Krebstherapie - Warnung vor Krebs-Wunderheilern

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Re: Krebstherapie - Warnung vor Krebs-Wunderheilern

Beitrag von WernerSchell » 05.02.2017, 16:48

Die Rheinische Post berichtete am 04.02.2017:
Todesfälle in Brüggen-Bracht
Behördenstreit nach Krebsskandal

Krefeld/Mönchengladbach. Verdacht auf Mord oder fahrlässige Tötung? Über diese Frage sind Staatsanwaltschaft und Polizei nach den Todesfällen im Krebszentrum Brüggen-Bracht zerstritten - und zeigen sich gegenseitig an.
Von Andreas Gruhn und Gabi Peters
Die Ermittlungen zu den rätselhaften Todesfällen in einem alternativen Krebszentrum in Brüggen-Bracht im Juli vergangenen Jahres haben einen heftigen Streit unter den Ermittlern ausgelöst. Die Mönchengladbacher Kriminalpolizei ist bereits seit Oktober 2016 nicht mehr mit dem Fall betraut, seitdem liegen die Ermittlungen allein bei der Krefelder Staatsanwaltschaft. Das erfuhr unsere Redaktion aus unterrichteten Kreisen. Beide Behörden bestätigten dies auf Nachfrage.
Heftige Auseinandersetzungen
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/staedte/vie ... -1.6583123
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Heilpraktiker: Koalition vereinheitlicht Prüfung

Beitrag von WernerSchell » 10.02.2017, 07:55

Ärzte Zeitung vom 10.02.2017:
Heilpraktiker: Koalition vereinheitlicht Prüfung
Das Heilpraktikerrecht steht vor Änderungen. Ziel seien die Leitlinien für die Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern, so das Gesundheitsministerium.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=929 ... aft&n=5555
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Krebstherapie: Ärzte kritisieren Heilpraktiker

Beitrag von WernerSchell » 28.07.2017, 16:39

Die Rheinische Post berichtete am 28.07.2017:

Krebstherapie: Ärzte kritisieren Heilpraktiker

Kreis Viersen. Ein Jahr nach dem Tod von drei Krebspatienten in Brüggen fordern Mediziner Konsequenzen.
Vor rund einem Jahr starben drei Menschen - eine Niederländerin (43), ein Niederländer (55) und eine Belgierin (55) - kurz nach einer Behandlung in einem alternativen Krebszentrum in Brüggen-Bracht im Kreis Viersen. Ein Heilpraktiker hatte für die Behandlung den experimentellen Wirkstoff 3-Bromopyruvat (3-BP) eingesetzt. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft Krefeld gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen - bislang noch ohne Resultat.
... (weiter lesen unter) ... http://www.rp-online.de/nrw/krebstherap ... -1.6976095
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Heilpraktiker behandelt weiterhin

Beitrag von WernerSchell » 17.08.2017, 06:35

Ärzte Zeitung vom 17.08.2017:
Trotz Vorwurfs der fahrlässigen Tötung
Heilpraktiker behandelt weiterhin

Empörung in Nordrhein-Westfalen: Obwohl gegen einen Heilpraktiker aus dem niederrheinischen Brüggen wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, praktiziert der Mann weiter.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=941 ... fpuryyqrde
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Reform des Heilpraktikerberufs vorgeschlagen

Beitrag von WernerSchell » 21.08.2017, 18:20

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Expertengruppe schlägt umfassende Reform des Heilpraktikerberufs vor

Eine 17-köpfige Expertengruppe mit Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert (Universität Münster) an der Spitze hat Vorschläge erarbeitet, wie das Heilpraktikerwesen zum Nutzen der Patienten reformiert werden sollte. Der Appell der Experten richtet sich gegen die ihrer Einschätzung nach "unangemessene Ausbildung und die meist unhaltbaren Krankheitskonzepte" der Heilpraktiker. Demnach sollte der Beruf entweder abgeschafft oder durch die Einführung spezialisierter "Fach-Heilpraktiker" als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe abgelöst werden.

Auf Initiative von Bettina Schöne-Seifert, Professorin für Medizinethik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), hat eine 17-köpfige Expertengruppe ("Münsteraner Kreis") Vorschläge erarbeitet, wie das Heilpraktikerwesen zum Nutzen der Patienten reformiert werden sollte. Der Appell der Experten richtet sich gegen die ihrer Einschätzung nach "unangemessene Ausbildung und die meist unhaltbaren Krankheitskonzepte" der Heilpraktiker.

Der Münsteraner Kreis hat jetzt das "Münsteraner Memorandum Heilpraktiker" verabschiedet, über das im Deutschen Ärzteblatt berichtet worden ist. Darin werden zwei Lösungsvorschläge skizziert: 1. Der Heilpraktikerberuf wird abgeschafft 2. Der Heilpraktikerberuf wird abgelöst durch die Einführung spezialisierter "Fach-Heilpraktiker" als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe.

Zum Hintergrund: Im deutschen Gesundheitswesen existieren nach Meinung der Expertengruppe zwei Parallelwelten - die Welt der akademischen Medizin und die Welt der Heilpraktiker. Während die akademische Medizin auf wissenschaftlichen Fakten beruhe und nach begründetem Fortschritt strebe, seien Heilpraktiker in der sogenannten "Komplementären und Alternativen Medizin (KAM)" verankert. Auch der Ausbildungsgang ist verschieden: Während Mediziner ein langes Studium absolvieren, ist die Ausbildung zum Heilpraktiker kurz und weitgehend unreguliert. Da Heilpraktiker gleichwohl das Etikett "staatlich anerkannt" bekämen, könnten Patienten leicht den Eindruck gewinnen, dass es sich bei Medizinern und Heilpraktikern um gleichwertige Alternativen handele.

Seit vielen Jahren gibt es immer wieder teilweise intensiv geführte Diskussionen um das Thema Komplementäre und Alternative Medizin. Zu den hunderten von Verfahren wurden zahlreiche klinische Studien durchgeführt, deren Qualität allerdings häufig sehr gering ist. Überzeugende Belege für eine Wirksamkeit fehlen meist. Zudem widersprechen die tradierten Krankheitskonzepte und Interventionen oft fundamentalen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Autoren sind überzeugt, dass ihre Lösungsvorschläge das Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen stärken und die Versorgung verbessern würden. Das Label "staatlich anerkannt" wäre in Folge einer Reform wieder ein echtes Qualitätsmerkmal, an dem sich Patienten orientieren könnten. Der Münsteraner Kreis ruft Institutionen und Einzelpersonen auf, sich dem Statement anzuschließen. Dadurch sollten Politiker motiviert werden, das Heilpraktikerwesen nicht nur kosmetisch, sondern grundlegend zu reformieren.

"Im Lauf der Jahre ist bei meinen Mitarbeitern und mir das dringende Bedürfnis entstanden, der Problematik von Alternativmedizin auf den Grund zu gehen", betont Bettina Schöne-Seifert. Aus diesem Grund hatte sie im Juni 2016 ausgewiesene KAM-Experten verschiedener Fachrichtungen nach Münster eingeladen, um über KAM und das Heilpraktikerwesen zu diskutieren. Einige Experten des daraufhin gegründeten "Münsteraner Kreises" brachten dazu ihre eigenen Forschungsergebnisse zu den von Heilpraktikern angebotenen Verfahren sowie der Motivation der Patienten ein. "Wir wollten ausloten, wie ein solidarisches Gesundheitswesen verantwortlich und fair mit dem Clash zwischen gefährlicher Pseudowissenschaft und Selbstbestimmung umgehen sollte", unterstreicht die Medizin-Ethikerin. "Um es deutlich zu sagen: Wir wollten den gegenwärtigen Irrsinn nicht länger hinnehmen."

Um nicht nur medizinische, sondern auch ethische, wissenschaftstheoretische, psychologische und juristische Aspekte einzubeziehen, wurde der Münsteraner Kreis bewusst interdisziplinär aufgestellt. Die Arbeit der Gruppe wurde nicht von Dritten finanziell unterstützt, und die Mitglieder sind frei von Interessenkonflikten.

Die Autoren des "Münsteraner Memorandums Heilpraktiker" im Einzelnen (*federführende Hauptautoren):

Prof. Dr. Manfred Anlauf, Mitglied der Arzneimittelkommission der Bundesärztekammer, Bremerhaven; Dr.-Ing. Norbert Aust, Informationsnetzwerk Homöopathie, Hamburg; Dr. Hans‐Werner Bertelsen, Praxis für Zahnmedizin, Bremen; Juliane Boscheinen, Medizinrecht (Rechtsanwältin), Saarbrücken; Prof. Dr. Dr. Edzard Ernst, University of Exeter; Dr. Daniel R. Friedrich*, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, WWU Münster; Dr. Natalie Grams, Informationsnetzwerk Homöopathie, Roßdorf; Prof. Dr. Paul Hoyningen‐Huene, Zentrale Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik, Universität Hannover; Prof. Dr. Jutta Hübner, Stiftungsprofessorin für Integrative Onkologie der Deutschen Krebshilfe am Universitätsklinikum Jena; Prof. Dr. Dr. Peter Hucklenbroich, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, WWU Münster; Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe, ehem. Institut für Sozialmedizin, Universität Lübeck, jetzt Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, WWU Münster; Dr. Jan‐Ole Reichardt*, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, WWU Münster; Prof. Dr. Norbert Schmacke, Versorgungsforschung, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen; Prof. Dr. Bettina Schöne‐Seifert*, Lehrstuhl für Ethik der Medizin, WWU Münster; Prof. Dr. Oliver R. Scholz, Philosophisches Seminar der WWU Münster; Prof. Dr. Jochen Taupitz, Medizinrecht, Universität Mannheim; Dr. Christian Weymayr*, freier Wissenschafts‐ und Medizinjournalist, Herne.

Weitere Informationen:
http://daebl.de/BB3 Münsteraner Memorandum Heilpraktiker

Quelle: Pressemitteilung vom 21.08.2017
Norbert Robers Presse- und Informationsstelle
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
https://idw-online.de/de/news679694
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