Mangel an Haus- und Notfallärzten

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Mangel an Haus- und Notfallärzten

Beitrag von Presse » 24.08.2007, 06:46

Bundesärztekammer: Mangel an Haus- und Notfallärzten

Hannover – Die Bundesärztekammer warnt vor einem zunehmenden Mangel an Haus- und Notfallärzten. „Vor allem in ländlichen Gegenden gibt es inzwischen einen dramatisch zu nennenden Hausärztemangel“, sagte Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ von heute. Besonders betroffen sei Ostdeutschland.Auch die notärztliche Versorgung in ländlichen Gegenden sei „nicht mehr gesichert“, sagte Hoppe. So habe das Sozialministerium in Baden-Württemberg kürzlich [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=23396

Cornelia Süstersell
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Genügend Ärzte - aber falsch verteilt!

Beitrag von Cornelia Süstersell » 19.01.2008, 08:17

Genügend Ärzte - aber falsch verteilt!

Es ist seit längerem eine Entwicklung im Gange, die uns immer mehr Fachärzte und weniger Hausärzte beschert. Deshalb haben wir auch nicht zu wenig Ärzte, wir haben nur eine falsche Fachausrichtung und an den Bedarfen vorbei gehende Planung. Das muss sich schnell ändern, sonst sind bald ganze Regionen ärztlich nicht mehr versorg, zusagen Entwicklungsland. Offensichtlich ist die Ärzteschaft mit ihren Planungsmöglichkeiten am Ende. Daher ist die "große" Politik gefordert. Die kommt aber vor lauter "Baustellen", wo sie nur zu Fleckwerk in der Lage ist, offensichtlich nicht richtig voran. Das aktuelle Beispiel ist die Mini-Pflegereform, ein Reförmchen, an an realen Bedürfnissen der Gesellschaft völlig vorbei.

MfG
Cornelia
Ich trete für eine menschenwürdige Pflege ein und halte für es zwingend, mehr Pflegepersonal einzustellen.

Rauel Kombüchen
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Hausärzte - Lenkunsmaßnahmen verstärken

Beitrag von Rauel Kombüchen » 21.02.2008, 08:46

Hallo Forum!
Ich denke, dass die Bekundungen der Bundesärztekammer im Grunde zutreffend sind. Cornelia hat aber schon angemerkt, dass es eigentlich genügend Ärzte gibt, sie sind nur falsch verteilt.
Dies sehe ich genau so. Die Tätigkeit ist heutzutage v.a. für Hausärzte betriebswirtschaftlich nicht interessant, so dass die Ärzteschaft in lukrative Facharztpraxen der Städte drängelt.
Hierzu ein bekannter Ausspruch des Kabaretisten Pispers: "In manchen Städten gibt es mehr Kardiologen als Menschen mit Herz". - Wie wahr - und da liegt der Hase im Pfeffer.
Ich denke, dass politische und kassenärztliche Lenkungsmaßnahmen verstärkt werden müssen mit dem Ziel, die hausärztliche Versorgung zu stärken.
Mit freundlichen Grüßen
Rauel

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Patientenorientierte Planung der ärztlichen Versorgung

Beitrag von Service » 06.06.2012, 06:25

Patientenvertreter fordern patientenorientierte Planung der ärztlichen Versorgung

Gutachten belegt Handlungsbedarf und zeigt Lösungswege auf

Eine patientenorientierte Planung der ärztlichen Versorgung fordern die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), um Fehl-, Über- und Unterversorgung wirksam abzubauen. Grundlage soll der tatsächliche Bedarf der betroffenen Bevölkerung sein. Heute wird die erforderliche Zahl der Ärzte im Verhältnis zur Einwohnerzahl einer Region festgelegt, unabhängig davon wie alt, arm oder krank die Menschen sind. Dass eine patientenorientiertere Planung nötig und möglich ist, belegt ein Gutachten des IGES-Instituts, das die Patientenvertreter heute vorgestellt haben. Um die Vorschläge umzusetzen, müsste der G-BA die Bedarfsplanungsrichtlinie entsprechend ändern. Darüber hinaus fordern die Patientenvertreter mehr Beteiligungsrechte.
Weiterlesen
http://www.vzbv.de/9650.htm

Quelle: Mitteilung vom 05.06.2012
Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv)
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin
Tel.: 030 – 25 800 0
E-Mail: info@vzbv.de

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Hausärztemangel in der Region ?

Beitrag von Gaby Modig » 01.10.2013, 06:45

Die Westdeutsche Zeitung berichtete am 30.09.2013 (online)
Versorgungsreport: In Region Nordrhein droht Hausärztemangel
Bei den Hausärzten droht in der Region Nordrhein in den nächsten Jahren ein Mangel. Die Ärzte sind im Moment im Schnitt 52,2 Jahre alt. Um den derzeitigen Versorgungsstand zu halten, müssen rund 5000 Hausärzte bis 2030 ersetzt werden. … (mehr)
http://www.wz-newsline.de/home/politik/ ... -1.1440934
Ein ähnlicher Bericht erschien am 01.10.3013 in der Rheinischen Post:
Versorgungsreport: In Nordrhein droht Hausärztemangel
zuletzt aktualisiert: 30.09.2013 - 15:28
Düsseldorf (RPO). Bei den Hausärzten droht in der Region Nordrhein in den nächsten Jahren ein Mangel. Die Ärzte sind im Moment im Schnitt 52,2 Jahre alt. Um den derzeitigen Versorgungsstand zu halten, müssen rund 5000 Hausärzte bis 2030 ersetzt werden. … (mehr)
http://www.rp-online.de/gesundheit/medi ... -1.3713906
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Forscher finden keinen Ärztemangel

Beitrag von Gaby Modig » 01.10.2013, 06:55

Zum Thema Hausärztemangel berichtet am 01.10.2013 auch die Ärzte Zeitung (siehe unten) und sieht in ihrem Beitrag eher keine Versorgungslücken. Was ist richtig? Auf jeden Fall sind wohl die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, den entsprechenden Fragestellungen nachzugehen. Im Rahmen der Bedarfsplanung müssen dann ggf. Folgerungen gezogen werden. Hausärzte sind wichtige Dienstleister im Gesundheitssystem und müssen, wie auch immer, in ausreichender Zahl, und vor allem engagiert, erhalten bleiben.
Gaby Modig.

Ärzte Zeitung online, 01.10.2013
IW-Studie
Forscher finden keinen Ärztemangel
Ärztemangel - die Drohung vor krassen Versorgungslücken im Land geistert durch die deutsche Mediziner. Ökonomen haben jetzt auf ihre Weise nachgerechnet - und den drohenden Mangel vergebens gesucht.
Von Florian Staeck
KÖLN. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) widerspricht der Annahme, es gebe jetzt oder in den nächsten 15 Jahren einen Ärztemangel in Deutschland. Das schließe nicht aus, dass es regional oder in bestimmten Fachgruppen Engpässe geben könne. … (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=847 ... ung&n=3008
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Neuss - In 20 Jahren werden Hausärzte knapp

Beitrag von Gaby Modig » 02.10.2013, 07:25

Die NGZ hat das Thema Hausärzte heute, 02.10.2013, erneut aufgegriffen und berichtet:

Neuss - In 20 Jahren werden Hausärzte knapp
VON VERENA PATEL - zuletzt aktualisiert: 02.10.2013
Neuss (NGZ). Experten befürchten, dass viele Praxen nicht wieder besetzt werden könnten. Gerhard Steiner, Kreisvorsitzender bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, warnt davor, das Versorgungsproblem aufzubauschen.
... (mehr) ... http://www.ngz-online.de/neuss/nachrich ... -1.3718150
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Was tun gegen den Hausärztemangel?

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2014, 16:45

Bundesregierung informiert: Was tun gegen den Hausärztemangel?
Die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen.
Wie die Bundesregierung diese bewältigen will, darüber informiert heute Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU).
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=874 ... ung&n=3890
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Was tun gegen den Hausärztemangel?

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2014, 16:46

Bundesregierung informiert: Was tun gegen den Hausärztemangel?
Die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen.
Wie die Bundesregierung diese bewältigen will, darüber informiert heute Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU).
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=874 ... ung&n=3890
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Experten warnen vor Mangel an Hausärzten

Beitrag von WernerSchell » 04.12.2014, 08:53

Experten warnen vor Mangel an Hausärzten
Ausschuss für Gesundheit

Berlin: (hib/PK) Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum muss nach Überzeugung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen gezielt gestärkt werden. So sei auf dem Land eine verstärkte Unterversorgung zu beobachten und zugleich in Ballungszentren eine Überversorgung. Junge Mediziner hätten derzeit überdies wenig Interesse daran, Hausarztpraxen in ländlichen Regionen zu übernehmen, sagte der Vorsitzende des Expertengremiums, der Allgemeinmediziner Ferdinand Gerlach, am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Bundestages.
Gerlach forderte die Abgeordneten auf, über die jüngsten Empfehlungen seines Hauses rasch zu beraten und geeignete Gesetzesinitiativen zu ergreifen, bevor es zu Engpässen komme. Er mahnte: „Abwarten ist keine Option.“ Angesichtes des fortschreitenden demografischen Wandels und einer stark veränderten Erwartungshaltung junger Mediziner dürfe keine Zeit verloren werden. Die Bundesregierung arbeitet derzeit auch schon an einem Gesetz zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung.
Nach Auskunft des „Gesundheitsweisen“ scheut der Medizinernachwuchs oft vor der Verantwortung zurück, eine eigene Praxis zu betreiben. Die meisten jungen Ärzte seien ausgesprochen mobil, wollten aber nicht alleine arbeiten, sondern in Gruppen oder als Angestellte und nicht auf dem Land leben, sondern eher in Städten. Diesen speziellen Bedürfnissen müsse die Politik entgegenkommen, um „Entleerungseffekte“ im ländlichen Raum zu verhindern.
In manchen Regionen müssten bis 2025 bis zu 80 Prozent der Hausärzte ersetzt werden, weil diese in den Ruhestand gingen. Derzeit gäben pro Jahr rund 2.300 Hausärzte ihre Praxen altersbedingt auf, sagte Gerlach. Das Problem betreffe nicht nur den ländlichen Raum, sondern genauso die Städte. Rund 90 Prozent der nachrückenden Ärzte spezialisierten sich als Fachärzte und nur zehn Prozent als „Generalisten“ in der Allgemeinmedizin. Es würden künftig deutlich mehr Allgemeinmediziner gebraucht.
Die Gesundheitsexperten schlagen ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor, um die ärztliche und pflegerische Versorgung auf dem Land weiter flächendeckend garantieren zu können. Neben einem „Landarztzuschlag“ schwebt den Experten eine regional vernetzte Versorgung vor. In lokalen Gesundheitszentren könnten demnach mehrere Ärzte und Pfleger tageweise arbeiten, auch in Teilzeit und mit Kinderbetreuung. Auf diese Weise könnten junge Allgemeinmediziner weiter in Ballungszentren leben und während der Woche in die Gesundheitszentren pendeln. Die Telemedizin und mobile Dienste etwa für chronisch Kranke könnten das Angebot ergänzen.
Das Gutachten 2014 des Sachverständigenrates hat die Bundesregierung unlängst als Unterrichtung (18/1940 http://dip.bundestag.de/btd/18/019/1801940.pdf ) vorgelegt.

Quelle: Mitteilung vom 03.12.2014
Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de
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Verbesserung der hausärztlichen Versorgung

Beitrag von WernerSchell » 29.01.2015, 12:44

Über die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung (auf dem Land) wird seit Jahren diskutiert. Veränderungen werden immer im "Kleinschrittformat" angekündigt. Da wir grundsätzlich keinen Ärztemangel haben, liegt das Problem in der "Verteilung" der Ärzte. Daher müssen die Vorgaben für die Zulassung entsprechend geändert und konsequent durchgesetzt werden. Das auch von der Politik unterstützte Drängen von Fachärzten in städtische Zentren muss beendet werden. Ergänzend erscheint eine Stärkung der "sprechenden Medizin" zwingend. Rd. 90% der Diagnosen können im Gespräch erkundet bzw. abgeklärt werden. Daher sind viele Einsätze der sog. Apparatemedizin entbehrlich und belasten das Gesundheitssystem unnötig. - Werner Schell - http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de
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Zu viele Pflegeplätze, zu wenig Ärzte?

Beitrag von WernerSchell » 12.03.2016, 07:33

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet am 12.03.2016:

Grevenbroich
Zu viele Pflegeplätze, zu wenig Ärzte?
Grevenbroich. Die Versorgung von Pflegeheimpatienten, sagen Mediziner, sei für Grevenbroichs niedergelassene Ärzte schon jetzt kaum mehr stemmbar. Vor dem Hintergrund eines drohenden Hausärztemangels erscheint die Lage besonders prekär.
Von Julia Hagenacker
Grevenbroichs Ärzte schlagen Alarm: Die Stadt, da sind sich die niedergelassenen Internisten Dr. Peter Stöcker und Dr. Geert Buß ziemlich sicher, steuert auf ein ausgewachsenes Loch in Bezug auf die hausärztliche Versorgung zu.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/staedte/gre ... -1.5830640
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Zu viele Pflegeplätze, zu wenig Ärzte?

Beitrag von WernerSchell » 12.03.2016, 08:50

Am 12.03.2016 bei Facebook gepostet:
"Zu viele Pflegeplätze, zu wenig Ärzte?" (NGZ-Bericht vom 12.03.2016) > http://www.rp-online.de/nrw/staedte/gre ... -1.5830640 - Dazu ergibt sich: Pflegeheimplätze müssen an den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet werden (vgl.: Presseinfo vom 21.01.2015). > viewtopic.php?f=4&t=20866 - Über die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung (auf dem Land) wird seit Jahren diskutiert. Veränderungen werden immer im "Kleinschrittformat" angekündigt. Da wir grundsätzlich keinen Ärztemangel haben, liegt das Problem in der "Verteilung" der Ärzte. Daher müssen die Vorgaben für die Zulassung entsprechend geändert und konsequent durchgesetzt werden. Das auch von der Politik unterstützte Drängen von Fachärzten in städtische Zentren muss beendet werden. Ergänzend erscheint eine Stärkung der "sprechenden Medizin" zwingend. Rd. 90% der Diagnosen können im Gespräch erkundet bzw. abgeklärt werden. Daher sind viele Einsätze der sog. Apparatemedizin entbehrlich und belasten das Gesundheitssystem unnötig. Siehe u.a. unter > viewtopic.php?f=4&t=18219
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Verbesserung der hausärztlichen Versorgung (auf dem Land)

Beitrag von WernerSchell » 29.03.2016, 06:56

Am 29.03.2016 bei Facebook gepostet:
Über die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung (auf dem Land) wird seit Jahren diskutiert. Veränderungen werden immer im "Kleinschrittformat" angekündigt. Da wir grundsätzlich keinen Ärztemangel haben, liegt das Problem in der "Verteilung" der Ärzte. Daher müssen die Vorgaben für die Zulassung entsprechend geändert und konsequent durchgesetzt werden. Das auch von der Politik unterstützte Drängen von Fachärzten in städtische Zentren muss beendet werden. Ergänzend erscheint eine Stärkung der "sprechenden Medizin" zwingend ( = Wer gut kommuniziert, heilt besser). Rd. 90% der Diagnosen können im Gespräch erkundet bzw. abgeklärt werden. Daher sind viele Einsätze der sog. Apparatemedizin entbehrlich und belasten das Gesundheitssystem unnötig.
Im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk gibt es zahlreiche Beiträge zum Thema: >
viewtopic.php?f=2&t=21172
viewtopic.php?f=4&t=18219
viewtopic.php?f=2&t=15653
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Drohenden Hausärztemangel thematisiert

Beitrag von WernerSchell » 22.11.2017, 07:47

Pressemitteilung des RKN vom 21.11.2017:

Rhein-Kreis Neuss
Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter beriet über drohenden Hausärztemangel


Rhein-Kreis Neuss. Die neunte Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss hat jetzt den drohenden Hausärztemangel und mögliche Lösungen des Problems in den Mittelpunkt gerückt. „Mehr Köpfe heißen nicht automatisch mehr Ressourcen. Die Zahl der Ärzte im Rhein-Kreis Neuss ist seit 2010 um 96 Personen angestiegen. In Vollzeitstellen gerechnet beträgt der Zuwachs aber nur 15 Ärzte“, erläuterte Miguel Tamayo, Referent für gesundheitspolitische Grundsatzfragen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Rund 60 Zuhörer des Gesundheitssektors sowie der Städte und Gemeinden ließen sich über aktuelle Daten und Prognosen der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum informieren. Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky lobte das große Interesse am Thema und zeigte sich zuversichtlich, dass durch eine weitere konstruktive Zusammenarbeit gute Lösungsansätze erarbeitet werden können.

Bereits 2014 hatte Tamayo den Konferenzteilnehmern die Ergebnisse eines Versorgungsreports vorgestellt und auf den drohenden Hausärztemangel hingewiesen. Nicht nur die Bevölkerung, auch die Mediziner würden schließlich im Durchschnitt älter, und so könnten 2030 im Rhein-Kreis Neuss 79 Hausärzte fehlen. Das Facharzt-Angebot sei jedoch zufriedenstellend. „Der Kreis sollte daran arbeiten, sich für die Ansiedlung neuer Hausärzte attraktiver zu machen“, riet Tamayo, der eine veränderte Versorgungslandschaft prognostizierte. Die Vision einer Videosprechstunde aus dem Jahr 2010 sei etwa 2017 bereits Wirklichkeit geworden.

Die elektronische Gesundheitsakte „Patient digital“ bestätigt den Trend. Thomas Engels von der Firma vitabook stellte das Projekt vor. Die Patienten entschieden, was in die Akte käme und wer sie einsehen dürfe. So könnten sie ihre Dokumente schon vor dem Klinik-Aufenthalt ausgefüllt mitbringen. Eine Umfrage hierzu habe ergeben, dass neun von zehn Bürgern einen direkten Zugang wünschten zu ihren persönlichen Gesundheitsdaten, die in Arztpraxen, Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen entstünden.

Werner Schell vom Selbsthilfenetzwerk „Pro Pflege“ berichtete über Gesundheitsförderung und Prävention im Alter. Abschließend informierte das Sozialamt des Rhein-Kreises Neuss über den aktuellen Sachstand der sogenannten örtlichen Planung nach dem Altenpflegegesetz in Nordrhein-Westfalen. Die nächsten Konferenzen finden am 13. Juni und 14. November 2018 statt.

Thilo Zimmermann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Impressum:

Rhein-Kreis Neuss
Der Landrat
Pressesprecher
Harald Vieten (V.i.S.d.P.)
Oberstr. 91
41460 Neuss
Tel.: 02131/928-1300

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Oberstraße 91
41460 Neuss
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Fax: +49 2131 928 81332
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