Elektronische Arztvisite für Pflegeheimpatienten?

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Elektronische Arztvisite für Pflegeheimpatienten?

Beitrag von WernerSchell » 29.06.2017, 06:30

KVWL und AOK NORDWEST setzen Erfolgsprojekt „elVi“ gemeinsam fort:
Elektronische Arztvisite in Pflegeheimen wird ausgerollt

Dortmund – Die Elektronische Arztvisite (elVi) in Pflegeheimen soll nach einer erfolgreichen Testphase in Bünde (OWL) ab 1. Juli nun auch sukzessive auf andere Praxisnetzregionen in Westfalen-Lippe ausgeweitet werden. Der entsprechende Vertrag dazu wurde heute von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und der AOK NORDWEST in Dortmund unterzeichnet.

AOK-Vorstandschef Tom Ackermann ist von elVi und deren großen Entwicklungsmöglichkeiten überzeugt: „Das Projekt hat großes Potential und wird mit dazu beitragen, die medizinische Versorgungsqualität älterer Menschen weiter zu verbessern. Davon bin ich überzeugt. Unser Ziel ist es, jetzt als größte gesetzliche Krankenkasse voranzugehen und zunächst exklusiv für unsere Versicherten kostenfrei die elektronische Arztvisite anzubieten.“ Dazu werden in den nächsten Monaten einzelne Arztnetze und Pflegeheime angesprochen. Im weiteren Verlauf sollen dann auch ambulante Pflegedienste eingebunden werden.

KVWL-Vorstandsmitglied Thomas Müller freut sich, dass mit der AOK NORDWEST ein starker Partner für dieses innovative Versorgungsprojekt gefunden wurde. „elVi hat bewiesen, dass telemedizinische Anwendungen in Zeiten einer älter werdenden Gesellschaft Ärzte bei ihrer Arbeit entlasten können – und das bei gleichbleibend hoher Qualität. Deshalb wollen wir elVi jetzt gemeinsam mit der AOK und den Ärztenetzen zum Wohle der Patienten flächendeckend im Zusammenhang mit regionalen Pflegeheimverträgen einführen“, so Müller.

Im Ärztenetz MuM - Medizin und Mehr eG in Bünde (OWL) wurde elVi bereits erfolgreich getestet. In dem von der KVWL finanzierten Modellprojekt führen die teilnehmenden Arztpraxen auf Anfrage der Pflegekräfte in bislang 13 Pflegeheimen der Region eine elektronische Arztvisite durch. Der niedergelassene Arzt und die verantwortliche Pflegekraft halten dann über ein webbasiertes Videokonferenzsystem per Tablet oder PC eine elektronische Arztvisite ab, um Unklarheiten, Medikationsanfragen, Beurteilungen chronischer Wunden oder Therapievorschläge zu besprechen.

Dabei gibt es eine Live-Schaltung zwischen der Arztpraxis und der stationären Einrichtung. Die elektronische Visite kann bei Bedarf um die Erfassung von Vitalparametern wie Herzrhythmus, Sauerstoffspannung, Körpertemperatur oder Blutzuckergehalt des Patienten ergänzt werden. Diese werden in Echtzeit über Messgeräte erhoben und sind dem Arzt sofort zugänglich. Die erforderlichen Datenschutz- und Qualitätsstandards werden dabei erfüllt. Jedoch kann elVi nicht jeden Arztbesuch ersetzen. Aber durch die moderne Technik können die Ärzte schnell sehen, wie es dem Patienten geht und dann konkret helfen.

Ackermann und Müller betonen, dass die elektronische Visite nicht nur hohes Potenzial in der Versorgung habe, sondern auch zu einer Reduzierung von Krankenhauseinweisungen in der Nacht oder am Wochenende führe. Darüber hinaus könne die Zahl von nicht zwingend erforderlichen Arztbesuchen deutlich reduziert werden. Dies entlaste die niedergelassenen Ärzte. So gelinge es, dass der Arzt auf der einen Seite Zeit spare und gleichzeitig häufiger bei seinem Patienten sein könne.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.06.2017
Gesprächspartner für die Medien:

Jens Kuschel
Sprecher AOK NORDWEST
Kopenhagener Straße 1
44269 Dortmund
Telefon: 0231 4193-10145
E-Mail: presse@nw.aok.de
Internet: http://www.aok.de/nw

Jens Flintrop
KVWL-Pressesprecher
Robert-Schimrigk-Str. 4-6
44141 Dortmund
Telefon: 0231 9432-3266
E-Mail: Jens.Flintrop@kvwl.de
Internet: http://www.kvwl.de

Quelle: http://www.gesundheit-adhoc.de/kvwl-und ... te-in.html

+++
Ärzte Zeitung online, 29.06.2017
Telemedizin
Elektronische Arztvisite wird ausgerollt
Patienten in Pflegeheimen sollen von einer neuen Telemedizinlösung profitieren
.
DORTMUND. In Westfalen-Lippe soll die telemedizinische Versorgung von Patienten in Pflegeheimen in die Breite gehen. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und die AOK Nordwest haben zum 1. Juli einen entsprechenden Vertrag unterschrieben, mit dem die elektronische Arztvisite (elVi) sukzessive ausgerollt wird.
ElVi ist vom Ärztenetz Medizin und Mehr in Bünde entwickelt worden und wird dort seit Mitte 2016 in einem Modellprojekt der KVWL in 15 Arztpraxen und 13 Pflegeheimen erprobt (> http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... 1266347316 ) . Ziel ist die bessere und strukturierte Kommunikation durch den Austausch von Daten und Aufnahmen. Bislang gab es über 600 elektronische Visiten, berichtete KVWL-Vorstand Thomas Müller. "Die Ergebnisse waren sehr ermutigend."
... Die Idee der elektronischen Arztvisite und ihr Urheber wurden mit dem Praxis-Preis 2016 von Springer Medizin/Ärzte Zeitung und UCB Innere Medizin ausgezeichnet. (iss) > http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... -583246162
... (weiter lesen unter) ... http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=938 ... fpuryyqrde

+++
Siehe auch:
Bild Bild
elVI- DIE ELEKTRONISCHE VISITE FÜR ÄRZTE
>>> https://www.elvi.de/


DIE ONLINE VIDEO SPRECHSTUNDE FÜR PFLEGEHEIME
Die Alterung der Gesellschaft schreitet schnell voran. Immer mehr Menschen werden immer älter und schaffen so einen Bedarf an altersgerechten Wohnplätzen in Pflegeheimen. Zu den größten Herausforderungen für das knappe Personal der Pflegeheime zählt dabei der Umgang mit der eingeschränkten Mobilität vieler Bewohner. Wenn die Mobilität eingeschränkt ist, kann ein Arztbesuch beispielsweise sehr aufwändig sein. In einigen Fällen muss ein Krankentransport bestellt werden, damit die Bewohner ihre Termine wahrnehmen und Beschwerden besprechen können. ... (weiter lesen unter) ... https://www.elvi.de/produkt/#1488834250621-1-1

Siehe auch unter
>>> http://deutsche-aerztenetze.de/uploads/ ... vi-mum.pdf
>>> https://www.ztg-nrw.de/2016/03/4607/


+++
Einsatz der elektronischen Visite im Pflegeheim (Bünde) - Film, veröffentlicht am 21.02.2017 bei Youtube (6,12 Minuten)
>>> https://www.youtube.com/watch?v=LUvtp-SWoVk
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Elektronische Arztvisite für Pflegeheimpatienten?

Beitrag von WernerSchell » 17.07.2017, 06:45

Am 29.06.2017 bei Facebook gepostet:
Patienten in Pflegeheimen sollen von einer neuen Telemedizinlösung - der elektronischen Arztvisite (ElVI) - profitieren. ElVI versteht sich als Alternative zum Arztbesuch im Heim und kann in dafür geeigneten Behandlungssituationen, v.a. in ländlichen Regionen, eine schnelle und wirksame Hilfe sein. Es muss aber klar sein, dass damit die grundsätzliche Besuchspflicht der Ärzte in den Pflegeeinrichtungen nicht etwa entfallen kann. Die modellhafte Erprobung von ELVI wird zeigen müssen, in welchen Situationen die BewohnerInnen von telemedizinischen Angeboten profitieren können und wann nicht. Ein Film bei Youtube (6,12 Minuten) informiert über die Anwendung von ELVI im Pflegeheim in Bünde. - Weitere Informationen unter folgender Adresse: > viewtopic.php?f=2&t=22192
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Was ist Telemedizin?

Beitrag von WernerSchell » 28.07.2017, 17:05

"MDKforum", Das Magazin der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung, Heft 2/2017:
Titelthema: "Was ist Telemedizin?" ...
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Streit um Videosprechstunde

Beitrag von WernerSchell » 14.11.2017, 07:55

Deutsches Ärzteblatt:

Streit um Videosprechstunde

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Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Über die Videosprechstunde für Patienten, die dem Arzt bereits bekannt sind, hat sich ein Streit entzündet.
Die Verbraucherzentrale ... > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rechstunde

Videosprechstunde: Medizin ist Kommunikation > https://www.aerzteblatt.de/archiv/18569 ... munikation
Langsames Internet bremst Telemedizin aus > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... edizin-aus
Videosprechstunde: Patientus zertifiziert > https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rechstunde
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Ärzte dürfen Patienten künftig auch ausschließlich online behandeln

Beitrag von WernerSchell » 26.02.2018, 07:42

Ärzte dürfen Patienten künftig auch ausschließlich online behandeln
Der Arzt fragt über Skype nach den Beschwerden, dann schickt er ein Rezept: Bald soll es in Deutschland Online-Behandlungen geben. Dafür lockern die Ärzte laut SPIEGEL-Informationen das Fernbehandlungsverbot.
Quelle: Der Spiegel
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 95045.html
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Lockerung des Fernbehandlungsverbotes für Ärzte

Beitrag von WernerSchell » 07.03.2018, 16:45

Gemeinsame Eckpunkte:
Verbände aus dem Gesundheitswesen drängen auf Fortschritte bei der Digitalisierung

Eine Lockerung des Fernbehandlungsverbotes für Ärzte, ein dauerhaftes Innovationsbudget für digitale Anwendungen sowie eine stärkere Einbindung digitaler Expertise in die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses – das sind einige zentrale Fortschritte bei der Digitalisierung, die sechs Organisationen und Verbände aus dem Gesundheitswesen fordern. In ihrer ersten gemeinsamen Erklärung (siehe Anlage) machen das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), der Bundesverband Managed Care e.V. (BMC), der Bund zur Verbreitung digitaler Innovationen im Gesundheitswesen e.V. (BVdIG), das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF), die Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen (GRPG) und der Verband digitale Gesundheit (VdigG) deutlich, dass die Digitalisierung schneller als bisher von Politik, Kostenträgern und Leistungserbringern vorangetrieben werden muss. Die Verbände appellieren deshalb an die Politik, „im Diskurs mit den Akteuren im Gesundheitswesen und den Bürgerinnen und Bürgern eine inhaltlich schlüssige Agenda für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens zu erarbeiten und konsequent umzusetzen“, wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt. Auch die „Digital Health Literacy“ solle im Zuge dessen bei Patienten, Politikern und Gesundheitsprofis weiter ausgebaut werden.

Gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung zum Download >>> http://www.aps-ev.de/wp-content/uploads ... _Final.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 07.03.2018
Pressestelle Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS)
Friederike Gehlenborg
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-295
Telefax: 0711 8931-167
gehlenborg@medizinkommunikation.org
www.aps-ev.de
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Online-Fernbehandlung: Chancen der Digitalisierung besser nutzen

Beitrag von WernerSchell » 16.03.2018, 12:09

BVMed-Pressemeldung 21/18
https://www.bvmed.de/online-fernbehandl ... ser-nutzen

Online-Fernbehandlung: Chancen der Digitalisierung besser nutzen

Berlin | Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, fordert die intelligente Nutzung neuer Technologien in der medizinischen Versorgung. Beispielsweise könnten durch die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes, das in der Ärzteschaft aktuell diskutiert wird, die Chancen der Digitalisierung besser genutzt werden. Als einen Bereich nennt der BVMed die Wundversorgung mit Bildübertragungen von Wunden an den behandelnden Arzt und gemeinsamen Videosprechstunden mit Wundspezialisten.

Eine ärztliche Beratung, Rezept-Ausstellen oder den Behandlungsfortschritt begutachten: Müssen Patienten dafür immer in die Arztpraxis? Oder ist das alles in Zeiten der Online-Kommunikation nicht auch möglich, wenn die Betroffenen zu Hause sind? In der deutschen Ärzteschaft wird derzeit über die Abschaffung des Fernbehandlungsverbotes noch in diesem Frühjahr diskutiert. Der BVMed unterstützt diese angedachte Öffnung hin zu mehr Telemedizin.

"Durch die Digitalisierung sind auch im Bereich der medizinischen Versorgung noch viele Verbesserungen für alle Akteure, insbesondere die Patienten, möglich. Während Videosprechstunden könnten beispielsweise die Behandlungserfolge bei chronischen Wunden sehr gut begutachtet werden. Gerade in diesem Bereich könnten so auch Patienten auf dem Land von der Expertise eines Spezialisten profitieren, dessen Praxis zu weit für einen Besuch entfernt liegt", so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Mit der heute bereits sehr weit fortgeschrittenen Technik könnte darüber hinaus eine gute flächendeckende Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Standards sehr viel einfacher erreicht werden. "Die Chancen der Digitalisierung müssen in der medizinischen Versorgung noch besser genutzt werden", fordert der BVMed.

Laut Medienberichten soll das sogenannte Fernbehandlungsverbot auf dem nächsten Ärztetag im Mai 2018 gelockert werden. Bisher dürfen Ärzte ihre Patienten nur aus der Ferne behandeln, wenn sie sie zuvor einmal persönlich gesehen haben. In mehreren Bundesländern wurde das Fernbehandlungsverbot für Modellprojekte bereits gelockert. Erprobt wird dabei unter anderem, dass Assistenten beim Patienten Bilder einer chronischen Wunde machen, die dann sofort "live" zum Arzt in die Praxis gesendet werden. So können dem Arzt und dem Patienten lange Wege und Zeit erspart werden. Möglich wäre auch, einen weiteren Spezialisten dazu zu schalten.

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Pressetext online unter:
https://www.bvmed.de/online-fernbehandl ... ser-nutzen

Pressearchiv:
https://www.bvmed.de/pressemeldungen

V.i.S.d.P.:
Manfred Beeres M.A.
Leiter Kommunikation/Presse
BVMed - Bundesverband Medizintechnologie Reinhardtstr. 29 b D - 10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 246 255-20
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E-Mail: beeres@bvmed.de
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Die meisten Ärzte sagen Nein zur Fernbehandlung

Beitrag von WernerSchell » 27.03.2018, 06:20

Ärzte Zeitung vom 27.03.2018:
Hartmannbund-Umfrage
Die meisten Ärzte sagen Nein zur Fernbehandlung

Fernbehandlung ohne persönlichen Arztkontakt steht in Modellprojekten vor dem Start. Gleichzeitig bleibt die Behandlung via Skype & Co. unter Ärzten umstritten, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Fernbehandlung jetzt bundeseinheitlich regeln

Beitrag von WernerSchell » 10.05.2018, 16:49

121. Deutscher Ärztetag
Fernbehandlung jetzt bundeseinheitlich regeln

Berlin, 10. Mai 2018 – Als einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft der Medizin würdigt BARMER-Chef Prof. Dr. med. Christoph Straub die Entscheidung der deutschen Ärzteschaft, das sogenannte Fernbehandlungsverbot zu lockern. Einen entsprechenden Beschluss hat der Deutsche Ärztetag heute in Erfurt gefasst. „Der Deutsche Ärztetag hat mit seinem Votum zum Fernbehandlungsverbot erste wichtige Weichen gestellt. Das eröffnet große Chancen für eine weitere Säule der Versorgung. Mit der Fernbehandlung rücken Ärzte und ihre Patienten näher zusammen. Das fördert die rasche Abklärung allgemeiner Beschwerden, aber vor allem die intensivere Betreuung immobiler Patienten. Jetzt muss eine bundesweit einheitliche Regelung die derzeitigen regionalen Ansätze harmonisieren“, forderte Straub. Der Beschluss des Deutschen Ärztetages habe deutlich gezeigt, dass es der Ärzteschaft um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Möglichkeiten digitaler Kommunikation gehe und sie das Heft des Handelns auch bei der digitalen Behandlung nicht aus der Hand geben wolle. Bislang war es Ärzten in Deutschland berufsrechtlich untersagt, Patienten ohne vorherigen persönlichen Kontakt zu behandeln. Lediglich in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein galten andere Regelungen.

Zeitgemäßer Kontakt zwischen Arzt und Patient
Aus Sicht der BARMER dürfe es nun nicht länger bei unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern bleiben, zumal Ärzte und Krankenkassen die technischen Systemanforderungen und die Vergütung von Videosprechstunden auf Bundesebene bereits geregelt und Rahmenbedingungen zur digitalen Versorgung von Patienten geschaffen hätten. Den Patienten wäre nicht zu vermitteln, wenn beispielsweise in Schleswig-Holstein eine ärztliche Online-Beratung möglich sei und in Brandenburg nicht. Zudem biete eine Behandlung aus der Ferne auch Großstädtern sinnvolle Erleichterungen. „Bislang hat die BARMER mit Angeboten wie dem Teledoktor allgemeinen ärztlichen Rat ohne direkten Kontakt zwischen Arzt und Patient ermöglicht. Die Fernbehandlung ergänzt dieses Angebot. Sie ist sinnvoll und gut für die Patienten“, so Straub.

Quelle: Pressemitteilung vom 10.05.2018
_______________________________________
Presseabteilung der BARMER
Athanasios Drougias (Leitung), Telefon: 0800 33 30 04 99 14 21
Sunna Gieseke, Telefon: 0800 33 30 04 99 80 31
E-Mail: presse@barmer.de

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Ärzte Zeitung vom 10.05.2018:
121. Deutscher Ärztetag
Fernbehandlungsverbot fällt
Mit "überwältigender Mehrheit" - so BÄK-Präsident Prof. Frank Ulrich Montgomery - hat der Deutsche Ärztetag die Lockerung des geltenden Fernbehandlungsverbots beschlossen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Fernbehandlung ist eine Bereicherung ...

Beitrag von WernerSchell » 11.05.2018, 06:03

Ärzte Zeitung vom 11.05.2018:
Dr. Josef Mischo
"Fernbehandlung ist eine Bereicherung"
Nach dem Beschluss des Ärztetags ist Fernbehandlung nicht mehr tabu. Dr. Josef Mischo von der BÄK erläutert im Video-Interview, für welche Fälle sich die Fernbehandlung eignet. Auch haben wir Ärzte in einer Video-Umfrage zu ihrer Meinung befragt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Telemedizin - "Online-Sprechstunde für Qualitätsschub nutzen"

Beitrag von WernerSchell » 31.05.2018, 08:45

BVMed-Pressemeldung 41/18
https://www.bvmed.de/bvmed-online-sprec ... hub-nutzen


BVMed: "Online-Sprechstunde für Qualitätsschub nutzen"
Telemedizin


Berlin | Der Beschluss des Deutschen Ärztetages, das Fernbehandlungsverbot für Ärzte aufzuheben, muss nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, nun schnell in den Bundesländern umgesetzt werden. "Wir brauchen eine schnelle Umsetzung des Beschlusses und eine intelligente Nutzung digitaler Technologien, um bei den Chancen der Digitalisierung für die Patientenversorgung in Deutschland nicht den Anschluss zu verlieren", sagte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Die Beratung und Behandlung über digitale Medien kann nach Ansicht des BVMed die Tätigkeit von Ärzte- und Pflegekräften in vielen Bereichen erleichtern, beschleunigen und intelligent genutzt auch einen echten Mehrwert für die Patienten erzielen. Als Beispiel nennt der MedTech-Verband die Versorgung chronischer Wunden, die in Deutschland noch viele Mängel habe. "Behandlungserfolge bei chronischen Wunden könnten sehr gut auch in Videosprechstunden begutachtet werden, ohne dass Patienten einen beschwerlichen Weg und Wartezeiten auf sich nehmen müssen", so Schmitt. "Außerdem könnte damit dem Mangel an Ärzten und vor allem auch an Spezialisten auf dem Land entgegengewirkt werden." Die Mediziner in Deutschland sollten diese neue Möglichkeit für einen echten Qualitätsschub nutzen, so der BVMed.

Hintergrund ist, dass der diesjährige Deutsche Ärztetag die Musterberufsordnung für Ärzte geändert hat, so dass Patienten nun unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne einen persönlichen Kontakt zum Arzt am Telefon, per SMS, E-Mail oder im Online-Chat beraten und behandelt werden können. Der Beschluss muss noch von den Landesärztekammern umgesetzt werden. Bisher waren Fernbehandlungen nur erlaubt, wenn es zuvor ein persönliches Treffen zwischen Arzt und Patient gegeben hat. Die Vorgabe des Ärztetages muss nun schnell in allen Ländern realisiert werden, fordert der BVMed. Die Patientensicherheit und die Sorgfalt in der medizinischen Versorgung gerieten durch die jetzt beschlossene Liberalisierung nicht in Gefahr. "Der Ärztetag hat die Neuerung vernünftigerweise auf Fälle beschränkt, in denen sie medizinisch vertretbar ist", so Schmitt.

In mehreren Bundesländern war das Fernbehandlungsverbot bereits für Modellprojekte gelockert worden. Erprobt wurde dabei unter anderem die Betreuung von Patienten mit chronischen Wunden. Diese wurden von einem Assistenten des Arztes besucht, der den Behandlungsfortschritt mit Bildern dokumentierte, die dann sofort zum Arzt in die Praxis geschickt werden konnten. So konnten sowohl dem Arzt als auch dem Patienten lange Wege und Zeit erspart werden. Möglich wäre in solchen Fällen auch, weitere Spezialisten zur Begutachtung dazu zu schalten. Die sehr oft immobilen Patienten können dadurch auch intensiver fachkundig betreut werden, was den Behandlungserfolg positiv beeinflussen kann.

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Pressetext online unter:
https://www.bvmed.de/bvmed-online-sprec ... hub-nutzen

Pressearchiv:
https://www.bvmed.de/pressemeldungen

V.i.S.d.P.:
Manfred Beeres M.A.
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Fax: +49 (0)30 246 255-99
E-Mail: beeres@bvmed.de
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Digitalisierung macht Patienten zum Souverän ihrer Daten

Beitrag von WernerSchell » 06.06.2018, 06:13

Ärzte Zeitung vom 06.06.2018:

Informationstechniken in der Medizin
Digitalisierung macht Patienten zum Souverän ihrer Daten

Mehr Tempo bei der Digitalisierung und den Patienten zum Souverän seiner Gesundheitsdaten machen - das ist das erklärte Ziel dreier Protagonisten für die Anwendung neuer Informationstechniken in der Medizin. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr

Interview zur Digitalisierung
"Wir müssen den Patienten zum Souverän seiner Daten machen"

Neben der Pflege steht die Digitalisierung ganz oben auf der gesundheitspolitischen Agenda. Was ist zu tun? Drei Experten geben darauf Antwort im Interview. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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eHealth-Zielbild für Deutschland: Gemeinsamer Impuls der Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft

Beitrag von WernerSchell » 25.06.2018, 09:42

BVMed-Pressemeldung 51/18
https://www.bvmed.de/ehealth-zielbild-f ... wirtschaft

eHealth-Zielbild für Deutschland: Gemeinsamer Impuls der Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft Gemeinsame Pressemeldung von Bio Deutschland, BITKOM, bvitg, BVMed, Spectaris, VFA, VDGH und ZVEI

Berlin | Die acht Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft, BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI, schlagen in einem gemeinsamen Positionspapier eine „Dialogplattform eHealth-Zielbild für Deutschland“ vor. Dabei setzen sie sich für eine stärkere Vernetzung von unterschiedlichen Politikfeldern und Branchen unter einer zentralen politischen Moderation ein, um die Voraussetzungen für eine konsequente Digitalisierung anhand einer nationalen eHealth-Strategie zu schaffen. Dies soll zur erfolgreichen Umsetzung der im Koalitionsvertrag verankerten Ziele, wie dem „eHealth-Aktionsplan 2020“, beitragen.

In dem branchenübergreifenden Papier (Download unter www.bvmed.de/ehealth-zielbild) (https://www.bvmed.de/download/ehealth-z ... papier.pdf) werden die zentralen Herausforderungen der Digitalisierung des Gesundheitssystems aus Sicht der beteiligten Verbände zusammengeführt und ein Formulierungsvorschlag für ein eHealth-Zielbild präsentiert.

Zu den inhaltlichen Aspekten gehören unter anderem ein neues Datenmodell, das die Nutzbarkeit von Forschungs- und Versorgungsdaten durch „gesetzliche Erlaubnistatbestände“ beispielsweise im Rahmen von Big Data-Anwendungen gewährleistet sowie die Verbesserung der Interoperabilität von medizintechnischen IT-Systemen auf Basis von Datenstandards. Auch sind transparente und verlässliche Zugangs- und Erstattungswege erforderlich, um Patienten regelmäßig einen schnellen Zugang zu innovativen, digitalen Versorgungsangeboten zu gewähren.

Bereits im Januar 2018 haben die acht Verbände gemeinsam zur Entwicklung eines nationalen eHealth-Zielbilds aufgerufen. Dieses gibt nach Auffassung der Branchenverbände allen Beteiligten des Gesundheitssystems bei der Umsetzung des digitalen Wandels die notwendige Orientierung und ermöglicht es ihnen, konkrete Ziele zu definieren und zu erreichen.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft steht in Deutschland für rund eine Million Beschäftigte und mit einem Gesamtumsatz von 77 Milliarden Euro für einen Anteil von 22 Prozent an der Bruttowertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft (Quelle: BMWi 2018; https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publik ... -2017.html (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publik ... -2017.html)).

Hinweis an die Medien:
Den Diskussionsbeitrag finden Sie auf den Internetseiten der Verbände. (https://www.bvmed.de/download/ehealth-z ... papier.pdf)
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Pressetext online unter:
https://www.bvmed.de/ehealth-zielbild-f ... wirtschaft

Pressearchiv:
https://www.bvmed.de/pressemeldungen

V.i.S.d.P.:
Manfred Beeres M.A.
Leiter Kommunikation/Presse
BVMed - Bundesverband Medizintechnologie Reinhardtstr. 29 b D - 10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 246 255-20
Fax: +49 (0)30 246 255-99
E-Mail: beeres@bvmed.de
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Persönlicher Arztkontakt für die meisten Patienten unerlässlich

Beitrag von WernerSchell » 22.08.2018, 05:59

Ärzte Zeitung vom 22.08.2018:
Digital Health
Persönlicher Arztkontakt für die meisten Patienten unerlässlich

Trotz aller Hohelieder, die auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens gesungen werden: Die Deutschen geben sich konservativ, wenn es um das Patientengespräch geht. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr
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Fontane-Studie: Telemedizin rettet Leben von Herzpatienten

Beitrag von WernerSchell » 27.08.2018, 16:18

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Fontane-Studie: Telemedizin rettet Leben von Herzpatienten
Positive Studienergebnisse vorgestellt


Die Fontane-Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat erstmals nachgewiesen, dass die telemedizinische Mitbetreuung das Leben von Herzpatienten verlängern kann. Zudem ist die Telemedizin gleichermaßen für Patienten im ländlichen Raum und in Metropolregionen geeignet. Die fünfjährige Studie, an der mehr als 1.500 Patientinnen und Patienten teilgenommen haben, wurde mit verschiedenen Partnern und in enger Kooperation mit zwei großen Krankenkassen durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Projekt mit 10,2 Millionen Euro gefördert. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Rund 1,8 Millionen Deutsche leiden an einer chronischen Herzinsuffizienz, jährlich kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. In den vergangenen zehn Jahren war sie die häufigste Ursache für stationäre Aufnahmen. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg - Fontane" wurden vom Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité mehr als 1.500 Patienten mit dieser Herzerkrankung untersucht. Die Hälfte von ihnen wurde telemedizinisch mitbetreut, die andere Hälfte blieb konventionell behandelt. Die ärztliche Betreuung der Patienten am Wohnort wurde bundesweit durch 113 kardiologische und 87 hausärztliche Einrichtungen gewährleistet. Ziel der Studie war es, die Patienten möglichst lange außerhalb eines Krankenhauses behandeln zu können und die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität zu erhöhen. Zudem sollte überprüft werden, ob Telemedizin strukturelle Defizite der medizinischen Versorgung auf dem Land gegenüber städtischen Regionen ausgleichen kann.
Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Bildung und Forschung: "Die Ergebnisse der vom Bundesforschungsministerium finanzierten Telemedizin-Studie Fontane zeigen: Telemedizin wirkt. Sie ermöglicht es, Patienten mit Herzschwäche besser zu versorgen - unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Die Forschungsergebnisse ebnen damit den Weg für den breiten Einsatz von Telemedizin in Deutschland, sodass hoffentlich bald alle Betroffenen von einer besseren Behandlungsqualität profitieren können. Es freut mich, dass hier Forschung zu medizintechnischen Innovationen direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommt. Hier konnte ein herausragender Erfolg der Telemedizin belegt werden."
Die Studienergebnisse zeigen, dass die Telemedizinpatienten weniger Tage aufgrund von ungeplanten kardiovaskulären Ereignissen im Krankenhaus verbringen mussten und länger lebten: Bezogen auf die einjährige Studiendauer "verloren" sie 17,8 Tage im Vergleich zu 24,2 Tagen in der Kontrollgruppe. Zudem starben von 100 Herzinsuffizienzpatienten in einem Jahr unter den regulären Bedingungen etwa 11 Patienten, mit telemedizinischer Mitbetreuung hingegen etwa 8 Patienten. Auch bei den ungeplanten Krankenhaustagen wegen Herzinsuffizienz gab es mit 3,8 gegenüber 5,6 Tagen einen Vorteil für die Telemonitoring-Gruppe. Diese Ergebnisse wurden unabhängig davon erreicht, ob der Patient in einer strukturschwachen ländlichen Gegend oder in einer Metropolregion lebte. Damit eignet sich die Telemedizin, um regionale Versorgungsunterschiede zwischen Stadt und Land auszugleichen und die Versorgungsqualität insgesamt zu verbessern.
Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité: "Wir waren von Anfang an von diesem zukunftsweisenden Projekt überzeugt und freuen uns umso mehr, dass die Ergebnisse so überaus positiv sind. Das telemedizinische Angebot dient in erster Linie den Patienten, es stärkt aber auch die Hausärzte in ländlichen Regionen, die dort hauptsächlich die Versorgung von Herzpatienten übernehmen. Das Resultat zeigt, dass die Telemedizin die Qualität der Patientenversorgung sichert - und das unabhängig vom Wohnort. Darüber hinaus ist sie ein herausragendes Beispiel, wie hausärztliche Versorgung und universitäre Forschung der Charité ganz praxisnah und länderübergreifend zusammenarbeiten können."
Die telemedizinisch betreuten Patienten erhielten vier Messgeräte: ein Elektrokardiogramm (EKG) mit Fingerclip zur Messung der Sauerstoffsättigung, ein Blutdruckmessgerät, eine Waage sowie ein Tablet zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands. Über das Tablet wurden die Werte automatisch an das Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité übertragen. Ärzte und Pflegekräfte bewerteten die übertragenen Messwerte 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche. Bei einer Verschlechterung der Werte veränderten sie beispielsweise die Medikation, gaben Empfehlungen für einen ambulanten Arztbesuch oder eine Krankenhauseinweisung.
Prof. Dr. Friedrich Köhler, Studienleiter Fontane der Charité: "Die Studienergebnisse zeigen erstmals, dass Telemedizin bei Hochrisikopatienten mit Herzschwäche zu einer Lebensverlängerung und zu weniger Krankenhausaufenthalten führt. Für den Erfolg war auch entscheidend, dass wir eine sehr einfache Technik eingesetzt haben, die für die Patienten auch alltagspraktikabel war. Darüber hinaus haben wir Pflegefachkräfte direkt zu den Patienten geschickt, die sie im Umgang mit den Geräten geschult und alle vier Wochen strukturierte Telefongespräche mit ihnen geführt haben. Der persönliche Kontakt und die enge Betreuung haben viele Patienten auch offener gegenüber der Technik und der Telemedizin werden lassen und sie motiviert, es auszuprobieren. Eine nächste wichtige Aufgabe besteht nun darin, ein Alltagsmodell zu entwickeln, um ein Vielfaches der Patientenzahl der Studie zu versorgen."
Michael Scherf, Vorstandsvorsitzender, GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG: "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir dieses Meilenstein-Projekt als Technischer Konsortialführer von der ersten Stunde an begleiten konnten. Die herausragenden Forschungsergebnisse, die durch das Team der Charité in den letzten Jahren erarbeitet wurden, motivieren uns, weiterhin in Produkte der Telemedizin zu investieren und an der Überführung innovativer Betreuungsformen für chronisch kranke Patienten in die Regelversorgung zu arbeiten. Um möglichst vielen betroffenen Patienten diese Betreuungsform zu ermöglichen, muss auch über Lösungsansätze aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz nachgedacht werden."
Als assoziierte Kooperationspartner waren auch zwei große Krankenkassen an der Studie beteiligt. Dr. Mani Rafii, Mitglied des Vorstands, BARMER: "Die Fontane-Studie ist ein treffendes Beispiel dafür, dass passgenaue telemedizinische Anwendungen mehr und mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung werden. Sie schließen nicht nur Versorgungslücken im ländlichen Raum, auch in Ballungsgebieten trägt gezielt eingesetzte Telemedizin dazu bei, die Versorgungssituation der Menschen entscheidend zu verbessern. Sehr gerne haben wir als Fontane-Kooperationspartner deshalb unsere Versorgungsdaten für diese Studie zur Verfügung gestellt. Sie bilden damit nicht nur die Grundlage für den Erfolg der Fontane-Studie, sondern auch für die sich daraus ableitende zielgenauere medizinische Versorgung von Herzpatienten in Deutschland. Die BARMER wird die Studienergebnisse nun mit Blick auf ihre Versichertengemeinschaft genau bewerten und dort, wo ein Nutzen klar belegt werden kann, einzelvertragliche Vereinbarungen für eine bessere Versorgung treffen."
Dr. Werner Wyrwich, Versorgungsmanagement, AOK Nordost: "Die Ergebnisse der Telemedizin-Studie haben einmal mehr bestätigt, wovon die AOK Nordost schon lange überzeugt ist: Nämlich, dass die Telemedizin die Qualität der Versorgung steigert und die Patienten länger zuhause betreut werden können. Vor allem Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz - einem der häufigsten Gründe für stationäre Behandlungen im Alter - profitieren von der Telemedizin. Als größte regionale Versorgerkasse im Nordosten haben wir bereits sehr früh telemedizinische Ansätze als einen wichtigen Stellhebel erkannt, um eine verlässliche Versorgung, vor allem in ländlichen Regionen, zusammen mit unseren Partnern im Gesundheitswesen zu gestalten. Daran halten wir im Interesse der Versicherten auch weiterhin fest."

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Forschungsprojekt "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg - Fontane"
Das Projekt "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg - Fontane" wurde von 2009 bis 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 10,2 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus hat das Land Brandenburg die technische Entwicklung des in der Studie verwendeten Telemedizinsystems mit 4,5 Millionen Euro unterstützt. Projektpartner sind die GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG, die Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions GmbH, die Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH, die Thermo Fisher Scientific Clinical Diagnostics Brahms GmbH sowie die assoziierten Kooperationspartner AOK Nordost und BARMER.

Kontakt:
Prof. Dr. Friedrich Köhler
Leiter des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Telefon: +49 30 450 514 184
E-Mail: friedrich.koehler@charite.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat Presse; Strategische Kommunikation
Kapelle-Ufer 1
10117 Berlin
Telefon: 030 1857-5050
E-Mail: Presse@bmbf.bund.de

Links:
Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin
https://telemedizin.charite.de/

Projekt "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg - Fontane"
http://www.gesundheitsregion-fontane.de/

Fontane-Studie: "Telemedizinische Mitbetreuung bei Patienten mit Chronischer Herzinsuffizienz" (TIM-HF2)
http://www.fontane-studie.de/

Quelle: Pressemitteilung vom 27.08.2018
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