Seite 1 von 1

Jeder Vierte fürchtet, wegen fehlender Informationen nicht den richtigen Arzt zu finden

Verfasst: 07.05.2018, 10:52
von WernerSchell
Jeder Vierte fürchtet, wegen fehlender Informationen nicht den richtigen Arzt zu finden

Wie gut ist mein Hausarzt im Vergleich zu anderen? Ist dieser Orthopäde oder Frauenarzt spezialisiert und erfahren genug, um meine Krankheit gut zu behandeln? Achtet man in der Praxis auf Hygiene, sind alle nötigen medizinischen Geräte vorhanden?
Bisher findet man als Patient vor dem Gang in die Arztpraxis kaum Antworten auf solche Fragen. Arztsuchportale mit solchen Informationen wären in Deutschland umsetzbar, viele Daten sind vorhanden. Aber: Es fehlt der politische Wille und ein Gesamtkonzept.

Gütersloh, 07. Mai 2018. Mehr als jeder vierte Deutsche (27 Prozent) befürchtet, aufgrund fehlender Informationen nicht den richtigen Arzt zu finden. Über die Hälfte der Bürger wünscht sich mehr wichtige und neutrale Informationen. Das wäre auch möglich, denn die Daten sind zum größten Teil vorhanden. Doch der deutschen Gesundheitspolitik fehlt ein Gesamtkonzept für mehr Transparenz über die Leistungen und die Ausstattungen von Arztpraxen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Weissen Liste und der Bertelsmann Stiftung auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage von Kantar Emnid, einer Ländervergleichsstudie des IGES-Instituts sowie eines ergänzenden Rechtsgutachtens.

"Die bisherige Arztwahl in Deutschland basiert im weitesten Sinne auf dem Prinzip ‚Trial and Error‘. Die Mehrheit der Patienten weiß nicht, welche Expertise, Erfahrung und Ausstattung sie hinter der Praxistür erwartet", so Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. "Dabei liegen viele dieser Informationen bereits vor. Andere Länder zeigen, wie sie zum Nutzen der Patienten öffentlich präsentiert werden können. Deutschland bleibt hier deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück", so Mohn weiter.

Bürger möchten mehr werbefreie Informationen über ihren Haus- und Facharzt

Mehr als die Hälfte der Bürger wünscht sich mehr Informationen vor dem Besuch beim Haus- oder Facharzt. Wichtig sind den Befragten Informationen über:
• Fachkenntnis und Erfahrungen mit der Behandlung der eigenen Krankheit (94 Prozent)
• Hygiene in der Praxis (90 Prozent)
• Zusatz-Leistungen – zum Beispiel Hautscreenings und Vorsorgeuntersuchungen (84 Prozent)
• Behandlungsergebnisse des Arztes bei bestimmten Erkrankungen (80 Prozent)
• Zufriedenheit anderer Patienten (75 Prozent)
• Ausstattung der Praxis – zum Beispiel Röntgen- und Ultraschallgeräte (74 Prozent)

In allen Belangen jedoch fühlen sich die Befragten nicht ausreichend informiert. Am größten ist die Diskrepanz im Bereich der Praxis-Hygiene. Am wenigsten informiert fühlen sie sich Patienten über die apparative Ausstattung ihres Arztes.

Ginge es nach den Befragten, dann wäre das Internet ein passender Ort, diesen Informationsmissstand zu beheben. Allerdings sollten Arztsuchportale neutral und werbefrei sein (86 Prozent).

Die Daten sind da, aber die Transparenz fehlt in Deutschland

"Patienten haben eine sehr genaue Vorstellung davon, welche Informationen ihnen fehlen, um mehr Sicherheit bei der Arztwahl zu erhalten. Aber in Deutschland werden ihnen diese bisher vorenthalten", sagte Roland Rischer, Geschäftsführer der Weissen Liste.

Die Länderanalyse zeigt: In Deutschland werden Daten über die Ausstattung, das Leistungsspektrum und die Erfahrungen der Ärzte von den Kassenärztlichen Vereinigungen erhoben. Die deutsche Gesundheitspolitik sieht jedoch bisher nicht vor, diese öffentlich zu machen. Andere Industrieländer, allen voran England und die USA, gehen wesentlich offener mit ihren Daten um. Patienten können sich dort ohne Zugangsbeschränkungen darüber informieren, welche Leistungen ein Arzt wie oft und in welcher Qualität anbietet. Dazu werden Abrechnungsdaten von einer staatlichen Institution ausgewertet. Außerdem werden Patienten regelmäßig seriös zu ihren Erfahrungen mit dem Arzt oder der Praxis befragt.

Schutz persönlicher Daten steht der Informationsfreiheit nicht im Weg
Gegen mehr Offenheit beim Umgang mit Versorgungsdaten wird häufig der Datenschutz ins Feld geführt. Die Bertelsmann Stiftung hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um der Frage nachzugehen, ob der Datenschutz einer transparenteren Patienteninformation oder der Nutzung der Daten in der Versorgungsforschung im Wege steht. Das Ergebnis zeigt auf, dass die Privatsphäre der Patienten keineswegs gefährdet wäre, wenn Daten anonymisiert genutzt würden. Mit Blick auf die Ärzte müsse das Informationsinteresse der Öffentlichkeit jedoch gleichrangig mit deren Schutzbedürfnissen gewürdigt werden. Kommen zusätzliche Belange wie der Gesundheitsschutz und das Patientenwohl hinzu, kann die Offenlegung der Daten sogar geboten sein.

Ein Gesamtkonzept für besser informierte Patienten

"Die Studienergebnisse zeigen, dass Deutschland im internationalen Vergleich zurückbleibt. Unsere Gesundheitspolitiker sind nun gefordert. Sie sollten den gesetzlichen Rahmen so verändern, dass Patienten in Deutschland alle benötigten Informationen haben, um den richtigen Arzt zu finden. Nach dem Vorbild anderer Länder sollten sie eine neutrale Datenannahmestelle errichten und die Kassenärztlichen Vereinigungen dazu verpflichten, ihre Daten bereitzustellen", so Rischer. "Darüber hinaus sollten Patientenerfahrungen, die Arztpraxen erheben, veröffentlicht werden. Dann hätten Arztsuchportale eine gute Basis, um dem ausgeprägten Wunsch der Patienten nach mehr Informationen über Qualität und Ausstattung von Ärzten nachzukommen", schlussfolgert Rischer.

Zusatzinformationen

Die Studie ist in Zusammenarbeit der Bertelsmann Stiftung mit der Weissen Liste entstanden. Erkenntnisinteresse war es, herauszufinden wie transparent in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit Informationen über ambulante Ärzte umgegangen wird und welche Informationen den Bürgern überhaupt wichtig sind, wenn sie nach einem Arzt suchen. Dazu wurden Patienten befragt, welche Informationen Patienten als besonders relevant empfinden. In einem zweiten Schritt wurde dann das IGES-Institut beauftragt, zu untersuchen, wie diesen Informationsbedürfnissen in anderen Ländern durch Public Reporting Rechnung getragen wird. Dabei erwiesen sich insbesondere die angelsächsischen Länder als vorbildlich. Die wesentlichen Schlussfolgerungen aus beiden Analysen sind dann in die repräsentative Befragung der Weissen Liste eingeflossen (n=1007, befragt ab 14 Jahre, Befragungszeitraum: 23.03.2018-27.03.2018). Ergänzt wird dieser Studienaufbau durch eine juristische Expertise zum Thema Datenschutz.In Planung ist, dass die Weisse Liste Mitte des Jahres anhand eines Prototypen aufzeigen wird, wie eine ideale Arztsuche auf Basis der Studienerkenntnisse aussehen könnte.

Unsere Experten: Marcel Weigand, Telefon: 030 31987050-12
E-Mail: marcel.weigand@weisse-liste.de
Twitter: @marcelweigand

Stefan Etgeton, Telefon: 030 31987050-16
E-Mail: stefan.etgeton@bertelsmann-stiftung.de
Twitter: @EtgetonStefan

Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de
http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/u ... sse-liste/

Quelle: Pressemitteilung vom 07.05.2018
Kristine Erdmeier Pressestelle
Bertelsmann Stiftung
https://idw-online.de/de/news693800

Patienten wollen mehr Infos über Ärzte

Verfasst: 10.05.2018, 05:58
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 07.05.2018:
Bertelsmann Stiftung
Patienten wollen mehr Infos über Ärzte

Patienten in Deutschland erfahren bei der Suche nach einem Arzt relativ wenig über dessen Kompetenz und Hygiene in seiner Praxis. Das ließe sich ändern, sagt die Bertelsmann Stiftung. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr

Patienten sind unsicher bei der Arztwahl

Verfasst: 04.10.2018, 18:15
von WernerSchell
Online-repräsentative Studie unter 1.000 Teilnehmern zeigt:
Patienten sind unsicher bei der Arztwahl
+++ Fast die Hälfte der Patienten weiß nicht immer, welcher Facharzt der richtige für ihr Anliegen ist
+++ Rund 50 Prozent mussten bereits verschiedene Ärzte besuchen, um den passenden zu finden
+++ Drei Viertel der Patienten fänden Informationen zur Qualität eines Arztes für die Arztsuche hilfreich


München, 04.10.2018 – Viele Patienten sind unsicher, zu welchem Facharzt sie mit ihrem Anliegen gehen müssen. Das ist das Ergebnis einer online-repräsentativen Studie unter 1.000 Patienten im Auftrag von jameda (www.jameda.de), Deutschlands größter Arztempfehlung und Marktführer für Online-Arzttermine. Demnach geben 43 Prozent der Befragten an, manchmal nicht zu wissen, welcher Facharzt der richtige Ansprechpartner für ihr Anliegen ist. Bei den 35- bis 44-Jährigen ist sich sogar die Hälfte der Befragten bei der Arztwahl unsicher. Auch bei der älteren Generation der 55- bis 65-Jährigen besteht wenig Sicherheit in Arztfragen: In dieser Altersgruppe weiß jeder Dritte nicht, welcher Arzt der richtige ist.
Viele Patienten besuchen mehrere Ärzte bis sie den passenden finden
46 Prozent der Befragten finden ihre Ärzte häufig nach dem „Trial and Error“-Prinzip: Sie besuchen verschiedene Ärzte, bis sie einen passenden finden. Frauen (52 %) besuchen dabei häufiger mehrere Ärzte als Männer (40 %). Ob Frauen bei der Arztwahl tendenziell anspruchsvoller sind als die männlichen Patienten, lässt sich aus der Studie nicht erkennen. Im Vergleich zu den Befragten im Alter von 25 bis 44 Jahren (52 %) müssen die älteren Teilnehmer (55 bis 65 Jahre) weniger häufig mehrere Ärzte besuchen, bis sie den passenden finden (37 %). Dies könnte daran liegen, dass sie mit den Jahren schon die passenden Ärzte gefunden haben und somit nicht mehr so häufig auf der Suche nach einem neuen Arzt sind.
Informationen zur ärztlichen Qualität sind hilfreich für die Arztsuche
Über drei Viertel der Befragten sind sich sicher: Informationen zur ärztlichen Qualität sind hilfreich für die Arztsuche. Besonders diejenigen, die sich schon einmal auf einem Arztempfehlungsportal über einen Arzt informiert haben, fänden Informationen zur Qualität eines Arztes hilfreich für die Arztsuche (87 %).
Um Patienten bei der Suche nach dem passenden Arzt noch besser zu unterstützen, hat jameda im Mai dieses Jahres weitere über Bewertungen hinausgehende Qualitätsindikatoren in die jameda Arztsuche integriert. So fließen seit Kurzem u. a. die Empfehlungen anderer Ärzte, die Behandlungsgründe und die Leistungsübersicht der Ärzte in die neue Arztsuche ein. Zudem können Patienten neben der bewährten Facharztsuche nun noch gezielter nach passenden Ärzten für bestimmte Erkrankungen (z. B. Bandscheibenvorfall) oder Behandlungen (z. B. Professionelle Zahnreinigung) suchen. Mehr Informationen zur neuen jameda Arztsuche finden Sie hier: www.jameda.de/die-neue-arztsuche

Über die Studie:
Wie finden Patienten den passenden Arzt und welche Informationen benötigen sie für die Arztsuche? Diesen Fragestellungen ist das Marktforschungsinstitut Research Now im Auftrag von jameda für die vorliegende Studie in einer Online-Befragung unter 1.000 deutschen Internetnutzern im Alter von 16 bis 65 Jahren nachgegangen. Der Erhebungszeitraum war vom 21. bis 27. August 2018. Die Studie ist online-repräsentativ.
Über die jameda GmbH:
jameda ist Deutschlands größte Arztempfehlung und Marktführer für Online-Arzttermine. 6 Mio. Patienten suchen jeden Monat auf jameda nach dem passenden Arzt für ihr individuelles Anliegen. Dabei helfen ihnen die Empfehlungen anderer Patienten, die von den Ärzten bereitgestellten Informationen sowie zahlreiche Filtermöglichkeiten. Nach erfolgreicher Arztsuche können Patienten auf jameda bei zahlreichen Ärzten ihren nächsten Termin ganz einfach 24/7 direkt online vereinbaren. Zudem gehört seit 2017 die Patientus GmbH zu jameda, so dass Patienten auch Online-Videosprechstunden auf jameda online buchen können.
Ärzte haben die Möglichkeit, ihre Praxis auf jameda vorzustellen und umfassend über ihr Leistungsspektrum zu informieren. Datenbasis bilden bundesweit rund 275.000 Ärzte und andere Heilberufler. jameda ist eine 100-prozentige Tochter der Burda Digital GmbH.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.10.2018
Pressekontakt:
jameda GmbH
Anne Schallhammer
PR & Marketing Manager
Tel.: 089 / 2000 185 68
Mail: presse@jameda.de
www.jameda.de
www.facebook.com/jameda.de
www.twitter.com/jameda_de

Ärzte-Hopping oft aus Unsicherheit

Verfasst: 05.10.2018, 06:00
von WernerSchell
Ärzte Zeitung vom 05.10.2018:
Online-Umfrage deckt auf
Ärzte-Hopping oft aus Unsicherheit

Welcher Facharzt ist bei welchem Leiden der richtige Ansprechpartner? Für viele Patienten ist diese Frage mitunter eine große Herausforderung. mehr > https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr