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Forum Werner Schell
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 Betreff des Beitrags: Katastrophe Krankenhaus
BeitragVerfasst: 08.07.2016, 08:49 
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Am 08.07.2016 bei Facebook gepostet:
Katastrophe Krankenhaus - TV-Tipp für den 08.07.2016, 22,00 Uhr, SWR Fernsehen, Nachcafé > viewtopic.php?f=7&t=21706 Von hier gibt es seit Jahren einschlägige Infos zum Patienten-, Pflege- und Krankenhausrecht! Die einfache Botschaft muss lauten: "Erst der Patient, dann der Profit. Patienten gehören in den Mittelpunkt."

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BeitragVerfasst: 09.07.2016, 14:12 
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"Katastrophe Krankenhaus" - Sendung Nachtcafé vom 08.07.2016 | 90 Min. | Film in der Mediathek verfügbar bis 09.07.2017 | Quelle: SWR > http://www.ardmediathek.de/tv/NACHTCAF% ... d=36457074
Die Diskussionsbeiträge vermitteln kaum neue Erkenntnisse. Denn die Unzulänglichkeiten in der stationären Patientenversorgung sind seit vielen Jahren bekannt. Besonders problematisch ist der Pflegenotstand und die Tatsache, dass vornehmlich ökonomische Erwägungen im Vordergrund stehen. Von hier wird darauf seit vielen Jahren aufmerksam gemacht. Entsprechende Reformen wurden eingefordert; u.a. am Tag der Pflegenden wurde lautstark gepostet:


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Die Entwicklung des Abrechnungssystems mittels Fallpauschalen hat zwar die gewünschten Verkürzungen der Patienten-Aufenthaltszeiten gebracht, aber auch auch dazu geführt, dass die Patienten vorwiegend als Abrechnungsobjekt gesehen werden und die Zuwendung klar in den Hintergrund getreten ist. Man kann sagen: Patienten sind als Fallpauschalen interessant, aber als Menschen stören sie eher!

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Quelle: viewtopic.php?f=7&t=21706&p=93191#p93191

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BeitragVerfasst: 11.07.2016, 06:36 
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Deutsches Ärzteblatt:
Fachgesellschaften warnen vor Ökonomisierung im Klinikbereich
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben die zunehmende Ökonomisierung im Klinikalltag kritisiert.
Wenn die Klinik zum Wirtschaftsunternehmen werde ... 
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... nikbereich

Medizinethik: Ökonomisches Denken darf nicht im Vordergrund stehen
http://www.aerzteblatt.de/archiv/179631 ... und-stehen
Krankenhäuser: Strategien für die Zukunft
http://www.aerzteblatt.de/archiv/175857 ... ie-Zukunft
Ökonomisierung in Kliniken geht zulasten der Kranken
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/6 ... er-Kranken

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 Betreff des Beitrags: Keimfrei im Krankenhaus - Reportage
BeitragVerfasst: 09.08.2016, 06:36 
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9. August 2016, 20:15 - 21:00 Uhr, HR-Fernsehen

Reportage
Die Kontrolleure: Keimfrei im Krankenhaus

Bild -- Bild
Qualitätsmanagerin Edith Beyer.

Klebestreifen mit Infos oder einfache, handgeschriebene Zettel an den Schränken – das kann Edith Beyer nicht tolerieren. Es gibt klare Regeln – und die haben ihren Sinn.

Zum einen können sich auf kleinen Klebern leichter Bakterien ansammeln, zum anderen sollen Infozettel einer genauen Vorlage entsprechen, um mögliche Missverständnisse auszuschließen. Edith Beyer ist Qualitätsmanagerin und dafür verantwortlich, dass es keine Keime oder OP-Fehler im Offenbacher Klinikum gibt. Wenn sie auf die Stationen, in Behandlungsräume oder in den Operationsbereich kommt, müssen alle zuhören, egal ob Ärzte, Pfleger oder Schwestern. Die Kontrolleurin überprüft und optimiert ständig alle Arbeitsabläufe im Krankenhaus - von der Befüllung der Desinfektionsspender bis zur Patientenbefragung vor der OP. Nicht immer macht sie sich mit ihrem Ordnungssinn und Perfektionismus Freunde bei den Kollegen. Aber Nachlässigkeiten, Hygienemängel und Missverständnisse in der Kommunikation darf sie nicht dulden, sonst kann Schaden für Leib und Leben der Patienten drohen. Täglich ist sie im Klinikum unterwegs und schaut, dass sich bei der Routine in Klinikalltag keine Fehler einschleichen. Auch Patientenbriefe muss sie beantworten, über Lob freut sie sich, bei Beschwerden hakt sie sofort nach. Doch nicht nur Edith Beyer überprüft die Arbeit des Klinikpersonals, regelmäßig kommen auch externe unabhängige Prüfer in die Klinik zur Kontrolle. Wenn alles gut läuft und die Prüfer von außen ein positives Urteil über die Klinikarbeit fällen, winkt dem Krankenhaus eine Zertifizierung, eine Art Gütesiegel. Damit kann es dann den Patienten zeigen, dass es gut arbeitet und für Patientensicherheit sorgt. Filmautor Rütger Haarhaus hat die Qualitätsmanagerin Edith Beyer bei ihren täglichen Kontrollgängen durch die Klinik begleitet und eine externe Prüferin beobachtet, die das Krankenhaus bei einem Kontrolltermin auf Patientensicherheit unter die Lupe nimmt. Wird alles glatt gehen und die Klinik die gewünschte Zertifizierung bekommen - oder findet die externe Kontrolleurin Dinge, die sie bemängeln muss?

Eine Reportage von Rütger Haarhaus.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.hr-online.de/website/fernseh ... t_61464024

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Siehe auch unter
> viewtopic.php?f=4&t=21001&hilit=Keime
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BeitragVerfasst: 21.09.2016, 08:46 
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Bürokratie im Gesundheitswesen Je kränker, desto besser
Mit Bürokratie-Fallstricken die Einnahmen verbessern? Aus Sicht vieler Ärzte und Therapeuten trifft das im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen zu. Recherchen von report München über die Folgen der Gesundheitsbürokratie. - Von: Ulrich Hagmann, Fabian Mader - Stand: 20.09.2016
Christoph Meyer betreibt seit vielen Jahren eine Arztpraxis in Norddeutschland. Seit Kurzem bekommt er regelmäßig Besuch von Vertretern gesetzlicher Krankenkassen. Sein Eindruck: er solle möglichst viele chronisch kranke Patienten melden, weil die Kasse dann mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds erhält. … "Es wird sich zeigen, dass unsere deutsche Bevölkerung statistisch gesehen so krank ist, dass sie eigentlich kaum noch laufen kann." - Dr. Christoph Meyer, Allgemeinmediziner -- … Quelle: http://www.br.de/nachrichten/buerokrati ... n-110.html

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 Betreff des Beitrags: Pflegenotstand - es ist alles gesagt
BeitragVerfasst: 13.10.2016, 06:53 
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Am 13.10.2016 bei Facebook gepostet:
Wer als Pflegekraft im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung Mängel aufgreifen will, sollte, um die eigene Anstellung nicht zu gefährden, die geltenden arbeitsrechtlichen Regeln beachten (> viewtopic.php?f=5&t=21519 ). Ich rate dazu, immer klar Position zu beziehen, jeder an seinem Platz und mit den jeweils gegebenen rechtlichen Möglichkeiten. Plattformen, um pflegepolitische Forderungen zu erheben, gibt es. Dabei muss sich nicht jeder outen. Aber Unterstützung durch Anwesenheit, z.B. bei den regelmäßigen Neusser Pflegetreffs, wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung. Eingeladen habe ich immer breit. - Der nächste Treff findet am 26.10.2016 statt. Dann geht es zwar in erster Linie um die neuen Pflegegrade. Aber irgendwie kommen wir dann doch auch zu den unzureichenden Stellenschlüsseln usw. > viewtopic.php?f=7&t=21512

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BeitragVerfasst: 02.11.2016, 17:50 
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Das Wohl des Menschen ist Ziel ethischer Beratung in Klinik und Heim

Im Franz-Volhard Hörsaal der Frankfurter Uniklinik fand am 18. Juni 2016 eine Jubiläumstagung mit acht Referenten aus Deutschland und der Schweiz statt. Sie verschafften den rund 50 Teilnehmern einen Überblick, wie sich Ethik-Komitees und Ethikberatung im Gesundheitsbereich sowie in Altenpflegeheimen entwickelt haben und wie sich der aktuelle wissenschaftliche Stand darstellt. Die Veranstaltung würdigte die Arbeit: "10 Jahre Ethik in Klinik und Altenpflegeheim in Frankfurt am Main".

Stellungnahmen zur Ethikentwicklung

Dr. Gisela Bockenheimer-Lucius gab einleitend einen Überblick zur Ethikgeschichte im deutschen Gesundheitswesen. Seit Ende der 1990er Jahre sei die Ethikfallberatung in Kliniken etabliert und im Jahr 2005ein Ethikkomitee in der Universitätsklinik Frankfurt eingerichtet worden. Standards zur Ethikberatung wurden 2010 von der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (Göttingen) eingeführt, und 2014 folgten Empfehlungen zur Zertifizierung von Fallberatern. Das Land Hessen habe hierbei eine wichtige Rolle übernommen, denn es fordere, dass rechtlich in allen klinischen Einrichtungen Ethikbeauftragte einzusetzen sind. Unterdessen wurde 2016 ein ambulantes Ethikkomitee für ganz Hessen ins Leben gerufen unter Federführung der Landesärztekammer Hessen. Auf der Tagung berichtete Dr. med. Carola Seifart, Uniklinik Marburg, über das Pilotprojekt.
Bockenheimer-Lucius ist die Gründerin des ersten Pflegeheim-Ethikkomitees in Deutschland, das 2006 im Franziska-Schervier-Altenpflegeheim eingerichtet wurde. Dadurch wird Hausärzten, Angehörigen, Heimbewohnern und Heimpersonal eine Orientierung darüber ermöglicht, welche medizinischen Maßnahmen z. B. am Lebensende noch sinnvoll sind und welche nicht. Es geht aber auch um typische ethische Alltagsprobleme in einer solchen Einrichtung, beispielsweise um subtile Gewalt, um Sexualität oder um Suchtprobleme. Im Jahr 2007 konnte die Ethikberatung für alle Pflegeheime des Frankfurter Forums für Altenpflege zugänglich gemacht werden, dank der Mittel aus dem Frankfurter Programm Würde im Alter. Pflegekräfte in den Heimen nutzen seitdem diese Beratung, die vom Frankfurter Netzwerk Ethik in der Altenpflegelokal angeboten wird und auch Angehörigen offen steht. Derzeit sind vier Personen in diesem Netzwerk in der Ethikberatung tätig.

Verantwortung versus medizinisches Sicherheitsdenken
Pflegende Angehörige sind besonders dann an ihren Entscheidungsgrenzen, wenn ihr Pflegebedürftiger als Klinikpatient in der Sterbephase nichts mehr isst und der Stationsarzt Sondenernährung empfiehlt, weil der Patient sonst verhungere und verdurste. Dass diese Maßnahme das Sterben hinaus zögern und viel Leid erzeugen kann, wird oft nicht in den Blick genommen. Hat der Patient einen gesetzlichen Betreuer, muss dieser für seinen Klienten entscheiden. Häufig stehen Betreuer in Entscheidungskonflikten, die sich im Spannungsfeld von Verantwortung und gesetzlichem Auftrag bewegen. Die Einweisung in eine Klinik erscheint ihnen rechtlich sicherer, als den Heimbewohner in seiner vertrauten Umgebung sterben zu lassen, was möglicherweise verantwortlicher wäre, hinsichtlich seines Wohlergehens am Lebensende.

Um in derartigen Fällen Angehörige und Betreuer zu informieren, gehöre Ethikberatung in Kliniken vielerorts zum Standard, sagte die aus der Schweiz angereiste Medizinethikerin Prof. Stella Reiter-Theil. Ethikberatung im Gesundheitswesen bedeute zunächst, dass es dort keine Delegierung von Verantwortung geben könne. Das heißt, die Entscheider stehen für ihr gemeinsames Vorgehen ein. Es gehe in der Ethik-Beratung – etwa für sterbenskranke Klinikpatienten - darum, nach gutem Zuhören die Lage zu klären und ein gemeinsames und zielgerichtetes Vorgehen zu vereinbaren. Den Konsens verhandelten die zuständigen Ärzte, Pflegende, Sozialdienst, Therapeuten. Konsens sei jedoch in den meisten Fällen nicht oder nur schwer herzustellen, weil z. B. Unklarheiten über den Patientenwillen bestünden. Adressaten für diese Beratung seien Angehörige (Betreuer) und Patienten. Zur Frage, wo Ethikberatung und -visite heute stehen, sagte Reiter-Theil, dass künftig immer mehr Menschen in diese prekäre Lage kommen werden. Überwiegend sei man schon auf einem guten Weg und die Ethikberatung nehme personell zu. Doch müssten die Ethikvisite verbessert und die ethische Kompetenz in allen medizinischen Berufen differenziert ausgebildet werden.

Ethik muss auch außerhalb der Systeme denken
Ethikberatung erweitert den Blick auf den betroffenen Menschen, auf seine seelisch-geistigen Dimensionen, seine Lebenslage, seine Wünsche, auch im Sinne der Menschenwürde des Artikels 1 GG. Sie zu achten und zu schützen, dazu hat sich der deutsche Rechtsstaat verpflichtet. Vielleicht bewegten derartige Überlegungen Dr. phil. Arnd T. May, Zentrum für Angewandte Ethik - Recklinghausen, zu der Äußerung, dass Ethik nicht industrierelevant sei. Denn unser Gesundheits- und Pflegesystem basiert seit den 90er Jahren auf Industrienormen, ist markt-, wirtschafts- und naturwissenschaftlich ausgerichtet mit hohem Konkurrenzpotential der einzelnen Anbieter. May stellte eine Studie vor, die den Zusammenhang zwischen der Gründung der Ethikkomitees im Gesundheits- und Pflegewesen und den Entscheidungen für Ethikberatung in Kliniken deutschlandweit untersuchte. Speziell habe dabei Hessen interessiert, weil das Land im Krankhausgesetz Ethikbeauftragte verbindlich vorsehe. Die antwortenden Kliniken in Hessen hätten zu 71 % den Aufbau von Ethikberatung befürwortet. Insgesamt habe sich gezeigt, dass in deutschen Universitätskliniken Ethikberatung gut angenommen worden sei. So liege das klinische Ethikkomitee im Trend der Zeit. Planstellen für klinische Ethiker würden eingerichtet, auch Theologen würden in konfessionellen Kliniken dafür eingesetzt. In den letzten fünf Jahren hätten die Anfragen nach ethischer Beratung in Kliniken bundesweit zugenommen und auch die Fortbildungsaktivitäten seien ausgeweitet worden. Dass Ethikberatung Konflikte lösen könne, habe sich in hohem Maße bestätigt.

Das FFA veröffentlicht unter anderem Pressedienste, Pressemitteilungen, Pressemappen. Diese werden je nach aktuellem Anlass produziert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da das FFA ein Netzwerk von über 40 Pflegeunternehmen ist, die unterschiedlichen Trägern angehören, erstehen aus deren Zusammenarbeit Innovationen und kreative Ideen, die ohne diese Kooperation nicht entstünden nach den Grundsätzen:
1. Aus der Praxis für die Praxis
2. Kultur der Pflege ist Pflege der Kultur.

Quelle: Mitteilung vom 31.10.2016
Beate Glinski-Krause
Leiterin des Netzwerkbüros
FRANKFURTER FORUM FÜR ALTENPFLEGE
Wiesenau 57
60323 Frankfurt am Main
Tel. 069 / 61 99 44 51
mobil 0171 178 38 63
Homepage: www.ffa-frankfurt.de
FFA - Träger DEUTSCHER PR-PREIS 2003

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 Betreff des Beitrags: Kassen-Beiträge steigen ab 2018
BeitragVerfasst: 20.11.2016, 08:04 
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Die Rheinische Post / NGZ berichtete am 19.11.2016:
Kassen-Beiträge steigen ab 2018
Düsseldorf. Die Techniker Kasse rechnet im Branchenschnitt mit 0,2 Prozentpunkten.
Von Antje Höning
Antje Höning (anh) leitet die Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post
Die Techniker Krankenkasse (TK) will den Zusatzbeitrag 2017 stabil halten. "Ich werde dem Verwaltungsrat vorschlagen, den Zusatzbeitrag unverändert bei 1,0 Prozent zu lassen. Damit liegt die TK weiter unter dem Schnitt, der aktuell und auch im kommenden Jahr 1,1 Prozent beträgt", sagte Jens Baas, Chef der mit 9,7 Millionen Versicherten größten deutschen Krankenkasse, im Interview unserer Redaktion. "Der allgemeine Beitragssatz, der für alle hinzukommt, bleibt ohnehin bei 14,6 Prozent stabil. Die Ausgaben steigen zwar, doch wegen des Wirtschaftsbooms steigen auch die Beitragseinnahmen - allerdings nicht so stark wie die Kosten." Doch im darauffolgenden Jahr müssen die Kassenpatienten nach Ansicht des Kassenchefs branchenweit tiefer in die Tasche greifen: "Ich erwarte, dass der Beitragssatz 2018 im Schnitt aller Kassen um 0,2 Prozentpunkte auf dann 1,3 Prozent steigen wird. Damit haben wir im Branchenschnitt einen Gesamtbeitrag von 15,9 Prozent." Ursachen sind dem TK-Chef zufolge die Kostensteigerungen bei Kliniken, Medikamenten und Ärzten. "Wir haben zu viele Betten, zu teure Medikamente und eine falsche Honorarverteilung bei Ärzten."
Zugleich sprach sich Baas gegen ein Verbot des Versandhandels bei rezeptpflichtigen Arzneien aus, das Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant. "Ein Verbot halte ich für den falschen Weg. Damit droht der Gesundheitsminister Schiffbruch vor dem Europäischen Gerichtshof zu erleiden, denn ein Verbot dürfte die Spielregeln des EU-Binnenmarktes verletzen." Aber natürlich müsse man dafür sorgen, dass auf dem Land die Versorgung gewährleistet sei und Apotheken dort nicht in ihrer Existenz gefährdet würden.
Quelle: RP - http://m.rp-online.de/politik/kassen-be ... -1.6406194

Jens Baas im Interview
"Zu viele Betten, zu teure Arzneien, falsche Honorare"
Düsseldorf. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, spricht im Interview mit unserer Redaktion über stabile Beiträge 2017, das Schummeln von Krankenkassen und Kardiologen, die sich selbst Nachfrage schaffen.
Von Antje Höning
Antje Höning (anh) leitet die Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post
Sie tragen einen Fitnesstracker am Arm. Wie viel Schritte schaffen Sie am Tag?
Baas An schlechten Tagen nur 5000 Schritte, mein persönliches Ziel sind aber 10.000 Schritte. Das schaffe ich oft nur, wenn ich viele telefoniere. Denn dabei gehe ich immer um meinen Schreibtisch herum.
Aktuell telefonieren Sie womöglich viel mit Ihren Verwaltungsräten, denn die Entscheidung über den Zusatzbeitrag für 2017 steht an. Wird die TK ihn erhöhen?
Baas Ich werde dem Verwaltungsrat vorschlagen, den Zusatzbeitrag unverändert bei 1,0 Prozent zu lassen. Damit liegt die TK weiter unter dem Schnitt, der aktuell und auch im kommenden Jahr 1,1 Prozent beträgt. Der allgemeine Beitragssatz, der für alle hinzukommt, bleibt ohnehin bei 14,6 Prozent stabil. Die Ausgaben steigen zwar, doch wegen des Wirtschaftsbooms steigen auch die Beitragseinnahmen - allerdings nicht so stark wie die Kosten.
… (weiter lesen unter) … http://m.rp-online.de/wirtschaft/jens-b ... -1.6406693

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BeitragVerfasst: 11.01.2017, 14:56 
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viewtopic.php?f=4&t=20421&p=96152#p96152

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Ärzte Zeitung vom 11.01.2017:
Medienbericht: Jede vierte Klinik erfüllt Hygienevorschriften nicht
Hunderttausende Klinikpatienten infizieren sich jährlich mit multiresistenten Keimen. Recherchen kommen nun zu dem Schluss:
Viele Häuser setzen Hygienevorgaben nicht ausreichend um.

mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=927 ... ent&n=5489

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Anmerkung:
Personalbemessung relevant für Patientensicherheit!
Berichte zu den unzureichenden Hygienebedingungen in Krankenhäusern gibt es seit Jahren.
Auch Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat wiederholt darauf aufmerksam gemacht. Neuerliche
Hinweise, die auf entsprechende Mängel aufmerksam machen, vermitteln eigentlich keine
neuen Erkenntnisse. Die Gründe für die Hygienemängel sind bekannt. Vorhandene Konzepte
und Vorschläge, die auf Verbesserungen abzielen, werden v.a. mangels der erforderlichen
personellen Ressourcen nicht oder nicht konsequent genug umgesetzt. Es liegt daher auf der Hand,
erneut eine deutlich verbesserte Personalausstattung in den Krankenhäusern anzumahnen!
Werner Schell


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BeitragVerfasst: 11.04.2017, 06:24 
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Ärzte Zeitung vom 11.04.2017:
Patientensicherheit: Fehler führen zu enormen Folgekosten
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Eine angstfreie Arbeitskultur in den Kliniken hilft Fehler zu vermeiden, sind sich Experten sicher.
© auremar/Fotolia.com

Laut einer OECD-Studie entfallen 15 Prozent der Ausgaben und der Aktivitäten in Kliniken auf Folgen und Verstöße gegen die Patientensicherheit.
Aktive Einbindung von Ärzten, Pflegekräften und Patienten verspricht deutliche Besserung.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=933 ... hik&n=5687

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BeitragVerfasst: 28.08.2017, 07:03 
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„Übergewichts-Paradoxon“ bei Herzkatheter-Eingriffen: Untergewichtige haben höheres Risiko

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Untergewicht, nicht Übergewicht führt bei Herzkatheter-Eingriffen zu einer höheren Sterblichkeit, zu höheren Kosten, längeren Verweildauern im Krankenhaus und häufigeren Wiedereinweisungen. Das ist das Ergebnis einer auf dem Europäischen Kardiologiekongress in Barcelona vorgestellten Analyse von mehr als einer Million US-Patienten. Ein hoher BMI ist ein bekannter Risikofaktor für Koronare Herzkrankheiten, doch zeigen Studien, dass übergewichtige und adipöse Patienten nach der Wiedereröffnung von Gefäßen mittels Herzkatheter weniger Komplikationen und bessere klinische Ergebnisse haben.

Düsseldorf, New York, Barcelona, 27. August 2017 – Untergewicht, nicht Übergewicht führt bei Herzkatheter-Eingriffen zu einer höheren Sterblichkeit, zu höheren Kosten, längeren Verweildauern im Krankenhaus und häufigeren Wiedereinweisungen. Das ist das Ergebnis einer auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona präsentierten Analyse von mehr als einer Million Patienten, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

„Ein hoher Body Mass Index (BMI) ist ein bekannter Risikofaktor für Koronare Herzkrankheiten, doch haben Studien gezeigt, dass übergewichtige und adipöse Patienten nach der Wiedereröffnung von Gefäßen mittels Herzkatheter weniger Komplikationen und bessere klinische Ergebnisse haben. Dieses Phänomen bezeichnen wir als Übergewichts-Paradoxon (‚obesity paradox’)”, so der Hauptautor der Studie Dr. Afnan Tariq, interventioneller Kardiologe vom Lenox Hill Hospital in New York.

Die Studie untersuchte in einer für die USA repräsentativen Patientengruppe nach einem Kathetereingriff die Zusammenhänge zwischen dem BMI und der Sterblichkeit im Krankenhaus, der Liegezeit, den Behandlungskosten sowie die Wiedereinweisungsrate innerhalb von 30 Tagen. Im Jahr 2013 hatten in den USA 1.035.727 Patienten einen Herzkatheter-Eingriff, wovon 42 Prozent ein Stent oder Ballon eingesetzt wurde. 0,4 Prozent der Patienten waren untergewichtig (BMI kleiner als 19 kg/m2), 11,4 Prozent adipös (BMI 30,1 bis 40 kg/m2) and 8 Prozent krankhaft fettleibig (BMI über 40 kg/m2).

Fazit: Untergewichtige Patienten hatten ein mehr als dreifach höheres Sterberisiko nach dem Kathetereingriff als krankhaft fettleibige, und ein fünfmal höheres als übergewichtige. Die Sterblichkeit betrug 6 Prozent bei Untergewichtigen, 2,3 Prozent bei Normalgewichtigen, 1,7 Prozent bei Übergewichtigen, 1,2 Prozent bei Adipösen, 1,9 Prozent bei krankhaft Fettleibigen.

Die Verweildauer im Krankenhaus war bei Untergewichtigen mehr als doppelt so lang wie bei Normalgewichtigen (105 Tage versus 5,1 Tage), was fast 50 Prozent höhere Kosten für Untergewichtige bedeutete (33.540 US-$ versus 22.581 US-$). Krankhaft Fettleibige hatten eine geringfügig längere Verweildauer und höhere Behandlungskosten als Normalgewichtige.

Untergewichtige wurden um 18 Prozent häufiger innerhalb von 30 Tagen wieder in ein Krankenhaus aufgenommen als Normalgewichtige, krankhaft Übergewichtige um 8,2 Prozent seltener. „Es scheint, dass Patienten mit einem höheren BMI bessere Outcomes als normalgewichtige Patienten haben“, bilanziert Dr. Tariq. „Die Studie bestätigt auch, dass die fragilen Patienten, jene mit dem niedrigsten BMI, bei Herzkatheter-Eingriffen die schlechtesten Outcomes haben.”

„Aus der Intensivmedizin ist ein ähnliches Übergewichts-Paradoxon seit längerem bekannt. Unabhängig von den aktuellen Daten zu PCI und BMI müssen wir aus kardiologischer Sicht aber darauf hinweisen, dass Übergewicht natürlich ein nachgewiesener Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist und deshalb vermieden werden sollte“, kommentiert Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der DGK, die aktuelle Studie.

Quelle: ESC Abstract 2017 P P492 Tariq et al: Impact of BMI on clinical outcomes and readmissions after cardiac catheterization in the USA; European Heart Journal (2017) 38 (Supplement) 710

Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82
Pressestelle: Kerstin Kacmaz, Düsseldorf, Tel.: 0211 600692 43
presse@dgk.org
B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung, Dr. Birgit Kofler, Berlin/Wien, Tel.: +43-676-6368930; Tel.: 030 700159 676; kofler@bkkommunikation.com

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 10.000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter http://www.dgk.org.

Weitere Informationen:
http://www.dgk.org
http://www.dgk.org/presse
http://www.kardiologie.org

Quelle: Pressemitteilung vom 27.08.2017
Prof. Dr. Eckart Fleck Pressesprecher
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
https://idw-online.de/de/news679970

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BeitragVerfasst: 28.10.2017, 08:20 
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Neue Ergebnisse zur Behandlungsqualität von Kliniken

(26.10.17) Die AOK hat in ihrem Krankenhausnavigator die Ergebnisse zur Behandlungsqualität der Krankenhäuser bei bestimmten Operationen und Eingriffen aktualisiert. Seit Donnerstag (26. Oktober) sind Auswertungen der Behandlungsergebnisse von mehr als 780.000 Patienten aus den Jahren 2013 bis 2015 abrufbar. Darin einbezogen sind auch Komplikationen und Folgeereignisse aus den Jahren 2013 bis 2016. Dazu nutzt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) das Verfahren "Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR).

Weitere Infos:
http://aok-bv.de/hintergrund/dossier/kr ... 19516.html

----
Quelle: Mitteilung vom 26.10.2017
Web-Infomail des AOK-Bundesverbandes
Herausgeber:
AOK-Bundesverband
Webredaktion
Tel.: 030/220 11-200
Fax: 030/220 11-105
mailto:aok-mediendienst@bv.aok.de
http://www.aok-bv.de

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