Honorarreform und Patientenversorgung

Rechtsbeziehung Patient – Therapeut / Krankenhaus / Pflegeeinrichtung, Patientenselbstbestimmung, Heilkunde (z.B. Sterbehilfe usw.), Patienten-Datenschutz (Schweigepflicht), Krankendokumentation, Haftung (z.B. bei Pflichtwidrigkeiten), Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Moderator: WernerSchell

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Honorarreform und Patientenversorgung

Beitrag von ProPflege » 20.02.2009, 10:42

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Neuss, den 20.02.2009

An die Rheinische Post

Leserbrief zu Artikel
"Ärzteprotest - Laumann will Honorarreform kippen"
20.02.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich übersende Ihnen hiermit die nachfolgende Leserzuschrift. Das Thema wurde auch beim Neuss-Erfttaler Pflegetreff am 17.02.2009 angesprochen. Siehe dazu die Berichte, u.a. der NGZ unter.
viewtopic.php?t=10135
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... 022009.htm
Das Thema "Ärztliche Versorgung in Pflegeheimen" wird seit längerer Zeit im Forum Werner Schell diskutiert - siehe unter
Ärztliche Versorgung in Heimen oft mangelhaft!!
viewtopic.php?t=3387&highlight=%E4rztliche
Ein von mir angeregter "Arbeitskreis ärztliche Versorgung in den Heimen", angesiedelt bei der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss, ist offensichtlich "stillgelegt" worden (auf Betreiben der Heimträger, der Krankenkassen?).
Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell

Leserzuschrift:

Verschlechtert sich die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen weiter?

Nach einer Studie von September 2005 (Hallauer, Bienstein, Lehr, Rönsch: "SÄVIP - Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen", Vincentz Verlag, Hannover 2005) besteht hinsichtlich der ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen deutlicher Optimierungsbedarf. Die Studie vergibt hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung die Note: mangelhaft. An den Aussagen dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert, eher gibt es eine weitere Verschlechterung!

Die seit Anfang 2009 geltenden neuen Honorierungsstrukturen für Kassenärzte sehen zumindest für die westdeutschen Ärzte zum Teil einschneidende Vergütungseinbußen vor, so dass die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen in Heimen ernstlich in Gefahr ist. Es muss befürchtet werden, dass noch mehr HeimbewohnerInnen "ohne medizinische Not" mit aufwendigen Krankentransporten in Krankenhausversorgungen überführt werden, nur weil eine ambulante Versorgung nicht (mehr) funktioniert. Der erst kürzlich vorgelegte GEK-Pflegereport 2008 spricht ebenfalls von einer ärztlichen Versorgung mit Defiziten. Bedauerlich auch, dass die nach § 119b Sozialgesetzbuch (SGB) V geltende Vorschrift, die Sicherstellung einer ausreichenden ärztlichen Versorgung von pflegebedürftigen Versicherten in der Pflegeeinrichtung durch Verträge bzw. Kooperationsvereinbarungen anzustreben, offensichtlich nicht genutzt wird.
Wir brauchen daher eine Offensive zur Optimierung der ärztlichen Versorgung zu Gunsten pflegebedürftiger Menschen! "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk" macht sich dafür stark - wir brauchen Unterstützer!

Werner Schell, Vorstand "Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk" und Dozent für Pflegerecht, Harffer Str. 59, 41469 Neuss - Telefon 02131 / 150779
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Vorwürfe des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann

Beitrag von Presse » 21.02.2009, 08:31

Gemeinsame Pressemitteilung der KV Nordrhein und KV Westfalen-Lippe zu den Vorwürfen des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann

Düsseldorf/Dortmund, 20.2.2009 – Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe weisen die Vorwürfe des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann entschieden zurück. Die regionalen KVen sind nicht für die Honorarreform 2009 verantwortlich zu machen. Es ist vielmehr der Gesetzgeber, der die Reform detailliert vorgeschrieben hat.
„Die Vorwürfe des Ministers sind abwegig“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein, und Dr. Ulrich Thamer, Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe. Minister Laumann habe sich dankenswerterweise persönlich in die Gespräche eingebracht. Er habe dabei selbst erfahren müssen: „Die Honorarreform der Vertragsärzte ist das Ergebnis einer Gesetzgebung im Deutschen Bundestag, die den regionalen KVen fast sämtliche Gestaltungsspielräume genommen hat“, sagen die KV-Vorsitzenden.
Völlig zu Recht kritisiert Minister Laumann die Intransparenz der vertragsärztlichen Vergütung. „Diese Intransparenz ist aber nicht das Werk einer unfähigen ärztlichen Selbstverwaltung, sondern Resultat einer permanenten Einflussnahme der Politik unter dem Diktat einer seit sechzehn Jahren währenden Budgetierung der ärztlichen Honorare“, betonen Hansen und Thamer.
Die gesetzlichen Vorschriften zur Honorarreform (§§ 87 ff. SGB V) weisen eine beispiellose Detailtiefe auf, so die beiden KV-Vorsitzenden. Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Gesundheit die Umsetzung der Reform durch die Spitzengremien der Selbstverwaltung auf der Bundesebene in jeder Phase aufsichtsrechtlich begleitet, akribisch geprüft und gegebenenfalls in seinem Sinne korrigiert. „Von einem Versagen der Selbstverwaltung kann keine Rede sein“, meinen die beiden Vorstandsvorsitzenden.
Es sind gerade die beiden Landes-KVen, die die Verwerfungen der Honorarreform zu korrigieren bemüht sind. Dabei wurden erste Erfolge erzielt. Die von Minister Laumann zu Recht geforderte schnelle Angleichung der ärztlichen Vergütung im Bundesgebiet kann jedoch nur politisch herbeigeführt werden. „Wir brauchen dafür auch die Unterstützung der Landesregierung“, so die KV-Chefs abschließend.
Mit unbegründeten Schuldzuweisungen an die Selbstverwaltung ist hingegen niemandem gedient. Am allerwenigsten den Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten in NRW, die für ihre

Quelle: Pressemitteilung vom 20.2.2009
http://www.kvno.de/presse/meld2009/verguetung.html

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Laumann kritisiert ungerechte Verteilung der Ärztehonorare

Beitrag von Presse » 21.02.2009, 08:55

Laumann kritisiert ungerechte Verteilung der Ärztehonorare

Düsseldorf – Im Streit um die Honorarreform für Ärzte wirft NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Versagen vor. „Wir haben es mit einem nicht mehr nachvollziehbaren System zu tun“, sagte Laumann der „Rheinischen Post“ vom Freitag. .... (mehr)
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35526

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Protest gegen Honorare: Praxen in NRW bleiben zu

Beitrag von Presse » 25.02.2009, 07:13

Protest gegen Honorare: Praxen in NRW bleiben zu

Düsseldorf – Am Aschermittwoch bleiben in Nordrhein-Westfalen (NRW) viele Arztpraxen geschlossen. Aus Protest gegen die Honorarreform sind sowohl in Nordrhein als auch in Westfalen-Lippe Praxisschließungen geplant. Dazu aufgerufen haben unter anderem der Hausärzteverband und die Freie Ärzteschaft.

Beide Vereinigungen veranstalten darüber hinaus Protestaktionen. Der Hausärzteverband hat zu einer Kundgebung in die Halle Münsterland eingeladen, die Freie Ärzteschaft zum „gesundheitspolitischen Aschermittwoch“ nach Solingen-Ohligs.

...(mehr)
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=35552

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Patienten klagen über Protestaktionen der Ärzte

Beitrag von Ärztliche Praxis » 25.02.2009, 19:31

Abweisung, Vorkasse - Kassen berichten von hunderten Fällen
Patienten klagen über Protestaktionen der Ärzte

25.02.09 - Drohen die Ärzte in ihrem Honorar-Ärger die Solidarität der Patienten zu verlieren? Die Kassen jedenfalls berichten über hunderte Beschwerden ihrer Versicherten. Diese würden abgewiesen oder nur gegen Vorkasse behandelt. Die KBV ruft die Ärzte zur Räson.

Viele Berufsverbände haben es für eine gute Idee gehalten, Ihre Mitglieder zu extremen Protestaktionen aufzurufen. Patienten bestimmter Kassen sollten gar nicht mehr behandelt werden, oder es sollte generell nur noch gegen Vorkasse irgendetwas geschehen. Auf diese Weise sollte der Druck auf die Mächtigen in Politik, Kassen und KVen erhöht werden.

Offenbar sind diesen Vorschlägen einige Ärzte nachgekommen. Allein die DAK berichtete am Dienstag von bundesweit knapp 1.500 Fällen, in denen Ärzte die gesetzlich Versicherten gar nicht oder nur gegen Vorkasse behandeln wollten. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) meldete rund 200 betroffene Patienten in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. AOK, Techniker Krankenkasse und Betriebskrankenkassen sprachen allein für Baden-Württemberg von insgesamt mehr als 300 Fällen.

Öffentlichkeit dürfte von den Aktionen nichts halten
Doch der Schuss könnte glatt nach hinten losgehen. Denn die ärztlichen Vertreter, die auf diese Ideen gekommen sind, dürften die Solidarität der Patienten überschätzen. Auf Kundgebungen mitlaufen oder sich in Unterschriftenlisten eintragen ist eine Sache - wenn es um die eigene Gesundheit geht, ist aber Schluss mit lustig.

Die Kassen hauen natürlich sofort drauf. Ein DAK-Sprecher rief die Mediziner auf, "den innerärztlichen Verteilungskonflikt nicht auf dem Rücken der Patienten auszutragen". Susanne Uhrig von der Barmer Ersatzkasse bezeichnete es als "nicht tragbar", dass eine Anhebung der Honorare in einer Minderung der Versorgung endet.

Erste Kassenzulassungen sollen entzogen werden
KKH-Chef Ingo Kailuweit wandte sich an seine Versicherten und warnte ausdrücklich davor, den Forderungen nach Vorkasse nachzugeben. "Wer dennoch bar zahlt, muss damit rechnen, dass die Kosten nicht erstattet werden", erklärte er.

Der GKV-Spitzenverband wiederholte seine Forderung nach einem harten Durchgreifen gegen die Ärzte. "Wir sind doch nicht im Wilden Westen", empörte sich Sprecher Florian Lanz gegenüber der "Südwest Presse". Bei der KV Baden-Württemberg sei bereits für drei Ärzte der Entzug der Kassenzulassung beantragt worden. In anderen Bundesländern soll es ähnliche Fälle geben.

KBV sorgt sich um das Vertrauen der Patienten
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterstützte die Kritik der Kassen. Den Patienten müssten die vereinbarten Leistungen natürlich zur Verfügung gestellt, betonte ihr Sprecher Roland Stahl. "Das Vertrauen der Patienten dürfen wir nicht verspielen", gab er zu bedenken.

Auch der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ) kritisierte, dass die wütenden Kollegen ihre Patienten "in Geiselhaft" nähmen. Vereinschef Wulf Dietrich forderte die KVen auf, gegen die Verweigerer berufliche Ermittlungen wegen Verstoßes gegen die Berufsordnung der Ärzte einzuleiten.

dpa / chy / VDÄÄ

Quelle: Bericht vom 25.02.2009
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_ ... 771267.htm
Zeitung "Ärztliche Praxis"
http://www.aerztlichepraxis.de

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Gegen die Honorarreform: Praxisschließungen in NRW

Beitrag von Presse » 26.02.2009, 06:52

Gegen die Honorarreform: Praxisschließungen in NRW

Düsseldorf/Berlin – Wegen der Honorarreform haben am Mittwoch Ärzte in zahlreichen Städten gegen eine Unterfinanzierung der ambulanten Medizin protestiert. In Düsseldorf und Solingen versammelten sich mehrere hundert Ärzte zu einem „gesundheitspolitischen Aschermittwoch“. Zahlreiche Praxen vor allem in Nordrhein-Westfalen blieben geschlossen. In Münster wollten Hausärzte am Mittwochnachmittag auf einer Großkundgebung für den Erhalt der wohnortnahen Versorgung und mehr Honorar [mehr]
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/lette ... m&id=29602

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Kassenärzte dürfen Behandlungen ablehnen

Beitrag von Presse » 26.02.2009, 16:06

Ärzte Zeitung, 26.02.2009

Kassenärzte dürfen Behandlungen ablehnen

Ist das Wartezimmer zum Bersten voll, dürfen Patienten nach Hause geschickt werden / Ausnahme: Notfall

NEU-ISENBURG (juk). Entgegen der Ansicht mancher Kassenvorstände sind Vertragsärzte nicht dazu verpflichtet, alle Menschen, die in die Praxis kommen, zu behandeln.

Der Vorstandschef der Kaufmännischen Krankenkasse, Ingo Kailuweit, lehnte sich weit aus dem Fenster, als er sich am Mittwoch gegenüber der Deutschen Nachrichtenagentur dpa zu den angeblich über 1000 Ärzten äußerte, die Patienten nur gegen Vorkasse oder gar nicht behandeln (wir berichteten). "Ein Kassenarzt, der die Behandlung verweigert, schadet damit nicht nur seinem Berufsstand, sondern handelt schlichtweg rechtswidrig", zitierte dpa Kassenchef Kailuweit.
... (mehr)
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirt ... sid=534915

Gerhard Schenker
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Honorarverteilung - innerärztliches Problem

Beitrag von Gerhard Schenker » 27.02.2009, 08:46

Hallo,
weitere interessante Texte zum Thema unter
viewtopic.php?t=10996
Zur Zeit findet man wohl kaum den "guten Arzt" (alter Schule). Im Moment wird anscheinend jegliches ärztliches Handeln vom Eurozeichen geprägt. Ich höre nur noch Diskussionen über die Honorierung. Und dabei ist die Honorarverteilung in erster Linie ein innerärztliches Problem. Nicht der Gesetzgeber hat die Gelder verteilt, oder gar Frau U. Schmidt, sondern allein die Kassenärztlichen Vereinigungen. Das sind doch Selbstverwaltungskörperschaften der Ärzte.
MfG
G.Sch.
Das Pflegesystem bedarf einer umfassenden Reform - Pflegebegriff erneuern und Finanzierung zukunftsfest machen!

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Neues Honorarsystem ist endgültig gescheitert

Beitrag von Presse » 27.02.2009, 14:08

KVB-Vorstand Munte:
Neues Honorarsystem ist endgültig gescheitert

München, 27. Februar 2009: Die wirtschaftliche Situation vieler fachärztlicher Praxen in Bayern wird sich im zweiten Quartal dieses Jahres weiter verschärfen. Denn die Regelleistungsvolumen (RLV), die per Gesetz die Basis der Abrechnung der meisten Fachärzte sind, werden in Bayern im zweiten Quartal je Behandlungsfall noch einmal sinken. Auch wenn diese RLV für viele Praxen nur einen Bestandteil des Honorars darstellen, zeigen sie doch die "Perversion eines aus den Fugen geratenen Honorarsystems", wie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Axel Munte, heute in München erklärte. So sinkt der RLV-Fallwert für das gesamte zweite Quartal zum Beispiel bei den Neurologen von 59,82 Euro (im ersten Quartal 2009) auf 50,00 Euro, bei den Augenärzten von 21,00 Euro auf 18,44 Euro oder bei den Urologen von 28,66 Euro auf 25,17 Euro. Der Grund für die Absenkung ist geradezu skurril: Da die Osterferien im vergangenen Jahr in Bayern bereits im März waren, ist die Zahl der Behandlungsfälle im April höher als sonst üblich ausgefallen. Deshalb muss das Vergütungsvolumen durch mehr Behandlungsfälle geteilt werden, was einen niedrigeren RLV-Fallwert ergibt. Die KVB hat weder einen Einfluss auf diese absurden Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen, noch kann sie diese verändern.

"Die RLV-Fallwerte sind ein reiner Hohn und entwerten die ärztliche Tätigkeit. Die ganze neue Systematik der Honorarverteilung ist bereits jetzt endgültig gescheitert. Das wird zu weiteren Protesten führen. Immer mehr niedergelassene Ärzte werden sich aus dem System der gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder sind aus sozialpolitischem Kalkül der Berliner Gesundheitspolitiker zu Erfüllungsgehilfen staatlich verordneter Einheitsmedizin verkommen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung zu deren Handlanger. Die Bundesratsinitiative von Ministerpräsident Horst Seehofer und Gesundheitsminister Dr. Markus Söder zum Stopp der Honorarreform ist deshalb die letzte Chance, ein in Bayern über viele Jahrzehnte aufgebautes und in seiner Qualität vorbildliches Versorgungssystem noch zu erhalten," erklärte Munte.

Wenn man jetzt nicht schnell in der Lage sei, ein neues, transparentes und faires Honorarsystem zu gestalten, dann sei die bisher anerkanntermaßen gute medizinische Versorgung massiv gefährdet. Die Auswüchse eines staatlich gesteuerten Gesundheitswesens mit ausschließlich angestellt tätigen Ärzten könne man in anderen europäischen Ländern erleben. "Gegen eine solche Wartelisten- und Zuteilungsmedizin kämpfe ich mit aller Kraft. Deshalb werde ich mir auch nicht verbieten lassen, die Kolleginnen und Kollegen dazu aufzufordern, in ihren Praxen die Menschen über die politisch gewollte Zerstörung des jetzigen Gesundheitssystems aufzuklären", so Munte.

Quelle: Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom 27.02.2009

Die Presseinformation vom 27.02.2009 als PDF-Datei:
http://www.kvb.de/servlet/PB/show/11252 ... 022009.pdf

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Reform der ärztlichen Vergütung

Beitrag von Presse » 28.02.2009, 12:03

Reform der ärztlichen Vergütung
Protestaktionen einiger Ärzte unangemessen und teilweise rechtswidrig


Die Honorarreform der Ärzte hat in einigen Bundesländern zu heftigen Protestaktionen von einzelnen Arztgruppen geführt. Hierzu erklärte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Thomas Ballast, heute in Berlin: "Die Honorarreform hat den Ärzten insgesamt ein Plus von rd. 3. Mrd. Euro gegenüber 2007 beschert. Insofern sind die Protestaktionen und Streiks nicht nachvollziehbar und im Wesentlichen der Unsicherheit über die Auswirkungen des fast komplett neuen Vergütungssystems geschuldet. Mit einer umfassenden, sachlichen Information waren einige Kassenärztliche Vereinigungen wohl überfordert. Den Honorarstreit auf dem Rücken der Patienten auszutragen, ist nicht hinnehmbar. Einzelne Praxen gehen so weit, die Versicherten nur noch gegen Vorkasse oder mittels Zuzahlungen zu behandeln. Ich möchte an dieser Stelle klarstellen: Ein derartiges Vorgehen ist grob rechtswidrig. Die Ärzte, die dies machen, müssen disziplinarrechtliche Schritte befürchten, die bis zum Entzug der Zulassung gehen können. Patienten haben ein Recht darauf, qualitativ hochwertig und so oft wie nötig behandelt zu werden - und zwar ohne, dass sie dafür etwas dazuzahlen oder in Vorkasse gehen müssen!" Versicherte, die von solchen Streik- und Protestaktionen ihrer Ärzte betroffen seien, sollten sich deshalb umgehend an ihre Kasse wenden. Dort würde alles getan, um gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort, also der Kassenärztlichen Vereinigung und ggf. auch mit dem zuständigen Landesministerium, das Problem zu lösen. Als letzte Möglichkeit scheue man sich aber auch nicht, rechtliche Konsequenzen zu ziehen, so Ballast.

Ballast betonte, die Honorarreform sei notwendig gewesen und wurde von weiten Teilen der Ärzteschaft selbst gefordert. Zukünftig werde sich die ärztliche Vergütung tatsächlich nach der Morbidität der Versicherten richten. "Ärzte, die jetzt die Honorarreform ablehnen, richten sich damit gegen ihre eigenen Forderungen und wollen damit auch eine Rückkehr zu Kopfpauschalen und Budgets", so Thomas Ballast weiter.

Tatsächlich fiele durch die bundesweite Vereinheitlichung der Arzthonorare der Honorarzuwachs in den Regionen unterschiedlich aus. So seien die Kassenärzte in den neuen Bundesländern die klaren Gewinner der Reform, sie erhielten fast 20 Prozent mehr Geld von den Kassen. Aber auch in den alten Bundesländern seien die Honorarzuwächse teilweise ähnlich hoch, wie etwa in Niedersachsen mit einen Plus von 16,5 Prozent und Berlin mit einem Plus von 11,5 Prozent. Bei den - relativen - Verlierern wie Bayern und Baden-Württemberg sei zu berücksichtigen, dass das Ausgangsniveau hier bereits sehr hoch gewesen sei, der Honorarzuwachs entsprechend geringer ausfalle. Fakt sei, dass das Jahr 2009 für die niedergelassenen Ärzte insgesamt mit einem Honorarzuwachs von rund 3 Mrd. Euro begonnen hat - das entspricht einem Einkommenszuwachs von durchschnittlich 17.500 Euro pro Praxis. Durch die Honorarreform würde das Durchschnittseinkommen eines Arztes in Deutschland damit voraussichtlich auf 140.000 Euro pro Jahr steigen. "Angesichts der immer bedrohlicheren Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation sollte das ein Grund für Zufriedenheit sein", so Thomas Ballast. Zu beachten sei dabei auch, dass die Reform erst zwei Monate in Kraft sei und endgültige Ergebnisse für die Arztgruppen und die einzelnen Haus- und Facharztpraxen noch gar nicht feststünden. So kämen zu den Regelleistungsvolumen zahlreiche zusätzliche Leistungen außerhalb der Gesamtvergütung für die Ärzte hinzu. "Für eine Gewinner- und Verlierer-Bilanz ist es daher noch viel zu früh", fasste Ballast zusammen.

Quelle: Pressemitteilung vom 25.02.009
Ansprechpartnerin: Michaela Gottfried
Frankfurter Straße 84
53721 Siegburg
Tel.: 0 22 41 / 1 08 - 2 93
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Honorarstreit: Ärzte setzen angeblich auf Eskalation

Beitrag von Presse » 28.02.2009, 12:07

Honorarstreit: Ärzte setzen angeblich auf Eskalation

Seit Januar gilt eine neue Vergütungsregelung für Kassenärzte. Insgesamt bekommen sie dadurch zwar mehr Geld, doch manche Praxen klagen über erhebliche Verluste. Deshalb verlangt die Ärzteschaft ein überarbeitetes Konzept - und will angeblich notfalls auch mit Praxisschließungen Druck machen. [mehr]
http://mail.tagesschau.de/red.php?lid=35861&ln=34

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Der Patient ist eigentlich überflüssig

Beitrag von Ina Böhmer » 02.03.2009, 08:56

Hi,
kann es sein, dass es im Moment äußerst schwierig ist, einen guten Arzt zu erkennen. Praxen sind teilweise geschlossen und der Honorarstreit will kein Ende nehmen? Der Patient kommt eigentlich nicht mehr vor!
Lb Grüße
Ina
Der Pflegeberuf verdient mehr Anerkennung!

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Aufstand der Ärzte - Zahlt der Patient die Zeche?

Beitrag von Presse » 04.03.2009, 07:45

Aufstand der Ärzte - Zahlt der Patient die Zeche?
Münchner Runde, BR, diskutierte am 03.03.2009

Das treibt so manchem Patienten den Blutdruck hoch: Immer mehr Ärzte behandeln nur noch gegen Vorkasse. Sind im Streit um die Ärztehonorare die Kranken die Dummen? Wie ist die Lage in Bayern? Was bringt die Gesundheitsreform? Was dürfen Ärzte überhaupt, was nicht?
... (weiter lesen)
http://www.br-online.de/bayerisches-fer ... 419464.xml

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Leistungen in der ärztlichen Praxis

Beitrag von Presse » 05.03.2009, 11:22

Winn:
Das Geld ist da. Nur offensichtlich nicht für Leistungen in der ärztlichen Praxis

Als „schlicht unverschämt“ hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Prof. Dr. Kuno Winn, die Weigerung der Krankenkassen im Erweiterten Bewertungsausschuss bezeichnet, die von Ärzten an ihre Praxismitarbeiterinnen delegierbaren Leistungen mit mehr als maximal 7 Euro zu honorieren. Ganz besonderes Ärgernis: Während die Kassen sich nicht in der Lage sehen, entsprechende Leistungen angemessen zu bezahlen, schließt die Barmer Ersatzkasse zeitgleich einen bundesweiten Betreuungsvertrag mit dem Deutschen Apothekerverband. Dieser sieht für die Honorierung eines Qualitätschecks der Blutzuckermessung – also vergleichbare Leistungen – durch Apothekenmitarbeiter eine Pauschale von 22 Euro vor!

Winn: „Daraus kann ich nur schließen: Das Geld ist da. Nur nicht für eine angemessene Bezahlung von Leistungen in der ärztlichen Praxis“. Dies sei ein offener Affront gegen die Ärzteschaft und werfe ein bezeichnendes Licht auf die langfristige Verhandlungsstrategie der Kassen. Ganz offensichtlich solle der ärztlichen Gesamtvergütung gezielt Geld entzogen werden. Winn: „Für die im Barmer-Vertrag vorgesehenen 44 Euro für zwei Checks pro Jahr müsste nach Vorstellungen der Kassen eine Arzthelferin im Zweifelsfall bis zu sechs Mal entsprechende Leistungen am Patienten erbringen. Wer so verhandelt, der macht sich als Vertragspartner der Ärzte vollends unglaubwürdig“.

Der Hartmannbund vertritt als einziger politischer Verband die Belange aller Ärzte, Zahnärzte und Medizinstudenten in Deutschland und setzt sich für ihre wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Interessen ein. Darüber hinaus bietet er seinen Mitgliedern neben qualifizierten Beratungen zu rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen auch Fortbildungen und ein umfangreiches Informationsangebot.

Den Text der Pressemeldung finden Sie auch in der Anlage bzw. auf der Homepage des Verbandes ( http://www.hartmannbund.de ).

Quelle: Pressemitteilung vom 5.3.2009
Petra Schröter
Sekretariat Pressereferat
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.
Schützenstraße 6 a
10117 Berlin
Telefon: 030 206208-11
Telefax: 030 206208-14
E-Mail: petra.schroeter@hartmannbund.de
http://www.hartmannbund.de
http://www.jungemediziner.de

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Gesundheitspolitik: Arme Ärzte, arme Patienten

Beitrag von Presse » 06.03.2009, 09:26

Gesundheitspolitik: Arme Ärzte, arme Patienten
Ein Blick in die ganz alltäglichen Abgründe der Honorarreform für Fachärzte.
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C8 ... ntent.html
Quelle: FAZ-Frankfurter Allg. Zeitung

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