Neuregelung der Organspende

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

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Neues Organspendegesetz zwingt zum Nachdenken

Beitrag von Presse » 12.06.2012, 15:11

Neues Organspendegesetz zwingt zum Nachdenken

Jeder Deutsche soll sich in Zukunft darüber Gedanken machen, ob er nach dem Tod seine Organe spendet. So sieht es das reformierte Transplantationsgesetz vor, mit dem sich der Bundesrat in seiner nächsten Sitzung am 15. Juni 2012 beschäftigt.

In Deutschland herrscht ein gravierender Mangel an Spenderorganen. Schätzungen zufolge sterben jeden Tag drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig eine Organspende erhalten. Über 12.000 Patienten warten derzeit auf ein Herz, eine Lunge oder ein anderes Organ, das ihnen das Leben rettet. Dabei ist die Bereitschaft der Deutschen zur Organentnahme relativ hoch. Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) sind über 74 Prozent dazu bereit, doch nur rund 25 Prozent von ihnen füllen ihren Organspendeausweis aus und bekennen sich damit zu ihrer Entscheidung.

Eine kürzlich vom Bundestag fraktionsübergreifend beschlossene Reform des Transplantationsgesetzes soll die Auseinandersetzung mit dem Thema anregen und die Zahl der Organspender erhöhen. Das Gesetzespaket liegt nun dem Bundesrat vor, der darüber zu entscheiden hat, ob er es passieren lässt oder den Vermittlungsausschuss anruft.

Jeder soll Entscheidung treffen
Im Mittelpunkt der Neuregelung steht die Umsetzung der sogenannten Entscheidungslösung (Drs. 322/12(neu)). >>>> http://www.bundesrat.de/cln_116/nn_8396 ... 22-12.html

Alle zwei Jahre soll Spendenbereitschaft erfragt werden

Danach erhält jeder Bürger über 16 Jahre von seiner Krankenversicherung ausführliche Informationen über die Möglichkeiten zur Organspende und wird aufgefordert, einen beiliegenden Organspendeausweis auszufüllen. Eine Pflicht sich zu entscheiden, ist nicht vorgesehen.

Informieren sollen nicht nur die gesetzlichen, sondern auch die privaten Krankenkassen. Behörden sind bei der Ausgabe von Pässen, Personalausweisen und Führerscheinen ebenfalls angewiesen, Aufklärungsunterlagen auszuhändigen.

Derzeit gilt in Deutschland bei der Organspende eine Zustimmungslösung. Wer seine Organe spenden möchte, muss dem schon zu Lebzeiten zugestimmt haben, aber auch Angehörige können nach dem Hirntod der Patienten über die Entnahme von Organen oder Gewebe entscheiden. Dies soll auch in Zukunft weiter möglich sein. Allerdings wird es für die potenziellen Spender durch die alle zwei Jahre vorgesehenen Befragungen leichter, die Spendenbereitschaft zu erklären.

Wie bisher kann man auch künftig durch einen Eintrag auf dem Organspendeausweis festlegen, ob alle, einzelne oder nur bestimmte Organe entnommen werden dürfen. Ebenfalls kann eine Spende grundsätzlich ausgeschlossen oder die Entscheidung anderen Personen des Vertrauens übertragen werden. In einer zweiten Stufe sieht das Gesetz vor, die Spendenerklärung auch auf die elektronische Gesundheitskarte zu übernehmen.

Verbesserungen für Spender
Ein weiteres Ziel der Reform ist die Verpflichtung der rund 1400 Kliniken mit Intensivstation, einen Transplantationsbeauftragten zu installieren (Drs. 292/12 http://www.bundesrat.de/cln_116/nn_8396 ... 92-12.html ). Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass manche dieser Krankenhäuser kaum Spenderorgane zur Verfügung stellen, da Organentnahmen zusätzlichen Organisations- und Verwaltungsaufwand nach sich ziehen.

Spender werden besser abgesichert

Die Änderungen beim Transplantationsgesetz führen auch zu Verbesserungen für Menschen, die einem Angehörigen zu Lebzeiten ein Organ spenden. Sie haben Anspruch auf Krankenbehandlung, Vor- und Nachsorge, Rehabilitation und Krankengeld, die von der Krankenkasse des Empfängers übernommen werden müssen. Gleiches gilt für Lohnfortzahlungen der Spender und eventuelle Kosten durch Folgeerkrankungen. Damit enthält das Gesetz jetzt auch Regelungen, die der Bundesrat gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf im September 2011 angemahnt hatte.

Gesundheitsausschuss für Anrufung des Vermittlungsausschusses
Trotzdem empfiehlt der Gesundheitsausschuss dem Bundesrat, zu dem Gesetz am 15. Juni 2012 den Vermittlungsausschuss anzurufen. Grund dafür ist eine Regelung zur Ausgestaltung der Koordinierungsstellen der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO). Der Ausschuss fordert eine stärkere Regionalisierung, mit dem es diesen Stellen möglich ist, Budget- und Personalverantwortung zu übernehmen. Für die Anrufung des Vermittlungsausschusses bedarf es im Bundesrat mindestens 35 der insgesamt 69 Stimmen. Folgt das Plenum der Empfehlung des Gesundheitsausschusses nicht, hat der Bundesrat - da es sich um Einspruchsgesetze handelt - die Reform automatisch gebilligt.

Drucksachen:
Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz
http://www.bundesrat.de/cln_116/nn_8396 ... 22-12.html
Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes
http://www.bundesrat.de/cln_116/nn_8396 ... 92-12.html

Mehr zum Thema:
Gesundheitsausschuss
http://www.bundesrat.de/cln_116/nn_8396 ... __nnn=true
http://www.organspende-info.de

Quelle: Pressemitteilung vom 12.06.2012
Bundesrat | Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Besucherdienst, Eingaben
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„ORGANPATEN werden“ - Informationstour ...

Beitrag von Presse » 20.06.2012, 06:54

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Universitätsklinikums Tübingen (UKT) vom 19.06.2012:

„ORGANPATEN werden“ - Informationstour der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Gast in Tübingen
Deutschlandweite Tour informiert Bevölkerung zum Thema Organspende


Berlin/Köln/Tübingen,19.Juni 2012. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist mit ihrer deutschlandweiten Informationstour „ORGANPATEN werden“ vom 19. Juni bis zum 22. Juni 2012 im Universitätsklinikum in Tübingen zu Gast. Mit der bevorstehenden Einführung der Entscheidungslösung soll jede Bürgerin und jeder Bürger in die Lage versetzt werden, sich mit dem Thema Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen und eine informierte und unabhängige Entscheidung zu treffen. Die Informationstour leistet einen wesentlichen Beitrag dazu.

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Informationstour „ORGANPATEN werden“ in Tübingen erklärte Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit: "Wer sich zur Organspende bereit erklärt, der kann Menschen ein neues Leben schenken. Wir wollen mehr Menschen dazu bringen, sich mit der Organspende auseinanderzusetzen und ihre Entscheidung in einem Organspende-Ausweis festzuhalten. Die Erklärung zur Organspende bleibt eine freiwillige Entscheidung und wir akzeptieren auch, dass sich mancher bei einem so sensiblen Thema wie Organspende zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht entscheiden will. Dennoch hoffe ich, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger die Aufklärungs- und Informationsangebote zum Anlass nehmen über Organspende nachzudenken und einen Organspendeausweis ausfüllen."

„Bislang ist nur rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung gut über das Thema Organspende informiert“, sagte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Dies zeigt, wie groß der Aufklärungsbedarf bei den Menschen in Deutschland ist. Mit unserer Informationstour setzen wir genau da an und gehen dorthin, wo sich viele Bürgerinnen und Bürger tagtäglich aufhalten. So erhalten sie die Möglichkeit, sich umfassend mit dem Thema zu beschäftigen und auch ganz persönliche Fragen zu klären. Das ist die beste Voraussetzung, um eine selbstbestimmte Entscheidung zur Organspende zu treffen und in einem Ausweis zu dokumentieren.“

Die Informationstour zieht durch ganz Deutschland und macht Station an belebten Orten, wie in Einkaufszentren großer Städte, bei Großveranstaltungen sowie in Kliniken. Im Mittelpunkt stehen elektronische und mechanische Module, an denen sich die Besucherinnen und Besucher anschaulich über das Thema Organspende informieren können. Interaktive Stelen zeigen beispielsweise den Ablauf einer Organtransplantation, an Multi Touch-Tischen erhält man zudem einen virtuellen Einblick in den Körper und erfährt, welche Organe transplantiert werden dürfen. Ein geschultes Team der BZgA und Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen stehen darüber hinaus für persönliche Fragen und Gespräche zur Verfügung.

„Als eines der führenden Transplantationszentren arbeiten wir selbst in zahlreichen Institutionen und überregionalen Initiativen zur Förderung der Organspende mit“, begrüßte Prof. Dr. Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Universitätsklinikum Tübingen die Informationstour der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Sie zeigt, dass Organspende zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden ist und unsere Patienten und Mitarbeiter in ihren Bemühungen nicht allein stehen.“ Prof. Dr. Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie ergänzte: „Tübingen hat als erstes Klinikum in Baden-Württemberg einen hauptamtlichen Transplantationsbeauftragten berufen und organisiert seine Aktivitäten im Aktionsbündnis Organspende unter der Schirmherrschaft des Sozialministeriums. In Baden-Württemberg stehen fünf Transplantationszentren 130 potenziellen, teils kleineren Spenderkrankenhäusern gegenüber - eine Situation, in der Organspende nur als Gemeinschaftsaufgabe möglich ist und nicht vor der eigenen Haustür enden kann.“

Während der Ausstellung sind auch Tübinger Patienten vor Ort, so dass sich Interessierte aus erster Hand von Betroffenen und Ärzten informieren lassen können. Dr. Peter Petersen, leitender Transplantationsbeauftragter des Universitätsklinikums, hat eigens zur Tour eine neue interdisziplinäre Lehrveranstaltung zum Thema Organspende und Transplantation ins Leben gerufen. Sie findet zwischen dem 18. und 22. Juni täglich um 16.30 Uhr in den Crona Kliniken, Seminarraum Ebene B04, statt und gehört zum Lehrplan der Studenten, steht aber auch Mitarbeitern und Besuchern offen. Die Veranstaltung befasst sich mit rechtlichen und medizinischen Voraussetzungen zur Organspende, mit Fragen der Hirntoddiagnostik und mit verschiedenen Erkrankungen, die bei Erwachsenen und Kindern durch Transplantationen erfolgreich behandelt werden können.

Neben der Informationstour hält das Internetportal der BZgA-Kampagne www.organpaten.de eine Fülle an Informationen zum Thema bereit und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich als Organpate oder Organpatin mit einem Statement einzutragen. Auch der Organspendeausweis steht dort zum Download zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Organ- und Gewebespende auf http://www.organspende-info.de

Ergebnisse der BZgA-Studie „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organspende 2010“ unter http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten

Pressefotos von der Informationstour, Bildmaterial vom Organspendeausweis und Plakatmotive der Kampagne „ORGANPATEN werden“ stehen unter http://www.bzga.de/presse/pressemotive/organspende
________________________________________
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Telefon: 0221 8992-0 / Durchwahl: -280
Fax: 0221 8992-300 / - 201
E-Mail: marita.voelker-albert@bzga.de
Internet: http://www.bzga.de

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Neuregelungen zur Organspende beschlossen

Beitrag von Presse » 05.07.2012, 05:32

Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 04.07.2012:

Organspende:
Bundesrat beschließt umfassende Neuregelungen


Am 15. Juni 2012 haben das „Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes“ und das „Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz“ den Bundesrat passiert. Vorgesehen ist eine breite Aufklärung der Bevölkerung zur Organspende. Künftig werden jeder Bürger und jede Bürgerin regelmäßig in die Lage versetzt werden, sich mit der Frage der eigenen Spendebereitschaft ernsthaft zu befassen und ggf. eine Erklärung auch zu dokumentieren. Die Absicherung von Lebendspendern wird entscheidend verbessert und umfassend geregelt. Die Qualität und Sicherheit der Organtransplantation werden an europäische Vorgaben angepasst und die Abläufe und Strukturen in den Krankenhäusern verbessert.
Hier finden Sie unsere Pressemitteilung:
http://www.bmg.bund.de/ministerium/pres ... setze.html
Hier finden Sie den Gesetzentwurf zum Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/073/1707376.pdf
Hier finden Sie Beschlussempfehlung und Bericht zum Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes:
http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... 7_9773.pdf
Hier finden Sie den Gesetzentwurf zum Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/090/1709030.pdf
Hier finden Sie Beschlussempfehlung und Bericht zum Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz:
http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... 7_9774.pdf
Hier finden Sie umfassende Informationen zur Organspende:
http://www.organspende-info.de

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Organspende ist nicht generell ein Akt der Nächstenliebe

Beitrag von Gaby Modig » 16.07.2012, 06:53

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung kündigt heute, 16.07.2012, in ihrer Lokalausgabe Neuss einen Vortrag eines Medizinethikers für August 2012 an, in dem über die Organspende informiert werden soll. Soweit so gut. In der Ankündigung wird aber schon vorweg ausgesagt, dass die Organspende ein Akt der Nächstenliebe sei. Dies wurde in ähnlicher Weise bereits vor Monaten in einem pastoralen Beitrag in der Lokalausgabe Dormagen ausgeführt. Damit muss gemutmaßt werden, dass offensichtlich die Redaktionen der NGZ von der Verpflichtung einer Organspende wg. Nächstenliebe überzeugt sind.
Allerdings möchte ich solchen Vorstellungen energisch widersprechen. Die Organspende mag jeder für sich entscheiden. Es bleibt auch jedem überlassen, wie er eine solche Organspende motiviert. Aber generell hier die Nächstenliebe als Spendergrund zu nennen, ist nicht akzeptabel und gehört deutlich kritisiert.

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Hirntod-Diagnose vor dem Feintuning

Beitrag von Presse » 17.07.2012, 07:49

Hirntod-Diagnose vor dem Feintuning
Die Organspende-Reform lässt hoffen - auf mehr Spenden. Doch noch längst ist die Frage nicht abschließend beantwortet,
wann ein Mensch wirklich tot ist. Experten hoffen jetzt auf eine verbesserte Hirntod-Diagnostik.
mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=818 ... nde&n=2051

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Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik

Beitrag von Presse » 20.07.2012, 17:08

Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik
Seitenhieb für die Organspende-Reform: Erst vor zwei Tagen wurde die Gesetzesänderung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Jetzt erschüttert ein Skandal die Republik - ein Göttinger Arzt soll im großen Stil Patienten bevorzugt haben.
mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=818 ... nde&n=2063

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Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik

Beitrag von Presse » 21.07.2012, 06:52

Krankenakten manipuliert: Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik
Seitenhieb für die Organspende-Reform: Erst vor zwei Tagen wurde die Gesetzesänderung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Jetzt erschüttert ein Skandal die Republik - ein Göttinger Arzt soll im großen Stil Patienten bevorzugt haben.
mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=818 ... nde&n=2064

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Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik

Beitrag von WernerSchell » 21.07.2012, 06:58

Die Diskussion zu
Organspende-Skandal an Göttinger Uniklinik
wird in diesem Forum unter folgender Adresse fortgeführt:
viewtopic.php?p=67638#67638
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Organspender sind versichert

Beitrag von Presse » 31.07.2012, 07:20

Organspender sind versichert / Erleiden Lebendspender einen Schaden, haftet die gesetzliche Unfallversicherung

Baierbrunn (ots) - Erleidet ein Lebendspender bei der Organentnahme einen Schaden, kann er von der gesetzlichen Unfallversicherung eine Entschädigung verlangen. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf ein Grundsatzurteil des Bundessozialgerichtes. Ein solcher Schaden wird demnach behandelt wie ein Arbeitsunfall. Ein Kläger hatte seinem kranken Bruder eine Niere abgegeben und eine Lähmung davongetragen. Lebendspenden sind zudem noch für Knochenmark und Leber möglich.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 8/2012 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle: Pressemitteilung vom 31.07.2012 Wort und Bild - Apotheken Umschau
Pressekontakt: Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
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http://www.apotheken-umschau.de

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Kritik am neuen Transplantations­gesetz

Beitrag von Presse » 02.08.2012, 06:39

Kritik am neuen Transplantations­gesetz
Mittwoch, 1. August 2012
Berlin – Nach dem Göttinger Organspendeskandal ist heute eine Änderung des Transplantationsrechts in Kraft getreten. Vielen Ärzten geht sie aber nicht weit genug. Das Gesetz sei nicht ausreichend, sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, dem Radiosender NDR Info. Künftig sollten mehrere Mediziner die Daten eines potenziellen Organempfängers überwachen, um einen Missbrauch zu verhindern, forderte er.
... weiter lesen unter
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51110

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Organspende - Das geschenkte zweite Leben

Beitrag von Gaby Modig » 12.08.2012, 06:26

Die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post berichtete am 11.08.2012 erneut über die Oranspende und titelte: "Das geschenkte zweite Leben".

Düsseldorf
Das geschenkte zweite Leben

VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 11.08.2012 - 02:30 Düsseldorf (RP). Die Unternehmerin Maria Fischer hat ihrem besten Freund, dem Kloster-Leiter und Psychoanalytiker Carl B. Möller, vor drei Jahren eine Niere gespendet. Sie empfand den Eingriff als harmlos, ihm verlängerte er das Leben. Beide appellieren, sich durch Skandale nicht verunsichern zu lassen.
.... http://nachrichten.rp-online.de/regiona ... -1.2947922 (vollständiger Beitrag)

So gut und richtig es auch gewesen sein mag, dem Freund eine Niere zu spenden, diese Tat hat nur entfernt mit dem eigentlichen Thema - Organspende nach dem Tod - zu tun. Ähnlich wie bei Herrn Steinmeier, MdB/SPD, wird hier die Lebendspende, die tatsächlich aus Nächstenliebe erfolgen kann, mit der Organspende nach dem Tod vermengt.
Die Organspende nach dem Tod ist aus vielerlei Gründen sehr erklärungsbedürftig und kann nicht mit Druck oder auf die Nächstenliebe pochend erzwungen werden. Hinsichtlich einer Organspende muss es endlich auf alle Belange abzielende Aufklärungsarbeit geben und dann mag jeder frei entscheiden, was für ihn richtig ist. Die jetzigen Regelungen zur Transplantationsmedizin sind weiterhin sehr reformbedürftig. Aber unser derzeitiger Gesundheitsminister scheint überfordert.

Das meint Gaby Modig
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Gerhard Schenker
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Organspendesystem ist krank

Beitrag von Gerhard Schenker » 19.08.2012, 07:00

Beitrag unter
viewtopic.php?p=68158#68158

Hallo,
zur "Neuregelung der Organspende" wurde bereits vieles gesagt:
viewtopic.php?t=15883
Dabei wurde für mich deutlich, dass die bisherigen Vorschriften bereits die Aufklärungspflicht in Richtung Bevölkerung beinhalteten. Es wurden auch immer wieder die entsprechenden Formblätter präsentiert. Sie lagen in Arztpraxen, Apotheken aus und konnten auch angefordert werden, z.B. bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Wenn jetzt der Eindruck erweckt wird, als hätte man das alles erst regeln müssen, ist das eine einzige Fehlmeldung. Tatsächlich sind viele Menschen informiert und können sich einfach nicht für eine Organspende erwärmen. Das wird auch so bleiben. Und das ist mit Blick auf Art. 2 Grundgesetz auch gut so.
Was aber bereits in der Vergangenheit immer wieder beanstandet wurde, ist das System der Organentnahme und Organweitergabe = Transplantation. Insoweit haben auch die neuen Vorschriften keine große Wende gebracht. Ich hoffe, dass die Politiker im Parlament jetzt endlich begreifen, wo die entscheidenden Fehlentwicklungen liegen. Das System krankt und mehr Druck auf die Bevölkerung ist der falsche Weg.
MfG Gerhard Schenker
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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Zwei-Klassen-Medizin auch bei Organspende

Beitrag von Presse » 04.09.2012, 15:49

0967 / 4. September 2012
Pressemitteilung von Martina Bunge


Zwei-Klassen-Medizin auch bei Organspende

"Bei der Organspende zeigen sich die zynischen Folgen der Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland. Gesetzlich Versicherte werden nicht nur später behandelt oder von Leistungen und Arzneimitteln am Ende des Quartals ausgeschlossen, sie warten auch länger auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Die Zwei-Klassen-Medizin ist ein Skandal und muss beendet werden. Der einzig sinnvolle Weg dazu ist die Abschaffung der Privaten Krankenvollversicherung", sagt Martina Bunge zur Bevorteilung von Privatversicherten bei der Vergabe von Spenderorganen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Höchstmögliche Transparenz bei der Organtransplantation ist unerlässlich, und jede weitere Flickschusterei beim Transplantationsgesetz muss dringend aufhören. Wer Sicherheit und Transparenz bei der Organtransplantation will, muss bereit sein, umfängliche Reformen einzuleiten. Leider kann ich diese Bereitschaft bei der Regierung und den anderen Fraktionen nicht erkennen.

Allerdings ist hier eindeutig nicht die Organtransplantation das Problem. Durch das ganze Gesundheitssystem zieht sich das Muster: Geld findet seinen Weg. Solange es lukrativer ist, Privatversicherte zu behandeln, werden sie von Ärzten und Krankenhäusern bevorteilt werden. Das ist neben der Konzentration auf Besserverdienende und Gesündere ein Geschäftsmodell der PKV. Dies geht trotz allem nicht auf und beschert gerade älteren Versicherten exorbitant hohe Beiträge. In einer solidarischen Gesellschaft ist für die PKV als Vollversicherung kein Platz."

F.d.R. Susanne Müller
-----------------------------------------------------------------
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de
http://www.linksfraktion.de

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Transplantationen: Privatpatienten und ein böser Verdacht

Beitrag von Presse » 05.09.2012, 06:52

Transplantationen: Privatpatienten und ein böser Verdacht
Werden Privatpatienten in Deutschland bei der Vergabe von Organen bevorzugt? Eine neue Analyse weckt diesen bösen Verdacht.
Im Vergleich zu GKV-Patienten erhalten Privatversicherte mehr Organe - zumindest im Verhältnis ihres Anteil auf der Warteliste.
Bewusste Manipulation? mehr »
http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=821 ... nde&n=2177

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Privatpatienten bei Organvergabe nicht bevorzugt

Beitrag von Presse » 07.09.2012, 07:32

Eurotransplant: Privatpatienten bei Organvergabe nicht bevorzugt
Bekommen schwerkranke Privatpatienten in Deutschland eher ein lebensrettendes Organ als gesetzlich Versicherte? Nein, meint die Vermittlungsstelle Eurotransplant.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 54327.html
Quelle: Der Spiegel

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