutscher Pflegerat e.V.
http://www.deutscher-pflegerat.de | Salzufer 6 | 10587 Berlin | Fon 030-21915757 | Fax 030-21915777

Cornelia Süstersell
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Memorandum zur Pflegebildung - Qualität erhalten

Beitrag von Cornelia Süstersell » 01.06.2009, 08:00

Presse hat geschrieben: .... umfassende Investition in die Pflegebildung zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der professionellen pflegerischen Versorgung der Bevölkerung. ...
Qualitätsgesichertes Arbeiten in der Pflege erfordert eine solide schulische Ausbildung. Insoweit an eine Veränderung / Reduzierung zu denken, ist abwegig. Der Protest des DBfK kommt daher genau richtig. Die demografische Entwicklung verlangt nach "personaller Aufrüstung" - nicht weniger, sondern mehr Qualität ist angesagt.
Also: eine Absenkung der schulischen Zugangsvoraussetzungen wäre kontraproduktiv und ist mit Entschiedenheit abzulehnen.
Das meint
Cornelia Süstersell
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

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