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 Betreff des Beitrags: Tatort Krankenhaus - Buchtipp
BeitragVerfasst: 29.03.2017, 17:54 
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Buchtipp!

Karl H. Beine, Jeanne Turczynski

Tatort Krankenhaus
Wie ein kaputtes System Misshandlungen und Morde an Kranken fördert

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Droemer, April 2017
Hardcover, 256 Seiten
ISBN: 978-3-426-27688-4
€ 19,99 - E-Book (€17,99)

Opfer der Profitgier im Gesundheitssystem. 21000 getötete Patienten pro Jahr?
Wenn nicht der Mensch – als Patient und als Pflegender – im Mittelpunkt des Gesundheitssystems steht, sondern Profit, Apparate und Pharmazeutika, dann wird das Gesundheitssystem zur Gefahr. Die Folge: Gestresste Pfleger und Ärzte, Unzufriedenheit, Behandlungsfehler und eine zunehmende Resignation. Einige Mitarbeiter reagieren gewalttätig auf ihre Überforderung. Tausende Patienten bezahlen das mit ihrem Leben.
Professor Karl H. Beine und Jeanne Turczynski decken einen Skandal von ungeheurem Ausmaß auf.
Die bisher bekannten Mordserien in Kliniken und Heimen sind nur die Spitze des Eisberges. Viel häufiger als bisher vermutet werden Patienten in Kliniken und alte Menschen in Pflegeheimen zu Opfern. Die Zahl der Tötungen geht in die Tausende. Karl H. Beine, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke und Jeanne Turczynski, Wissenschaftsredakteurin des Bayerischen Rundfunks, decken einen Skandal von ungeheurem Ausmaß auf.
Die Profitinteressen von Klinikbetreibern, Pharmaindustrie und Apparateherstellern haben aus Patienten „Kunden“ und aus Pflegern und Ärzten „Leistungserbringer“ gemacht.
Gefahr für Leib und Leben erwächst aus diesem inhumanen System, wenn die zwischenmenschliche Beziehung von Alten und Patienten zu Schwestern, Pflegern und Ärzten zum Geschäftskontakt verkümmert. Die Kranken sind in ihrem Leben bedroht, wenn mit weniger Personal, das zunehmend unter Druck steht, immer mehr Bedürftige versorgt werden müssen. Tausende Heimbewohner und Klinikpatienten bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das ist das schockierende Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie, für die Professor Karl H. Beine mehr als 5000 Beschäftigte in Gesundheitsberufen befragen konnte. Wie dramatisch die Lage ist und was sich – auch politisch! – ändern muss, beschreibt er zusammen mit Jeanne Turczynski in diesem Buch.


Der Autor Professor Dr. med. Karl H. Beine, geboren 1951, ist Chefarzt am St. Marien-Hospital Hamm und Professor für Psychiatrie und Psychotherapie ...
Die Autorin Jeanne Turczynski ist Redakteurin in der Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik des Bayerischen Rundfunks, dort betreut sie das Thema Medizin.

Quelle und weitere Informationen:
https://www.droemer-knaur.de/buch/92546 ... rankenhaus

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 Betreff des Beitrags: Re: Tatort Krankenhaus - Buchtipp
BeitragVerfasst: 29.03.2017, 18:00 
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Befragung von Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern und Pflegeheimen

Tötung von Patientinnen und Patienten sind nicht so selten wie angenommen

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Professor Dr. Karl H. Beine

Nach einer Befragung von mehr als 5000 Beschäftigten in Gesundheits-berufen kommt Professor Dr. Karl H. Beine, Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zu dem Ergebnis, dass die Zahl von Tötungen in deutschen Krankenhäusern vermutlich höher ausfällt als bisher angenommen. Das Bild des Einzeltäters, wie etwa in Delmenhorst, gerät ins Wanken, sind die Autoren überzeugt. Wie sich in dieser Studie die Selbsteinschätzung von Ärzten und Pflegepersonal darstellt und was – auch politisch – zu tun ist, beschreibt Prof. Beine zusammen mit Jeanne Turczynski in seinem neuen Buch: „Tatort Krankenhaus".

„Mit unserer Erhebung wurde erstmalig in Deutschland das Phänomen von Tötungsdelikten im Gesundheitswesen empirisch untersucht. Es handelt sich um eine Pilotstudie zu einem heiklen Thema, über das nur ungern gesprochen wird“, sagt Prof. Dr. Karl H. Beine. „Die Zahlen sind nicht repräsentativ, aber sie sollten uns alarmieren und zu weiterer Forschung auffordern. Die Studie liefert Hinweise dafür, dass die reflexartig vorgetragene Behauptung, es handele sich um Einzelfälle von kriminellen Psychopathen, zu hinterfragen ist.“

Die wissenschaftliche Befragung wurde im Herbst 2015 durchgeführt. 5055 Kranken-, Altenpfleger und Ärzte haben sich beteiligt. Die entscheidende Frage zum Thema Lebensende lautete: „Haben Sie selbst schon einmal aktiv das Leiden von Patienten beendet?“ Diese Frage ist weit gefasst und lässt Interpretationsspielraum zu. 3,4 Prozent der Ärzte, 1,8 Prozent der Altenpfleger und 1,5 Prozent der Krankenpfleger antworteten mit „Ja“.

In der Interpretation der erhobenen Daten ist Prof. Beine bewusst vorsichtig:
„Unsere Untersuchung besagt nicht, dass nun gesichert von vielen tausend Mord- oder Totschlagsdelikten pro Jahr in Deutschland auszugehen ist.“ Unter den „Ja“-Antworten werde vermutlich auch eine unbestimmte Anzahl von lebensbeendenden Maßnahmen sein, die der passiven Sterbehilfe zuzuordnen sind – aber eben auch eine Anzahl Tötungen ohne explizite Willensäußerungen von Patienten oder Heimbewohnern.

„Diese Zahlen sind ein Anfang. Sie liefern einerseits den sicheren Beleg dafür, dass es überhaupt nicht gerechtfertigt ist, die vielen tüchtigen Helfer und Ärzte in Krankenhäusern und Heimen unter Generalverdacht zu stellen, weil 98,6 Prozent der Krankenpfleger, 98,2 Prozent der Altenpfleger und 96,6 Prozent der Ärzte auf die Frage, ob sie selbst schon einmal aktiv das Leiden von Patienten beendet haben mit „nein“ geantwortet haben. Andererseits sind die Ergebnisse aber ein wichtiges Indiz dafür, dass die behaupteten Einzelfälle keine sind“, erläutert Prof. Beine.

„Unser Anliegen ist es“, so Prof. Beine, „ein Tabuthema aufzugreifen, wissenschaftlich zu betrachten und auf Grund fundierter Ergebnisse zu einer wichtigen gesellschaftlichen Diskussion und – noch wichtiger – zu Lösungsansätzen zu kommen.“

Weitere Informationen bei Professor Dr. Karl H. Beine, karl.beine@uni-wh.de, Die Telefonnummer kann unter 02302/926/805/849 erfragt werden.

Professor Dr. med. Karl H. Beine, geboren 1951, ist Chefarzt am St. Marien-Hospital Hamm und Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke.
Jeanne Turczynski ist Redakteurin in der Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik des Bayerischen Rundfunks, dort betreut sie das Thema Medizin.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Quelle: Pressemitteilung vom 29.03.2017
Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke
https://idw-online.de/de/news670486

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BeitragVerfasst: 30.03.2017, 06:13 
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Ärzte Zeitung vom 30.03.2017:
Patiententötung: Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?
Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=932 ... aft&n=5658

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BeitragVerfasst: 30.03.2017, 06:39 
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Krankes Gesundheitssystem
Wie Patienten zu Opfern werden

Am 29.03.2017 berichtete BR Fernsehen, Kontrovers (6, 22 Min.)
Filmbeitrag ist (vorübergehend) anschaubar
> http://www.br.de/mediathek/video/sendun ... m-102.html

Siehe auch:
Todesfälle in Seniorenresidenz
"Wenn du was sagst, erlebst du dein blaues Wunder"

> viewtopic.php?f=3&t=21876

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BeitragVerfasst: 04.04.2017, 06:22 
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Pressemitteilung vom 29.03.2017:

DKG zur Buchvorstellung "Tatort Krankenhaus"
Krankenhäuser weisen Tötungsvorwürfe zurück


Zu den Behauptungen eines Psychiaters, dass jährlich bis zu 21.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern und Heimen getötet würden, erklärt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Thomas Reumann:

„Dies ist eine unverantwortliche Behauptung, die als völlig unseriös zurückzuweisen ist. Selbst der Autor rudert mittlerweile zurück. In einem Beitrag der ‘Welt am Sonntag‘ stellt er in Frage, ob seine Befragung von den Teilnehmern richtig verstanden wurde. Seine ‘empirische Schätzung‘ unterscheidet offensichtlich nicht zwischen der Begleitung von Sterbenden und Töten. Der palliativmedizinische Ansatz wird hier diskreditiert. Besser als jetzt zu zweifeln, wäre es gewesen, ganz auf ein solch unwissenschaftliches Pamphlet zu verzichten.

Natürlich gibt es wirtschaftlichen Druck im Krankenhaus wie in allen sozialen Bereichen. Damit gehen die Krankenhäuser und die Ärzte und Pflegekräfte aber professionell und verantwortungsvoll um. Die Tötungsbehauptung aufgrund wirtschaftlichen Drucks ist eine unverantwortliche Effekthascherei mit gezieltem Schlechtreden zum Verkauf des eigenen Buches auf Kosten von Pflegekräften. Ausgerechnet eine Berufsgruppe wird so unter Generalverdacht gestellt, die sich durch Empathie und die Sorge um das Wohlergehen kranker Menschen jeden Tag verdient macht. Die Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern leisten rund um die Uhr großartige Arbeit – an 24 Stunden täglich/7 Tage die Woche.“

Quelle und weitere Informationen:
http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/38/aid/ ... s%E2%80%9C

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BeitragVerfasst: 01.07.2017, 07:06 
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Umfrage lässt hohe Dunkelziffer in Bezug auf illegale Sterbehilfe vermuten
K. H. Beine, T. Schubert:
Das Dunkelfeld intentional lebensbeendender Handlungen durch Ärzte und Pflegekräfte
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2017; online erschienen am 31.5.2017
DOI: 10.1055/s-0043-109889
… (weitere Informationen) … > viewtopic.php?f=2&t=22196&p=98792#p98792

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BeitragVerfasst: 09.07.2017, 06:33 
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Am 09.07.2017 bei Facebook gepostet:
Umfrage lässt hohe Dunkelziffer in Bezug auf illegale Sterbehilfe vermuten
Obwohl die Tötung auf Verlangen und Tötung ohne ausdrücklichen Wunsch in Deutschland strafbar ist, haben Ärzte, aber auch Kranken- und Altenpfleger Erfahrungen mit "aktiver Sterbehilfe". Das legt eine bundesweite Umfrage der Universität Witten/Herdecke nahe, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2017) veröffentlicht wurden. Sie lässt vermuten, dass auch Tötungen ohne explizite Willensäußerung der Patienten erfolgten:
viewtopic.php?f=2&t=22196

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