Patientenversorgung ... Abwrackprämie oder Prämienmodell?

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

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Patientenversorgung ... Abwrackprämie oder Prämienmodell?

Beitrag von Presse » 24.09.2011, 08:32

Sehr geehrter Herr Schell,
sehr geehrte Damen und Herren,
eine Einladung an engagierte Patienten und Patientenvertreter zu einer Veranstaltung s.u. - Es wäre schön, wenn möglichst viele kämen; bitte leiten Sie diese Einladung auch weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Norbert Sijben
Deichstr. 25
41541 Dormagen
norbert@sijben.de
http://www.sijben.de/praxis
Vors. des Gesundheitsforums; Pressesprecher des Praxisnetzes Dormagen; Mitglied der Fraktion Freie Ärzteschaft in der Kammerversammlung Nordrhein
+++
Es sind alle Größen der gesundheitspolitischen Landschaft eingeladen, insbesondere auch die Chefs der großen Krankenkassen. Ein Thema, das uns alle angeht, auch angesichts des demograph. Wandels.

Patientenversorgung morgen – Abwrackprämie oder Prämienmodell?

Es diskutieren unter Einbezug des Plenums:

Dr. med. Frank-Ulrich Montgomery
Präsident der Bundesärztekammer
Barbara Steffens MdL
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Martin Grauduszus
Präsident der ‚Freien Ärzteschaft’

Moderation:
Martina Koch, Freie Autorin WDR

Mittwoch, 5. Oktober, 18.00 s.t.
Düsseldorf Hilton Hotel, Rheinlandsaal,
Georg-Glock-Str. 20, 40474 Düsseldorf


Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass unser neuer Bundesärztekammerpräsident nach Düsseldorf kommen wird, um hier mit der zuständigen Ministerin eines wichtigen Bundeslandes und uns zu diskutieren. Nutzen wir die Chance; denn es ist bewiesene Tatsache, dass politische Impulse aus NRW immer wieder Blaupause für politische Entwicklungen auf Bundesebene gewesen sind.

Zeigen wir es am 5. Oktober: gemeinsam sind wir eine Macht! Ich lade Sie herzlich ein!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Martin Grauduszus
Präsident

Siehe auch unter
http://www.freie-aerzteschaft.de/conten ... 21&nosum=1

WernerSchell
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Ärzte müssen mit den Patienten reden

Beitrag von WernerSchell » 24.09.2011, 09:07

Ärzte müssen mit den Patienten reden

Den Einladungstext für den 05.10.2011 habe ich wunschgemäß übernommen. Er wird daher erfahrungsgemäß von zahlreichen Multiplikatoren gelesen. Allerdings muss ich als Interessenvertreter für pflegebedürftige Menschen und Patienten beanstanden, dass die Veranstaltung bzw. die Podiumsdiskussion wieder einmal ohne einen Patientenvertreter abläuft. Patienten sind die Hauptpersonen, um die es im Gesundheits- und Pflegesystem geht, und die gehören zweifelsfrei mit auf das Podium. In diesem Sinne erkläre ich mich zu einer Mitdiskussion bereit. Ich halte es nicht für sachgerecht, die Patienten auf die Funktion als ZuhörerInnen zu reduzieren. Ärzte müssen öfter mehr mit und nicht allein über Patienten reden.

Ich habe bereits einmal Anfang der 80er Jahre in der Sendung "Hallo-Ü-Wagen" mit Frau Thomas in einer ähnlichen Runde (u.a. Dr. Fiedler, Gesundheitsminister Heinemann, NRW, Herr Huber, heute Kassenvorstand) mit diskutiert. Habe damals zahlreiche wichtige Anmerkungen und Wünsche geäußert. Bis heute hat sich aber nichts geändert. Einer meiner Ansätze war damals (und auch heute), intensiv für die sprechende Medizin zu werben (= Stärkung der Hausärzte). Solchen Veränderungen müsste auch das Honorar folgen. 90% der Diagnosen können in einem angemessen verlaufenden Arzt-Patienten-Gespräch herausgefunden werden. Weniger (und die richtigen) Medikamente wäre oft mehr! In diesem Sinne werde ich in allernächster Zeit umfassend für eine Veränderung in der Medikationspraxis eintreten und Druck machen (siehe auch Priscus-Liste und andere Fachbeiträge ähnlicher Art). Die (fach)ärztliche Versorgung in den Heimen ist weiterhin mangelhaft .... usw.
viewtopic.php?t=14576&highlight=priscus
viewtopic.php?t=6880&highlight=priscus
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
viewtopic.php?t=14771&highlight=%E4rztliche
viewtopic.php?t=14771&highlight=%E4rztliche

Bei unserem Pflegetreff am 13.09.2011 in Neuss-Erfttal, bei dem u.a. der Patientenbeauftragte der Bundesregierung anwesend war, waren nur zwei Ärzte gekommen. Herr Henke auf dem Podium und eine Ärzte im Publikum. Wo waren andere Ärzte? Es wurde umfassend und auch gezielt eingeladen! Nähere Informationen zum Thema u.a. unter
viewtopic.php?t=16197

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht
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Nursing-Neuss
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Patieten und Pflegekräfte einbinden

Beitrag von Nursing-Neuss » 24.09.2011, 10:05

Sehr geehrter Herr Schell,
ich danke Ihnen sehr für den Hinweis und die verfassten Anmerkungen. Ich kann diesen Anmerkungen aus vollem Herzen zustimmen und würde Ihre Teilnahme auch deshalb begrüßen, weil Sie auch für die pflegerische Seite sprechen könnten. Mit Ihren jahrzehntelangen Erfahrungen in der Aus-, Fort und Weiterbildung von Pflegekräften - ich war ja selbst mehrfach dabei - könnten Sie die Veranstaltung mehr als bereichern.
Ich halte es mit Ihnen für unerträglich, dass die Ärzteschaft unser Gesundheits- und Pflegesystem dominiert. Wenn die Ärzte wirklich das Patientenwohl im Auge haben sollten, dann müssen sie die Patientenseite in alle Erörterungen mit einbeziehen. Es muss m.E. aufhören, in Fachzirkeln nur über die Patienten und deren angebliche Bedürfnisse zu reden. Die Patienten können sich selbst dazu äußern und müssen gehört werden.
Es grüßt herzlich
Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

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Ärzte als Ökonomen und Patienten die Kunden

Beitrag von Rita Reinartz » 24.09.2011, 16:39

Ich bin auch der Meinung, dass in den angebotenen Diskussionsrunden die Patienten dringend eine Stimme brauchen. Auch in den Talkshows des TV wäre das mehr als sinnvoll. Dort sitzen einfach immer dieselben Typen und belabern uns mit ihren doch oft etwas abseitigen Theorien.
Ärzte können nicht allein Sprecher für das Gesundheitssystem sein. Sie sind leider auch zum ökonomisch denken Unternehmer abgesackt. Der Patient wird daher auch intern nur als Kunde gesehen, dem man im Zweifel auch alle möglichen IGel Angebote andrehen kann. Wenn Ärzte auf eine wirkliche Vertrauensbasis Wert legen, dann müssen sie den Patienten ernster nehmen und in Gespräche einbeziehen.

R.R.
Menschenwürdegarantie bedarf bei der Umsetzung entsprechender Rahmenbedingungen. Insoweit gibt es aber Optimierungsbedarf!

WernerSchell
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Diskussionen ohne Patientenvertreter wenig hilfreich

Beitrag von WernerSchell » 25.09.2011, 06:47

Es hat per E-Mail-Zuschrift bereits zahlreiche Rückmeldung gegeben, die ausnahmslos den kritischen Ausführungen zustimmen. Ein Text als Beispiel:

... Ärzte sollten sich die Zeit nehmen, mit den Patienten zu reden. Das ist wichtiger, als die gesamte Medizintechnik in Gang zu bringen. Auch in Diskussionsrunden müssen Patientenvertreter am Tisch sitzen. ...

... Danke Herr Schell für die klaren Worte! Wahrscheinlich bleiben sie aber ungehört, da Podiumsveranstaltungen bereits mit der ausgewählten Besetzung manupuliert werden ...

....der Stellungnahme von Nursing Neuss kann ich mich nur anschließen. Deutlicher kann man es nicht sagen. ....
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Sabrina Merck
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Patienten und Pflegekräfte beteiligen

Beitrag von Sabrina Merck » 25.09.2011, 07:53

Guten Morgen Herr Schell,
was Sie für die Patientenseite reklamieren kann nur Zustimmung erfahren. Allerdings ist die Pflege auch in solchen Veranstaltungen nicht oder nur am Rande präsent. Wir erleben eine Ärztedominanz, die allseits zufriedenstellen Diskussionen und Lösungen wohl eher nicht zulässt. Die neuerlichen Vergütungsforderungen der Ärzteschaft im Klinikbereich zeigen auf, das Sache ist. Anscheinend steht für einige Funktionäre ökonomischen Denken allein im Vordergrund.
Ich kann die vorgestellten Rückmeldungen gut nachvollziehen. Der Unmut ist groß.
Es grüßt Sabrina
Dem Pflegesystem und den pflegebedürftigen Menschen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden! Daher:
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk!
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Patienten sind allein wichtig

Beitrag von Bajuware » 25.09.2011, 09:43

Gruß aus dem Süden!
Ich bin auch der Meinung, dass die Patientenvertreter mehr Gehör finden müssen. Es geht nicht an, dass die Ärzte weiterhin allein (Götter in Weiß) unsere Gesundheitswesen dominieren. Ärzte sind nur ein Teil des Leistungsspektrums. Wichtig allein sind die Patienten!
Bajuware
Die Rahmenbedingungen des Pflegesystems stimmen nicht (mehr)! Dies gilt es zu beklagen. Pflegebedürftige und Pflegepersonal leiden unter dem System. - Verantwortungsträger sind gefordert!

Rob Hüser
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Patienten müssen gehört und bezogen werden

Beitrag von Rob Hüser » 25.09.2011, 17:46

Hallo,
ich sehe es genau so:
Die Patienten müssen gehört und einbezogen werden. Es kann nicht sein, dass eine Berufsgruppe allein dominiert.
Daher begrüße ich die o.a. Äußerung zur Ankündigung der Podiumsdiskussion sehr!
MfG Rob
Das Pflegesystem muss dringend zukunftsfest reformiert werden!

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Pflegekräfte und Patienten müssen dabei sein

Beitrag von Nursing-Neuss » 26.09.2011, 07:41

Guten Morgen,
habe inzwischen mit einigen Kolleginnen gesprochen. Es wurde dabei der Wunsch geäußert, in entsprechenden Diskussionsrunden zum Gesundheits- und Pflegesystem auch Pflegefachkräfte einzubinden. In der Pflege sind mittlerweile rd. 1,3 Mio Personen beschäftigt. Die müssen Gehör finden, natürlich neben den Patientenvertretern. Ärzte dürfen nicht allein die Talk- und Diskussionsrunden dominieren.
Es grüßt
Nursing Neuss
Das Pflegesystem muss grundlegend reformiert werden. U.a. ist deutlich mehr Pflegepersonal erforderlich!

Dieter Radke
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Patienten und Pflegekräfte beteiligen

Beitrag von Dieter Radke » 28.09.2011, 06:53

Hallo,
ich möchte hier auch eine kurze Wortmeldung abgeben: Natürlich gehören Patienten und Pflegekräfte mit in die vielfach angebotenen Diskussions(Talk)runden. Es ist ein Unding, dass Ärzte und Politiker gewichtige Themen der Patientenversorgung, die zu einem großen Teil aus Pflegeleistungen bestehen, unter sich erörtern und darüber befinden.
MfG Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

Dieter Radke
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Patienten mit "Fronterfahrung" in die Talkshows !

Beitrag von Dieter Radke » 28.09.2011, 15:46

Hallo,
ich empfehle das Studium der aktuellen Diskussion zum Wartzeitenthemen in diesem Forum unter
viewtopic.php?t=12735
MfG Dieter Radke
Menschenwürdige Pflege ohne Ausnahme! - Dafür müssen wir alle eintreten.

KPHNeuss
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Mit den Patienten reden

Beitrag von KPHNeuss » 01.10.2011, 07:24

In der Versorgung der BewohnerInnen in Heimen muss mehr geredet werden. Das gilt auch für die Ärzte! Damit dies und anderes mehr endlich einmal offen erörtert wird, müssen Patientenvertreter und auch Pflegekräfte bei öffentlichen Veranstaltungen mitreden. Diskussionen, wo Ärzte unter sich nur über die Patienten reden, brauchen wir nicht.

KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

WernerSchell
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Patientenvertreter außen vor

Beitrag von WernerSchell » 05.10.2011, 09:28

Trotz der vielfältigen kritischen Wortmeldungen wird die Diskussion wohl ohne Patientenvertreter bzw. Vertreter der Pflegekräfte durchgeführt.
Mehr als bedauerlich!
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Presse
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Ärzte wünschen sich mehr Zeit für Patienten

Beitrag von Presse » 25.10.2011, 06:36

Ärzte wünschen sich mehr Zeit für Patienten

München – Die Qualität der Versorgung leidet an zu wenig Zeit und zu wenig guter Infor­mation. Das hat Peter Sawicki, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemio­logie der Universität zu Köln, gestern auf dem 10. Europäischen Gesundheits­kongress in München erklärt.

Sawicki zufolge sind 83 Prozent der deutschen Hausärzte der Ansicht, die Bedingungen im deutschen Gesundheitswesen und die der eigenen beruflichen Situation hätten sich in den letzten fünf Jahren verschlechtert.
.....(weiter) http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=47689

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