Neuregelung der Organspende

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

Rauel Kombüchen
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Organspende - Achtung der Patienten-Selbstbestimmung !

Beitrag von Rauel Kombüchen » 26.10.2011, 12:41

WernerSchell hat geschrieben: ....Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hält die geltenden Vorschriften zur Organspende im Transplantationsgesetz für ausreichend. Die Patientenselbstbestimmung ist damit gewährleistet. Es erscheint allerdings notwendig, in den Krankenhäusern günstigere Strukturen für das Transplantationsgeschehen zu schaffen (z.B. durch verpflichtenden Einsatz von Transplantationsbeauftragten).
Die jetzt angestrebte sog. Entscheidungslösung wird als ungeeignet angesehen, das Aufkommen an Spenderorganen zu erhöhen. Der in Aussicht genommene Druck auf die BürgerInnen, sich zu einer Organspende zu erklären, kann nach hiesiger Überzeugung nicht mit einer freien Ausübung des Patienten-Selbstbestimmungsrechtes in Einklang gebracht werden und ist daher abzulehnen. Eine unabdingbare Voraussetzung für eine Organspende muss die freiwillige, druckfreie und vor allem kompetente Aufklärung eines jeden potentiellen Spenders sein. Dabei müssen z.B. die relevanten Einschätzungen zum Hirntod objektiv dargestellt werden. Der Hirntod wird nach den entsprechenden schulmedizinischen Festlegungen als Tod des Menschen deklariert. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich bereits mehrfach zum Thema geäußert und sieht sich angesichts der laufenden Medienkampagnen pro Entscheidungslösung veranlasst, seine Pressemitteilung vom 11.07.2011 in Erinnerung zu bringen. Sie ist diesem Statement angefügt. ....
Auch hier kann man nur zustimmen. Die augenblickliche Geschäftigkeit um gesetzliche Neuregelungen erscheinen wenig hilfreich.

R.K.
Pflegeversicherung - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung nachhaltig sichern! BürgerInnen müssen mehr Informationen erhalten - z.B. wg. Individualvorsorge!

KPHNeuss
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Organspende - Achtung der Patienten-Selbstbestimmung !

Beitrag von KPHNeuss » 27.10.2011, 07:49

WernerSchell hat geschrieben: Am 26.10.2011 berichtete der "Stadt-Kurier" Neuss in großer Aufmachung und titelte
"Organspende-Gesetz ausreichend? - Das Netzwerk Pro Pflege sagt: Ja!" ....
Guten Morgen Herr Schell,
ich habe den Beitrag zur Organspendediskussion in der gestrigen Ausgabe des Stadt-Kuriers gelesen. Die Redaktion hat das Thema zurecht in großer Aufmachung dargestellt. Damit wird Ihre Sichtweise, der ich voll zustimme, eine weite Verbreitung finden. Danke für Ihr Engegament!
Es grüßt herzlich KPH Neuss
Für eine uneingeschränkt gute Pflege müssen wir alle eintreten - die Verfassung enthält die entscheidenden Wertegrundsätze: Die Menschenwürde ist unantastbar!

WernerSchell
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Organspende-Gesetz ausreichend? ...Netzwerk ... Ja !

Beitrag von WernerSchell » 27.10.2011, 17:01

Organspende-Gesetz ausreichend? – Das Netzwerk Pro Pflege sagt: Ja!
Bericht im Stadt Kurier – Der Lokalanzeiger für Neuss am Sonntag – Ausgabe 26.10.2011 hier
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... gesetz.php
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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johannes
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Beitrag von johannes » 28.10.2011, 06:35

Da wird von OrganSPENDE geredet, obwohl es um das große Geschäft geht. Warum werden wohl nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt? In diesem Zusammenhang habe ich folgenden Link gefunden, der eine Menge aussagt.

http://www.taz.de/Anmerkungen-zur-Organ ... on/!78828/

(bitte diesen Link komplett kopieren und oben in die Zeile einfügen. Ohne die Angabe zwischen den beiden letzten // funktioniert er nicht!)

Wir sind also weit gekommen.
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Lutz Barth
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Keine Panikmache!

Beitrag von Lutz Barth » 28.10.2011, 14:04

Nun - hoffentlich wird nicht wieder eine "ethische Grundsatzdebatte" entfacht, die insbesondere durch die sog. "Lebensschützerfraktionen" mit ihren sattsam bekannten Argumenten dominiert wird.
Das "ganze Problem" sollte dadurch entschärft werden, dass künftig nur solche Patienten als Organempfänger in Betracht kommen, die selbst auch zur Spende bereit sind. Freilich ist eine Sachaufklärung geboten, so dass es Sinn machen könnte, die "Hirn-Tod-Konzeption" der Öffentlichkeit "vorzustellen. Demjenigen, der eine selbstbestimmte Entscheidung am Ende seines verlöschenden Lebens zu treffen gedenkt, dürfte für eine Organspende-Erklärung grundsätzlich ausschlaggebend sein, dass das Hirn irreversibel geschädigt ist. Um die Möglichkeit von "Schmerzen" auszuschließen, sollte im Übrigen die Sedierung der Regelfall sein.
Wir vertreten nicht immer die herrschende Lehre!

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Hirntot - Künstlich geschaffen

Beitrag von johannes » 28.10.2011, 17:43

Sie wollen jetzt aber nicht ernsthaft behaupten, daß die Untoten bereits tot seien? Wir kennen in unserer Gesellschaft eine ganze Reihe von Wortschöpfungen, die etwas suggerieren sollen, was in Wirklichkeit gar nicht ist. Eine davon betrifft dieses Thema hier:

Hirntot
Künstlich geschaffen, um eine Rechtfertigung für Mord zu bekommen, den man sich auch noch vergolden läßt. Da benötige ich keine ethische Grundsatzdebatte, sondern nur ein klein wenig Aufmerksamkeit und Sachverstand.

Schließlich ist ja auch auf der rechtlichen Ebene nicht das Recht, was Recht ist, sondern das wofür man eine Mehrheit bekommt. Oder wollten Sie ernsthaft bestreiten, daß unsere Rechtsordnung schon auf weite Strecken das gesunde Rechtsempfinden eines jeden Menschen verlassen hat?
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Organspende muss eine völlig freie Entscheidung bleiben

Beitrag von Anja Jansen » 28.10.2011, 18:32

Hallo!

Ich habe nichts gegen Organspenden und sehe die Regelungen im Transplantationsgesetz grundsätzlich als akzeptabel an.
Allerdings gibt es im Rahmen der Aufklärungsnotwendigkeiten einige Aspekte, die ggf. hinterfragt bzw. erläutert werden müssen, und zwar von kompetenter Seite. Dabei geht es u.a. um den Tod. Wann ist jemand tot? Dann, wenn die letzte Zelle des Körpers nicht mehr lebt (so, wie bis vor Jahrzehnten üblich) oder wenn nur ein Teil des Körpers nicht mehr funtionstüchtig ist, nämlich das Hirn?
Um überhaupt Organsverpflanzungen mit Erfolg durchführen zu können, hat man dazu den Hirntod ausgemacht und als wissenschaftliches Kriterium dafür benannt, ab wann Organe entnommen werden dürfen.
Es kann gute Gründe geben, diesen Hirntod kritisch zu sehen und vieles andere mehr.
Jedenfalls muss darüber umfassend informiert werden - und zwar nicht in Behörden, Krankenkassen und auch nicht in Arztpraxen, so nebenher. Wenn auch Ärzte grundsätzlich geeignet sind, die Aufklärungsarbeit zu leisten, sie werden sich die Zeit für eine angemessene Informationen nicht nehmen, weil es nicht honoriert wird.
Daher muss meiner Meinung nach die Organspende so bleiben, wie sie ist. Völlig ergebnisoffen mit Organspendeausweis, den man ausfüllt oder auch nicht. Eintragungen in amtlichen Papieren, und dazu zähle ich auch die Gesundheitskarte, halte ich für nicht akzeptabel. Sie werden dann breit bekannt und damit wird dem Versicherten ein "Stempel" aufgedrückt, der weitere Risiken - zumindest theoretisch gedacht - mit sich bringen kann. Wer kein Spender ist, bekommt auch keine Organe eingepflanzt ....

MfG Anja Jansen
Es ist mehr Aufmerksamkeit für dementiell erkrankte Menschen nötig. Unser Pflegesystem braucht deshalb eine grundlegende Reform!

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Re: Keine Panikmache!

Beitrag von Taube » 29.10.2011, 09:26

Lutz Barth hat geschrieben: ....hoffentlich wird nicht wieder eine "ethische Grundsatzdebatte" entfacht, die insbesondere durch die sog. "Lebensschützerfraktionen" mit ihren sattsam bekannten Argumenten dominiert wird. .... .
Hier geht es m.E. nicht um eine ethische Grundsatzdebatte. Es geht wohl eher einfach darum, dass in Bezug auf die Organspende und die Transplantation das Patienten-Selbstbestimmungsrecht ausreichend geachtet wird. Eine Organspende kann nur freiwillig erfolgen und darf weder als Rechts- noch als moralische Pflicht ("Nächstenliebe") verkauft werden. Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass es einige schwierige Fragestellungen um den Tod des Menschen geht, die fachgerecht erklärt werden müssen. Es kann nicht angehen, die BürgerInnen einfach zu einer Entscheidung, deren Hintergründe ihnen möglicherweise nicht klar sind, zu veranlassen. Herr Steinmeier, SPD, der sich jetzt umfassend als Werbeträger pro Organspende einbringt, ist kein geeignetes Vorbild. In seinem eigenen Fall ging es um eine Lebendspende für den Ehepartner. Dies ist ein völlig anderer Vorgang und darf nicht mit dem allgemeinen Spendengeschehen durcheinander gebracht werden.

Taube
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Ich unterstütze daher:
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Selbstbestimmungsrecht!

Beitrag von Lutz Barth » 29.10.2011, 15:59

In der Tat ist das Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten zu achten. Und von daher erscheint es mit höchst plausibel zu sein, dass nur diejenigen als potentielle Empfänger von Spenderorganen in Frage kommen, die sich selbst zur Organspende bereit erklärt haben.

Es scheint mir jedenfalls nicht gerechtfertigt zu sein, dass diejenigen ein Spenderorgan erhalten, die ansonsten sich selbst zur Spende nicht entschließen können.
Überdies verstehe ich nicht, warum hier nun mit Vehemnz dagegen votiert wird, dass in der Organspende auch ein Akt der Nächstenliebe gesehen werden kann. Den gläubigen Christen kommt es in anderen ethischen Debatten auch zunächst darauf an, die Zentraldogmen resp. die Lehre der Kirchen gesichert zu wissen. Hierauf legen auch die sog. "Lebensschützer-Fraktionen" wert und auf diesen Umstand darf denn auch hingewiesen werden; hier offenbart sich eine gewisse Doppelmoral, die unerträglich ist, wobei ich freilich nicht verabsäumen möchte, hier zu bekennen, dass mir in dieser Frage die Werthaltung der Kirchen nicht unsympathisch ist.

Über die "Hirn-Tod-Konzeption" kann man/frau streiten; sofern aber es aber irreversibel geschädigt ist, bleibt es jedem selbst überlassen, diese "Irreversibilität" für sein persönliches Schicksal zu bewerten.

Im Übrigen wäre dies auch durchaus "regelbar": Selbst unter der Voraussetzung, dass in Folge der "Hirn-Tod-Konzeption" von einer "Tötung" eines Menschen ausgegangen werden sollte, könnte diese Tötung legalisiert werden. Hier stände dann § 216 StGB im Fokus einer rechtlichen Debatte, wie im Übrigen bei einer Suizidassistenz bei all denjenigen Patienten, die frei bestimmt in Würde sterben wollen, hierzu aber eigenhändig die Tat aufgrund ihrer Erkrankung nicht ausführen können.

Und selbstverständlich sind diese Fragen "ethisch" belastet, wie sich unschwer aus der Literatur ergibt.
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Selbstbestimmungsrecht - bitte kein Druck

Beitrag von PflegeCologne » 30.10.2011, 07:54

Lutz Barth hat geschrieben: .... Es scheint mir jedenfalls nicht gerechtfertigt zu sein, dass diejenigen ein Spenderorgan erhalten, die ansonsten sich selbst zur Spende nicht entschließen können. ... .
Hallo Herr Barth,

wer in der Pflege arbeit, weiß von den vielfältigen Ängsten der Menschen, die der modernen Medizin gegenüber bestehen. Insoweit gibt es auch vielfach erhebliche Vorbehalte gegenüber der Organspende. Dabei darf man sich m.E. nicht täuschen: Bei Befragungen geben die Menschen zwar schnell die Antwort, die Organspende für gut zu befinden, wenn es aber konkret wird, kommen die besagten Ängste hoch und man lässt doch lieber alles offen. Und das muss unbedingt respektiert werden.
Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass nur derjenige ein Organ verpflanzt bekommt, der auch Spender ist. Genau dies würde einen zusätzlichen Druck aufbauen, den wir nicht zulassen können.
Wäre es mit Blick auf eine Vermehrung der Spendenorgane dann nicht besser, den Organhandel zuzulassen, und zwar nach den Regeln der freien Marktwirtschaft? Ich würde auch das selbstverständlich ablehnen. Aber fragen darf man ja mal.

Lb Grüße
Pflege Cologne
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Nachgefragt und geantwortet...

Beitrag von Lutz Barth » 30.10.2011, 17:24

Nun - da ich das Selbstbestimmungsrecht neben der Würde des Menschen als höchstes Gut in unserer Verfassung und damit Rechts- und Gesellschaftsordnung erachte, erwarte ich auch von den Mitgliedern der Gemeinschaft, dass diese sich der hohen Verantwortung bewusst sind.

Es gilt nicht, jedwede "Drucksituation" zu vermeiden. Insofern halte ich es für ein Gebot der Redlichkeit, dass nur diejenigen ein Organ erhalten, die selbst auch als Spender in Frage kommen und dies entsprechend erklärt haben.

Seine Organe selbst nicht spenden zu wollen, aber im Fall der Fälle auf eines zu beharren, lässt für mich auf eine egoistische Wert- und Grundhaltung schließen, für die ich kein Verständnis habe.

Andererorts hier im Forum kann in der Diskussion mit Johannes festgestellt werden, dass ich eher dazu neige, dass Problem der Organspende vor dem Hintergrund des "Hirn-Tod-Konzeptes" in die Nähe eines Behandlungsabbruchs zu rücken, der selbstverständlich vom Patienten verfügt werden kann und zugleich in Teilen der § 216 StGB - Tötung auf Verlangen - modifiziert werden sollte.

Ich denke, dem Gesetzgeber ist es von der Verfassung her nicht unmöglich, hier das Tötungsverbot zu enttabuisieren, so dass dann in der Folge die Problematik des "Hirn-Tod-Konzepts" entschärft wird.
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Organspende - sorgsame Aufklärung & freie Entscheidung

Beitrag von Dieter Radke » 31.10.2011, 08:12

Hallo,
bezüglich Organspende gibt es die unterschiedlichsten Einschätzungen und Fragestellungen. Gerade deshalb muss mit größter Sorgfalt informiert und es den Menschen völlig frei überlassen werden, ob und was sie ggf. spenden wollen. Ich halte es, mit anderen, für nicht hinnehmbar, die Entscheidung pro oder kontra altimativ einzufordern und dann auch noch auf einer Gesundheitskarte, die letztlich dem gesamten Gesundheitssystem zugänglich ist, zu speichern.
MfG Dieter Radke
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Wie krass ist das?

Beitrag von johannes » 31.10.2011, 10:18

Da wollen Politiker, daß der Spendenbereitschaft bei Organen auf die Sprünge geholfen wird und gleichzeitig propagieren dieselben Politiker, daß mit nur 13 € neues Leben verhindert werden kann.

Das ist an Schizophrenie wohl kaum zu überbieten.
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Freie Entscheidung!

Beitrag von Lutz Barth » 31.10.2011, 11:01

In der Tat ist der Mensch zur selbstbestimmten und freien Entscheidung aufgerufen.

Klar muss allerdings sein, dass es dann eine Prioritätenliste der potentiellen Empfänger gibt, so dass zunächst Empfänger in Betracht kommen, die sich selbst zur Spende entschieden haben. Es wäre daran zu denken, dass die EU-Staaten sich ebenfalls zur vorgenannten "Lösung" durchringen. Wenn dann in der Folge aufgrund medizinischer Indikationen keine geeigneten Empfänger unter den potentiellen Spendern gefunden werden können, kann über eine andere Verteilung nachgedacht werden.

Die inneren Motive, die ggf. für und wider einer Organspende im Diskurs streiten, können unberücksichtigt bleiben. Jeder kann (muss aber nicht) eine individuelle Entscheidung treffen.

Die streitige Frage, ob der Mensch nach der "Hirn-Tod-Konzeption" tot sei, sollte im Rahmen eines Sterbehilfe-Gesetzes resp. in § 216 StGB geregelt werden.

Hierzu könnten dann entsprechende Willensbekundungen in der Patientenverfügung aufgenommen werden, die den "letzten Willen" des Patienten dokumentieren.

Um nicht "Druck" auf die Menschen zu erzeugen, sollte m.E. von finanziellen Anreizen für eine Organspende regelmäßig abgesehen werden.
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Presse
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Jeder fünfte Deutsche hat einen Organspendeausweis

Beitrag von Presse » 01.11.2011, 06:57

Jeder fünfte Deutsche hat einen Organspendeausweis

Berlin – Mehr als 20 Prozent der Deutschen haben einen Organspendeausweis. Die große Mehrheit davon ist damit einverstanden, dass ihre Organe im Todesfall gespendet werden, nur ein geringer Prozentsatz lehnt eine Organspende ab, wie die Sprecherin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Birgit Blome sagte.
... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/4 ... usweis.htm

aerzteblatt.de
Ringen um Organspende geht weiter
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=47788
BÄK-Modell zur Organspende
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=47732

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