Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung

Beitrag von Service » 29.07.2007, 09:39

Informationen zu einem aktuellen Thema:

Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung [Teil I]
[pdf-Datei/72kb] http://www.aekwl.de/fileadmin/rechtsabt ... nschau.pdf

Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung [Teil II]
[pdf-Datei/72kb] http://www.aekwl.de/fileadmin/rechtsabt ... ung_01.pdf

Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung [Teil III]
[pdf-Datei/68kb] http://www.aekwl.de/fileadmin/rechtsabt ... au3_01.pdf

Bereits im Forum:
Spot an für Leichenschau & Totenschein !
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Leichenschau beim Hausarzt in guten Händen
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Justizminister fordern bessere Leichenschau

Beitrag von Presse » 13.06.2008, 05:49

Justizminister fordern bessere Leichenschau
Donnerstag, 12. Juni 2008

Celle – Wegen der hohen Zahl unerkannter Tötungsfälle haben die Justizminister von Bund und Ländern eine verbesserte Leichenschau durch Rechtsmediziner gefordert. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Justiz-, Innen-, Gesundheits- und Kultusminister solle Vorschläge machen, wie die ärztliche Leichenschau verbessert werden könne, ....
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32679

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Unentdeckte Morde

Beitrag von Herbert Kunst » 22.06.2008, 08:14

Unentdeckte Morde - WDR(Westpol)-Bericht vom 15.6.2008:

Mehr als 1000 Morde werden Jahr für Jahr gar nicht erst festgestellt in Deutschland, schätzen Rechtsmediziner. Verbrechen, die ungesühnt bleiben. Einfach deshalb, weil der Arzt, der den Totenschein ausstellt, einen natürlichen Tod bescheinigt. Die Opfer werden beerdigt, die Täter gar nicht erst gesucht. Ein Problem, über das Westpol bereits berichtet hat. Geschehen ist seither so gut wie nichts. Die Justizministerin verspricht nun amtliche Leichenbeschauer, die speziell geschult sind und Anzeichen für Mord und Totschlag besser erkennen können. Bislang gibt es diese Leichenbeschauer aber nur auf dem Papier. [mehr...]
http://www.wdr.de/tv/westpol/beitrag/20 ... CQKYRSUTIQ
Für menschenwürdige Pflege sind wir alle verantwortlich! - Dazu finde ich immer wieder gute Informationen unter http://www.wernerschell.de

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Leichernschau - mehr Professionalität gefordert

Beitrag von Presse » 16.05.2009, 06:55

NRW-Justizministerin fordert mehr Professionalität bei Leichenschau

Düsseldorf – Wegen der hohen Zahl unerkannter Tötungsfälle hat Nordrhein-Westfalens Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) eine professionellere ärztliche Leichenschau gefordert. Nach Schätzungen von Rechtsmedizinern würden jährlich in mindestens 1.200 Fällen während der Leichenschau Anzeichen für Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag übersehen .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/3 ... nschau.htm

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Rechtsmediziner: Viele Totenscheine sind falsch

Beitrag von Presse » 26.06.2009, 10:06

Ärzte Zeitung online, 25.06.2009

Rechtsmediziner: Viele Totenscheine sind falsch

LEIPZIG (dpa). Beim Ausfüllen von Totenscheinen machen Ärzte zuhauf Fehler. Studien hätten ergeben, "dass über 40 Prozent der Angaben auf Totenscheinen sich nicht mit den Befunden bei der Autopsie decken", sagte der Direktor der Rechtsmedizin an der Universität Leipzig, Professor Jan Dreßler, am Donnerstag.

Zwar werde meist schon richtig erkannt, ob ein natürlicher oder unnatürlicher Tod vorliege. Es gebe aber auch Fälle wie jenen, wo ein Herz-Kreislauf-Versagen festgestellt wurde, das Opfer jedoch tatsächlich eine Treppe hinuntergestürzt worden war und einen Schädelbruch erlitten hatte. Wie viele Verbrechen so vermutlich unaufgeklärt bleiben, wollte Dreßler nicht beziffern.
.... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... sid=555095

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Amtsärztliche Leichenschauen notwendig

Beitrag von Presse » 05.11.2009, 11:22

Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung:
Amtsärztliche Leichenschauen notwendig / Justizminister der Länder nicht mit einer billigen Lösung davon kommen lassen

Berlin. "Jedes Jahr 1.200 bis 2.400 unentdeckte Tötungsdelikte sind nicht hinnehmbar. Es ist daher allerhöchste Zeit, dass sich die Justizminister der Länder gründlich mit dem Thema ,Leichenschau' befassen. Wenn sie sich jetzt in Berlin treffen, dürfen wir sie allerdings nicht vorschnell mit einer billigen Lösung davon kommen lassen", fordert Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung anlässlich der morgen stattfindenden Justizministerkonferenz, bei der das Thema auf der Tagesordnung stehen wird. "Die Gerichtsmedizin ist in den vergangenen Jahren geradezu systematisch kaputt gespart worden. Nirgendwo in Europa wird so wenig obduziert wie in Deutschland. Und gerade in Pflegeheimen und Krankenhäusern, wo der Tod erwartet wird, ist es viel zu leicht, unnatürliche Todesursachen und Pflegemängel zu vertuschen."

Jetzt lediglich die Ärzte fortzubilden und besser zu bezahlen, die einen Totenschein ausstellen, sei ein erster Schritt, reiche aber bei weitem nicht aus, erklärt Brysch: "Wenn die Justizminister sich damit begnügen, machen sie sich zum Billigen Jakob. Höhere Kosten für eine Leichenschau hätten nämlich nicht sie, sondern die Angehörigen der Verstorbenen zu bezahlen." Um die fatalen Zustände in Deutschland grundlegend zu ändern, sei mehr nötig. "Wir brauchen verpflichtende amtsärztliche Leichenschauen, für die besondere Qualitätskriterien gelten", fordert Brysch. "Jedes Mal, wenn ein pflegebedürftiger Mensch oder ein Krankenhauspatient stirbt, muss die Todesursache besonders gründlich aufgeklärt werden. Nur so können wir das tausendfache unentdeckte Töten verhindern."

Hintergrund
Die gemeinnützige und unabhängige Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung ist die Sprecherin der Schwerstkranken und Sterbenden. Sie finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Beiträgen von über 55.000 Mitgliedern und Förderern.

Quelle: Pressemitteilung vom 5.11.2009
Bei Rückfragen und Interview-Wünschen:
Matthias Hartmann: Tel.: 030/ 2 84 44 84 2 hartmann@hospize.de
http://www.hospize.de

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... bessere Leichenschau

Beitrag von Presse » 07.11.2009, 07:37

Justizminister wollen bessere Leichenschau: Viele Tötungsdelikte
Donnerstag, 05 November 2009
Berlin (KNA) Die Justizminister der Bundesländer wollen durch Änderungen bei der Leichenschau die Zahl unerkannter Tötungsdelikte eindämmen. Bei ungeklärten Todesursachen solle nach der Todesfeststellung künftig stets ein anderer, speziell geschulter Arzt die Obduktion vornehmen. Der Vorsitzende der Justizministerkonferenz der Bundesländer, Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP), sagte am Donnerstag in Berlin, dringend notwendig seien «speziell ausgebildete Mediziner für die Leichenschau». Dies sei auch in anderen Ländern üblich.
.... (mehr)
http://www.hwelt.de/c/content/view/4871/1/

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Zu viele ungeklärte Morde

Beitrag von WernerSchell » 20.11.2011, 18:26

20.11.2011, 19.30 - 20.00 Uhr, WDR-Fernsehen, Westpol

Thema u.a.:
Zu viele ungeklärte Morde

Ein Mensch wird durch einen anderen Menschen getötet - und keiner merkt es. Rechtsmediziner schätzen: In Deutschland kommt das jedes Jahr rund eintausend Mal vor. Der Grund: die Ärzte schlampen bei der Leichenschau und bescheinigen einen natürlichen Tod. Westpol hat immer wieder auf diesen Misstand hingewiesen. Nach langen Beratungen beschlossen die Justizminister der Bundesländer deshalb im Jahr 2009: künftig sollen nur noch speziell geschulte Leichenschauärzte die Todesursache beurteilen. Ein Beschluss ohne Folgen - denn in der Praxis hat sich bis heute nichts geändert.

Weitere Informationen:
http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbe ... /morde.jsp
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Rot-Grün will Totenscheine genauer prüfen

Beitrag von Presse » 25.06.2013, 06:55

Nordrhein-Westfalen - Rot-Grün will Totenscheine genauer prüfen
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 25.06.2013 - 06:59

Düsseldorf (RP). Die rot-grüne Landesregierung will die Zahl der fehlerhaften Todesbescheinigungen in NRW reduzieren.
Der Entwurf für das neue Bestattungsgesetz NRW sieht die Erprobung neuer Verfahren bei der äußeren Leichenschau vor.
Künftig soll es möglich sein, die Ergebnisse in einzelnen Regionen des Landes stichprobenartig zu überprüfen.
.... (weiter lesen) .... http://www.rp-online.de/politik/nrw/rot ... -1.3492303

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Zu viele Fehler bei der Leichenschau

Beitrag von Presse » 09.09.2014, 16:29

Rechtsmediziner kritisieren: Zu viele Fehler bei der Leichenschau
Ärzte machen bei Leichenschau und Totenscheinen zu viele Fehler, bemängeln Rechtsmediziner.
Vor allem vor Feuerbestattungen sei manchmal ein zweiter Blick nötig, heißt es auf ihrer Jahrestagung in Greifswald.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=868 ... tik&n=3720

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Feststellung des Todes durch einen Arzt

Beitrag von WernerSchell » 19.08.2016, 16:01

Feststellung des Todes durch einen Arzt
Gesundheit/Antwort

Berlin: (hib/STO) Die Bezahlung der Feststellung des Todes eines Menschen durch einen Arzt ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/9408 http://dip.bundestag.de/btd/18/094/1809408.pdf ) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/9297 http://dip.bundestag.de/btd/18/092/1809297.pdf ). Wie die Fraktion darin ausführte, besteht beim Tod eines Menschen die gesetzliche Pflicht, einen Arzt zur Feststellung des Todes und zum Ausstellen eines Totenscheins heranzuziehen. Dazu verweist die Bundesregierung in ihrer Antwort darauf, dass die Gesetzgebungskompetenz für die Regelung des Bestattungswesens ausschließlich bei den Ländern liege. In der Regel werde bestimmt, dass die Kosten der Leichenschau und der Ausstellung der Todesbescheinigung von denjenigen zu tragen sind, die für die Bestattung zu sorgen haben.
Wie aus der Vorlage weiter hervorgeht, gehört die Kostenübernahme für die Todesfeststellung und die Bestattung nicht zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Entsprechende Leistungen könnten deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erbracht werden.
Bis einschließlich des Jahres 2003 wurde von der GKV den Angaben zufolge das Sterbegeld als Zuschuss zu den Bestattungskosten gezahlt. Das Sterbegeld habe eine versicherungsfremde Leistung der GKV dargestellt, deren Streichung durch das zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene GKV-Modernisierungsgesetz als Solidarbeitrag zur Stabilisierung der finanziellen Situation der GKV als erforderlich angesehen worden sei.
Grundlage für die Abrechnung einer Todesfeststellung, die von einem niedergelassenen Arzt durchgeführt wird, ist laut Bundesregierung die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe der Vergütung bestimme sich "innerhalb des Gebührenrahmens der GOÄ vom Einfachen bis zum Dreieinhalbfachen des Gebührensatzes anhand der Schwierigkeit und des Zeitaufwandes der einzelnen Leistung sowie der Umstände der Ausführung". Für die Hinterbliebenen bestehe die Möglichkeit, die Richtigkeit einer privatärztlichen Rechnung durch die zuständige Landesärztekammer prüfen zu lassen.

Quelle: Mitteilung vom 19.08.2016
Deutscher Bundestag
Parlamentsnachrichten, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-35642, Fax +49 30 227-36001
E-Mail: vorzimmer.puk2@bundestag.de
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Die meisten Todesbescheinigungen weisen Fehler auf

Beitrag von WernerSchell » 02.09.2017, 06:51

Die meisten Todesbescheinigungen weisen Fehler auf
Studie der Uni Rostock bringt erschreckende Fakten ans Tageslicht


Am Ende des Lebens wird ein Totenschein von einem Arzt ausgestellt. Doch dieser ist viel zu oft fehlerhaft. Von 10 000 Todesbescheinigungen sind lediglich 223 fehlerfrei, ergab eine aktuelle Studie des Instituts für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Rostock. Der Rechtsmediziner Privatdozent Dr. Fred Zack und sein Team, allen voran Doktorand Alrik Kaden, haben 10.000 Todesbescheinigungen aus dem Einzugsgebiet des Krematoriums Rostock für den Zeitraum August 2012 bis Mai 2015 ausgewertet. Dabei stellten sie 3116 schwerwiegende und 35.736 leichte Fehler fest. Insgesamt wiesen 27 % aller Scheine mindestens einen schwerwiegenden Fehler auf.

Spitzenreiter in der Negativliste der schweren Fehler ist eine nicht mögliche Kausalkette bei der Todesursache, gefolgt von der Nichterreichbarkeit des Leichenschauarztes durch fehlende Angaben zu seiner Person und dem Fehlen des Vermerks von sicheren Todeszeichen. In der Studie kam zudem heraus, dass sich über 50 Prozent aller Ärzte mindestens vier leichte Fehler pro Todesbescheinigung leisteten.

„Mit dieser Größenordnung haben wir zu Beginn der Studie nicht gerechnet“ erklärt Zack.
„Die Praxis der ärztlichen Leichenschau in Deutschland ist bekanntermaßen schlecht und bereits vielfach von unserer Fachgesellschaft kritisiert“, bemängelt der Rostocker Rechtsmediziner, der sich seit 30 Jahren mit der Leichenschau beschäftigt.
Doch Zack weiß auch, nur zu sagen, die Ärzte hätten sich nicht genug Mühe beim Ausstellen der Todesbescheinigung gegeben, wäre zu kurz gegriffen und am Ziel vorbei geschossen. Die Gründe sind vielfältig. Für zahlreiche Ärzte ist die Leichenschau ein „notwendiges Übel“ und unbeliebt. Dementsprechend ist die Zuwendung zum verstorbenen Menschen häufig unzureichend. Die Leichenschau außerhalb einer Klinik ist in der Regel eine schwierige Aufgabe und das Ausstellen einer Todesbescheinigung bedürfe der Berücksichtigung mehrerer Gesetze und Vorschriften, wie beispielsweise des Bestattungsgesetzes, der Definition des unnatürlichen Todes in der Strafprozessordnung, des Infektionsschutzgesetz etc. Damit haben zahlreiche Ärzte Probleme.

Die Todesbescheinigung ist als Urkunde anzusehen und von erheblicher Bedeutung. Nur bei einem natürlichen Tod und bei bekannter Identität kann die Leiche ohne Ermittlungen bestattet werden. Bei einem nicht natürlichen oder ungeklärten Tod sowie bei einem unbekannten Toten sind Polizei und Staatsanwaltschaft gefordert die Identität des Verstorbenen und ein mögliches Fremdverschulden zu klären. Immerhin bestehe die Gefahr, dass ein Tötungsdelikt unentdeckt bleibe. Weiterhin stellen die Angaben zur Todesursache die Grundlage für die amtliche Todesursachenstatistik dar.
Den Hauptgrund für die vielen Fehler bei der Ausstellung der Todesbescheinigung sieht Zack jedoch in der Organisation der Praxis der Ärztlichen Leichenschau in Deutschland. „Es sind keine Spezialisten am Werk. Wenn ein niedergelassener Arzt beispielsweise zweimal im Jahr zu einer Leichenschau gerufen wird, stellt sich bei ihm kaum eine Routine ein“. Doch obwohl immer wieder die schlechte Qualität der ärztlichen Leichenschau in Deutschland angemahnt werde, sei keine Änderung in Sicht: Denn jedes Bundesland habe sein eigenes Bestattungsgesetz und seine eigene Todesbescheinigung. Zack und seine Kollegen plädieren für eine bundeseinheitliche Todesbescheinigung. Obwohl es in der Politik längst bekannt sei, welche Probleme es mit den Todesbescheinigungen gebe, werde nichts zur Verbesserung der Situation getan. Zack regt an, dass künftig spezialisierte Ärzte oder medizinisch geschulte Spezialisten die Leichenschauen außerhalb der Krankenhäuser berufsmäßig durchführen sollen. Zudem sollte die Todesbescheinigung nicht unverzüglich, sondern innerhalb von 12 Stunden nach der Leichenschau ausgestellt werden können. So kann der behandelnde Arzt kontaktiert oder ein Rechtsmediziner befragt werden. „Zudem müssten mehr Sektionen erfolgen, denn die Leichenschaudiagnosen werden in etwa 50 % aller Fälle nach einer Sektion korrigiert. Deshalb ist die gegenwärtige amtliche Todesursachenstatistik in Deutschland, die lediglich auf Angaben der Todesbescheinigungen beruht, Augenwischerei“ erklärt Zack. Aber mit diesen fehlerhaften Angaben werden die Weichen in der deutschen Gesundheits- und Forschungspolitik mit beträchtlichen finanziellen Aufwendungen gestellt. Text: WOLFGANG THIEL

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. med. Fred Zack
Oberarzt
Institut für Rechtsmedizin
der Universitätsmedizin Rostock
Tel.: 0381 494 9907 / 9901
Fax.: 0381 494 9902
fred.zack@med.uni-rostock.de

Quelle: Pressemitteilung vom 01.09.2017
Ingrid Rieck Presse- und Kommunikationsstelle
Universität Rostock
https://idw-online.de/de/news680300
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Fast jeder Totenschein ist fehlerhaft

Beitrag von WernerSchell » 05.09.2017, 06:14

Ärzte Zeitung vom 05.09.2017:
Studie
Fast jeder Totenschein ist fehlerhaft
Eine Studie der Uni Rostock zeigt: Die Fehlerquote in Totenscheinen ist erschreckend hoch.
Die Studienautoren fordern eine neue Praxis. Ärzten pauschal mangelnde Sorgfalt vorzuwerfen, sei zu kurz gegriffen.
mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... fpuryyqrde
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Leichenschau - viel Aktionismus, wenig Fortschritt

Beitrag von WernerSchell » 05.12.2017, 07:07

Ärzte Zeitung vom 07.12.2017:
Rechtsmedizin
Leichenschau - viel Aktionismus, wenig Fortschritt

Rechtsmediziner kritisieren weiter Defizite bei der ärztlichen Leichenschau. Der Weg scheint weit, übersehene Tötungsdelikte systematisch aufzudecken. Für Ärzte geht es dabei nicht nur um die richtige Technik. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=94 ... efpuryykqr
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