Zeuge Jehovas - selbstbestimmt in den Tod

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Gast

Zeuge Jehovas - selbstbestimmt in den Tod

Beitrag von Gast » 28.08.2004, 10:59

Therapierende Ärzte müssen religiöse Motive nicht in jedem Fall akzeptieren
Selbstbestimmt in den Tod

von Isabel Clages

Die Arztespflicht, einem kranken Menschen zu helfen, ist mitunter außer Kraft gesetzt. So ist es einem Patienten aus religiösen Motiven erlaubt, die Behandlung abzulehnen. Für seine Kinder kann er aber nicht in jedem Fall entscheiden.

17.06.04 - Der Patient, ein Zeuge Jehovas, hatte sich bei einem Verkehrsunfall Trümmerbrüche im Bereich des linken Hüftgelenks zugezogen. Ärzte der Endo-Klinik in Hamburg hatten ihn darüber aufgeklärt, dass der Eingriff ohne Fremdbluttransfusionen zum Tode führen könne. Der Mann lehnte aber Blutspenden aus religiösen Gründen ab. Wegen des großen Blutverlustes starb er schließlich an Herz-/Kreislaufversagen.

Das Selbstbestimmungsrecht geht jederzeit vor

„Eine solche Entscheidung ist als Folge des verfassungsrechtlich garantierten Selbstbestimmungsrechtes dann zu respektieren, wenn die Entscheidung bei klarem Bewusstsein gefasst wurde. Der Patient muss sich jedoch über die Konsequenzen im Klaren sein“, sagt Ingrid Jonas, Rechtsanwältin aus Koblenz.

Weiter unter
http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/ ... ik/aktuell

WernerSchell
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Selbstbestimmungsrecht bis in den Tod

Beitrag von WernerSchell » 30.08.2004, 11:13

Die hier vorgestellten Ausführungen präsentieren sich als Beschreibung der aktuellen Rechtslage!
Siehe auch unter
--- Patientenautonomie am Lebensende - Bericht 2004
http://www.wernerschell.de/cgi-bin/foru ... 1086818525
--- Pflegedienst ohne Angehörigenfeindlichkeit gesucht
http://www.wernerschell.de/cgi-bin/foru ... ;start=2#2
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Gast

Bluttransfusion - Zeuge Jehovas

Beitrag von Gast » 21.03.2005, 12:03

Die Entscheidung des BVerfG vom 02.08.2001 - 1 BvR 618/93 - zum Thema Bluttransfusion:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... cheidungen

Gast

Zeugin Jehovas verblutet bei Entbindung

Beitrag von Gast » 27.07.2005, 22:11

Zeugin Jehovas verblutete


Quelle: Spiegel.online vom 26. Juli 2005

<< Zeugin Jehovas verblutet bei Entbindung

In Bayern ist eine Frau wegen ihrer religiösen Überzeugung unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes verblutet. Als Zeugin Jehovas habe die Patientin eine notwendige Bluttransfusion ausdrücklich abgelehnt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ärzte mussten sich dem Willen der Frau fügen.

Landau an der Isar - Bei einer Obduktion seien keine Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod der zweifachen Mutter gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Alfons Obermeier. "Die Mediziner haben sich richtig verhalten."

Die behandelnden Ärzte seien verpflichtet gewesen, den Willen der 32-jährigen Patientin zu respektieren, erklärte Obermeier. Andernfalls hätten sich die Mediziner der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Nach Angaben des Chefarztes Bernd Probach war es für die Klinikmitarbeiter ein Drama, der jungen Mutter nicht helfen zu dürfen.

Nach der Geburt eines gesunden Kindes war es nach Angaben des Mediziners bei der Frau zu Nachblutungen gekommen, die sich nicht stillen ließen. Daraufhin habe der jungen Frau die Gebärmutter entnommen werden müssen. Eine notwendige Bluttransfusion habe die Frau mehrfach abgelehnt. Auch in ihrem Mutterpass habe die 32-Jährige erklärt, dass sie keine Bluttransfusion wolle. ... >>

Quelle: PATIENTENVERFUEGUNG NEWSLETTER vom 27.7.2005

Gast

Ärzte durften nicht helfen: Mutter starb ....

Beitrag von Gast » 28.07.2005, 10:52

Ärzte durften nicht helfen: Mutter starb im Kreißsaal

32-jährige Landauerin hatte per Patientenverfügung eine Bluttransfusion abgelehnt - Keine strafrechtlichen Konsequenzen für das Klinikpersonal

von Thomas Maile

Landau. Ärzte auf der ganzen Welt müssen den hippokratischen Eid schwören, dass sie unter allen Umständen Leben zu retten haben. Doch dem Eid sind Grenzen gesetzt - durch die so genannte Patientenverfügung. Das kann ein Krebspatient sein, der sich in scheinbar auswegloser Situation einer Chemotherapie verweigert, ein Senior, der sich nicht der kalten Apparatemedizin ausliefern will, oder ein Gläubiger, der lieber sterben als künstlich ernährt und am Leben erhalten will. In jedem Fall müssen die Mediziner dann hilflos daneben stehen und dürfen nicht tun, was sie eigentlich für richtig halten.
Dieser Albtraum eines jeden Arztes ist vor eineinhalb Wochen im Kreißsaal des Landauer Krankenhauses Wirklichkeit geworden. Eine 32-Jährige stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Offenbar aus religiösen Gründen hat sie bereits im Vorfeld durch eine Patientenverfügung eine Bluttransfusion abgelehnt.
...
Weiter unter
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.p ... =bay&BNR=0

Gast

Frau lehnte Bluttransfusion ab und starb

Beitrag von Gast » 28.07.2005, 10:54

Diskussion um die Prinzipien der Zeugen Jehovas entbrannt: Drama im Kreißsaal und Empörung über Tod einer zweifachen Mutter in Landau

Landau/Isar. (cis) Unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes ist eine 32-Jährige im Krankenhaus in Landau an der Isar verblutet (wir berichteten). Die Frau habe eine Bluttransfusion mehrfach abgelehnt, weil sie Zeugin Jehovas sei, sagte Chefarzt Bernd Probach am Dienstag. Die behandelnden Ärzte seien rechtlich dazu verpflichtet gewesen, dem Willen der Patientin zu folgen. Das Baby ist gesund. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Betroffen gemacht und empört hat der Todesfall der Mutter aus Landau die Öffentlichkeit. Die Frau hätte nicht sterben müssen bei der Geburt ihres zweiten Kindes angesichts des heutigen medizinischen Standards, ließen Klinikumskreise verlauten. Doch war es ihr eigener Wunsch aufgrund ihrer religiösen Weltanschauung – als Zeugin Jehovas. Es war ihr eigener Wille, eine Bluttransfusion abzulehnen, den Außenstehende mit Bekanntwerden des Vorfalls überwiegend nicht begreifen können. Sie hatte eine entsprechende Patientenverfügung erteilt.
...
Weiter unter
http://www.idowa.de/ueberblick/nachrich ... tion_id=10

Gast

Bluttransfusion verweigert - Frau verblutet

Beitrag von Gast » 02.08.2005, 11:34

Bluttransfusion verweigert: Zeugin Jehovas bei Entbindung verblutet

Landau/Isar (ALfA) Unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes ist eine 32-jaehrige zweifache Mutter in einem Krankenhaus in Landau an der Isar in Bayern wegen ihrer religioesen Ueberzeugung verblutet. Als Zeugin Jehovas habe die Patientin eine notwendige Bluttransfusion ausdruecklich abgelehnt, teilte die Staatsanwaltschaft einem Bericht der „Sueddeutsche Zeitung“ online sowie „Spiegel Online“ vom 26.Juli 2005 zufolge mit.

Bei einer anschliessenden Obduktion seien laut den Meldungen unter Berufung auf Oberstaatsanwalt Alfons Obermeier keine Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod der zweifachen Mutter gefunden worden. „Die Mediziner haben sich richtig verhalten", so der Staatsanwalt. Die behandelnden Aerzte seien verpflichtet gewesen, den Willen der 32-jaehrigen Patientin zu respektieren, andernfalls haetten sich die Mediziner der vorsaetzlichen Koerperverletzung schuldig gemacht, habe Obermeier erklaert. Nach Angaben des Chefarztes Bernd Probach sei es fuer die Klinikmitarbeiter ein Drama gewesen, der jungen Mutter nicht helfen zu duerfen.

Bei der Frau sei es nach der Geburt eines gesunden Kindes zu Nachblutungen gekommen, die sich nicht stillen liessen. Daraufhin habe man der jungen Frau die Gebaermutter entnehmen muessen. Eine notwendige Bluttransfusion habe die 32-Jaehrige mehrfach abgelehnt. Die Ablehnung einer Bluttransfusion habe die Frau auch in ihrem Mutterpass erklaert, da es Zeugen Jehovas untersagt ist, Bluttransfusionen anzunehmen.

Der „Sueddeutschen Zeitung“ zufolge werde in dem niederbayerischen Krankenhaus als Konsequenz aus dem Vorfall derzeit darueber nachgedacht, ob in Zukunft dort noch Menschen behandelt werden sollen, die Bluttransfusionen ablehnen.

Quelle: ALfA-Newsletter 28/05 vom 29.07.2005

H.P.

Notsituation - Bluttransfusion bei Zeugin Jehovas

Beitrag von H.P. » 27.05.2006, 11:26

Bluttransfusion bei Zeugin Jehovas war in einer Notsituation rechtmäßig - Schadensersatzklage abgewiesen

Urteil des OLG München vom 31.01.2002 - 1 U 4705/98

Siehe zum Urteil auch bei Prof. Dr. Großkopf unter
http://www.pwg-seminare.de/newsletter_a ... tter18.php
Eine voraufgegangene Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 2.8.2001 - 1 BvR 618/ 93 – ist nachlesbar unter
http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... 61893.html

enno
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Beitrag von enno » 28.05.2006, 00:07

jeder mensch soll sebst entscheiden könnenund nicht durch gesetze darin gehindert werden,was er will.
die moderne medizin ist heute in der lage, einige ins "leben"zurückzuholen"für welchen preis?
eine patientenverfügung schützt mich nicht vor einer reanimation.
vieleicht sollten auch mediziner mal einsehen,wieviel leid sie verursachen!
nicht immer ist ihr handeln zum wohle des menschen.

einen schönen sonntag.

Rita Reinartz
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Patientenautonomie gewährleisten

Beitrag von Rita Reinartz » 29.05.2006, 06:45

enno hat geschrieben: .... jeder mensch soll sebst entscheiden könnenund nicht durch gesetze darin gehindert werden, was er will. ...
Guten Morgen,
dem stimme ich zu; die Patientenautonomie ist zu gewährleisten. Patientenverfügungen müssen daher Geltung haben, es sei denn, aus den konkreten Umständen ergibt sich etwas anderes.
Mit freundlichen Grüßen
Rita Reinartz

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